Wissenschaftlich geprüft

Ernährung bei Sorbitintoleranz

Von Maren Baumgarten
Aktualisiert am 20. Jan. 2021
Foto: Beeke Hedder
Foto: Beeke Hedder

Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Essen? Da denken viele an eine Laktose- oder Fruktoseunverträglichkeit. Es kann jedoch auch eine Sorbitintoleranz dahinter stecken. Hier erfahren Sie alle Infos rund um das Thema Ernährung bei Sorbitintoleranz.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Inhaltsverzeichnis

  1. Was genau ist eine Sorbitintoleranz?
  2. Was kann man mit einer smarten Ernährung erreichen?
  3. Wie sieht eine Sorbitintoleranz-Ernährung aus?
  4. Ernährungs-Tabellen für Sorbitintoleranz
  5. 3 besonders guten Lebensmittel bei Sorbitintoleranz
  6. 3 besonders schlechten Lebensmittel bei Sorbitintoleranz
  7. Sobit in Zahnpasta, Kosmetika und Tabletten

Was genau ist eine Sorbitintoleranz?

Bei einer Sorbitunverträglichkeit (auch Sorbitintoleranz und Sorbitolmalabsorption genannt) ist die Aufnahme von Sorbit (Sorbitol) im Dünndarm ganz oder teilweise gestört. Der Zuckeralkohol gelangt daher in den Dickdarm. Dort wird er von Bakterien verstoffwechselt, wobei Gase und Abfallprodukte entstehen. Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfälle sind die Folge.

Was kann man mit einer smarten Ernährung erreichen?

Eine Sorbitmalabsorption ist nicht heilbar, die gute Nachricht ist jedoch, dass eine angepasste Ernährung bei Sorbitintoleranz die Symptome verhindert. Eine Ernährungsumstellung kann daher zu einer deutlichen Besserung der Verdauungsbeschwerden führen. Sie ist im Übrigen auch die bisher einzige Therapie.

Sie möchten mehr über das Thema erfahren?
Das sind die beliebtesten Artikel: 

Sorbitintoleranz: Krank durch Kaugummi und Obst
Das sind sorbitfreie Lebensmittel

Infos zu weiteren Unverträglichkeiten gibt es hier

Wie sieht eine Sorbitintoleranz-Ernährung aus?

Zu Beginn sollten alle sorbithaltigen Lebensmittel gemieden werden. Anschließend kann vorsichtig die individuelle Toleranzgrenze für Sorbit ausgetestet werden.

Der Zuckeralkohol Sorbit kommt natürlicherweise in einigen Obstsorten vor, wird vielen Zahnpflegeprodukten zugesetzt, in der Lebensmittelindustrie als Feuchthaltemittel und für Light-Produkte eingesetzt. Diese Lebensmittel sollten dann gemieden werden.

Vorsicht bei E-Nummern: Sorbit ist auf Zutatenlisten häufig mit der E-Nummer E420 gekennzeichnet. Aber noch weitere enthalten Sorbit: E432, E435, E436, E433, E434, E493, E494, E491, E492 und E495. Meiden Sie Lebensmittel mit diesen Stoffen für eine beschwerdefreie Ernährung bei Sorbitintoleranz.

Gerade zu Beginn der Therapie sollten Lebensmittel, die allgemein schwer verdaulich sind, wie blähender Kohl, nur selten verzehrt werden. Erlaubt sind hingegen leicht bekömmliche Obst- und Gemüsesorten, Milchprodukte, Nüsse, Fleisch, Fisch, Eier und vieles mehr. 

Auch interessant:

  • 3 besonders gute Lebensmittel bei Sorbitintoleranz mehr >
  • 3 besonders schlechte Lebensmittel bei Sorbitintoleranz mehr >
  • Sobit in Zahnpasta, Kosmetika und Tabletten mehr >

Ernährungs-Tabellen für Sorbitintoleranz

Wenn Sie ganz genau wissen möchten, zu welchen Lebensmittel Sie bei einer Sorbitunverträglichkeit greifen können, welche Sie lieber meiden und welche Sie in Maßen genießen können, helfen Ihnen dabei diese Tabellen, die von EAT SMARTER-Ernährungsexperten zusammengestellt wurden.

