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Trockene Augen – was hilft?

Von Wenke Gürtler
Aktualisiert am 14. Jan. 2021
© pexels/Sound On
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Trockene Augen brennen, jucken und können sogar das Sehvermögen beeinträchtigen. Die Ursachen sind vielfältig, häufig zählt die Arbeit am Bildschirm dazu. Aber wie läuft es wieder wie geschmiert? Wir verraten es Ihnen!

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Inhaltsverzeichnis

  1. Tränen sind mehr als nur Wasser
  2. Was sind trockene Augen?
  3. Ursachen abklären lassen
  4. Das können Sie selbst tun
  5. Wissen zum Mitnehmen

Etwa 15–17 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leidet unter dem Sicca-Syndrom – besser als trockene Augen bekannt (1). Oft ist die Apotheke die erste ­Anlaufstelle, allerdings sollte die vermeintliche Bagatelle nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Mitunter können Hornhautentzündungen mit Sehbeeinträchtigungen drohen. Doch was sind die Ursachen und was lässt sich dagegen unternehmen? 

Tränen sind mehr als nur Wasser

Bei jedem Lidschlag, also alle fünf bis zehn Sekunden, wird gleichmäßig Tränenflüssigkeit auf den Augen verteilt. Der Film befeuchtet nicht nur Horn- und Bindehaut, sondern versorgt die Zellen mit Nährstoffen, wehrt Keime ab und schwemmt kleine Fremdkörper aus dem Sehorgan. 

Um die zahlreichen Aufgaben zu erfüllen, sind drei Anteile nötig: Außen die Fettschicht. Sie verhindert das schnelle Verdunsten der wässrigen mittleren Phase. Die innere Schleimschicht grenzt an die Hornhaut und sorgt dort für eine gute Haftung des Tränenfilms.

Merke!
Die Tränenflüssigkeit besteht aus drei Schichten und befeuchtet, ernährt und schützt das Sinnesorgan.

Was sind trockene Augen?

Fehlt es aber an Tränenmenge oder stimmt die Zusammensetzung nicht, kommt es zum Sicca-Syndrom.

Dann können Symptome auftreten, wie verklebte Lider am Morgen, Rötungen, Brennen sowie Fremdkörper- oder Müdigkeitsgefühl. Paradoxerweise können auch ständig Tränen fließen. 

Merke!
Bei trockenen Augen wird weniger Tränenflüssigkeit produziert oder die Zusammensetzung ist verändert. 

Ursachen abklären lassen

Die Entstehung des Sicca-Syndroms lässt sich auf viele Auslöser zurückführen. Oft sind ältere Menschen und Frauen nach den Wechseljahren betroffen. Ebenso spielen Zigarettenrauch, trockene Raumluft, Klimaanlagen oder lang anhaltende Bildschirmarbeit eine Rolle. So wird beim Starren auf den Monitor viel seltener geblinzelt. Als Folge verdunstet mehr Tränenflüssigkeit. Dieses Phänomen hat sogar einen eigenen Namen: das Office-Eye-Syndrom.

Die sogenannten Meibom-Drüsen bilden das Fett und geben es an den Lidrändern ab. Sie können zu viel oder zu wenig Fett oder eine falsche Mischung produzieren. Dann verstopft das Sekret oft die Ausführgänge und die schützende Lipidschicht ist zu dünn oder löchrig. 

Mitunter führen bestimmte Medikamente, Lidfehlstellungen oder Kontaktlinsentragen zum Sicca-Syndrom. Das Gleiche gilt für Grunderkrankungen wie Allergien, Diabetes mellitus, Rheuma, Rosazea oder Vitamin-A-Mangel.

Merke!
Das Problem nimmt im Alter zu und tritt bei Frauen häufiger auf. Zudem können eine Reihe von Faktoren wie trockene Raumluft, PC-Arbeit, Medikamente oder Grunderkrankungen dafür verantwortlich sein. 

Was hilft bei trockenen Augen?

Es empfiehlt sich immer der Gang zum Augenarzt. Der Spezialist versucht mit einer entsprechenden Therapie die Symptome zu verbessern, die Ursache zu finden und diese durch eine angemessene Behandlung zu beseitigen.

