EAT SMARTER ePaper 05/2021

Backen mit Kindern

Von Alicia Meier
Aktualisiert am 22. Apr. 2020
© Pexels/ Elly Fairytale
© Pexels/ Elly Fairytale

Kuchen, Muffins, Kekse, Waffeln – Gebäck ist für Kinder nicht nur lecker, auch die Entstehung kann für sie spannend sein. Wie Sie aus dem Backen mit Kindern ein Erlebnis für die ganze Familie machen, was Sie dabei beachten müssen und was Ihre Kinder dabei tun und lernen können, verraten wir Ihnen hier.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Backen mit Kindern: Darauf sollten Sie achten
  2. Was können Kinder beim gemeinsamen Backen tun?
  3. Backen mit Kindern: Kinderleichtes Lernen
  4. Kuchen ist fertig!
  5. Wieso ist das Backen für Kinder wichtig?
  6. Rezepte für das Backen mit Kindern
  7. Wissen zum Mitnehmen

Tipp vorweg: Füllen Sie mit einem Backprojekt doch gleich einen ganzen Tag: Neben der reinen Bäckerei können Sie vorher mit den Kindern schon einen Ausflug mit dem Fahrrad machen und dabei das Obst selbst pflücken – entweder am Wegesrand oder beispielsweise auf einem Erdbeerfeld.

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Backen mit Kindern: Darauf sollten Sie achten

  • Vorsicht bei rohen Eiern: Naschen ist toll und für Kinder das Highlight beim Backen! Allerdings kommt oft Ei in den Teig. In rohen Eiern können Salmonellen enthalten sein, die durch das Backen zwar abgetötet werden, vorher aber Bauchschmerzen und Durchfall auslösen können. Klären Sie Ihre Kinder diesbezüglich also am besten auf und lassen Sie sie lieber Obst oder Schokodrops naschen – oder probieren Sie doch einmal einen leckeren Kuchen ohne Ei.
  • Verbrennungsgefahr: Bringen Sie Ihrem Kind außerdem bestenfalls von Anfang an bei, dass der Backofen niemals ohne Aufsicht geöffnet werden darf. Auch die Herdplatten und Töpfe können potentielle Verbrennungsgefahren darstellen.
  • Gefahr bei rotierenden Messern: Achten Sie bei der Verwendung von Pürierstäben und Mixern darauf, dass Ihr Kind nicht in die sich bewegenden Messer fasst – auch nicht, wenn der Mixer schon fast stillsteht.
  • Aufsicht ist das A und O: Auch wenn Ihr Kind schon mit einem Messer umgehen kann, sollte es Obst wie Äpfel oder Birnen nur unter Aufsicht und immer auf einer festen Unterlage schneiden.
  • Immer dem Alter angemessen: Passen Sie das Rezept dem Alter der Kinder an. Jüngere Kinder haben wenig Geduld, daher ist es sinnvoll, hier beispielsweise schon einen Plätzchenteig vorzubereiten, damit direkt mit dem Ausrollen und Ausstechen begonnen werden kann. Außerdem wirken kurze Backzeiten Wunder gegen den Konzentrationsverlust.

Generell gilt: Früh übt sich und Übung macht den Meister. Je öfter Sie mit Ihrem Kind in der Küche stehen, desto mehr Sachen können Sie ihm irgendwann zutrauen und überlassen.

Merke!
Vor dem Backen sollten Sie sich Gedanken machen, was Ihr Kind schon kann und was Sie ihm zutrauen. Klären Sie es über mögliche Gefahren auf, bei denen es sich verbrennen oder verletzen kann.

Lesen Sie auch: Plätzchen backen mit Kindern

Was können Kinder beim gemeinsamen Backen tun?

  • Rezept aussuchen
  • Einkaufszettel schreiben
  • Rezept lesen und Anweisungen geben (Was passiert als nächstes? Bei wie viel Grad muss der Kuchen wie lange in den Ofen?)
  • Zutaten zusammensuchen
  • Zutaten abmessen bzw. schon vorher abgemessene Zutaten in Schüsseln füllen*
  • Mürbeteig mit sauberen Händen selbst verkneten
  • Rührteig mit Holzlöffel oder unter Aufsicht mit Rührgerät verrühren
  • Teig in Förmchen oder Kuchenform füllen*
  • Teig ausrollen
  • Kekse ausstechen oder mit Löffeln Kleckse auf das Backblech machen*
  • Obst waschen und ggf. klein schneiden
  • unter Aufsicht Schokolade schmelzen
  • Guss anrühren
  • Gebäck verzieren*
  • unter Aufsicht Sahne schlagen

*) da können auch schon die ganz Kleinen ab 3 Jahren mithelfen

Merke!
Kinder können eigentlich alles machen, was Sie auch in der Küche tun würden, solange es unter Ihrer Aufsicht geschieht. Vor allem das Verzieren von Plätzchen ist eine beliebte Aufgabe.

