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Ernährung bei Neurodermitis

Trockene und rissige Haut, entzündete Stellen, Juckreiz: Betroffene von Neurodermitis plagen häufig genau diese Symptome. Die chronische Erkrankung lässt sich zwar nicht vollkommen heilen, die richtige Ernährung bei Neurodermitis hilft jedoch dabei, diese zu lindern.

Neurodermitis

Zur Kurzfassung ►

Neurodermitis – was ist das?

Bei einer Neurodermitis, auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt, reagiert das Immunsystem des Betroffenen auf eigentlich harmlose Umweltreize wie etwa Hausstaub, Pollen oder bestimmte Lebensmittel mit einer heftigen Abwehr. Der Körper produziert sehr viel Immunglobulin E (IgE), woraufhin die Mastzellen in der Haut vermehrt Histamine ausschütten – eine Entzündung der Haut und starker Juckreiz sind die Folge.

Gleichzeitig bricht der Schutzmantel der Haut zusammen: Sie produziert zu wenig Schweiß und Talg, wodurch der Säureschutz­mantel leidet. Die Haut wird trocken, rissig und bildet rote, entzündete Stellen. Vor allem Armbeugen und Kniekehlen sind häufig von den juckenden Stellen betroffen. Die Trockenheit der Haut erleichtert den Bakterien und Viren wiederum das Eindringen, was die Entstehung von Entzündungen begünstigt.

Eine Neurodermitis ist nicht ansteckend: Sie zählt zu den allergischen Erkrankungen und wird vermutlich durch eine erblich bedingte Störung des Immunsystems hervorgerufen. Die chronische Erkrankung zeigt sich bereits oft im Säuglings- und Kleinkindalter. Bei den meisten Kindern verschwinden die Symptome jedoch bis zur Pubertät. Vollkommen heilen lässt sie sich nicht – die richtige Ernährung bei Neurodermitis hilft jedoch dabei, die Symptome zu lindern.

MERKE !

Bei einer Neurodermitis reagiert das Immunsystem des Betroffenen besonders heftig auf eigentlich harmlose Umweltreize wie Hausstaub, Pollen oder bestimmte Lebensmittel. Eine Entzündung der Haut und starker Juckreiz sind die Folge. Neurodermitis ist eine allergische Erkrankung und nicht ansteckend.

Wo tritt Neurodermitis auf?

Wie bereits erklärt, leiden die meisten Neurodermitis-Patienten in Armbeugen und Kniekehlen unter den stark juckenden Hautrötungen. Aber auch Hände, Hals und Nacken gehören zu häufig befallenen Körperarealen. Es werden drei Formen der Neurodermitis unterschieden:

  1. Milchschorf: Tritt meist bei Säuglingen auf; charakteristisch sind gelblich-weiße Krusten, die in Kombination mit nässenden Ekzemen auftreten und sich über größere Flächen besonders an Wangen und behaarter Kopfhaut ausdehnen können
  2. Beugenekzeme: Tritt meist im Kindes- und Jugendalter auf; Rötungen und Flechtenbildungen an Armbeugen, Kniekehlen, Händen, Hals und Nacken
  3. Prurigo nodularis: Tritt meist bei Erwachsenen auf; am ganzen Körper auftretende, stark zerkratzte Knoten

Bei einer Neurodermitis ist die Haut am ganzen Körper entzündet. Insgesamt werden zwei Stadien der chronischen Erkrankung unterschieden:

  1. Akutes Entzündungsstadium: Die Haut ist angeschwollen, tiefrot, nässt und bildet stark juckende Bläschen
  2. Chronisches Stadium: Die Haut schuppt, hat ein vergröbertes Oberflächenrelief (Lichenifikation), ist gerötet, teils geschwollen und juckt stark – Patienten kratzen sich oft blutig

Neurodermitis – mögliche Auslöser

Es gibt bestimmte Schlüsselreize, sogenannte Trigger, die zu einem Neurodermitisschub oder einer Verschlechterung des Zustands führen können. Mögliche Auslöser können die folgenden sein:

  • Psychische Faktoren (Konflikte, Stress)
  • Mechanische Hautirritationen (Reiben der Kleidung, zu enge Kleidung)
  • Tierhaare (Katze, Pferd, Hamster)
  • Umweltreize (Pollen, Hausstaub, Klima)
  • Ernährung (bestimmte Lebensmittel, Zusatzstoffe)

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Neurodermitis – was hilft?

