Wissenschaftlich geprüft

Lupinen

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 27. Okt. 2023
Lupinen | Photo: Unsplash/ Annie Spratt
Lupinen | Photo: Unsplash/ Annie Spratt

Langsam, aber sicher machen Lupinen dem Soja ernsthaft Konkurrenz. Nicht nur Veganer schätzen an den Produkten aus den Samen von Lupinen nämlich, dass sie besonders eiweißreich und sehr vielseitig zuzubereiten sind. Was sonst noch interessant ist an den Newcomern auf dem Veggie-Markt, verraten wir hier.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Das sollten Sie über Produkte aus Lupinen wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
    4. Sorten
  2. Unser liebstes Rezept mit Lupinen
  3. Wie gesund sind eigentlich Produkte aus Lupinen?
  4. Einkaufs- und Küchentipps für Produkte aus Lupinen
    1. Einkauf
    2. Lagerung
  5. Zubereitungstipps für Produkte aus Lupinen
  6. FAQs – die häufigsten Fragen
    1. Lupinenkaffee – wie zubereiten?
    2. Lupinen – wie lange kochen?
    3. Lupinenprotein – was ist das?

Das sollten Sie über Produkte aus Lupinen wissen

Lupinen – sind das nicht die hübschen blau und rosa blühenden Blumen, die man im Sommer überall wild wachsen sieht? Ja und nein, denn ein bisschen mehr steckt schon dahinter.

Die immer zahlreicher werdenden Produkte aus Lupinen, die man im Biomarkt oder im Reformhaus kaufen kann und die auf dem gewonnenen Eiweißkonzentrat Lopino basieren, werden nicht aus den bekannten wilden oder in Gärten wachsenden Lupinen hergestellt. Sie enthalten viel zu viele Bitterstoffe. Die Basis für Lebensmittel aus Lupinen sind darum speziell gezüchtete und ökologisch angebaute Süßlupinen, in denen kaum Bitterstoffe stecken.

Botanisch sind Lupinen eng verwandt mit unseren Bohnen oder auch mit der Sojabohne. Und genau wie diese lassen sich auch die Samen der Lupine essen beziehungsweise zubereiten. Weil sie ausgesprochen reich an pflanzlichen Proteinen sind, nimmt man Lupinensamen immer häufiger als Basis für Fleischersatz. Dafür quellen die Samen über Nacht in riesigen Wasserbottichen. Anschließend zermahlt man sie und mixt das entstandene Mus mit so viel Wasser, dass eine cremefarbene Flüssigkeit entsteht. Durch Erhitzen gerinnen die darin gelösten Eiweiß-Anteile und es entsteht eine quarkähnliche Masse,  aus der man zum Beispiel Brotaufstriche, Bratlinge, Würstchen, pflanzliche Schnitzel, Burger oder veganes Geschnetzeltes macht. 

Immer beliebter werden auch Mehl und Schrot aus Lupinen. Für alle, die Koffein meiden müssen, ist "Kaffee" aus Lupinen eine gute Alternative.

Aber nicht immer kommen Lupinen zerkleinert und verarbeitet in die Regale. Man kann die Samen ähnlich wie andere Hülsenfrüchte auch getrocknet oder vorgegart und konserviert kaufen.

Das Einzige, was es zum Leidwesen vieler ehemaliger Fans nicht mehr gibt, ist Lupinenquark. Bis vor ein paar Jahren war diese dem Tofu in Optik und Konsistenz sehr ähnliche Variante noch im Angebot. Allerdings lohnte sich offenbar damals die Herstellung noch nicht, sodass das Produkt wieder vom Markt genommen wurde. Die Hoffnung vieler Veggies, dass  das Quark aus Lupinen bald wieder im Kühlregal liegen könnte, ist angesichts der zunehmenden Bekanntheit und Beliebtheit von Lebensmitteln aus Lupinen vielleicht nicht ganz unberechtigt. Brotaufstriche aus Lupinen gibt es immerhin bereits.

