Dr. Katy Düsterhöft
Wissenschaftlich geprüft

7 Gründe, warum Granatapfelkerne gesund sind

Von Jessica Bolewski
Aktualisiert am 03. Jul. 2020
Granatapfel und Granatapfelkerne

Granatapfelkerne: Sie sind klein, stecken voller Vitamine und strahlen in einem leuchtenden Rot. Wer sie regelmäßig als Drink oder Topping in den Speiseplan einbaut, profitiert von den gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen des Obsts. EAT SMARTER verrät Ihnen sieben Gründe, warum Granatapfelkerne gesund sind.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Granatapfelkerne: kleine Powerpakete
  2. Reich an wichtigen Nährstoffen
  3. Nährstoff-Duo mit Seltenheitsfaktor
  4. Schutz vor Prostatakrebs
  5. Senkung des Blutdrucks
  6. Gegen Arthritis & Gelenkschmerzen
  7. Vorbeugung von Herzkrankheiten
  8. Gegen bakterielle Infektionen
  9. Öffnen ohne Kleckern
  10. Wissen zum Mitnehmen

Granatapfelkerne: kleine Powerpakete

Von außen betrachtet sieht der Granatapfel, wissenschaftlich auch Punica granatum genannt, eher unscheinbar aus – doch sobald er geöffnet ist, kommt seine ganze Schönheit in der akkuraten Ansammlung an rubinroten Granatapfelkernen zum Vorschein.

Das Obst zählt zu den gesündesten Früchten der Welt, denn wenn es um das Thema Nährstoffe geht, sind Granatapfelkerne wahre Multitalente.

So können Sie den Menschen vor einer Vielzahl an Krankheiten schützen – unter anderem Bluthochdruck, einem hohen Cholesterinspiegel, Diabetes mellitus und Entzündungen im Körper. Außerdem besitzen die kleinen Powerpakete eine antioxidative Wirkung und schützen somit die Körperzellen vor schädlichen Einflüssen.

Warum Granatapfelkerne gesund sind, erfahren Sie in den folgenden sieben Punkten (1).

 

1. Reich an wichtigen Nährstoffen

Die essbaren Granatapfelkerne sind prall gefüllt mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen, darunter die Vitamine C und K, Folat sowie Ballaststoffe. Auch Polyphenole sind reichlich enthalten, allen voran Flavonoide und Tannine.

Diese Bioaktivstoffe wirken antioxidativ und schützen die Körperzellen vor schädlichen Einflüssen, verlangsamen den Alterungsprozess und wirken entzündungshemmend.

Allerdings sind die kleinen Roten auch relativ süß – kein Wunder, denn die Kerne eines Granatapfels (125 Gramm) liefern etwa 21 Gramm (Frucht-)Zucker und somit 84 Kilokalorien.

Da die Powerpakete jedoch meist in geringen Mengen, beispielsweise als Topping, verwendet werden, ist der Wert für das Kalorienkonto kaum erwähnenswert.

Nährwerte von Granatapfel pro 100 Gramm  
Kalorien 74
Eiweiß 0,7 g
Fett 0,6 g
Kohlenhydrate 16,7 g
Ballaststoffe 2,2 g

Merke!
Granatapfelkerne enthalten eine Vielzahl an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen wie Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe sowie Antioxidantien. Da die roten Minis süß sind, aber auch einige Kalorien.

2. Nährstoff-Duo mit Seltenheitsfaktor

Der Granatapfel vereint zwei einzigartige Substanzen in seinen Kernen, die einen wesentlichen Teil seiner gesundheitsfördernden Wirkung ausmachen: Punicinsäure und Punicalagin. Ersteres ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die im Granatapfelkernöl vorkommt und reich an bioaktiven Stoffen ist, welche die Körperzellen vor Schädigungen schützen.

Punicalagin ist ein Gerbstoff, auch Tannin genannt, und gehört zur Gruppe der Polyphenole. Es ist ein sekundärer Pflanzenstoff, dem eine Vielzahl an positiven Effekten auf die Gesundheit zugeschrieben werden. So soll Punicalagin alpha eine potenziell krebshemmende Wirkung besitzen, die Entstehung von Alzheimer hemmen und eine antientzündliche Wirkung aufweisen (2).

Merke!
Granatapfelkerne vereinen zwei wichtige Stoffe in sich, die potenziell krebshemmende sowie antientzündliche Wirkungen besitzen und die Entstehung von Alzheimer hemmen können.

3. Schutz vor Prostatakrebs

Prostatakrebs gehört zu den am häufigsten diagnostizierten Krebsarten bei Männern. Ist das Level des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut erhöht, ist dies meist ein Indikator für eine Veränderung der Prostata.

