Die richtige Ernährung in der Stillzeit
Muttermilch ist ein Wunderwerk der Natur und perfekt auf die kindlichen Bedürfnisse abgestimmt. Trotzdem sind stillende Frauen oft verunsichert: Worauf muss ich beim Essen achten? Gibt es Lebensmittel, die ich besser vermeiden sollten? Erfahren Sie hier, wie die richtige Ernährung in der Stillzeit aussieht.
Inhaltsverzeichnis
- Ernährung Stillzeit: Worauf kommt es an?
-
Stillen Ernährung: Diese Nährstoffe sind wichtig
- Omega-3-Fettsäuren
- Jod
- Folat (Folsäure)
- Vitamin A
- Vitamin B12
- Eiweiß
- Eisen
- Leckere Kochideen für die Stillzeit
- Ernährung Stillzeit: Liste
-
Ernährung Stillzeit: Was schadet jetzt?
- Alkohol
- Kaffee und Tee
- Chili, Hülsenfrüchte und Orangen
- Wissen zum Mitnehmen
Nach der Geburt müssen Sie, anders als in der Schwangerschaft, Ihrem Kind zuliebe auf nichts mehr verzichten. Essen Sie, worauf Sie Appetit haben und was Ihnen gut bekommt. Wichtig ist jedoch: Achten Sie auf eine hohe Nährstoffdichte, damit Sie fit bleiben und sich Ihr Nachwuchs gut entwickeln kann.
10 Fragen an die Expert:innen
Gibt es verbotene Lebensmittel in der Stillzeit?
In der Schwangerschaft sind viele Lebensmittel zu unsicher, um sie zu essen, weil sie dem ungeborenen Kind Schaden hätten zufügen können. Darum müssen Sie sich jetzt aber fast keine Gedanken mehr machen: Solange Sie nichts in extremen Mengen zu sich nehmen oder eine Allergie bei Ihnen oder Ihrem Baby besteht, besteht bei Rohmilchkäse, Sushi, Salami und Co. keine Gefahr.Was für Obst darf man in der Stillzeit essen?
Es gibt kein Obst, das Sie in der Stillzeit nicht essen dürfen, oder umgekehrt: Sie dürfen alle Sorten essen. Manchmal bestehen beispielsweise bei Erdbeeren oder Zitronen Bedenken, weil diese bei Ihrem Baby einen wunden Po verursachen könnten. Das ist aber sehr unwahrscheinlich, sodass Sie ruhig zugreifen dürfen und dann versuchsweise Sorten weglassen kannst, wenn es zu Auffälligkeiten kommt.Warum darf man keinen Honig in der Stillzeit essen?
Das ist ein Missverständnis: Sie dürfen sehr gerne Honig in der Stillzeit essen. Ihr Baby allerdings sollte im ersten Lebensjahr keinen Honig direkt zu sich nehmen, da sich darin Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum befinden könnten, die durch den unreifen Magen-Darm-Trakt Ihres Babys zum gefährlichen Säuglingsbotulismus führen könnten. Die Sporen gehen jedoch nicht in die Muttermilch über, sodass Sie Honig diesbezüglich bedenkenlos naschen dürfen.Warum darf man keine Tomaten in der Stillzeit essen?
Tomaten, Zwiebeln, Kohlgemüse und vielen anderen blähenden Lebensmitteln wird nachgesagt, dass sie Blähungen bzw. schmerzhafte Koliken beim Baby auslösen können. Tomaten sollen ebenfalls für einen wunden Po verantwortlich sein. Diese Bedenken werden heutzutage größtenteils als veraltet angesehen, denn die blähenden Pflanzenstoffe gehen nicht in die Muttermilch über. Auch hier gilt: Ausprobieren, was vertragen wird.Darf man in der Stillzeit Alkohol trinken?
Alkohol ist in der Schwangerschaft absolut kontraindiziert, da auch geringe Mengen zu schweren Störungen beim Baby führen können. In der Stillzeit müssen Sie es nicht mehr ganz so eng sehen – ein Glas Sekt oder Wein ist wahrscheinlich harmlos. Es gilt: so wenig und so selten wie möglich, um potenzielle Schädigungen zu vermeiden. Übrigens: Wenn Mama Alkohol trinkt, führt das nicht zu besserem Babyschlaf und, anders als manche Hebamme es noch empfiehlt, auch nicht zu einer Steigerung der Milchmenge.Kann ich mit Nahrungsmitteln meine Milchmenge reduzieren oder erhöhen?