Backen mit Kindern: Kinderleichtes Lernen

Einfache Rechenaufgaben

Backen macht Spaß! Nutzen Sie doch die Euphorie Ihrer Kinder und bauen während der gemeinsamen Zeit in der Küche ein paar Denkaufgaben ein: Wie viel Mehl muss in den Teig, wenn das Rezept halbiert/verdoppelt wird? Wie viel Milliliter Flüssigkeit sind eigentlich insgesamt im Teig? Das klappt für Kinder ab der 3. Klasse.

Auch das Verständnis für Maße kann hier gestärkt werden: Wie viel Gramm sind eigentlich ein Kilogramm? Was bedeutet eigentlich ein Viertel Liter? Und wie groß muss die Backform sein, wenn sie einen Durchmesser von 26 Zentimetern haben soll?

Zutatenkunde

Bei der gemeinsamen Küchenschlacht kann nicht nur das Verständnis für Zahlen, sondern auch das für die verwendeten Zutaten gefördert werden. Erklären Sie Ihrem Kind ruhig, welche Zutaten in dem Teig gesünder oder weniger gesund sind und warum. Wie kann ein Kuchen gesünder gemacht werden? Vielleicht hat Ihr Kind sogar eigene Ideen, auf die Sie selbst gar nicht gekommen wären.

Kleine Experimente für große Forscher

Wenn Ihr Kind dazu Lust hat, können Sie auch ein paar Backexperimente starten: Was passiert mit dem Kuchen, wenn Sie kein Ei in den Teig rühren? Und wozu ist eigentlich das Backpulver gut? Auch die Verwendung von unterschiedlichen Zuckern (weißer Zucker, brauner Zucker, Honig, Puderzucker usw.) kann das Backergebnis völlig verändern und Ihr Kind faszinieren.

Freie Fahrt für Kreativität

Ist der Kuchen erst einmal fertig gebacken, steht der Kreativität der Kinder nichts mehr im Weg. Lebensmittelfarbe zum Färben von Zuckerguss, bunte Streusel und andere Streudeko, bunte Zuckerschrift sowie Obstscheiben oder Beeren machen einen kahlen Kuchen schnell zum Kunstwerk. Lassen Sie Ihre Kinder doch im Vorfeld schon überlegen, was sie brauchen könnten. So fördern Sie nicht nur ihre Kreativität, sondern auch ihre planerischen Fähigkeiten.

Merke!
Während der gemeinsamen Zeit in der Küche können Sie Ihre Kinder immer wieder neu fördern. Spielend leicht werden Sprache, Zahlen und das Ernährungswissen gefördert.

Kuchen ist fertig!

Auch nach dem Rühren, Backen und Verzieren gibt es für die Kleinen noch etwas zu tun: Die Kunstwerke müssen angerichtet werden. Gehen Sie dazu doch in der Abkühlzeit mit den Kindern in den Garten und suchen hübsche Blumen oder im Herbst bunte Blätter, mit denen sie den Kaffeetisch dekorieren können.

Auch das Decken des Tisches mit passenden Servietten können die Kinder übernehmen. Und dann heißt es: Guten Appetit!

Merke!
Nicht nur das Gebäck selbst, sondern auch das Anrichten gehören zum Backen mit Kindern. Tischdeko aus dem Garten ist besonders hübsch und verkürzt die Wartezeit.

Wieso ist das Backen für Kinder wichtig?

Beim Backen mit Kindern werden ganz nebenbei eine Vielzahl von pädagogischen Zielen erfüllt. Das Kind lernt Verantwortung und erfährt gleichzeitig Stolz und Selbstwertgefühl, wenn das Backergebnis lecker aussieht und schmeckt. Gleichzeitig werden die planerischen Fähigkeiten gestärkt, wenn vorher ein Einkaufszettel geschrieben werden muss oder alle Geräte und Zutaten bereitgestellt werden.

Außerdem wird der Teamgeist gestärkt und sich in Geduld geübt, während das Lesen und Befolgen des Rezeptes das Sprachverständnis stärkt.

Merke!
Loben Sie Ihr Kind für seine Hilfe. So stärken Sie das Selbstbewusstsein, den Teamgeist und die Geduld Ihres Kindes.

Rezepte für das Backen mit Kindern

Hier finden Sie eine Übersicht mit allen Kinderrezepten

Wissen zum Mitnehmen

Backen macht glücklich, ist lehrreich und beschäftigt. Beim Backen können Kinder viele unterschiedliche Aufgaben übernehmen und schnell Ergebnisse und Erfolge sehen. Wie viel Sie Ihren Kindern in der Küche zutrauen sollten, hängt von ihrem Alter, den Fähigkeiten und ihren Küchenerfahrungen ab.

Versuchen Sie, so viel wie möglich zu den Arbeitsschritten, den Zutaten und deren Funktion zu erklären und lassen Sie Ihre Kinder nie ohne Aufsicht in der Küche hantieren. So entstehen ohne Stress leckere Kuchen und Kekse, die gemeinsam geschlemmt werden können.

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