Wissenschaftlich geprüft

Ernährung bei Neurodermitis

Von Maren Baumgarten und Jessica Bolewski
Aktualisiert am 11. Mär. 2021
Foto: Marieke Dammann
Foto: Marieke Dammann

Trockene und rissige Haut, entzündete Stellen, Juckreiz: Betroffene von Neurodermitis plagen häufig genau diese Symptome. Die chronische Erkrankung lässt sich zwar nicht vollkommen heilen, die richtige Ernährung bei Neurodermitis hilft jedoch dabei, diese zu lindern.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was genau ist Neurodermitis?
  2. Was kann man mit einer smarten Ernährung erreichen?
  3. Wie sieht eine Neurodermitis-Ernährung aus?
  4. Ernährungs-Tabellen für Neurodermitis
  5. Die 3 besonders guten Lebensmittel bei Neurodermitis
  6. Die 3 besonders schlechten Lebensmittel bei Neurodermitis
  7. Ernährung bei Neurodermitis: Kinder
  8. Die richtige Neurodermitis-Baby-Ernährung
  9. Allergie bei Neurodermitis
  10. Neurodermitis – mögliche Auslöser
  11. Wo tritt Neurodermitis auf?

Was genau ist Neurodermitis?

Neurodermitis (atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem) ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Haut, bei welcher die natürliche Schutzfunktion reduziert ist: Die Haut produziert zu wenig Schweiß und Talg, wodurch der Säureschutz­mantel leidet. Die Haut wird trocken, rissig und bildet rote, entzündete Stellen. Vor allem Armbeugen und Kniekehlen sind häufig von den juckenden Stellen betroffen. Die Trockenheit der Haut erleichtert den Bakterien und Viren wiederum das Eindringen, was die Entstehung von Entzündungen begünstigt.

Es wird vermutet, dass bei Neurodermitis eine erblich bedingte Störung des Immunsystems vorliegt. Die Haut reagiert daher auf harmlose Stoffe überempfindlich. Durch Mastzellen wird dann übermäßig viel Histamin ausgeschüttet, welches zu einem teils unerträglichen Juckreiz führt. 

Für die Entstehung einer Neurodermitis reicht eine genetische Veranlagung allein jedoch nicht aus. Bestimmte Einflussfaktoren sind hier mitverantwortlich. Ein Auslöser sind Nahrungsmittelallergene. Weitere Infos zu Triggern finden Sie hier.

Die Krankheit verläuft in Schüben mit vermehrten Beschwerden und Phasen, in denen diese zurückgehen oder gar ganz ausbleiben. 

Was kann man mit einer smarten Ernährung erreichen?

Eine angepasste Neurodermitis-Ernährung allein kann die Symptome nur bedingt lindern. Hautpflege ist und bleibt das A und O bei Neurodermitis. Dennoch kann die richtige Ernährung bei Neurodermitis Teil der Therapie sein. Sie kann Schübe abschwächen, Juckreiz vermindern, Entzündungen vermeiden und das gesamte Immunsystem stärken. 

Zudem kann eine Auslassdiät, bei der für einige Zeit nur gut verträgliche Lebensmittel gegessen und dann Schritt für Schritt einzelne Lebensmittel hinzugefügt werden, Aufschluss über Unverträglichkeiten geben.

Wie sieht eine Neurodermitis-Ernährung aus?

Die einzig wahre Ernährung bei Neurodermitis gibt es so leider nicht. Jeder Patient reagiert sehr individuell auf bestimmte Lebensmittel. Alle Lebensmittel, die prinzipiell Beschwerden machen können, für immer wegzulassen ist wenig sinnvoll, denn es würde über lange Sicht zu einer Mangelernährung führen. Daher sollte durch eine Auslassdiät einzelner Lebensmittel herausgefunden werden, welche man nicht verträgt. 

Einige Nahrungsmittel stehen in Verdacht, Neurodermitis zu verschlechtern. Hierzu zählen zum Beispiel Milch-, Soja- und Hühnerprotein, Weizen, Nüsse, bestimmte Obstsorten wie Äpfel, Fisch, Schweinefleisch, Sellerie und histaminreiche Lebensmittel.

Allgemein gilt jedoch, dass Alkohol, Kaffee und starke Gewürze die Durchblutung der Haut fördern und so den Juckreiz verstärken können. Auch entzündungsfördernde Lebensmittel sollten bei Neurodermitis gemieden werden. Hierzu zählen zum Beispiel Weißmehl und Zucker. 

