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Wissenschaftlich geprüft

Kokosblütenzucker: Wirklich die gesunde Alternative zu Zucker?

Von Aaron Jöcker

Wer nach einer Alternative zum weißen Haushaltszucker sucht, stößt schnell auf Kokosblütenzucker. Was Kokosblütenzucker von normalem Zucker unterscheidet und ob er tatsächlich die perfekte Zuckeralternative ist, erfahren Sie hier.

Kokosblütenzucker
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Raus aus der Zuckerfalle

Weißer Zucker ist mittlerweile fast überall zu finden. So ist er als Hauptzutat für süßes Gebäck und Süßigkeiten nicht mehr wegzudenken. Doch auch abseits der offensichtlichen Zuckerbomben lauert die süße Versuchung. Zahlreiche verarbeitete Lebensmittel enthalten reichlich versteckten Zucker. So kommen mit der Zeit beachtliche Zuckermengen zusammen.

Der Durchschnittsdeutsche konsumiert mehr als 31 Kilo Zucker pro Jahr (1). Ein übermäßiger Zuckerkonsum kann negative Konsequenzen für die Gesundheit mit sich bringen. Zu viel Zucker erhöht das Risiko für Übergewicht und Karies. Desweiteren wird die Entstehung von koronaren Herzkrankheiten und Diabetes Typ 2 begünstigt (2).

Die WHO empfiehlt nicht mehr als fünf Prozent der täglichen Energie durch Zucker aufzunehmen. Der tägliche Zuckerkonsum sollte unter sechs Teelöffeln (insgesamt 25 Gramm) liegen (3).

Um Übergewicht oder gesundheitliche Probleme zu vermeiden, suchen viele Menschen nach gesunden Zuckeralternativen. Kokosblütenzucker liegt mittlerweile voll im Trend und wird als natürlicher, gesünderer Zucker angepriesen.

Merke!

Ein erhöhter Zuckerkonsum steht in Zusammenhang mit Übergewicht und Karies sowie weiteren Erkrankungen. Täglich sollten nicht mehr als 25 Gramm gegessen werden.

Was ist Kokosblütenzucker eigentlich genau?

Kokosblütenzucker wird gewonnen, indem man den Blütenstand der Kokosnusspalme anritzt und den austretenden Nektar auffängt. Dieser wird anschließend gefiltert und eingekocht bis die Flüssigkeit vollständig verdampft ist. Zurück bleibt der kristalline Kokosblütenzucker.

Er weist eine braune Färbung auf und ähnelt darin ein wenig dem Rohrzucker. Seine Kristalle sind hingegen etwas feinkörniger. Geschmacklich erinnert Kokosblütenzucker zuweilen an eine Kombination aus Malz und Karamell.

Wer noch auf der Suche nach Kokosblütenzucker für das nächste Backabenteuer ist, kann sich Blütenzucker aus biologischem Anbau ganz bequem nach Hause bestellen. 

Merke!

Kokosblütenzucker ist das kristalline Produkt aus verkochtem Kokosblütennektar. Sein Geschmack ist malzig-karamellig.

Wie nährstoffreich ist Kokosblütenzucker?

Anders als weißer Haushaltszucker enthält Kokosblütenzucker zahlreiche Nährstoffe. Insbesondere sein hoher Gehalt an Kalium, Eisen und Zink hebt ihn von anderen Zuckeralternativen ab (4).

Er liefert außerdem eine geringe Menge des Ballaststoffs Inulin. Inulin dient im Darm vielen Bakterienarten als Nahrungsquelle und kann somit eine gesunde Darmflora unterstützen.

Der Nährstoffgehalt von Kokosblütenzucker tritt jedoch im Vergleich mit unverarbeiteten Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukten in den Hintergrund. Es müssten unverhältnismäßig große Mengen an Zucker gegessen werden, um auch nur ansatzweise an die Nährstoffmenge zu kommen, die schon eine kleine Portion unverarbeiteter Lebensmittel enthält.

Kokosblütenzucker ist außerdem sehr kalorienreich. 100 Gramm schlagen mit satten 380 kcal zu Buche. Der Kaloriengehalt deckt sich nahezu mit dem vom Haushaltszucker. Dieser enthält knapp 400 kcal/100 Gramm (5).