 
Diese Lebensmittel sind bei einer Sorbitintoleranz empfehlenswert
Mehl, Brot, Getreide & Beilagen
Amaranth, Graupen, Haferflocken, Kartoffeln, Mandelmehl, Müsli ohne Trockenfrüchte, Quinoa, Sojamehl, Vollkornbrot und Brötchen, Vollkorn-Getreideflocken, Vollkornmehl (z.B. Dinkel-, Roggen- und Weizen-Vollkornmehl), Vollkornnudeln, Vollkornreis
Gemüse
nicht blähendes Gemüse (frisch oder TK, z.B. Artischocke, Kürbis, Möhre, Pastinake, Rote Bete, Salatgurke, Spargel, Spinat, Tomaten, Topinambur, Zucchini), Salat (alle Sorten, z.B. Chicorée, Eichblatt, Eisberg, Endivie, Feldsalat, Kopfsalat, Lollo Rosso, Löwenzahn, Romana, Rucola)
Obst
Ananas, Avocado, Banane, Feigen, Granatapfel, Honigmelone, Johannisbeere, Kaki, Kiwki, Mango, Olive, Papaya, Passionsfrucht, Wassermelone, Zitrusfrüchte
Nüsse, Kerne & Samen
Cashewkerne, Chiasamen, Flohsamen(schalen), Hanfsamen, Haselnuss, Kürbiskerne, Leinsamen, Mandel, Mohn, Pinienkernen, Pistazien, Sonnenblumenkerne, Walnuss
Eier, Milch & Milchprodukte
Buttermilch, Eier (ca. 5 pro Woche), Käse (z.B. Feta, Frischkäse, Harzerkäse, körniger Frischkäse), Magerquark, Milch, Naturjoghurt, pflanzliche Milchalternativen (z.B. Haferdrink, Hanfdrink, Mandeldrink, Sojadrink)
Fleisch & Wurst
Corned Beef, Hühnerfleisch ohne Haut, mageres Wildfleisch (Hirsch, Reh, Wildkaninchen, Wildgeflügel), Putenfleisch ohne Haut, Rinderfilet
Fisch & Meeresfrüchte
Meeresfrüchte (z.B. Garnelen, Hummer, Krabben, Muscheln wie Miesmuschel), naturbelassener Fisch (frisch oder TK, z.B. Barbe, Barsch, Forelle, Hecht, Heilbutt, Hering, Kabeljau/ Dorsch, Lachs, Pangasius, Plattfisch, Saibling, Sardine, Scholle, Seelachs, Steinbeißer, Thunfisch, Waller/ Wels, Zander)
Fette & Öle
Butter, pflanzliche Öle mit hohem Omega-3-Gehalt (Hanföl, Kürbiskernöl, Leinöl, Olivenöl, Rapsöl, Traubenkernöl, Walnussöl, Weizenkeimöl)
Getränke
Kaffee, ungesüßter Tee (z.B. Kräuter-, Roobostee), Wasser
Aufstriche
Hummus, Nussmus (ohne Zucker, ohne zusätzliche Fette, z.B. Erdnussmus, Mandelmus)
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
frische Kräuter (z.B. Basilikum, Salbei, Schnittlauch, Petersilie), Kreuzkümmel, Kurkuma, Nelken, Salz, Senf, Vanille, Zimt
Süße & salzige Snacks
Nüsse und Samen

 
Diese Lebensmittel sind bei einer Sorbitintoleranz nicht empfehlenswert
Mehl, Brot, Getreide & Beilagen
abgepackte Backwaren wie Brot, Brötchen, Burgerbrötchen oder Kuchen, Müsli mit Zucker- oder Fruchtzusatz
Gemüse
Fertige Gemüsemischungen
Obst
allgemein Vorsicht bei Kern- und Steinobst wie Apfel, Aprikose, Birne, Kirsche, Dattel, Pfirsich, Trockenfrüchte
Nüsse, Kerne & Samen
Nüsse im Teigmantel, Nüsse mit Schkoladenglasur
Eier, Milch & Milchprodukte
Fruchtbuttermilch, Joghurtprodukte (z.B. Fruchtjoghurt, Joghurtdrink), Kakao mit Zucker, Light-Produkte, Pudding
Fleisch & Wurst
allgemein Vorsicht bei Wurstwaren, Bockwurst, Bratwurst, Geflügel mit Haut, geräuchertes und gepökeltes Fleisch (z.B. Salami, Schinken), Leberkäse, Leberwurst, Light-Wurstwaren, Mettwurst, paniertes Fleisch (z.B. Schnitzel), Schinkenspeck, Schweinefleisch, Streichwurst, Weißwurst
Fisch & Meeresfrüchte
Aal, Fisch in Sahne oder Mayonnaise, Fischkonserve (z.B. Hering in Tomatensauce), geräucherter Fisch (z.B. geräucherter Aal), Ölsardine, panierter Fisch (z.B. Fischstäbchen, panierte Tintenfischringe), Surimi, Thunfisch in Öl (Konserve)
Fette & Öle
Distelöl, Gänseschmalz, gehärtete Back- und Bratfette, Schweineschmalz, Sonnenblumenöl
Getränke
alkoholische Getränke (z.B. Bier, Schnaps, Sekt, Wein), Energy-Drinks, Fruchtnektar, Fruchtsäfte, Fruchtsaftgetränke, Light-Getränke, Softdrinks
Aufstriche
Erdnussbutter, Marmelade, Nuss-Nougat-Creme, Sandwich-Creme, Schmalz
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
Apfelessig, Balsamicocreme, Brühen, Grillsaucen, Ketchup, Rotweinessig, Würzmischungen
Fertigprodukte
Fast Food, Feinkostsalate, fertige Salatsaucen, Mayonnaise, Rotkohl im Glas, Suppen- und Saucenpulver, TK-Pizza
Süße & salzige Snacks
Chips, Eiscreme, Flips, Kaugummi, Nachos, Salzgebäck, Süßigkeiten (z.B. Gummitiere, Schokolade)
Süßungsmittel
Ahornsirup, Kandis, Obstdicksaft (z.B. Apfeldicksaft), Puderzucker, Reissirup, Rübensirup, Süßstoffe, Vanillezucker, Zucker