Lebensmittel mit dem gegenteiligen Effekt, sprich entzündungshemmende Lebensmittel wie Gemüse, sollten hingegen täglich auf dem Speiseplan stehen.

Neurodermitiker sollten im Allgemeinen auf Omega-3-reiche Pflanzenöle wie Raps- oder Leinöl setzen, da diese Hautirritationen reduzieren können. Vor allem Hanföl liefert die oft defizitäre Gammalinolensäure, die wesentlich am Aufbau der Hautbarriere beteiligt ist.

Eine gesunde Darmflora ist wichtig für ein intaktes Immunsystem und daher auch bei Neurodermitis unbedingt durch die Ernährung zu fördern. Lebensmittel, die sich günstig auf die Darmflora auswirken, sind zum Beispiel Joghurt oder Kimchi, vorausgesetzt es werden Milchprodukte beziehungsweise histaminreiche Lebensmittel vertragen.

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Ernährungs-Tabellen für Neurodermitis

Bei dieser Neurodermitis-Ernährung-Tabelle sind alle Lebensmittel, die nicht zu den typischen Allergenen gehören und üblicherweise keine Beschwerden verursachen oder gar positive Effekte haben, als geeignet eingeteilt.

Nahrungsmittel, die bei Neurodermitis problematisch sein können, werden in Maßen empfohlen. Testen Sie diese Lebensmittel aus und teilen Sie diese für sich selbst in geeignet oder ungeeignet ein. In der roten Ernährungs-Tabelle für Neurodermitis finden Sie Lebensmittel, die prinzipiell ungeeignet sind, da sie zum Beispiel Entzündungen im Körper begünstigen.

 
Diese Lebensmittel sind bei Neurodermitis empfehlenswert
Mehl, Brot, Getreide & Beilagen
Amaranth, Brot und Brötchen aus Hirse, Hafer, Dinkel und Buchweizen, Haferflocken, Kartoffeln, Müsli ohne Zuckerzusatz, Quinoa, Vollkornnudeln aus Dinkel (eifrei), Vollkornreis
Gemüse
Blattsalate, Brokkoli, Kartoffeln, Kürbis, Mais, Mangold, Rote Bete, Spargel, Zucchini
Obst
Apfel (Sorten, die für Allergiker geeignet sind), Heidelbeeren, Mango, Wassermelone
Nüsse, Kerne & Samen
Kürbiskerne, Mandeln, Pinienkerne, Sonnenblumenkerne
Eier, Milch & Milchprodukte
Milchersatzprodukte aus Hafer, Kokosnuss, Mandeln, Reis
Fleisch & Wurstwaren
Huhn, Pute, Rind
Fette & Öle
Kokosfett, Leinöl, milchfreie Margarine, Rapsöl
Getränke
Getreidekaffee, Kräutertee, Wasser
Aufstriche
pflanzliche Brotaufstriche ohne Zuckerzusatz aus geeignetem Gemüse (z.B. Rote-Bete-Aufstrich)
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
frische Kräuter (z.B. Basilikum, Salbei, Petersilie), Kreuzkümmel, Kurkuma, Nelken, Pfeffer, Salz, Vanille, Zimt
Süßes & salzige Snacks
Reiswaffeln

 
Diese Lebensmittel sind bei Neurodermitis nicht empfehlenswert
Mehl, Brot, Getreide & Beilagen
Brot und Brötchen aus Weißmehl, Burgerbrötchen, Kuchen, Müsli mit Zuckerzusatz
Gemüse
Chilischote, fertige Gemüsemischungen, scharfe Kräuter (Schnittlauch)
Obst
gezuckerte Konserven, kandierte Früchte
Nüsse, Kerne & Samen
Nüsse im Teigmantel, Nüsse mit Schokoladenglasur
Eier, Milch & Milchprodukte
Fruchtbuttermilch, Joghurtprodukte (z.B. Fruchtjoghurt, Joghurtdrink), Kakao mit Zucker, Light-Produkte, Pudding
Fleisch & Wurstwaren
geräuchertes und gepökeltes Fleisch, Schweinefleisch, Wurstwaren (Bratwurst, Leberkäse, Leberwurst), paniertes Fleisch (Schnitzel), scharf gewürzte Fleisch- und Wurstwaren
Fisch & Meeresfrüchte
Fisch in Sahne oder Mayonnaise, Fischkonserve (z.B. Hering in Tomatensauce), panierter Fisch (z.B. Fischstäbchen, panierte Tintenfischringe)
Fette & Öle
Distelöl, Gänseschmalz, gehärtete Back- und Bratfette, Schweineschmalz, Sonnenblumenöl
Getränke
alkoholische Getränke (z.B. Bier, Schnaps, Sekt, Wein), Energy-Drinks, Fruchtnektar, Fruchtsäfte, Fruchtsaftgetränke, Kaffee, Light-Getränke, Softdrinks
Aufstriche
Erdnussbutter, Nuss-Nougat-Creme, Sandwich-Creme, Schmalz
Kräuter, Gewürze, Saucen & Würzmittel
Chilischoten, scharfe Kräuter
Fertigprodukte
Fast Food, Feinkostsalate, fertige Salatsaucen, Mayonnaise, Rotkohl im Glas, Suppen- und Saucenpulver, TK-Pizza
Süßes & salzige Snacks
Chips, Eiscreme, Flips, Kaugummi, Nachos, Salzgebäck, Süßigkeiten (z.B. Gummitiere, Schokolade)
Süßungsmittel
Puderzucker, Süßstoffe, Vanillezucker, Zucker

