Wissenschaftlich geprüft

Purintabelle

Von Wenke Gürtler
Aktualisiert am 24. Aug. 2020
Purintabelle bei Gicht

Sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung einer Gicht gilt: Harnsäure senken. Das gelingt mit einer purinarmen Kost. Aber welche Lebensmittel sind wahre Purinbomben und mit welchen Lebensmitteln bleibt alles im grünen Bereich? Wir klären auf und zeigen, was bei Gicht guttut und was nicht.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Inhaltsverzeichnis

  1. Die große EAT SMARTER-Purintabelle
    1. Milch, Milchprodukte und Ei
    2. Gemüse, Salate und Pilze
    3. Obst und Trockenfrüchte
    4. Nüsse, Kerne und Samen
    5. Hülsenfrüchte und Tofu
    6. Fleisch, Geflügel und Wurstwaren
    7. Fisch und Meeresfrüchte
    8. Getreide und Getreideprodukte
    9. Getränke
    10. Fette und Öle
    11. Sonstiges

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt. Bei zu hoher Konzentration entstehen Harnsäurekristalle, die sich mitunter an den Gelenken anlagern. Dort verursachen sie heftige Entzündungen, den Gichtanfall. Der Gichtanfall taucht sehr überraschend auf, häufig nachdem viel Fleisch gegessen und viel Alkohol getrunken wurde. 

Um erneute Anfälle zu vermeiden, steht eine purinarme Kost im Fokus, bei der gleichzeitig die Fruktose im Auge behalten wird. Für Betroffene mit Übergewicht gilt: runter von den Pfunden. Die Purintabelle gibt Aufschluss über den resultierenden Harnsäuregehalt der einzelnen Lebensmittel. Eine purinarme Kost bedeutet also nicht Verzicht, sondern rechnen. Maximal 500 Milligramm Harnsäure pro Tag sollten Sie Ihrem Körper zumuten.

Auch interessant: 

Die große EAT SMARTER-Purintabelle

Einige Lebensmittel aus der Purintabelle erscheinen auf den ersten Blick ungeeignet, das betrifft beispielsweise oxalsäurehaltiges Gemüse wie Mangold, Rhabarber, Spargel oder Spinat. Das Problem: Die Oxalsäure kann die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren hemmen. Allerdings muss niemand auf Spargel bei Gicht verzichten, gelegentlich eine kleine Portion ist in Ordnung (1).

Auch Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen oder Sojabohnen waren früher verboten, da sie zu den purinreichen Lebensmitteln gehören. Nach heutigem Wissensstand stellt ein maßvoller Genuss aber kein großes Risiko da, den die gesundheitlichen Vorzüge dieser Lebensmittel überwiegen. Dasselbe gilt auch für Pilze und Kohl (1).

Die Angaben dieser Purintabelle orientieren sich an der großen "Die große GU Nährwert-Kalorien-Tabelle". 

Milch, Milchprodukte und Ei

Milch, Milchprodukte und Käse zählen zu den purinarmen Lebensmitteln, die täglich aufgetischt werden können. Bevorzugen Sie fettarme Milchprodukte und Käse (bis 45 % Fett i. Tr.); Crème fraîche, Schlagsahne und Schmand nur in Maßen verzehren.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Brie (50 % Fett i. Tr.) 7
Buttermilch 0
Camenbert ( 45 % Fett i. Tr.) 30
Crème fraîche 0
Dickmilch 0
Doppelrahmfrischkäse 0
Ei, 1 Stück 9
Emmentaler (45 % Fett i. Tr.) 8
Feta (45 % Fett i. Tr.) 30
Harzer Käse (10 % Fett i. Tr.) 20
Milch, alle Fettstufen 0
Mozzarella 10
Naturjoghurt < 10
Parmesan (37 % Fett i. Tr.) 10
Saure Sahne, Sauerrahm 0
Schlagsahne, Rahm 0
Quark, alle Fettstufen 0
Tilsitter (30 % Fett i. Tr.) 10