Neuesten Studien zur Folge könnte der Saft der Granatapfelkerne dabei helfen, die Produktion von Krebszellen einzudämmen und diese sogar zu bekämpfen.

So fanden Wissenschaftler der University of California in Untersuchungen heraus, dass Männer, die täglich eine Menge von 237 Millilitern Granatapfelsaft tranken, ihre Anzahl an prostataspezifischen Antigenen deutlich verringern konnten.

Der Zeitraum der Verdopplung des PSA stieg von zu Beginn 15 auf 54 Monate an – was ein vermindertes Krebsrisiko zufolge haben könnte. Derzeit laufen weitere Studien, um diesen Zusammenhang zu verifizieren (3).

Merke!
Studien liefern erste Hinweise, dass Granatapfelsaft das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, verringern kann. Auch auf das Krebswachstum soll sich der Saft positiv auswirken, da er dieses hemmen soll.

4. Senkung des Blutdrucks

Bluthochdruck (Hypertonie) ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und kann im schlimmsten Fall zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führen.

In einer aktuellen Studie fanden Wissenschaftler nun heraus, dass Menschen, die an Hypertonie leiden, ihren Bluthochdruck signifikant senken konnten, indem sie während eines Zeitraums von zwei Wochen pro Tag 150 Milliliter Granatapfelsaft tranken.

Für diesen Zusammenhang machen die Forscher die in dem Saft enthaltenen Polyphenole, auch sekundäre Pflanzenstoffe genannt, verantwortlich. Diese begünstigen die kardiovaskuläre Gesundheit und wirken sich positiv auf den Blutdruck aus.

Weitere Tipps, wie Sie Ihren Bluthochdruck auf natürlicher Weise senken können, finden Sie außerdem hier in diesem Beitrag (4).

Merke!
Innerhalb von zwei Wochen konnten Menschen, die an Hypertonie leiden, ihr Blutdrucklevel signifikant senken, indem sie täglich 150 Milliliter Granatapfelsaft tranken.

5. Gegen Arthritis & Gelenkschmerzen

Granatapfelkerne beeindrucken mit einer Vielzahl an gesundheitsfördernden Effekten auf den Körper. Hierzu zählen auch positive Veränderungen bei Arthritis und Gelenkschmerzen. Die antientzündlichen Inhaltsstoffe des Granatapfels können dabei helfen, die durch die Krankheit auftretenden Schmerzen zu verringern.

So zeigen klinische Studien, dass der Extrakt der Granatapfelkerne bestimmte Enzyme blockiert, die den Gelenken sonst schaden und langfristig zu einer Arthrose führen würden. Auch hier ist eine weiterführende wissenschaftliche Forschung nötig, um diese Aussagen allgemeingültig zu veröffentlichen (5).

Merke!
Klinische Studien zeigen, dass sich der Saft der Granatapfelkerne positiv auf die Gelenke auswirkt und somit einer Arthrose vorbeugen kann.

6. Vorbeugung von Herzkrankheiten

Die Entstehung von Herzkrankheiten kann verschiedene Ursachen haben. Einige Faktoren können dank der im Granatapfelsaft enthaltenen Punicinsäure positiv beeinflusst werden, der aus den Granatapfelkernen gewonnen werden kann. So zeigte eine Studie, dass durch das Trinken von 800 Milliliter Granatapfelsaft täglich über einen Zeitraum von vier Wochen das Triglyceridlevel signifikant gesenkt und eine Verbesserung des HDL-Cholesterins erreicht wurde.

Das "gute" HDL-Cholesterin (High Density Lipoprotein) ist ein wichtiges Transportprotein im Blut, das übermäßiges Cholesterin abtransportiert. Dadurch wird das Risiko für Herzerkrankungen und Arteriosklerose gesenkt.

Zu beachten ist bei dieser Studie jedoch, dass für die positiven Effekte eine große Menge des Safts getrunken werden musst, was zusätzlich auch einen beachtlichen Zuckeranteil mitliefert (6).

Merke!
Das regelmäßige Trinken von Granatapfelsaft aus den Granatapfelkernen kann die Entstehung diverser Herzerkrankungen bereits im Vorfeld positiv beeinflussen.

7. Gegen bakterielle Infektionen

Granatapfelkerne können sich dank ihrer antientzündlichen und antibakteriellen Eigenschaften gegen schädliche Mikroorganismen im Körper als wirksam erweisen.

So kann der Extrakt die Bakterien Staphylococcus aureus und Staphylococcus epidermidis sowie Lactobacillus acidophilus, Streptococcus mutans und Streptococcus salivarius bekämpfen.

Auch im Mund- und Rachenraum entfaltet der Granatapfel seine antientzündliche Wirkung und kann so beispielsweise Zahnfleischentzündungen, Parodontitis und einer Prothesenstomatitis vorbeugen. Dennoch ist es wichtig, bei Zahnfleischbluten eine gute Zahnpflege zu betreiben und diese nicht zu vernachlässigen.