Augentropfen

Der behandelnde Arzt kann Tränenersatzmittel empfehlen. Künstliche Tränen in Form von Tropfen, Gelen oder Salben lindern meist die stärksten Beschwerden, indem sie die Oberfläche befeuchten und dadurch die Austrocknung der Horn- und Bindehaut verhindern.

Klassische Augentropfen gegen trockene Augen enthalten oft Konservierungsstoffe, die aber zusätzlich reizen können. Spezielle Dosier-Tropf-Fläschchen oder Packungen zum einmaligen Gebrauch kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Salben und Gele können durch ihre Formulierung das Sehvermögen beeinträchtigen, da sie Schlieren bilden. Sie sind eher für die Nacht geeignet. Welches Präparat aber letztendlich infrage kommt, kann nur der Doktor entscheiden.

Lidrandreinigung

Sind verstopfte Meibom-Drüsen die Übeltäter, helfen feucht-warme Umschläge, um das Sekret aufzuweichen. Dazu ein- bis zweimal pro Tag die Kompressen für fünf bis zehn Minuten auf die Lider legen. Zusätzlich unterstützt eine Lidrandmassage die Drüsen. Die Technik lässt man sich am besten beim Augenarzt zeigen.

Merke!
Der Facharzt ist der erste Ansprechpartner, um eine geeignete Therapie einzuleiten. Er entscheidet über die richtige Wahl der Tränenersatzmittel und kann nützliche Tipps für die Lidrandreinigung geben.

Das können Sie selbst tun

Schon einfache Maßnahmen können viel bewirken und in einigen Fällen sogar das Sicca-Syndrom verhindern.

Office-Eye-Syndrom am Arbeitsplatz vermeiden

Sorgen Sie für eine ausreichende Beleuchtung am Arbeitsplatz. Wer die Augen bei der Bildschirmarbeit entlasten möchte, sollte etwa jede halbe Stunde bewusst in die Ferne schauen und dabei häufig blinzeln, um die Tränenflüssigkeit gleichmäßig über das Sehorgan zu verteilen. Auch hilft es, Brille und Kontaktlinsen im Wechsel zu tragen.

Öffnen Sie regelmäßig das Fenster und achten Sie auf ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Das ist besonders in der kalten Jahreszeit wichtig, wenn viel geheizt wird. Nicht nur trockene Heizungsluft ist ungünstig: Wenn im Sommer Klimaanlagen oder Lüfter auf Hochtouren laufen, kann das Problem ebenfalls auftauchen. Wenn möglich, lieber abschalten. 

Reiben nützt nicht viel

Bei Müdigkeit, Juckreiz oder Trockenheit meldet sich das Bedürfnis fast automatisch. Aber auf Dauer kann häufiges und intensives Reiben die Hornhaut schädigen: Kleinere Fremdkörper haben dann leichtes Spiel ins Auge einzudringen und Entzündungen an der Hornhaut auszulösen. 

Ein weiteres Risiko stellen die Bakterien an den Händen dar. Gelangen Sie über das Reiben ins Sehorgan, kann das Bindehautentzündungen oder Infektionen der Tränendrüse und des Lids zur Folge haben. Also nicht reiben, sondern blinzeln.

Ausreichend Schlummern

Bei Müdigkeit produzieren die Tränen­drüsen weniger Flüssig­keit und die Augen werden somit trocken. Es gibt aber noch andere Gründe, die für ausreichenden Schlaf sprechen: Im Land der Träume werden Stress und Emotionen verarbeitet, die Gesichtszüge entspannen sich, das Hautbild verbessert sich und Lidschwellungen oder Augenringe kommen seltener vor.

Genügend trinken

Ein ausgeglichener Wasserhaushalt im Körper ist für das Sehorgan wichtig. Darum sollte es nicht weniger als ein Liter Flüssigkeit täglich sein, optimal sind aber zwei bis drei. Geeignete Durstlöscher sind neben Wasser, ungesüßte Früchte- und Kräutertees oder Infused Water.

Clever schminken

Wer zu empfindlichen Augen neigt, sollte die Wasserlinie besser nicht mit dem Kajalstift nachziehen. Das kann die Meibom-Drüsen verstopfen. Achten Sie ebenso auf die empfohlene Haltbarkeit: Das Symbol ist ein geöffneter Cremetiegel, in dem eine Zahl neben einem M steht. So bedeutet die Angabe 6 M, dass das Produkt geöffnet rund sechs Monate haltbar ist. Ebenfalls sollten Sie aus hygienischen Gründen Augenkosmetik nicht mit anderen teilen.