Herkunft

Lupinen wachsen bei uns und in ganz Nord- und Osteuropa schon seit langer Zeit. Weil sie sehr tief im Boden wurzeln, bauen Landwirte sie seit Generationen gern an, um ihren Boden zu lockern und gesund zu erhalten.

Die für Lebensmittel verwendeten Süßlupinen haben den großen Vorteil, dass man sie nicht düngen muss, denn sie holen sich den zum Gedeihen nötigen Stickstoff aus der Luft. Gentechnik ist bei Süßlupinen übrigens (anders als bei Soja) garantiert ebenfalls kein Thema. 

Kurzum, Lupinen bieten quasi von Haus aus Bio-Qualität. Ihr Anbau gilt zu Recht als nachhaltig. Ein weiterer Pluspunkt: Anders als der Großteil der Bohnen und Produkte aus Soja müssen die Samen und Lebensmittel aus Lupinen keine langen und wenig umweltfreundlichen Transportwege gehen.

Saison

Lupinen wachsen in der Zeit von Mai bis August. Produkte, die aus Lupinen hergestellt werden, gibt es hingegen das gesamte Jahr über zu kaufen.

Geschmack

Lebensmittel aus Lupinen schmecken je nach Zubereitungs- und Aufbereitungsart ganz unterschiedlich. Lupinensamen pur oder Mehl aus Lupinen haben einen eher neutralen, leicht nussigen Geschmack.

Sorten

In Mitteleuropa werden drei unterschiedliche Lupinenarten angebaut: die Gelbe, die Blaue beziehungsweise Schmalblättrige sowie die Weiße Lupine. Diese drei Sorten unterscheiden sich in ihren Ansprüchen an den Standort, also wo die besten Voraussetzungen für den Anbau sind.

Unser liebstes Rezept mit Lupinen

Hier gelangen Sie zu allen Lupinen-Rezepten.

Wie gesund sind eigentlich Produkte aus Lupinen?

Die auch Soja des Nordens genannten Lupinen brauchen sich vor der Konkurrenz aus Asien keineswegs zu verstecken. Im Gegenteil: Mit rund 40 Prozent Eiweiß toppen Lupinen jeden anderen pflanzlichen Proteinlieferanten.

Aber auch sonst haben Lupinen einiges zu bieten. Die Samen enthalten alle lebenswichtigen Aminosäuren (1), unter anderem steckt besonders viel Lysin darin. Ebenfalls reichlich vorhanden sind Vitamin E, Calcium, Magnesium (2), Eisen und Phosphor. 

Die Samen enthalten als einzige Eiweißlieferanten keine Purine – das ist günstig für alle mit hohem Harnsäurespiegel beziehungsweise Gicht-Anfälligkeit. Anders als andere Hülsenfrüchte sind Lupinen außerdem praktisch frei von blähenden Stoffen, was sie für Menschen mit empfindlichem Magen und Darm gut verträglich macht.

Außerdem können Lebensmittel aus Lupinen für all diejenigen eine Alternative sein, die auf Soja allergisch reagieren. 

Hier finden Sie die Nährwerte von 100 Gramm Lupinen im Überblick (3):

Nährwerte von Lupinen (Geschrotet) pro 100 Gramm  
Kalorien 356
Eiweiß 43 g
Fett 8,7 g
Kohlenhydrate 13 g
Ballaststoffe 27 g

Einkaufs- und Küchentipps für Produkte aus Lupinen

Einkauf

Samen sowie Lebensmittel aus verarbeiteten Samen von Lupinen können Sie in Bio-Märkten und Reformhäusern oder im Internet kaufen.

Lagerung

Die Art und Dauer der Lagerung von Lebensmitteln aus Lupinen ist je nach Produkt unterschiedlich. Getrocknete oder konservierte Samen halten sich sehr lange, Würstchen oder Fleisch aus Lupinen bleibt im Kühlschrank nur begrenzte Zeit frisch. 