Mittels einer (familiären) Anamnese sowie Blut- und Hauttests kann der Dermatologe mögliche vorliegende Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien diagnostizieren und eine entsprechende Therapie einleiten. Diese muss auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden und auf die persönlichen Trigger eingehen, um eine bestmögliche Linderung der Symptome zu erzielen – denn vollständig heilen lässt sich eine Neurodermitis bislang leider nicht.

Allerdings es gibt allgemeine Regeln, die sich positiv auf den Verlauf der Erkrankung auswirken können: Neben regelmäßiger sportlicher Aktivität und Entspannung ist vor allem die Ernährung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung, da die Erkrankung bei rund 30 Prozent der Betroffenen in Kombination mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit auftritt.

MERKE !

Betroffene von Neurodermitis sollten zusammen mit ihrem Dermatologen ein individuelles Therapieziel festlegen. Im Allgemeinen hilft eine Kombination aus regelmäßigem Sport, Entspannung und einer ausgewogenen Vollwertkost dabei, die Symptome zu lindern und erneute Schübe herauszuzögern.

Neurodermitis – was essen?

Eine ausgewogene Ernährung bei Neurodermitis stärkt den Körper gegen Infekte und kann so auch einem erneuten Schub vorbeugen. Hierzu gehört der Verzehr von Vollwertkost, um den Organismus mit allen nötigen Nährstoffen zu versorgen – selbstverständlich je nach persönlicher Verträglichkeit.

Betroffene sollten zudem auf Omega-3-reiche Pflanzenöle setzen, da dies Hautirritationen reduzieren kann. Vor allem Hanföl liefert die oft defizitäre Gammalinolensäure, die wesentlich am Aufbau der Hautbarriere beteiligt ist – bitte nur für die kalte Küche verwenden.

Gemieden werden sollten hingegen Alkohol und starke Gewürze, da sie die Durchblutung der Haut steigern und somit den Juckreiz verstärken können. Letzteres auslösen können auch histaminhaltige Lebensmittel wie etwa lange gereifter Käse. Fertigprodukte gehören ebenfalls nicht auf den Speiseplan für eine Ernährung bei Neurodermitis, da die darin enthaltenen Zusatzstoffe oft Allergien auslösen können.

Folgende Tabelle zeigt Lebensmittel auf, die bei der Ernährung bei Neurodermitis häufig gut vertragen beziehungsweise oft nicht vertragen werden:

Lebensmittel

Gut verträglich

Schlecht verträglich

Getränke Wasser, Pfefferminztee, Brennnesseltee, Fencheltee, Reisdrink, Apfelschorle, Birnenschorle, Sanddornschorle Rote Kräuter- und Früchtetees, Kakao, Kaffee, Softdrinks, Alkohol
Obst Süße Äpfel, Banane, Birne, Heidelbeere, Mango, Wassermelone Erdbeere, Johannisbeere, Stachelbeere, Kiwi, Pfirsich, Zitrusfrüchte
Gemüse Avocado, Brokkoli, Bohne, Erbse, Gurke, Kartoffel, Kohl, Kürbis, Linse, Mangold, Pilz, Rote Bete, Salat, Spargel, Spinat, Zucchini Knoblauch, Karotte, Tomate, Paprika, Sellerie, Sauerkraut, Rhabarber, Zwiebel, Essig-Öl-Dressing
Nüsse & Samen Mandel, Cashew, Pinienkern, Sonnenblumenkern, Kürbiskern Haselnuss, Erdnuss, Walnuss
Fette & Öle Leinöl, ungehärtetes Kokosfett, Margarine Walnussöl, Süßrahmbutter, Schweineschmalz
Getreide & Beilagen Hirse, Dinkel, Hafer, Buchweizen, Amaranth, Quinoa, Reis, Kartoffeln, Dinkelnudeln (eifrei) Weizen, Roggen, Erdnussbutter, Sojaprodukte, Fast Food, Fertiggerichte
Fleisch & Wurst Fleisch und Aufschnitt von Pute, Huhn, Lamm und Rind Fleisch und Aufschnitt von Schwein, Wurst mit Farb- und Zusatzstoffen
Fisch & Meeresfrüchte / alle Fische oder Meeresfrüchte
Eier, Milch & Käse Naturjoghurt testen Hühnereier, Milchprodukte, Edelschimmelkäse

MERKE !

Die Ernährung bei Neurodermitis sollte aus einer ausgewogenen Vollwertkost bestehen auf mögliche individuelle Nahrungsmittelunverträglichkeiten abgestimmt sein. Vor allem Hanföl empfiehlt sich in der kalten Küche – außerdem der Verzicht auf Alkohol und starke Gewürze.

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