Gemüse, Salate und Pilze

Fast alle Gemüsesorten sind ideal: So bereichern beispielsweise Aubergine, Blattsalate, Gurken, Möhren, Paprika oder Tomaten bei Gicht den Speiseplan. Lassen Sie sich täglich drei Portionen schmecken! Mangold und Spinat liefern Oxalsäure; auch verschiedene Kohlsorten und Champignons sind recht purinreich. Halten Sie sich hier zurück. Das gilt auch für Spargel bei Gicht.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Afalfasprossen 15
Aubergine 22
Austernpilz 50
Bambussprossen 29
Blumenkohl 45
Bohnen (grün) 43
Brokkoli 50
Champignon 92
Chicorée 15
Chinakohl 26
Eisbergsalat 11
Endiviensalat 11
Fenchelknolle 16
Frühlingszwiebel, Lauchzwiebel 15
Gartenkresse 30
Gurke 8
Kartoffeln 20
Knoblauch 15
Kohlrabi 30
Kopfsalat 10
Kürbis 7
Linsensprossen 12
Mangold 57
Möhre, Karotte 15
Okraschote 9
Oliven (grün, schwarz) 27–31
Pak Choi 25
Paprikaschote (gelb, grün, rot) 10–15
Petersilienblätter 40
Petersilienwurzel 32
Pfifferling 17
Radicchio 10
Radieschen 10
Rettich 10
Römersalat 10
Rosenkohl 56
Rote Bete 21
Rotkohl 40
Sauerkraut 20
Schalotte 15
Schnittlauch 30
Sellerie (Knolle) 30
Staudensellerie 70
Steinpilz 92
Steinpilz (getrocknet) 488
Spinat 57
Tomate 10
Weißkohl 20
Zucchini 24
Zwiebel 25

Obst und Trockenfrüchte

Früchte gehören zu den purinarmen Lebensmitteln. Sie können täglich bis zu zwei Portionen Obst verzehren. Bananen bei Gicht sind in Ordnung, sollten bei Übergewicht aber nur in Maßen gegessen werden; das gilt auch für andere zuckerreiche Obstsorten. Auf Trockenobst sollten Sie lieber ganz verzichten, da sie viel Fruktose enthalten.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Ananas 19
Apfel 19
Aprikose 20
Aprikose (getrocknet) 73
Avocado 30
Banane 25
Birne 17
Brombeere 15
Cranberry 15
Dattel (getrocknet) 54
Erdbeere 26
Feige (frisch) 15
Grapefruit 15
Heidelbeere 22
Himbeere 18
Holunderbeere 33
Honigmelone 25
Johannisbeere (rot, schwarz, weiß) 17
Kaki 15
Kirsche (süß, sauer) 17
Kiwi 19
Kochbanane 27
Kumquat 15
Limette 20
Orange 19
Physalis 15
Pfirsich 21
Pflaume 20
Pflaume (getrocknet) 64
Preiselbeere (frisch) 13
Quitte 30
Rosinen (getrocknet) 107
Stachelbeere 15
Wassermelone 20
Weintraube (blau, grün) 25–30
Zitrone 20
Zwetschge 24

Nüsse, Kerne und Samen

Täglich eine Handvoll (20 Gramm) können Sie essen. Sonnenblumenkerne und Mohnsamen liefern viele Purine, besser meiden. Erdnusskerne, Kürbiskerne, Leinsamen und Sesam liefern zwar auch viele Purine, ein gelegentlicher Verzehr ist aber in Ordnung.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Erdnusskerne 70
Haselnusskerne 42
Kürbiskerne 85
Leinsamen 105
Mandeln 41
Mohnsamen 170
Paranusskerne 23
Sesamsamen 88
Sonnenblumenkerne 157
Walnusskerne 26