Zubereitungstipps für Produkte aus Lupinen

Mit Mehl aus Lupinen können Sie Süßes und Herzhaftes backen. Es passt zu Teigen für Kuchen, Kekse, Pfannkuchen oder Brot und gibt ihnen eine schöne Gelbfärbung. Da es kein Klebereiweiß (Gluten) enthält, verwendet man es allerdings nicht pur, sondern mischt es etwa im Verhältnis 15 zu 85 mit herkömmlichem Mehl. Lupinenmehl eignet sich außerdem zum Binden von Suppen und Soßen.

Mit Schrot aus Lupinensamen oder mit Lupinen Crunchys lassen sich Müslis aufpeppen. Beides können Sie aber auch einfach als eiweißreichen Snack knabbern.

Samen von Lupinen setzt man in der Küche genauso ein wie Bohnen oder Linsen. In Salzlake eingelegt gibt man sie einfach abgetropft zum Schluss in Gemüseintöpfe oder andere Gemüsegerichte. Getrocknete Lupinensamen weicht man genau wie andere Hülsenfrüchte am besten über Nacht ein. Samen von Lupinen sind auch die perfekte Basis für selbstgemachte vegetarische Burger und Bratlinge.

FAQs – die häufigsten Fragen

Lupinenkaffee – wie zubereiten?

Lupinenkaffee wird wie herkömmlicher Bohnenkaffee zubereitet. Je nach Geschmack und gewünschter Intensität können Sie 1-3 Teelöffel Lupinenkaffeepulver pro Tasse verwenden.

Auch interessant: Ist Lupinenkaffee gesund?

Lupinen – wie lange kochen?

Um Lupinen kochen zu können, werden sie im besten Fall über Nacht für mindestens acht Stunden eingeweicht. Am nächsten Tag können die Lupinensamen dann mit reichlich frischem Wasser für etwa 40 bis 60 Minuten gekocht werden. Wird ein Schnellkochtopf verwendet, kann die Kochzeit auf circa 20 Minuten verkürzt werden.

Lupinenprotein – was ist das?

Lupineneiweiß ist ein pflanzliches Proteinpulver und eher niedrig dosiert. Dafür kann es aber mit weiteren Nährstoffen punkten und liefert dem Körper wichtige B-Vitamine, Vitamin E, Magnesium und Kalium. Außerdem enthält es viele Ballaststoffe.

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten
Bild des Benutzers Annette Feindt
Hallo Eat Smarter Team Gesundheitsbereichs soll ich auf jegliche Milchprodukte wenn es geht verzichten, nun wollte ich mir de Lupilien Drink für mein Kaffee bestellen und da sagt meine Kollegin Lupilien Produkte sind ungesund.... was können sie mir darüber berichten? Ich hatte ein Hormon Abhängigen Krebs und möchte mich natürlich gesund und ohne Hormone ernähren. LG A. Feindt
 
Hallo Eat Smarter-Team, ich habe schon ältere, getrocknete Süßlupinen und wollte diese jetzt wie Sprossen sprießen lassen. Während ich die Alfalfa-Sprossen längst gegessen habe, tut sich bei den Lupinensamen nichts. Habe sie genauso eine Nacht in Wasser eingeweicht und jeden Tag gespült. Nach ca. einer Woche und nochmaligem nächtlichen wässern, passiert immer noch nichts. Können Sie sich das erklären? Sind die schlecht (was ich ja nicht glauben kann)? Oder was kann damit sein? HG Franz.
 
Wie gelingen denn Lupinen-Bratlinge ohne Gluten oder Ei? Was wäre ein geigneter "Kleber" zum Binden statt den Getreideprodukten?
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Hallo Herr Schätzle, die Lupinenmasse klebt von alleine schon hervorragend. Es ist kein "Kleber" erforderlich. Viele Grüße EAT SMARTER
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