Wissenschaftlich geprüft

Mohn

Von Katrin Koelle und Marieke Dammann
Aktualisiert am 21. Dez. 2020
Kardamom-Mohn-Schnecken | © Iris Lange-Fricke
Kardamom-Mohn-Schnecken | © Iris Lange-Fricke

Zum Träumen lecker, aber garantiert opiumfrei: Kurz Mohn genannt sind die reifen Samen des Schlafmohns seit rund 6.000 Jahren ein beliebtes Genuss- und Nahrungsmittel.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Das sollten Sie über Mohn wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
    4. Sorten
  2. Unsere liebsten Mohn-Rezepte
  3. Wie gesund ist eigentlich Mohn?
  4. Einkaufs- und Küchentipps für Mohn
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  5. Zubereitungstipps für Mohn
  6. FAQs – die häufigsten Fragen
    1. Mohnmasse – was ist das?
    2. Warum soll ich Mohn waschen?
    3. Wofür wird Mohnöl genutzt?

Das sollten Sie über Mohn wissen

Der wunderschön rot blühende Mohn ist etwas in Verruf, denn aus dem Milchsaft des Schlafmohns wird Opium gewonnen. Die nach der Blüte in seinen Kapseln heranwachsenden Samen oder Körner hingegen sind völlig unverdächtig und harmlos, denn sie enthalten keine Spur des Rauschgifts.

Seit rund 6.000 Jahren sind die weißen bis schwarzblauen Samen in aller Welt begehrt und beliebt, denn aus Mohn lassen sich köstliche Dinge zubereiten. Vor allem Kuchen, Torten und Brot oder Brötchen kann man mit Mohn verfeinern; in Österreich gibt es auch etliche der berühmten Mehlspeisen, die ohne die aromatischen kleinen Körnchen kaum denkbar wären.

Ebenfalls eine lange Tradition hat die Herstellung eines herb schmeckenden Öls aus Mohn, das vor allem in Frankreich häufiger auf den Tisch kommt.

Herkunft

Mohn stammt heutzutage meistens aus wärmeren Ländern wie der Türkei, aus Nord- und Vorderindien oder Griechenland, die aromatischste Sorte kommt hingegen aus Australien. Aber auch in kälteren Regionen wie Ostfriesland, Holland und Baden-Württemberg wird Mohn angebaut.

Saison

Die ersten Mohnpflanzen beginnen bereits im Mai zu blühen und die Mohnsaison ist dann weit bis in den September hinein.

Geschmack

Mohn schmeckt angenehm nussig und aromatisch.

Sorten

Es gibt weltweit zwischen 50 und 120 Mohnsorten. Nur aus den wenigsten werden die essbaren Mohnsamen hergestellt. Die wichtigste Mohnsorte ist der Garten- oder Schlafmohn, aus dem auch das Lebensmittel hergestellt sowie Öl gewonnen wird. Des Weiteren gibt es Klatschmohn, türkischen Mohn, Islandmohn, Tibet- oder Wald-Scheinmohn, kalifornischen Mohn und viele mehr.

Unsere liebsten Mohn-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Mohn-Rezepten

Wie gesund ist eigentlich Mohn?

Mohn ist ausgesprochen nahrhaft, allerdings auch nicht ganz kalorienarm: Die Samen enthalten bis zu 50 Prozent Fett. Sozusagen zum Ausgleich punktet Mohn dafür mit reichlich Magnesium, das Nerven und Muskeln stärkt.

Auch bei den Ballaststoffen kann Mohn überzeugen, denn in 100 Gramm stecken schon gut zwei Drittel der täglich empfohlenen Menge von 30 Gramm. Ballaststoffe können die Verdauung fördern, die Darmgesundheit verbessern und Verstopfung reduzieren (1),(2). Ebenfalls gut vertreten sind in Mohn die Mineralstoffe Phosphor und Eisen sowie Vitamin E, welches für den Zellschutz gegen freie Radikale bedeutend ist.

Hier finden Sie die Nährwerte von 100 Gramm Mohn im Überblick (3):

Nährwerte von Mohn pro 100 Gramm  
Kalorien 526
Eiweiß 23,8 g
Fett 42,2 g
Kohlenhydrate 4,2 g
Ballaststoffe 20,5 g

Einkaufs- und Küchentipps für Mohn

Einkauf

Mohn finden Sie in Supermärkten meistens im Regal für Backzutaten. Wenn Sie Wert darauf legen, dass möglichst wenige potenzielle Schadstoffe in den Samen stecken, kaufen Sie Mohn am besten im Bioladen oder Reformhaus.

Lagerung

Da Mohn sehr fettreich ist, wird er bei falscher und zu langer Lagerung leicht ranzig und schmeckt dann weniger gut. Bewahren Sie die Samen darum in einem gut verschließbaren Gefäß möglichst kühl und vor Licht geschützt nicht länger als etwa vier Wochen auf.

Vorbereitung

Sie können Mohn direkt aus der Packung verwenden. Besonders aromatisch schmeckt er aber, wenn Sie ihn vor dem Backen oder Kochen in einer beschichteten Pfanne ohne Fettzugabe kurz anrösten, bis er duftet. Am intensivsten entfaltet sich der nussige Geschmack von Mohn, wenn Sie die Samen mahlen (z. B. im Blitzhacker) oder im Mörser zerstoßen. Das hat außerdem den Vorteil, dass die dunklen Körnchen nicht zwischen den Zähnen hängen bleiben.

Wer Mohn sehr häufig verwendet, kann sich sogar ein extra Küchengerät für das Zerkleinern von Mohn anschaffen, das man als "Mohnquetsche/Mohnmühle" findet.

Zubereitungstipps für Mohn

Mit Mohn können Sie Brot, Brötchen oder Hefezopf vor dem Backen bestreuen. Die aromatischen Samen schmecken aber auch super, wenn man sie direkt in einen Hefeteig einarbeitet. Traditionell nimmt man Mohn auch für Füllungen von Torten oder Kleingebäck und Kuchen. Auch im Porridge schmeckt Mohn wunderbar. 

Ebenfalls eine beliebte Zubereitungsart: Mohn in heißer Butter leicht anrösten und über Dampfnudeln, Knödel oder Nudeln geben.

FAQs – die häufigsten Fragen

Mohnmasse – was ist das?

Mohnmasse beziehungsweise Mohnback eignet sich prima als Füllungen für Kuchen und Torten. Sie können Mohnmasse entweder selbst herstellen oder fertig kaufen.

Warum soll ich Mohn waschen?

Mohn kann mit Alkaloid verunreinigt sein. Diese oberflächliche Verunreinigung können Sie leicht durch das Abwaschen beseitigen. Waschen Sie daher den Mohn vor dem Verzehr in einem Küchensieb unter fließendem Wasser.

Wofür wird Mohnöl genutzt?

Mohnöl kann zum Verfeinern von Speisen, aber auch zur Körperpflege angewandt werden. Auch Seifen und Farben auf Ölbasis werden teilweise aus Mohnöl hergestellt.

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