Hülsenfrüchte und Tofu

Hülsenfrüchte und daraus hergestellte Produkte wie zum Beispiel Tofu zählen zu den purinreichen Lebensmitteln. Allerdings bieten Bohnen, Linsen & Co. viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe, sodass die Vorteile überwiegen. Ein gelegentlicher und maßvoller Verzehr stellt kein großes Risiko dar.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Bohnen (weiß, getrocknet) 180
Bohnen (weiß, Dose) 45
Erbsen (grün, getrocknet) 544
Kichererbsen (getrocknet) 356
Linsen (getrocknet) 198
Sojabohnen (getrocknet) 356
Sojafleisch (getrocknet) 355
Tempeh 110
Tofu 68

Fleisch, Geflügel und Wurstwaren

Fleisch, Geflügel und Wurstwaren sind besonders purinreiche Lebensmittel. Maximal zwei Portionen pro Woche sind in Ordnung; eine Portion entspricht 125 Gramm Rohgewicht. Bevorzugen Sie magere Sorten und immer ohne Haut. Innereien, Schweinefleisch und Wurstwaren aus Schweinefleisch sind ungeeignet.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Bierschinken 85
Bockwurst 110
Brathähnchen (im Durchschnitt) 115
Corned Beef 57
Gänsefleisch (mit Haut) 170
Gänsefleisch (ohne Haut) 120
Hähnchenbrust (mit Haut) 175
Hähnchenbrust (ohne Haut) 120
Hasenfleisch (im Durchschnitt) 105
Kalbfleisch (im Durchschnitt) 150
Lachsschinken 184
Leberwurst 165
Putenbrust (ohne Haut) 120
Putenkeule (ohne Haut) 120
Rehrücken 105
Rinderbrust 90
Rinderschulter 110
Rinderhüfte (Hüftsteak) 120
Rindergulasch (mager) 105
Rinderhackfleisch 108
Rinderleber 554
Rinderzunge 160
Salami 104
Schinkenspeck (roh, durchwachsen) 127
Schweineherz 530
Schweineleber 515
Schweinemilz 516

Fisch und Meeresfrüchte

Ebenso wie Fleisch gehört Fisch zu den purinreichen Lebensmitteln. Maximal zwei Portionen pro Woche sind in Ordnung; eine Portion entspricht 125 Gramm Rohgewicht. Wählen Sie immer ein Fischfilet, also ohne Haut. Insbesondere Sprotten, Thunfisch, Jakobsmuscheln und Venusmuscheln sind sehr purinreich; besser verzichten.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Aal (frisch) 65
Aal (geräuchert) 78
Auster 90
Bückling (ohne Haut) 146
Flunder 120
Flusskrebs 60
Forelle (mit Haut) 311
Garnele, Speiskrabbe 147
Hering (mit Haut) 317
Hering (ohne Haut) 178
Hummer (gegart) 120
Jakobsmuschel 330
Kabeljau (Dorsch) 109
Kaviarersatz, falscher Kaviar 18
Kaviar (echter, russischer) 144
Krabben, Shrimps 147
Lachs (Salm) 170
Languste 60
Limande (Rotzunge) 120
Makrele (frisch, mit Haut) 186
Makrele (geräuchert) 153
Rotalge (getrocknet) 351
Rotbarschfilet 130
Schlei 80
Scholle 140
Schwarzer Heilbutt 100
Seehecht 120
Seelachs (Köhler) 163
Seewolf (Steinbeißer) 110
Seezunge 131
Steinbutt 120
Spirulina (getrocknet) 506
Sprotte (geräuchert) 804
Thunfisch 257
Thunfisch in Öl (ganzer Doseninhalt) 290
Tintenfisch, Sepia 110
Venusmuschel 330
Wels 110
Zander 110