 
Diese Lebensmittel sind bei Neurodermitis in Maßen geeignet
Mehl, Brot, Getreide & Beilagen
Grieß aus Weizen oder Dinkel, Vollkornnudeln, Reis, Vollkorbrot und -brötchen aus Weizen oder Roggen
Gemüse
Aubergine, Bohnen, Erbsen, Hülsenfrüchte, Knoblauch, Linsen, Möhren, Paprika (am besten ohne Haut), Pilze, Salatgurke, Sellerie, Sojabohnen, Spinat, Tomaten, Zwiebeln
Obst
Ananas, Aprikose, Avocado, Banane, Birne, Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kiwis, Pfirsiche, saures Obst, Stachelbeeren, Zitrusfrüchte (Mandarine, Orange, Zitrone)
Nüsse, Kerne & Samen
Cashewkerne, Erdnuss, Haselnuss, Macadamianuss, Walnuss
Eier, Milch & Milchprodukte
Hühnerei, Käse (bei Problemen mit Histamin: junger Käse aus Kuhmilch, Käse aus Ziegenmilch und Schafsmilch werden häufig besser vertragen), Milch und Milchprodukt (Joghurt, Kefir), Milchersatzprodukte aus Nüssen
Fleisch & Wurstwaren
Wildfleisch
Fisch & Meeresfrüchte
Fisch (Aal, Barsch, Dorsch, Forelle, Kabeljau, Lachs, Matjes, Wels), Meeresfrüchte (Krebs, Muscheln, Shrimps)
Fette & Öle
Butter, Nussöle, Olivenöl
Getränke
Früchtetee, Fruchtsaftschorle, roter Kräutertee, Schwarztee
Aufstriche
Hummus, Marmelade, Nussmus falls Nüsse vertragen werden (ohne Zucker, ohne zusätzliche Fette, z.B. Erdnussmus, Mandelmus)
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
Essig, Gewürzmischungen (Curry), Gemüsebrühe, Senf
Fertigprodukte
Tiefkühl-Gemüse mit geeigneten Gemüsesorten
Süßes & salzige Snacks
Nüsse, Zartbitterschokolade, zuckerarme Vollkornkekse
Süßungsmittel
wenig Ahornsirup, Honig, Rohrohrzucker, Vollrohrzucker, Zuckerrübensirup

3 besonders gute Lebensmittel bei Neurodermitis

  1. Hafer: Egal ob Flocken, Mehl oder Kleie, Hafer zählt zu den Lebensmitteln, die bei Neurodermitis gut vertragen werden. Zudem liefert das Getreide reichlich Ballaststoffe, welche die Darmflora stärken und so auch günstig für ein intaktes Immunsystem sind. Ein besonderer Ballaststoff namens Betaglucan unterstützt spezielle weiße Blutkörperchen (neutrophile Granulozyten), die schädliche Mikroorganismen im Körper erkennen sowie zerstören und so Entzündungen verhindern. Auch wirken enthaltene Nährstoffe wie Zink, Biotin und Magnesium positiv auf die Erkrankung. Zum Teil wird Hafer bei Neurodermitis in Haferkuren als Arzneipflanze eingesetzt. Achtung: Besteht eine Unverträglichkeit gegen Gluten, dann sollten Sie auf glutenfreien Hafer zurückgreifen. Bei diesem ist sichergestellt, dass es keine Kontamination mit Weizen gab. 
  2. Kurkuma: Die gelbe Wurzel ist für ihre antientzündliche Wirkung bekannt. Besonders bei äußerlicher Anwendung kommt dieser Effekt zu tragen. Wird Kurkuma als Lebensmittel verzehrt, ist die antientzündliche Wirkung jedoch geringer, denn die Aufnahmerate ist relativ gering. Kurkuma muss daher regelmäßig und in großen Mengen gegessen werden, um einen spürbaren antientzündlichen Effekt auf die Haut zu bemerken. Das Gewürz hebt aber auch die Stimmung, denn es führt zur Ausschüttung von Serotonin, welches auch Glückshormon genannt wird. 
  3. Leinöl: Das Öl hat gleich zwei Vorteile: Alpha-Linolensäure wird vom Körper in die Zellmembran eingebaut und hat daher entzündungshemmende Effekte und schützt vor freien Radikalen. Zudem kann das pflanzliche Öl die Stimmung heben, welche bei ständigem Juckreiz oftmals eher schlecht ist. 

