Kakao

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 10. Jun. 2020
Kakao

Wer einmal echten Kakao getrunken hat, will meistens mehr davon. Dass er so köstlich nach Schokolade schmeckt, ist keineswegs Zufall: Kakao ist nämlich der Stoff, aus dem die Leckerei gemacht wird.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Kakaopulver
  2. Das sollten Sie über Kakao wissen
    1. Saison
    2. Sorten
  3. Unsere liebsten Kakao-Rezepte
  4. Wie gesund ist eigentlich Kakao?
  5. Gesundheitsvorteile von Kakao
  6. Einkaufs- und Küchentipps für Kakao
    1. Einkauf
    2. Lagerung
  7. Zubereitungstipps für Kakao

Infografik zu Kakaopulver

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik. 

Kakaopulver...

  • ...unterstützt die Abwehrkräfte: Zu den zahlreichen natürlichen Pflanzenfarbstoffen (Flavonoiden) in Kakaopulver gehören auch einige, die Viren bekämpfen und Entzündungen hemmen können.
  • ...pusht das Gehirn: Bei Vergesslichkeit und Unkonzentriertheit könnte Kakaopulver Wunder wirken: Forscher fanden heraus, dass nach dem Genuss von Kakao das Gehirn deutlich besser durchblutet und damit leistungsfähiger wird. In einem wissenschaftlichen Test erreichten Teilnehmer von über 60 Jahren nach regelmäßiger Einnahme von Kakaopulver innerhalb von drei Monaten die Gedächtnisleistung von 30-40 Jährigen.
  • ...stabilisiert den Blutzucker: Neuere Studien zeigen: Kakaopulver kann nicht nur den Blutdruck senken, sondern auch den Blutzuckerspiegel regulieren. Hauptverantwortlich für diese positiven Effekte sind bestimmte Pflanzenfarbstoffe (Catechine).
  • ...schützt die Körperzellen: US-Forscher haben herausgefunden: In reinem Kakaopulver stecken mehr Antioxidantien als in Früchten. Diese sekundären Pflanzenstoffe, Farb- und Geschmacksstoffe sowie Gerbsäuren schützen unsere Zellen vor schädlichen Einflüssen durch freie Radikale und können sogar Krebserkrankungen vorbeugen. Die Polyphenole halten außerdem die Blutgefäße rundum gesund.
  • ...wirkt entspannend: Wer Schlafprobleme hat, schlummert oft nach einem Becher Kakao besser. Einbildung ist das nicht: Tatsächlich kann das mit 414 Milligramm pro 100 Gramm üppig enthaltene Magnesium in Kakaopulver ganz allgemein Verkrampfungen und Spannungen lösen.
  • ...stärkt das Herz: Wer regelmäßig Kakaopulver zu sich nimmt, lebt länger – schon ein gehäufter Teelöffel (2,5 Gramm) Kakaopulver am Tag genügt. Das ergab eine Langzeitstudie mit Männern, die ein hohes Risiko für Herzinfarkt hatten: Nach 15 Jahren lebten noch 43 Prozent der Personen mit hohem Kakao¬pulver-Konsum, aber nur 24 Prozent der Kontrollgruppe.
  • ...macht starke Knochen: Regelmäßig Kakao zu trinken hilft nicht nur dem Herz, dem Gehirn und den Gefäßen: Schon die Kombi aus 115 Milligramm Calcium und 656 Milligramm Phosphor in reinem Kakaopulver sorgt auch für feste Knochen und gute Zähne. Kommt noch fettarme Milch dazu, erhöht sich die positive Wirkung natürlich noch. Außerdem steckt in den aromatischen Bohnen eine geringe Menge Vitamin D2. Das knochenstärkende Vitamon ist vor allem in dunkler Schokolade und reinem Kakaopulver zu finden.
  • ...CO2-Bilanz: Mit einem Emissionswert von über 260 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Kakaopulver schlecht. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.

Das sollten Sie über Kakao wissen

Als schwarzes Gold könnte man Kakao durchaus bezeichnen: Immerhin war das angenehm bittere Pulver aus Kakaobohnen bei den Azteken als Zahlungsmittel mindestens so gerne gesehen wie Geld. Erfunden haben sie die Herstellung von Kakao allerdings ebenso wenig wie die Maya, denen das oft nachgesagt wird. Tatsächlich sollen nämlich bereits die Olmeken, die gute 1.000 Jahre früher in Mexiko lebten, Kakaopflanzen angebaut haben.