Getreide und Getreideprodukte

Welches Brot kann man bei Gicht essen? Bevorzugen Sie die Vollkornvariante, auch wenn sich hier mehr Purine befinden. Aber der Teufel steckt im Detail: Meiden Sie Brot und Brötchen, die Sonnenblumenkerne oder Weizenkeime enthalten sowie allgemein Weißmehlprodukte. Etwas Vorsicht sollten Sie bei Haferflocken, Vollkornreis und Müsli walten lassen. Lieber nur in Maßen verzehren. Nicht empfehlenswert sind Weizenkeime – es ist ein besonders purinreiches Lebensmittel.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Amaranth 66
Baguette 44
Brötchen, Semmel 74
Bulgur 69
Cornflakes 80
Croissant 42
Glutenfreies Brot (im Durchschnitt) 25
Haferflocken 100
Hirseflocken 85
Maisgrieß (Polenta) 29
Maismehl 29
Mischbrot 49
Müsli (im Durchschnitt) 105
Nudeln aus Hartweizengrieß (roh) 60
Nudeln aus Vollkorn (roh) 80
Pumpernickel 57
Quinoa 66
Reis (geschält, weiß) 87
Reis (ungeschält, Naturreis)  134
Roggen (Flocken, Körner) 70
Roggenvollkornmehl 70
Roggenvollkornbrot 77
Speisestärke (alle Sorten) 0
Toastbrot 104
Vollkornbrot (im Durchschnitt) 85
Weißbrot 73
Weizengrieß 80
Weizenkeime 843
Weizenmehl (Type 405) 40
Weizenvollkornmehl 82

Getränke

Greifen Sie neben Wasser zu ungesüßten Früchte- oder Kräutertees. Nehmen Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich zu sich, sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht. Drei bis vier Tassen Kaffee am Tag sind auch in Ordnung. Ungeeignet sind alkoholfreies Bier, Bier, alle übrigen alkoholischen Getränke (ohne Ausnahme), Fruchtsäfte und Softdrinks.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Apfelsaft 16
Alkoholfreies Bier 8
Früchtetee 5
Gewürztee 0
Grüner Tee 0
Kaffee 0
Milchmixgetränk mit Kakao 3
Limonade 2
Möhrensaft 5
Orangensaft 21
Schwarzer Tee 0
Tomatensaft 5
Traubensaft 21
Wasser (still, mit Kohlensäure) 0
Weißer Tee 0
Weizenbier 15

Fette und Öle

Fette und Öle fallen unter die purinarmen Lebensmittel. Bevorzugen hochwertige pflanzliche Fette und beschränken Sie die Verwendung auf zwei Esslöffel pro Tag. Top sind zum Beispiel Lein-, Oliven- und Rapsöl. Gelegentlich Butter ist auch okay. Hingegen sind Schweineschmalz, Distel- und Sonnenblumenöl nicht empfehlenswert, da sie ein schlechtes Fettsäureprofil aufweisen.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Butter 0
Leinöl 0
Margarine 0
Nussöle (alle Sorten) 0
Olivenöl 0
Rapsöl 0
Sesamöl 0

Sonstiges

Allgemein sind gesüßte Fertigprodukte wie Milchreis, Fruchtjoghurt oder Kakaozubereitungen nicht zu empfehlen. Aber Sie können Schokolade bei Gicht genießen: Zum maßvollen und gelegentlichen Naschen bietet sich Zartbitterschokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil an. Vorsicht bei Hefe, insbesondere in der veganen Küche werden Hefeflocken verwendet. Würzen Sie Ihre Speisen nicht mit Hefeflocken! 

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Bäckerhefe 450
Butterkeks 26
Eiscreme 10
Fruchtjoghurt 8
Hefeflocken  1794
Hefegebäck (im Durchschnitt) 30
Honig, Marmelade 0
Lakritze 20
Löffelbiskuit 15
Marzipan 70
Marmorkuchen 13
Müsliriegel 95
Milcheis 0
Nougat 27
Obstkuchen (im Durchschnitt) 0
Rührkuchen (im Durchschnitt) 20
Schokolade (Vollmilch) 60
Zwieback (ohne Ei) 60
Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten
Schreiben Sie einen Kommentar