3 besonders schlechte Lebensmittel bei Neurodermitis

  1. Wein: Das Getränk ist gleich aus mehrerlei Hinsicht ungeeignet bei Neurodermitis. Allgemein steigern alkoholische Getränke die Durchblutung der Haut, wodurch sich der Juckreiz verstärkt. Zudem ist Alkohol ein entzündungsförderndes Lebensmittel und kann so Ekzeme verschlimmern. Bei einigen Neurodermitikern verstärken sich die Symptome, wenn sie histaminreiche Lebensmittel zu sich nehmen, Wein zählt hier dazu.
  2. Schweinefleisch: Häufig wird es von Neurodermitis-Patienten schlecht vertragen und verursacht Probleme. Grund hierfür ist die enthaltene Arachidonsäure, welche entzündliche Prozesse im Körper fördert. Auch Wurst und Wurstwaren vom Schwein sollten gemieden werden.
  3. Scharfe Chilischoten: Die Schote kann schon bei der Zubereitung die Haut schädigen, denn enthaltenes Capsaicin reizt die Nervenrezeptoren, die eigentlich auf Hitze und Schmerzen reagieren. Die Blutgefäße weiten sich und verursachen ein brennendes Gefühl. Zudem wird im Körper eine Stressreaktion ausgelöst, welche wiederum zu Entzündungen führen kann. Aber nicht nur der Hautkontakt mit Chili sollte vermieden werden, denn auch wenn Sie die Chilischote essen, weiten sich die Blutgefäße der Haut. Der Juckreiz wird so verschlimmert.

Ernährung bei Neurodermitis: Kinder

Meist treten erste Symptome bereits im Kindes- oder sogar Säuglingsalter auf. Die gute Nachricht: Bei sehr vielen betroffenen Kindern “verwächst” sich die Neurodermitis. So sind viele bis spätestens zur Pubertät beschwerdefrei. Bei einigen bleibt die Erkrankung jedoch auch bis ins Erwachsenenalter hinein bestehen.

Die Ernährung bei Neurodermitis-Kindern unterscheidet sich nicht wesentlich von der Ernährung für betroffene Erwachsene. Kindern fällt es häufig deutlich schwerer, den Zusammenhang zwischen ihrer Nahrung und der Haut nachzuvollziehen, daher kann der Verzicht zum Streitpunkt werden. Zudem sollten bei der Kinderernährung keine voreiligen Schlüsse gezogen werden. Pauschal auf alles, was prinzipiell reizen könnte zu verzichten, kann zu einem Mangel führen und im schlimmsten Fall die gesunde Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.

Die richtige Neurodermitis-Baby-Ernährung

Die Neurodermitis-Baby-Ernährung sieht hingegen etwas anders aus. Wenn möglich, sollten Babys mit Neurodermitis lange gestillt werden. Die Mutter muss dabei keine Lebensmittel auslassen oder meiden. Sie sollte sich gesund und ausgewogen ernähren, um ihr Baby mit allen nötigen Nährstoffen versorgen zu können. Auch spezielle Ersatznahrung für Babys mit Neurodermitis, welche hypoallergen ist, kann für die Säuglinge zum Einsatz kommen. Hier gibt es jedoch viele Unterschiede, sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, welches das beste Produkt für Ihr Baby ist. 

Ab etwa dem sechsten Lebensmonat kann auch bei Babys mit Neurodermitis mit der Beikosteinführung begonnen werden. Hier gibt es keine spezielle Reihenfolge oder ähnliches, welche sich von gesunden Kindern unterscheidet. Auch das vorsorgliche Weglassen allergener Lebensmittel wie Nüsse oder Fisch hat keinen vorbeugenden Effekt. Sollte sich jedoch nach einem dieser Nahrungsmittel eine Reaktion zeigen, dann sollte es bis zur Abklärung durch den Arzt nicht mehr verfüttert werden.

