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Spitzwegerich

Von Lisa Fischer
Aktualisiert am 18. Nov. 2021
© Pixabay/ WikimediaImages
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Bekannt ist Spitzwegerich vor allem für seine heilende, medizinische Wirkung und ist deshalb bei verschiedenen Wehwehchen äußerst hilfreich. Doch auch kulinarisch hat die Pflanze einiges zu bieten.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Das sollten Sie über Spitzwegerich wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
    4. Arten  
  2. Wie gesund ist eigentlich Spitzwegerich?
  3. Einkaufs- und Küchentipps für Spitzwegerich
    1. Einkauf
    2. Lagerung
  4. Zubereitungstipps für Spitzwegerich
  5. FAQs – die häufigsten Fragen

Das sollten Sie über Spitzwegerich wissen

Spitzwegerich ist insbesondere in der Welt der Medizin bekannt. In der Naturheilkunde kommt die Heilpflanze schon seit langer Zeit zum Einsatz – seit der Antike ist die Heilkraft von Spitzwegerich bereits bekannt und wird seither für verschiedene Erkrankungen eingesetzt. Denn die Pflanze besitzt wertvolle Inhaltsstoffe, wie Gerb-, Bitter- und Schleimstoffe, die bei verschiedenen Beschwerden helfen können. Besonders beliebt ist Spitzwegerich als Hausmittel bei Husten oder auch Insektenstichen. Aber auch zur Unterstützung der Wundheilung wird das gesunde Gewächs verwendet.

In unserer heimischen Küche ist Spitzwegerich weniger populär und über die letzten Jahre eher in Vergessenheit geraten und findet eher wie beschrieben in der Medizin seinen Einsatz. Doch die Pflanze lässt sich vielseitig einsetzen und kann verschiedene Speisen verfeinern. Essbar sind alle Teile der Pflanze: Blätter, Blüten, Samen und Wurzeln (1).

Herkunft

Spitzwegerich gehört zur Familie der Wegerichgewächse und ist ursprünglich eigentlich in Europa beheimatet. Doch mittlerweile ist die grüne Heilpflanze in allen Teilen der Erde ansässig. Der Name „Wegerich“ leitet sich von „Wegehüter“ ab, da Spitzwegerich viel am Wegesrand wächst. Aber auch auf Wiesen und Äckern lässt sich Spitzwegerich auffinden. Neben den langen Blättern hat das Gewächs auch Blüten und Samen. Der botanische Namen Plantago lanceolata, was so viel wie „kleine Lanze“ heißt, ist auf die spitzige Form von Spitzwegerich zurückzuführen.

Saison

Erntezeit von Spitzwegerich ist das ganze Jahr über. Die ersten Blätter können schon im Frühling geerntet werden. Diese in festerer Form erhalten Sie von Mai bis zum Spätsommer. Die Blütezeit ist zwischen Mai und September. Hier lassen sich die Blüten ernten.

Geschmack

Der meist verwendete Teil von Spitzwegerich, nämlich die Blätter punkten mit einem außergewöhnlichen Geschmack für Kräuter. Dieser geht in eine pilzähnliche Richtung. In Verbindung mit anderen Wildkräutern kann sich der Geschmack von Spitzwegerich besonders gut entfalten. Roh und frisch aus der Natur gepflückt schmecken diese jedoch auch etwas bitter, was nicht jedermanns Sache ist.

Die Blüten beziehungsweise Samen, die sich im Herbst entwickeln, schmecken eher nussig, erhalten aber in Verbindung mit Hitze ebenfalls eine pilzartige Note.

Arten  

Bei uns in Deutschland gibt es vor allem drei Arten von Wegerichgewächsen: Spitzwegerich, Breitwegerich und Mittlerer Wegerich. Diese unterscheiden sich vor allem durch das Aussehen der Blätter. Spitzwegerich hat spitze Blätter, während Breitwegerich wesentlich breitere Blätter besitzt. Mittlerer Wegerich hat im Gegensatz zu den anderen beiden Arten (braune Blüten) lilafarbene Blüten.

Es gibt noch wesentlich mehr Arten von Wegerichgewächsen, die sich alle ähnlich sehen. Bei Verwechslung müssen Sie sich jedoch keine Sorgen machen, da alle essbar sind.

Wie gesund ist eigentlich Spitzwegerich?

Spitzwegerich besitzt wie bereits angedeutet äußerst viele wertvolle Inhaltsstoffe, weshalb er schon mehrmals mit dem Titel der Arzneimittelpflanze des Jahres gekürt wurde. So enthält die Heilpflanze zunächst wichtige Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin C, Kalium und Zink. Außerdem ist Kieselsäure in Spitzwegerich zu finden. Das enthaltene Silizium ist äußerst wichtig zum Aufbau von Haaren, Knorpeln, Knochen und Bindegewebe. Da der Körper das Spurenelement nicht selber herstellen kann, muss es über die Nahrung zugeführt werden (2)

Neben den genannten Nährstoffen ist Spitzwegerich vor allem für seine heilende Wirkung bekannt, die durch verschiedene Stoffe hervorgerufen wird. Für eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung sorgen Aucubine, sogenannte Iridoide, die zur Familie der sekundären Pflanzenstoffe gehören. Diese sind auch für den bitteren Geschmack verantwortlich und helfen bei verschiedenen Entzündungen wie eine solche der Mund- und Rachenschleimhaut sowie bei Hautentzündungen.

Wie bereits erwähnt, kommen auch Schleimstoffe in Spitzwegerich vor. Bei Atemwegserkrankungen wie Husten bilden sie wie einen Film in Mund und Rachen und mildern dadurch den Hustenreiz (3).