Eindeutig reduzieren lässt sich die Milchmenge mit Salbei und Pfefferminz, die zum Beispiel beim Abstillen oder bei zu viel Milch Anwendung finden. Die Milchmenge mit Lebensmitteln zu erhöhen, ist nicht ganz so einfach. Zwar werden zum Beispiel Bockshornklee, Mariendistel, Haferflocken und Bier traditionell eingesetzt, um die Milchmenge zu steigern, aber für keines dieser Mittel gibt es verlässliche Studien, die die Wirkung beweisen. Das gleiche gilt leider auch für den üblichen Stilltee, der überall im Handel erhältlich ist. Eine zu geringe Milchmenge sollte nie allein mit vermeintlich milchfördernden Substanzen behandelt werden, sondern erfordert immer eine Überprüfung der Gründe für den Mangel und des Stillmanagements.Kann die Muttermilch ihren Geschmack ändern?
Ja, das kann sie. Knoblauch und Spargel sind die typischen Beispiele für Lebensmittel, die den Geschmack der Muttermilch verändern. Die meisten Kinder haben damit kein Problem und trinken die Milch unverändert gut – oder sogar besser. Selten reagieren Babys mit Abneigung darauf. In dem Fall sollte der Verzehr der betroffenen Nahrungsmittel natürlich unterbleiben. Es gibt Hinweise darauf, dass Kinder später abwechslungsreicher essen, wenn sie schon in der Stillzeit mit unterschiedlichen Geschmäckern konfrontiert werden.Kann ich in der Stillzeit eine Diät machen?
Auf das beabsichtigte Abnehmen in der Stillzeit sollten Sie lieber verzichten. Erstens können Diäten durch das entstehende Kaloriendefizit zu einer Reduktion der Milchmenge führen – stillende Mütter benötigen etwa 200-500 Kalorien mehr am Tag, um sich und ihr Baby ausreichend zu versorgen. Zweitens werden, gerade beim schnellen Abnehmen, im Fettgewebe der Mutter gespeicherte Schadstoffe freigesetzt, die in die Muttermilch übergehen können.Darf ich in der Stillzeit Kaffee trinken?
Das dürfen Sie bedenkenlos tun, solange Sie es nicht übertreiben: Etwa 200-300 Milligramm Koffein können Sie am Tag zu dir nehmen, ohne dass Symptome bei Ihrem Baby zu erwarten sind. Das entspricht etwa 2-3 Tassen Kaffee. Mehr jedoch kann unter anderem zu Unruhe führen, sodass Sie Ihren Konsum beschränken sollten. Achtung: Neben Kaffee enthalten auch grüner und schwarzer Tee, Schokolade und Kakao nicht unerhebliche Mengen Koffein.Darf eine stillende Mutter sich vegan ernähren?
Veganismus bei Stillenden führt sogar bei Kinderärzt*innen manchmal zu Empörung. Dafür gibt es aber keinen Grund, denn solange die Mama selbst keinen Nährstoffmangel aufweist (vor allem Vitamin B 12), ist die Milch veganer Mütter genauso reichhaltig und gesund, wie von Müttern, die Ei, Fleisch und Milchprodukte konsumieren.Ernährung Stillzeit: Worauf kommt es an?
Da die Milchbildung zusätzliche Energie verbraucht, sollten Sie täglich 500 Kilokalorien mehr einkalkulieren. Aber natürlich geht es nicht nur um Quantität, sondern auch um Qualität: Ein abwechslungsreicher Speiseplan versorgt Sie mit einem optimalen Nährstoffmix, der über die Milch zu Ihrem Junior gelangt.
Die ideale Mischung besteht aus reichlich Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Milch sowie Milchprodukten, gelegentlich einem Stück Fleisch sowie wöchentlich ein bis zwei Portionen Fisch. Auf diesem Weg nehmen Sie genügend Omega-3-Fettsäuren, Jod, Folat, Vitamin A, Vitamin B12, Eiweiß sowie Eisen auf. Von all diesen Nährstoffen benötigen Sie während der Stillzeit etwas mehr. Alles Wichtige darüber finden Sie unter Stillen Ernährung: Diese Nährstoffe sind wichtig.
Ein bunter und gesunder Speiseplan ist noch aus einem weiteren Grund wichtig: Ein Teil der Geruchs- und Geschmacksstoffe aus dem Essen geht in die Muttermilch über. Dadurch lernt Ihr Spross möglichst früh, viele unterschiedliche Aromen kennen und mag später lieber gesunde Sachen essen.
Da die Muttermilch einen erheblichen Anteil an Wasser aufweist, ist es wichtig, diesen Verlust wieder auszugleichen. Nehmen Sie daher täglich und über den Tag verteilt etwa zwei Liter Flüssigkeit zu sich. Wenn Ihnen das schwerfällt, trinken Sie am besten bei jeder Stillmahlzeit ein Glas Wasser. Außer Wasser sind auch ungesüßte Kräuter- und Früchtetees ausgezeichnet.
