Wissenschaftlich geprüft
März 2020, Harvard Medical School, Boston, USA

Unregelmäßiger Schlaf erhöht Risiko für Herzinfarkt

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 30. Sep. 2020
Photo: © Unsplash/ Matheus Vinicius
Photo: © Unsplash/ Matheus Vinicius

Schlaf gilt so lange als selbstverständlich, bis er gestört ist. Aber was tun, damit er erholsam und gesund bleibt? Eher wenig, denken viele. Doch Schlafmangel könnte zu schwerwiegenden Herzproblemen führen.

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Worum ging es bei dieser Studie?

  • Dauer und Tiefe unseres Schlafes sind erwiesenermaßen wichtig für alle Funktionssysteme, vom Gehirn über Herz-Kreislauf bis hin zum Hormon-, Zucker- und Fettstoffwechsel.
  • Dass auch die Regelmäßigkeit unseres Schlafes eine Rolle spielen könnte, ist neu. Dazu gehört, wann wir ins Bett gehen, wann wir aufstehen und wie viele Stunden wir durchschnittlich schlafen.
  • Wie sich Unregelmäßigkeiten auf die Gefahr auswirken, einen Herzinfarkt zu erleiden, hat eine groß angelegte Studie über sechs Jahre hinweg untersucht.

Wie lautet die zentrale Forschungsfrage?

  • Fördern unregelmäßige Schlafenszeiten das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Herzinfarkt? Also kann zum Beispiel Schlafmangel zu Herzproblemen führen?

Wie viele Probanden nahmen teil?

  • Insgesamt waren 1.992 Probanden an der MESA (Multi-Ethnik Study of Atherosclerosis) beteiligt, die zu Beginn der Untersuchung frei von Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren.

Welche Methode wurde angewandt?

  • Über einen Zeitraum von drei Jahren schliefen die Probanden sieben Nächte mit einem Schlaftracker am Handgelenk. Nach durchschnittlich 4,9 Jahren wurde diese Messung wiederholt. Über eine Hazard Ratio (HR) wurde der Zusammenhang zwischen unregelmäßigem Schlaf und Erkrankungen ermittelt.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

  • 111 Probanden entwickelten eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.
  • Je mehr die Zubettgeh- und Aufstehzeiten sowie die Schlafdauer von Tag zu Tag voneinander abwichen, desto höher fiel die HR (Hazard Ratio) aus.
  • Abweichungen von einer Stunde fallen nur leicht ins Gewicht. Abweichungen von mehr als zwei Stunden verdoppeln das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wer hat die Studie finanziert und durchgeführt?

  • Die Untersuchung wurde unter anderem vom National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI) und vom National Center for Advancing Translational Sciences unterstützt. 

Wo ist die Original-Studie zu finden?


Begriffe: Was ist/sind eigentlich...?


Wie bewertet EAT SMARTER diese Studie?

  • Neuer Ansatz, große Untersuchungseinheit: Gesundes Schlafen ist offensichtlich eine Technik, die wir besser oder schlechter beherrschen. Die Studie zeigt, dass es gesund und lebensverlängernd ist, einen regelmäßigen Schlafrhythmus zu entwickeln. 
  • Sehr enger Forschungsansatz: Kardiovaskuläre Erkrankungen hängen nicht nur mit dem Schlaf zusammen, sondern auch mit Ernährung, Bewegung, Stress und der Fähigkeit, zu entspannen. Eine Multifaktor-Analyse ist in jeder Hinsicht aufwendig. Aber es liegt auf der Hand, dass ein schweres Abendessen die Folgen von Schlaf-Unregelmäßigkeiten noch verstärkt. Ebenso Spielen am Smartphone vor dem Einschlafen. Diese Faktoren sollten unbedingt im Hinblick auf die Herzgesundheit einbezogen werden.

EAT SMARTER-Relevanz-Score
90
Prozent
Der Relevanz-Score geht von 0 bis 100 Prozent und zeigt, wie bedeutend die Studie im Vergleich zu anderen Studien ist. 0 Prozent heißt "unwichtig", 100 Prozent "sehr wichtig".

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