Merke!

Kokosblütenzucker enthält etwas mehr Nährstoffe als weißer Haushaltszucker. Er ist jedoch ebenfalls genauso kalorienreich wie normaler Zucker. Das macht ihn zu einem schlechten Nährstofflieferanten.

Gesunde Alternative zu Zucker?

Der glykämische Index beschreibt den Verlauf des Blutzuckerspiegels nach dem Verzehr eines bestimmten Lebensmittels. Je niedriger der Wert, desto niedriger fällt auch der Blutzuckeranstieg aus.

Dank der wenigen Ballaststoffe, die Kokosblütenzucker enthält, weist er einen niedrigeren glykämischen Index (GI) auf als Zucker. Der Unterschied zu weißem Zucker ist jedoch sehr gering. Weißer Zucker hat einen glykämischen Index von 60 während Kokosblütenzucker mit einem GI von 54 nur knapp dahinter liegt (6).

Was zudem gegen Kokosblütenzucker als gesunde Zuckeralternative spricht, ist sein hoher Gehalt an Fruktose. Kokosblütenzucker besteht zu 85 Prozent aus dem Zweifachzucker Saccharose. Dieser wiederum besteht zur Hälfte aus Glukose und zur anderen Hälfte aus Fruchtzucker. In dem vermeintlich gesunden Naturzucker stecken somit über 40 Prozent Fruktose, welche den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lässt. Auf lange Sicht belasten über 20 Gramm pro Tag die Leber (7).

Das sieht auch der Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl so. In diesem kurzen Video erfahren Sie mehr über seine Meinung zu Fruktose:

Ein erhöhter Zuckerverzehr steht im Zusammenhang mit einem höheren Risiko an Übergewicht und Diabetes zu erkranken. Ist ein Mensch erst einmal übergewichtig, erhöht der gesteigerte Zuckerkonsum sein Risiko am metabolischen Syndrom zu erkranken (8,9).

Die Quelle des Zuckers spielt eine untergeordnete Rolle. Ob es sich nun um Rohrzucker, Haushaltszucker oder Kokosblütenzucker handelt: im Übermaß sind sie alle ungesund!

Merke!

Kokosblütenzucker besteht fast ausschließlich aus Glukose und Fruktose. Insbesondere Fruktose treibt den Blutzuckerspiegel in die Höhe und macht schnell dick.

So kann Kokosblütenzucker in der Küche eingesetzt werden

Kokosblütenzucker gleicht in seiner Süßkraft dem Haushaltszucker. Wer ihn also statt dem normalen Zucker verwenden möchte, kann etwa die gleiche Menge verwenden. Dank seinem intensiven Aroma genügen häufig schon geringe Mengen Kokosblütenzucker für viele süße Rezepte.

Der malzig-karamellige Geschmack passt hervorragend zu vielen Desserts und Kuchen. Er schmeckt jedoch auch in Smoothies besonders gut und eignet sich zum Süßen von Kaffee und anderen Getränken.

Wissen zum Mitnehmen

Obwohl Kokosblütenzucker gesünder aussieht und einen kräftigeren Geschmack hat als normaler Haushaltszucker, ist er nicht wesentlich gesünder. Beide bestehen zu einem Großteil aus Saccharose und liefern kaum signifikante Mengen an gesundheitsförderlichen Nährstoffen.

Zwar enthält Kokosblütenzucker geringe Mengen an Mineralien und dem Ballaststoff Inulin, jedoch wiegt der Gesundheitswert dieser Inhaltsstoffe nur gering, vergleicht man ihn mit der immensen Kalorienmenge, welche der Zucker mit sich bringt. Unverarbeitete Lebensmittel wie Obst und Gemüse liefern deutlich mehr Vitamine und Mineralstoffe, bei weniger Kalorien.

Bei einer bewussten Ernährungsweise, in der nur eine geringe Menge an Zucker konsumiert wird, stellt Kokosblütenzucker eine geschmacksintensive Alternative zum Haushaltszucker dar und bringt ein wenig Abwechslung beim Backen oder beim Süßen von Getränken.

Wie aber jede andere Form von Zucker auch, sollte Kokosblütenzucker nicht im Übermaß verzehrt werden.

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten

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