 
Diese Lebensmittel sind bei einer Sorbitintoleranz in Maßen geeignet
Mehl, Brot, Getreide & Beilagen
Grieß, Mehrkornbrot und -brötchen, Nudeln, Reis
Gemüse
Aubergine, Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel, Gemüsekonserven (z.B. Erbsen, Kidneybohnen), Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Kidneybohnen, Linsen, Sojabohnen, Weiße Bohnen), Knoblauch, Paprikaschote, Pilze (z.B. Austernpilze, Champignons, Pfifferlinge, Shiitake, Steinpilze), Spitzkohl, Weißkohl, Zwiebeln
Obst
Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Mirabelle, Quitte
Nüsse, Kerne & Samen
Gesalzene Nüsse, Erdnüsse, Macadamianuss, Paranuss, Pekannuss
Eier, Milch & Milchprodukte
Käse über 45 % Fett i. Tr. (z.B. Brie, Butterkäse, Camembert, Cheddar, Gorgonzola, Gouda), Schlagsahne
Fleisch & Wurst
Schweinefilet, Schweinerücken,
Fisch & Meeresfrüchte
Aal, Matjes (echter Matjes), Salzhering, Schillerlocke, Stremellachs
Fette & Öle
Butterschmalz, Kokosöl
Getränke
Fruchtsaftschorle aus sorbitarmen Früchten
Aufstriche
pflanzliche Brotaufstriche ohne Zuckerzusatz (z.B. Rote-Bete-Aufstrich)
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
Pfeffer, Senf, Chili, Ingwer
Süße & salzige Snacks
Zartbitterschokolade ohne Füllung
Süßungsmittel
Rohrohrzucker, Vollrohrzucker, nach individueller Verträglichkeit: Erythrit, Honig, Xylit,

3 besonders guten Lebensmittel bei Sorbitintoleranz

  1. Kräutertee: Viele Sorten wirken beruhigend auf den Magen und Darm. Fenchel, Anis, Kümmel und Kamille haben sich hier als schonende Getränke bewährt.
  2. Fisch: Vor allem in gedämpfter Variante ist so ziemlich jeder Fisch gut verträglich und punktet zudem mit reichlich Mineralstoffen und gesunden Fettsäuren.
  3. Kräuter: Vielen Gewürzmischungen ist Sorbit zugesetzte, daher sollten sie gemieden werden. Um dennoch aromatische Gerichte kochen zu können, eignen sich frischen Kräuter ideal. Zudem bringen sie gesunde Pflanzenstoffe mit.

3 besonders schlechten Lebensmittel bei Sorbitintoleranz

  1. Trockenfrüchte: Hier steckt eine große Menge Sorbit drin, daher sollten Sie diese lieber meiden.
  2. Zuckerfreie Süßigkeiten: Häufig extra für Diabetiker konzipiert, können eine zu große Menge an Sorbit enthalten und daher Beschwerden verursachen. Auch zuckerfreies Kaugummi enthält fast immer Sorbit: Auch wenn Sie das Kaugummi nicht schlucken, gelangt Sorbit in den Körper und kann Beschwerden verursachen, daher lieber meiden. 
  3. Fertigprodukte: Hier versteckt sich Sorbit häufig hinter verschiedenen E-Nummern: E420, E432, E435, E436, E433, E434, E493, E494, E491, E492 und E49.

Sobit in Zahnpasta, Kosmetika und Tabletten

Da Sorbit im Gegensatz zu Zucker keinen Karies verursacht und zugleich einen kühlenden Effekt auf der Zunge hat, wird es gerne in Zahnpasta und anderen Zahnpflegeprodukten verwendet. Jedoch sollten Sie bei einer Sorbitunverträglichkeit auf eine Zahnpflege ohne Sorbit wechseln.

In der Kosmetikindustrie wird Sorbit als Feuchthaltemittel verwendet. Auch wenn es sich hierbei nur um kleine Mengen handeln, die Sie nicht oral aufnehmen, sollten Sie vorsorglich auf Produkte mit Sorbit verzichten.

Seien Sie auch aufmerksam bei Nahrungsergänzungsmitteln und Tabletten. Hier wird Sorbit als Trägerstoff für Aromen und Vitamine eingesetzt.

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten
Schreiben Sie einen Kommentar