Wissenschaftlich geprüft
August 2019, Université Laval, Kanada

Dick und krank durch Junkfood?

Von Cornelia Brammen
Aktualisiert am 02. Okt. 2020
© Pexels/Isaac Taylor
© Pexels/Isaac Taylor

Es mag erstaunen, dass es immer noch neue Studien braucht, um diesen Zusammenhang zu bestätigen. Tatsächlich war bislang aber nicht bekannt, wie hoch der Anteil an Junkfood ist und welche Risiken daraus für die Herz-Kreislauf-Gesundheit resultieren.

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Worum ging es in der Studie?

  • Im Auftrag der kanadischen Regierung sollten Forscher erstmalig erheben, wieviel Junkfood französischsprachige Erwachsene der kanadischen Provinz Quebec essen und wie hoch deren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.
  • Als Junkfood gelten unter anderen Kartoffelchips, Pommes frites, Ramen Nudeln, Brathuhn, fetter Käse, Ketchup, Saucen, Dips, Alkohol sowie Sprühsahne.
  • Ernährung spielt eine zentrale Rolle in der Prävention von Krankheiten. Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung zu kennen, ist der Eckstein öffentlicher Gesundheitsprogramme.
  • Bekannt war bereits, dass es in der kanadischen Bevölkerung wenig Wissen über die negativen Folgen einer Junkfood-Ernährung für die Gesundheit gibt.

Wie lautet die zentrale Forschungsfrage?

  • Wieviel Prozent macht Junkfood in der Ernährung französischsprachiger Erwachsener in der kanadischen Provinz Quebec aus und wie hoch ist, in Relation zum Junkfood-Anteil, das Risiko für Herzinfarkt, Arteriosklerose oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Wie viele Probanden nahmen teil?

  • Die Daten von 1147 Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 43,2 Jahre (darunter 50,2 Prozent Frauen) wurden online mithilfe eines Fragebogens erhoben. Der Vorgang wurde dreimal wiederholt. 1019 Probanden wurden Blutproben entnommen.    

Welche Methode wurde angewandt?

  • Die Daten wurden mittels Online-Befragung und Blutuntersuchung erhoben.

Tolle Rezepte für gesundes Fast Food

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

  • Der durchschnittliche Junkfood-Anteil lag bei 30 Prozent der täglichen Nahrungsaufnahme. 
  • Gebäck, Alkohol, Süßigkeiten, Chips/Popcorn und zuckerhaltige Getränke machten den größten Anteil am verzehrten Junkfood aus.
  • Männer nahmen mehr Nahrung mit vielen Kalorien und wenig Nährstoffen zu sich als Frauen.
  • Pro 250 Kalorien täglich aus Junkfood erhöhten sich der Body-Mass-Index (+1,7 kg/m2), der Bauchumfang (+0,6 cm), die Cholesterol-Ratio (+0-12 mmol/L) sowie die Triglyceride (+7,8 %).
  • Anders ausgedrückt: Je höher der Junkfood-Anteil umso ausgeprägter auch das Risik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wer hat die Studie finanziert und durchgeführt?

  • Hinter der Studie steht das Candian Institutes of Health Research.

Wo ist die Original-Studie zu finden?


Begriffe: Was ist/sind eigentlich...?


Wie bewertet EAT SMARTER diese Studie?

  • Große Kohorte, neue Online-Methode: Basis der Datenerhebung ist die sehr renommierte Studie PREDISE (PRÉDicteurs Individuels, Sociaux et Environnementaux) der kanadischen Regierung. Darauf setzte eine neu entwickelte Methode zur Online-Befragung zu wissenschaftlichen Zwekcen auf: R24W. Das Forscherteam geht selbstkritisch mit einigen statistischen Dellen in der Untersuchungs ins Gericht. Was bleibt, ist ein erschreckendes Ergebnis: Kanadier in der Provinz Quebec haben ein gesundheitsgefährdendes Ernährungsverhalten.
  • Zukunftsweisend: Ein Schönheitsfehler der Studie ist die Kategorisierung von Junkfood. Auch hier muss zukünftige Forschung exakter definieren und Gruppen festlegen, um zu validen Ergebnissen zu kommen. Dennoch sind die Ergebnisse alarmierend und zeigen, dass die Bevölkerung mit anderen Mitteln als bisher über Ernährung aufgeklärt werden muss – was sich dann wiederum auch auf andere Städte und Länder übertragen lässt.

EAT SMARTER-Relevanz-Score
100
Prozent
Der Relevanz-Score geht von 0 bis 100 Prozent und zeigt, wie bedeutend die Studie im Vergleich zu anderen Studien ist. 0 Prozent heißt "unwichtig", 100 Prozent "sehr wichtig".

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