Wahr ist aber, dass die Maya und die Azteken die Kultivierung von Kakao weiter verfeinert und daraus die erste Schokolade gezaubert haben. Nach Europa kam der Kakao dann durch den spanischen Eroberer Hernan Cortez, dem der legendäre Aztekenherrscher eine Kakaopflanze geschenkt hatte. Er brachte dann das wertvolle und köstliche kulinarische Souvenir an den spanischen Hof, wo es bald Mode wurde, aus dem dunklen Pulver „xocolate“ zu kochen und zu schlürfen: eine sämige heiße Flüssigkeit aus Kakao und Wasser, gewürzt mit Vanille oder Cayennepfeffer, gesüßt mit Honig oder Zucker.

Genau diese uralte Methode, die schon Maya und Azteken anwandten, gilt bis heute fast unverändert als das Rezept für Kakao, der diesen Namen verdient. Inzwischen kocht man ihn allerdings meistens mit Milch, was ihn zusammen mit dem von Natur aus hohen Anteil an Fett (sogenannte Kakaobutter) noch gehaltvoller macht. Kein Wunder, dass im 16. Jahrhundert die „flüssige Schokolade“ zum Fastentrank erklärte!

Apropos Schokolade: Aus den Bohnen der Kakaopflanze stellt man nicht nur die Basis für Getränke her, sondern natürlich auch alle echten Schokoladesorten.

Die Herstellung von Kakaopulver ist übrigens ziemlich aufwendig: Man reinigt die Kakaobohnen maschinell und röstet sie, was ihnen den typischen Geschmack und die dunkle Farbe gibt. Anschließend entfernt man die Schalen und zermahlt die Bohnen in speziellen Kakaomühlen zu Kakaomasse. Dabei gewinnt man die sogenannte Kakaobutter, eigentlich eine ölartige Flüssigkeit. So entstehen harte Presskuchen, aus denen dann schließlich das Kakaopulver gemahlen wird. Es kommt dann pur und ohne Zusätze wie Zucker in die Verpackung.

Saison

Kakao wird ganzjährig importiert. Er ist also saisonunabhängig.

Geschmack

Schwach entöltes Kakaopulver enthält noch mindestens 20 Prozent Restfett beziehungsweise Kakaobutter. Es löst sich zwar weniger leicht in Milch oder Wasser auf, gilt aber als hochwertigste Sorte, denn schwach entölter Kakao schmeckt am intensivsten nach Schokolade.

Stark entöltes Kakaopulver hat nur noch einen Fettanteil von 10 Prozent. Dadurch wird es gut löslich, schmeckt allerdings viel weniger aromatisch. Übrigens: Im Kaloriengehalt liegt stark entöltes Kakaopulver nur unwesentlich unter dem schwach entölten.

Unsere liebsten Kakao-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Kakao-Rezepten. 

Wie gesund ist eigentlich Kakao?

Obwohl Kakao nicht gerade kalorienarm ist, gilt er durchaus zu Recht als gesund. Immerhin ist er eiweißreich und enthält dazu reichlich Ballaststoffe. Die sanft anregende Wirkung, die viele bei Kakao spüren, beruht auf seinem Gehalt an Theobromin, Theophyllin und (sehr wenig) Koffein. In reinem Pulver aus Kakao stecken außerdem Mineralstoffe wie vor allem Magnesium und Kalium sowie wertvolle Antioxidantien, die unsere Zellen vor freien Radikalen und vorzeitiger Alterung schützen.

Ob Kakao wirklich glücklich macht, ist umstritten. Fest steht aber, dass er die Aminosäure Tryptophan enthält, die im Gehirn in das Glückshormon Serotonin umgewandelt wird. Serotonin wiederum hat eine stimmungsaufhellende Wirkung und kann bei depressiven Verstimmungen helfen. Obendrein tut reiner Kakao auch Herz und Kreislauf gut, denn die darin üppig vertretenen Flavonole (sekundäre Pflanzenstoffe) haben blutdrucksenkende Eigenschaften und dadurch einen positiven Einfluss auf, denn sie machen diese elastischer und können so den Blutdruck senken. So mindern sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Kakao gilt zwar nicht als klassischer Wachmacher, doch wie Kaffee hat er eine anregende Wirkung. Grund dafür ist der gefäßerweiternde, herzstimulierende Inhaltsstoff Theobromin. 

Kakao trinken ist in Maßen also ein Genuss, der zur Gesundheit beitragen kann. Gut zu wissen: Allzu großzügiges Süßen mit Honig oder Zucker mindert natürlich den Fitnessfaktor von Kakao.

Nährwerte von Kakao pro 100 g  
Kalorien 337
Eiweiß 23 g
Fett 15 g
Kohlenhydrate 10 g
Ballaststoffe 35 g

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Einkaufs- und Küchentipps für Kakao

Einkauf

Ob Sie schwach oder stark entölten Kakao kaufen, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und der Verwendungsart. Für ein richtig nach Schokolade schmeckendes Getränk sollte es das nur schwach entölte Pulver bzw. sogenannter Edelkakao sein; zum Backen und Kochen tut es auch der stark entölte Kakao.