"Das Bluten des Zahnfleischs ist ein Anzeichen für eine Entzündung. Diese Entzündung wird durch Bakterien hervorgerufen und die können und müssen mechanisch entfernt werden. Bei andauerndem Zahnfleischbluten sollte man den Zahnarzt aufsuchen, da das Bluten ganz unterschiedliche Ursachen habe: Aphten beispielsweise, also Entzündungen der Mundschleimhaut oder aber Mikroverletzungen durch Essen oder die Zahnbürste. Ebenso kann eine Zahnfleischtasche oder Parodontose Zahnfleischbluten verursachen", erklärt Dr. Katy Düsterhöft, Zahnärztin im Zentrum für Zahn-Mund-Kieferheilkunde "Dentologicum" in Hamburg (7).

Merke!
Granatapfelkerne haben antibakterielle Eigenschaften und können somit verschiedene Bakterien im Körper bekämpfen. Vor allem im Mund- und Rachenraum ist dieser Extrakt wirksam und kann Zahnfleischerkrankungen vorbeugen.

Öffnen ohne Kleckern

Granatapfelkerne sind sehr beliebt und es gibt wohl kaum jemanden, der die roten Kerne nicht mag. Lediglich das Herauslösen der kleinen Kerlchen stellt so manch einen vor eine riesen Sauerei. Doch es gibt einen kinderleichten Trick zum Öffnen ohne Kleckern!

Einfach am Kelch des Granatapfels eine dünne Scheibe abschneiden und dabei die Samenhülle möglichst nicht beschädigen. Anschließend wird die Frucht unter kaltes Wasser getaucht (zum Beispiel in einer Schale) und in mehrere Teile aufgebrochen. Die Granatapfelkerne können nun herausgelöst werden – ganz ohne Spritzer.

Wissen zum Mitnehmen

Wer von den gesundheitlichen Vorteilen des Granatapfels profitieren möchte, sollte die roten Kerne am besten pur als Topping oder als Saft genießen. Granatapfelkerne haben eine antientzündliche sowie antibakterielle Wirkung und sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien.

Vor allem zwei wichtige Stoffe vereinen sich in den Kernchen: Zum einen Punicinsäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die reich an bioaktiven Stoffen ist sowie Punicalagin, ein sekundärer Pflanzenstoff, der eine potenziell krebshemmende Wirkung hat und sich günstig auf die Entstehung von Alzheimer hemmen kann.

Vor dem Verzehr tauchen Sie den Granatapfel am besten in kaltes Wasser und brechen diesen dann in mehrere Teile auf – so spritzt garantiert nichts!

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten
 
"und sich günstig auf die Entstehung von Alzheimer auswirken können."?? Das will ich doch nicht hoffen...
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Lieber Dracorn, danke für Ihre Nachricht. Sich günstig auf die Entstehung auswirken heißt in diesem Falle, diese zu verhindern oder auszubremsen. Liebe Grüße von EAT SMARTER
 
Liebes EAT-SMARTER-Team, Es ehrt Sie, dass Sie über den Kommentarteil des Beitrags eine Interpretationshilfe zu Ihrem Nebensatz liefern. Solch ein "Aussageverdreher" kommt immer mal wieder gerne vor. Logisch gesehen, ist das, was Sie sagen wollen, aber sehr missverständlich. Insofern verstehe ich nicht, warum Sie den Satzteil im Artikel nicht einfach verbessern bzw. eindeutiger formulieren wollen - wir haben heute den 02.07.2020. Warum es so missverständlich stehen lassen (übrigens an drei Stellen Ihres Beitrags)? - Ich schließe mich der Hoffnung von Dracorn an, denn man weiß so nicht, ob es nicht doch richtig formuliert ist! Liebe Grüße, G.Blau
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Lieber Georgexyz, danke für Ihr Feedback. Wir haben den Artikel nun entsprechend angepasst und hoffen, dass es dadurch zukünftig nicht mehr zu Missverständnissen kommt. Liebe Grüße von EAT SMARTER
 
Ich sollte 2012 an der Schulter , wegen starken Kalkablagerungen, mit Ultraschall behandelt werden,das hätte mich für 2 Behandlungen ca. 670 Euro gekostet. Ich konnte kaum noch den rechten Arm bewegen.Nach 4 Wochen täglich 1 Granatapfel essen waren die Schmerzen weg, seitdem habe ich keine Schmerzen mehr. Außerdem senkte sich mein Blutdruck um ca. 20 mm,da ich Bluthochdruck habe und Tabletten einnehme ist mein Blutdruck plötzlich am unteren Ende gewesen 70/90.

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