Auch bei äußeren Verletzungen wie Hautentzündungen und Insektenstichen soll Spitzwegerich aufgrund genannter Wirkung die Beschwerden lindern. Darüber hinaus soll er auch bei Asthma und Verdauungsbeschwerden helfen (4)

Einkaufs- und Küchentipps für Spitzwegerich

Einkauf

In frischer Form erhalten Sie die Heilpflanze vor allem in der Natur auf Wiesen, Weiden und am Wegesrand. Getrocknet oder als Tee ist Spitzwegerich in Online-Shops, Reformhäusern und Apotheken erhältlich. Aber auch fertige Spitzwegerich-Präparate wie Hustensaft sind in Apotheken zu kaufen.

Lagerung

Für die Verwendung von frischen Blättern ernten Sie diese möglichst kurz vor dem Gebrauch, da diese sonst welk werden. Zum Trocknen für Tee oder andere Hausmittel (siehe Zubereitungstipps) verwenden Sie möglichst die Blätter von Mai bis Spätsommer. Zunächst ist es wichtig, dafür die Blätter zu waschen, abzutupfen und dann anschließend großzügig auf einem Tuch verteilen. Nach vier bis sieben Tagen können Sie dann die Blätter in ein gut verschließbares Gefäß geben – in zerkleinerter oder ganzer Form.

Zubereitungstipps für Spitzwegerich

Küche

Wenn Sie Spitzwegerich zum Kochen verwenden möchten, gibt es einige Dinge zu beachten, je nachdem welchen Bestandteil der Pflanze Sie verwenden möchten. Bei den Blättern in roher Form ist es wichtig, dass Sie diese vorher gründlich waschen, vor allem wenn Sie das Gewächs selbst ernten.

Besonders schmackhaft machen sich die spitzigen Blätter in Wildkräutersalaten, in Kräuterquark, aufs Spiegelei oder einfach aufs Brot. Hier sind vor allem die jungen Blätter vom Frühjahr sehr gut geeignet. Auch als Gewürz in Suppen und Soßen eignen sich die grünen Stängel hervorragend.

Ebenfalls zum Würzen können Sie auch die Samen, die aus den Blüten entstehen, verwenden. Angeröstet in Öl geben diese Suppen, Eintöpfe und Co. ein wunderbar pilzartiges Aroma. Insgesamt sollte jedoch die Dosierung eher sparsam sein, da der Geschmack von Spitzwegerich äußerst intensiv ist und schnell zu dominant werden kann.

Hausmittel

Damit Sie die beschriebenen Inhaltsstoffe von Spitzwegerich auch für Ihre Gesundheit nutzen können, gibt es verschiedene Rezepte für Hausmittel mit der Heilpflanze. Gegen Husten sind vor allem Tee, Saft und Sirup beliebt. Für den Tee gießen Sie die etwa zwei Teelöffel getrockneten Blätter (siehe Lagerung) mit einem viertel Liter kochendem Wasser auf und lassen diesen für etwa zehn Minuten ziehen. Wer es gerne süßer mag, der kann auch etwas Honig hinzufügen. Dies soll vor allem bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut helfen, indem der Tee gegurgelt wird.

Saft aus Spitzwegerich besteht aus den frischen Blättern. Dafür werden diese im Mörser zerkleinert und durch ein Leinentuch gepresst.

Ganz beliebt bei Husten ist vor allem Hustensaft oder -sirup. Auch dieser wird aus den frischen Blättern vom Spitzwegerich zubereitet. Waschen Sie dafür eine Handvoll Spitzwegerich-Blätter, tupfen diese trocken und schneiden sie klein. Anschließend geben Sie eine Schicht Blätter in ein sterilisiertes (mit gekochtem Wasser ausspülen) Glas mit Schraubverschluss. Darüber kommt anschließend eine Lage Zucker – diesen Vorgang so lange wiederholen, bis alle Zutaten aufgebraucht sind (die letzte Schicht sollte Zucker sein). Nun können Sie alles mit einem Löffel fest drücken, das Glas verschließen und an einen dunklen Ort (Keller) für etwa zwei Monate aufbewahren. Zur Vollendung des Hustensafts erwärmen Sie dafür den Inhalt des Glases in einem Wasserbad mit 20 Milliliter Wasser und einem Spritzer Zitronensaft. Nachdem das Ganze noch weitere zwei Stunden zieht, können Sie den Hustensaft durch ein Sieb abgießen und nochmals in sterilisierte Gefäße füllen. Nun können Sie bei Husten Ihre Beschwerden lindern (5)

Gut zu wissen: Nicht nur für uns Menschen ist Spitzwegerich ein Allround-Talent. Für viele Insekten, auch solche, die vom Aussterben bedroht sind, ist das Gewächs eine wichtige Nahrungsquelle. Schon mit einer kleinen Stelle in Ihrem Garten können Sie also auch die Artenvielfalt erhalten. 

FAQs – die häufigsten Fragen

Wo ist Spitzwegerich enthalten?

Die Heilpflanze findet man meist in alleiniger Form in Tees und Hustensäften, die es zu kaufen gibt. Aber auch in Kräutermischungen ist manchmal Spitzwegerich enthalten.

Wie lange sollte Spitzwegerich eingenommen/angewandt werden?

Bei Husten sollte der Sirup beziehungsweise Saft dreimal täglich eingenommen werden, jedoch nur kurzfristig. Auswirkungen von Überdosierungen sind jedoch nicht bekannt. Auch die Einnahme des Tees wird dreimal am Tag empfohlen. Zur Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Kindern unter drei Jahren sollte ein Arzt herangezogen und nicht eigenständig agiert werden. Auch Schwangere und Stillende sollten diesbezüglich einen Arzt fragen.

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