Wenn Sie Wert auf nachhaltig und umweltfreundlich hergestellten Kakao legen, nehmen Sie am besten solchen aus dem Bioladen. Trägt das Produkt außerdem das Fair-Trade-Siegel, können Sie sicher sein, dass der Kakao ohne Kinderarbeit und unter sozial verträglichen Bedingungen produziert wurde.

Lagerung

Bewahren Sie Kakao nach dem Anbruch der Packung unbedingt kühl und trocken auf. Am besten eignet sich ein Schraubglas oder eine fest schließende Dose, denn Kakao nimmt schnell andere Gerüche an und sollte daher nicht in der Nähe von Kaffee oder Tee gelagert werden. So gelagert, ist das Pulver lange haltbar.

Zubereitungstipps für Kakao

Falls Sie bisher nur Kakao aus Fertigmischungen kennen, probieren Sie mal das Grundrezept – es lohnt sich und ist ganz einfach: Für 2 Tassen 0,5 Liter Milch (es darf auch fettarme mit 1,5 Prozent sein, falls Sie Kalorien sparen möchten) mit 1,5 Esslöffeln Kakaopulver langsam zum Kochen bringen. Dabei ständig mit einem Schneebesen oder Kochlöffel rühren, damit nichts anbrennt. Wenn Sie den Kakao süß mögen, geben Sie gleich am Anfang noch 1-2 Esslöffel Zucker dazu. Nach dem Aufkochen die Hitze ausschalten und den Kakao noch 2-3 Minuten unter häufigem Umrühren ziehen lassen.

Das wäre die ganz simple Version, aber Sie können Ihren Kakao natürlich auch würzen: Kochen Sie dann zum Beispiel 0,5 Vanilleschote, 1 kleine getrocknete Chilischote oder 2-3 Kardamomkapseln mit. Zimtfans nehmen 1 Stück Zimtstange, aber auch etwas Ingwerwurzel oder 1-2 Gewürznelken geben dem Kakao eine besondere Note.

Beim Backen ist Kakao außerdem unverzichtbar für Leckereien wie zum Beispiel Marmorkuchen, Schokomuffins und anderes Gebäck, das „schokoladig“ schmecken soll. Auch für Desserts wie Schokoladenpudding oder Mouuse au chocolat lässt sich Kakao wunderbar einsetzen.

Wenn Sie Ihre eigene Schokolade herstellen wollen, geht auch das ganz einfach: Dazu müssen Sie nur Kakaopulver, geschmolzene Kakaobutter und ein Süßungsmittel Ihrer Wahl vermengen. 

 
Hallo, sehr schöner Artikel. Ich wünsche mir noch mehr Infos zu "stark entöltem" Kakao. Zum Beispiel den Theobromin-gehalt und andere potentiell gefährliche Stoffe? liebe Grüße Thias - von Herzens-arbeit
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Lieber Thias Stecher, abgesehen vom Fettgehalt unterscheiden sich die Gehalte der verschiedenen Inhaltsstoffe nicht grundsätzlich bei schwach oder stark entöltem Kakao. Alle Inhaltsstoffe können aber natürlichen Schwankungen unterliegen. Theobromin gilt für Menschen als gut verträglich und ist daher an sich nicht als potentiell gefährlicher Stoff zu betrachten. Für solche können sie sich beim Bundesinstitut für Risikobewertung (Bfr) informieren, zum Beispiel zum Thema Cadmium in Schokolade: https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/risikobewertung_von_cadmium_in_schokolade.pdf Liebe Grüße von EAT SMARTER
 
habt ihr einen Link zu der Quelle bezüglich der CO2 Bilanz?
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Hallo Jul12234! Durch Ihre Frage haben wir die Quelle nochmals geprüft und festgestellt, dass sich hier ein kleiner Fehler eingeschlichen hat. Die Werte sind nun korrigiert. Es handelt sich um einen Vergleichswert, der anhand von Kakaomasse aufgestellt wurde. Hier finden Sie die Quelle: https://mobil.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Klimawandel_auf_dem_Teller.pdf Liebe Grüße von EAT SMARTER
 
Warum steht in dem Artikel, dass Kakao die "stimmungsaufhellenden" Neurotransmitter Serotonin und Dopamin enthält, wenn bekannt ist, dass diese durch die Nahrung aufgenommen keinerlei Wirkung haben, weil sie die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren können? das ist so als würde ich einen Artikel über Linsen schreiben und erzählen, dass sie tödliches Eisen enthalten, nur weil mich Eisen umbringen würde wenn ich daraus eine Kugel schmiede und sie mir in meinen Kopf schieße.

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