Allergie bei Neurodermitis

Kinder und Erwachsene mit Neurodermitis entwickeln häufig im Laufe ihres Lebens eine zusätzliche Nahrungsmittelallergie. Dies liegt an der beschädigten Hautbarriere, welche zur Sensibilisierung führen kann. 

Bei Babys und Kleinkindern mit Neurodermitis kann ein Allergietest auf Kuh- sowie Hühnerprotein, Weizen, Erdnuss und Haselnuss sinnvoll sein.

Erfahren Sie hier mehr über die 14 wichtigsten Allergene in Lebensmitteln

Bei Jugendlichen und Erwachsenen sind sogenannte Kreuzallergien häufiger das Problem. Hier führen rohes Stein- und Kernobst sowie Nüsse zu einer Verschlimmerung der Symptome. Kreuzallergien treten üblicherweise im Zusammenhang mit einer Pollenallergie auf. Bei Neurodermitikern muss aber kein klassischer Heuschnupfen vorliegen, um dennoch auf die Kreuzallergene zu reagieren.

Lesen Sie hier welche Äpfel für Allergiker geeignet sind. 

Auch werden sogenannte Pseudoallergien bei Neurodermitikern häufiger bemerkt. Natürliche und künstliche Lebensmittelinhaltsstoffe können Hautentzündungen verschlechtern. Sie sollten daher in der Neurodermitis-Ernährung beachtet werden. Hierzu zählen Zusatzstoffe (künstliche Farbstoffe, Konservierungsstoffe), Geschmacksverstärker, Zitrusfrüchte und Salicyl- sowie Benzoesäure (Ananas, Orangen, Nüsse, Pfefferminztee, Oliven). Haben Sie solche Lebensmittel im Verdacht, dann sprechen Sie dies mit Ihrem Arzt ab. Denn auch hier kann ein nicht notwendiges Einschränken der Ernährung bei Neurodermitis Mangelerscheinungen verursachen.

Neurodermitis – mögliche Auslöser

Es gibt bestimmte Schlüsselreize, sogenannte Trigger, die zu einem Neurodermitisschub oder einer Verschlechterung des Zustands führen können. Mögliche Auslöser können folgende sein (1):

  • Psychische Faktoren (Konflikte, Stress)
  • Mechanische Hautirritationen (Reibung der Kleidung, zu enge Kleidung, Kratzen)
  • Tierhaare (Katze, Pferd, Hamster)
  • Umweltreize (Pollen, Hausstaub, Chemikalien)
  • Klimafaktoren (überhitzte Luft, Kälte, Schwüle)
  • Ernährung (bestimmte Lebensmittel, Zusatzstoffe)
  • Abgeschwächtes Immunsystem (Infekte) 

Wo tritt Neurodermitis auf?

Wie bereits erklärt, leiden die meisten Neurodermitis-Patienten in Armbeugen und Kniekehlen unter den stark juckenden Hautrötungen. Aber auch Hände, Hals und Nacken gehören zu häufig befallenen Körperarealen. Es werden drei Formen der Neurodermitis unterschieden:

  • Milchschorf: Tritt meist bei Säuglingen auf; charakteristisch sind gelblich-weiße Krusten, die in Kombination mit nässenden Ekzemen auftreten und sich über größere Flächen besonders an Wangen und behaarter Kopfhaut ausdehnen können
  • Beugenekzeme: Tritt meist im Kindes- und Jugendalter auf; Rötungen und Flechtenbildungen an Armbeugen, Kniekehlen, Händen, Hals und Nacken
  • Juckende Hautknötchen (Prurigo nodularis): Tritt meist bei Erwachsenen auf; am ganzen Körper auftretende, stark zerkratzte Knoten

Bei einer Neurodermitis ist die Haut am ganzen Körper entzündet. Insgesamt werden zwei Stadien der chronischen Erkrankung unterschieden:

  1. Akutes Entzündungsstadium: Die Haut ist angeschwollen, tiefrot, nässt und bildet stark juckende Bläschen
  2. Chronisches Stadium: Die Haut schuppt, hat ein vergröbertes Oberflächenrelief (Lichenifikation), ist gerötet, teils geschwollen und juckt stark – Patienten kratzen sich oft blutig
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