Omega-3 und Mittelmeerdiät

Häufig werden Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren empfohlen, allerdings ist der Nutzen dieser umstritten (2),(3). Mehr Omega-3-Fettsäuren in Form von natürlichen Lebensmitteln zu essen, ist aber eine gute Sache. Das kann zum Beispiel helfen, Netzhauterkrankungen wie altersbedingter Makuladegeneration (AMD) vorzubeugen (4).

Bauen Sie am besten ein- bis zweimal pro Woche eine Portion Fisch, bevorzugt (fettreichen) Seefisch wie Forelle, Hering, Lachs, Makrele und Sardine und täglich kleine Mengen Walnüsse, Haselnüsse, Lein- und Hanfsamen in ihren Speiseplan ein. Bevorzugen Sie Speiseöle wie Raps-, Walnuss- und Leinöl.

Grundsätzlich profitiert nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unsere Augen von einer ausgewogenen Ernährung. Probieren Sie doch mal die Mittelmeerdiät: viel frisches Gemüse, Salat, Nüsse, Fisch und Olivenöl, dafür aber wenig Fleisch und fetthaltige Milchprodukte.

Merke!
Neben der Behandlung durch den Arzt können eine Reihe von Alltagstipps helfen, darunter regelmäßig Lüften, bewusstes Blinzeln, genügend Schlaf, ausreichend Trinken, richtiger Umgang mit Schminke und ausgewogene Ernährung.

Wissen zum Mitnehmen

Wenn die Augen öfter brennen, gerötet sind und sich trocken anfühlen, könnte das am Sicca-Syndrom liegen. Die Gründe für das Krankheitsbild können vielfältig sein und sollten daher durch einen Facharzt abgeklärt werden. Der Mediziner kann dann Tränenersatzmittel empfehlen und die Lidrandreinigung zeigen.

Auch im Alltag können Sie selbst viel unternehmen, wie zum Beispiel regelmäßiges Lüften, ausreichend schlafen sowie trinken. Wenn es unter den Lidern brennt, lieber auf das Reiben verzichten und dafür mehr blinzeln. Neben dem richtigen Umgang mit Kosmetik profitiert die Augengesundheit von einer abwechslungsreichen Kost. Sie liefert alle Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente für das fitte Sehorgan.


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Gemeinsam mit der TK haben wir großes Interesse daran, Sie über wichtige Themen rund um Gesundheit und Ernährung aufzuklären. Mehr über die Zusammenarbeit und die TK erfahren Sie hier.

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Schöner verständlicher Artikel bis auf 2 Punkte: Beim Thema Ernährung werden Sicca-Syndrom und AMD fälschlicherweise vermischt. Allgemein ist die Meinung mit dem Fisch essen aber obsolet. Abgesehen davon, dass man u.a. gesundheitsschädliche Schwermetalle mit dem Fisch aufnimmt, gibt es heute Studien, die zeigen, dass beim Fisch- und Fleischkonsum in der Verstoffwechselung Stoffe entstehen, die das Fortschreiten einer AMD sogar fördern. Also lieber Leinöl, welches viel mehr Omega3 als Fisch enthält essen! Und nicht jeder mit einem Sicca-Syndrom sollte sich beim Augenarzt vorstellen. Zuerst Wärme und Lidrandhygiene und Tränenersatzmittel ohne Konservierungsmittel 5-6x tgl. tropfen, bei PC-Arbeit noch öfter. Wenn das nicht hilft, kann man sich augenärztlich vorstellen. Wenn man davon ausgeht, dass jeder 4. ein Sicca-Syndrom hat und die sich alle beim Augenarzt vorstellen würden, wären die Sprechstunden maßlos verstopft und die, die etwas Ernstes haben, bekommen keinen Termin, was teilweise jetzt schon so ist. Ich bin selbst Augenärztin und erlebe das täglich mit. Das wäre, als würde jeder Mensch mit trockener Haut zum Hautarzt gehen, ohne sich das Gesicht mal mit Feuchtigkeitscreme eingecremt zu haben...
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