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Stillen Ernährung: Diese Nährstoffe sind wichtig
Hier finden Sie geeignete Lebensmittel, Nährstoffe und Vitamine in der Stillzeit, die empfehlenswert sind.
1. Omega-3-Fettsäuren
Die wichtigsten Omega-3 Fettsäuren für den menschlichen Körper sind Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Sie spielen für die Ernährung in der Stillzeit eine große Rolle, denn über die Muttermilch bekommt Ihr Liebling davon eine großzügige Portion ab. Insbesondere DHA erfüllt wichtige Funktionen bei der Entwicklung von Gehirn und Netzhaut Ihres Säuglings.
Extra-Tipp: Damit die Versorgung mit den Fettsäuren klappt, verwenden Sie in der Küche möglichst Rapsöl; auch Hanf-, Lein- sowie Walnussöl sind reich an ALA, dürfen aber nicht erhitzt werden. Aus ALA kann der Organismus geringe Mengen an EPA und DHA selbst herstellen. Den restlichen Teil des Bedarfs muss aber über die Ernährung gedeckt werden. Besonders reich an EPA und DHA sind fette Seefische wie Lachs, Hering und Makrele. Sie liefern gleichzeitig Jod und dürfen gern ein- bis zweimal pro Woche auf den Tisch kommen.
Doch manche Exemplare sind ein schlechter Fang. Das betrifft große und alte Tiere, die am Ende der Nahrungskette stehen wie beispielsweise Heilbutt, Schwertfisch oder Thunfisch. Sie können mit Methylquecksilber belastet sein (1). Das Schwermetall gelangt ungehindert in die Muttermilch und beeinträchtigt die Entwicklung des Gehirns. Auch können stillende Frauen, die nicht regelmäßig Fisch essen, DHA (200 Milligramm pro Tag) zum Beispiel durch Mikroalgenöl ergänzen.
2. Jod
Muttermilch ist für Säuglinge die gesündeste Nahrung, denn sie enthält alle notwendigen Nährstoffe in einer idealen Zusammensetzung – bis auf Jod. Fehlt das Spurenelement, kann es zu Wachstumsstörungen des Kindes kommen. Auch die geistige Entwicklung wird beeinträchtigt. Damit Sie beide ausreichend versorgt sind, benötigen Sie täglich 260 Mikrogramm Jod (2)
Extra-Tipp: Verwenden Sie zum Salzen am besten jodiertes Speisesalz, bauen Sie täglich Milch oder Milchprodukte in ihren Speiseplan ein und lassen Sie sich pro Woche zwei Portionen Fisch schmecken. Wichtig dabei: Süßwasserfische wie Forelle, Karpfen und Zander bieten kaum Jod, dagegen sind Seefische eine tolle Quelle. Dasselbe gilt für andere Meeresbewohner wie Garnelen und Miesmuscheln.
Ernährungsplan Stillzeit: Diese Lebensmittel liefern viel Jod (3):
Lebensmittel (100 g) | Jodgehalt in μg (Mikrogramm) |
---|---|
Kabeljau (Dorsch) | 228,6 |
Miesmuscheln | 150,4 |
Mozzarella | 150 |
Garnelen | 90,5 |
Parmesan | 80,6 |
Seelachs | 65 |
Makrele | 49,8 |
Hering | 47,1 |
Bergkäse | 40 |
Tilsiter | 30 |
Hüttenkäse | 20 |
Butterkäse | 17,8 |
Gouda | 11,8 |
Milch 3,5 % Fett | 11,7 |
Kefir | 7,5 |
Neben der jodreichen Ernährung in der Stillzeit, sollten Mütter zusätzlich Jodtabletten (100 Mikrogramm pro Tag) einnehmen – insbesondere, wenn Sie sich vegetarisch oder vegan ernähren. Beraten Sie sich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, falls Sie eine Schilddrüsenerkrankung haben.
3. Folat (Folsäure)
Nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch in der Stillzeit ist der Bedarf an dem B-Vitamin erhöht. Zwar ist die Gefahr von Missbildungen nach der Geburt vorbei – aber für ein gesundes Wachstum sowie für die gute Entwicklung spielt der Mikronährstoff weiterhin eine große Rolle. Solange Sie stillen, brauchen Sie daher täglich 450 Mikrogramm Folat (4).
Extra-Tipp: Sein Name verrät es schon, in welchen Lebensmittel Folat steckt, denn er leitet sich von dem lateinischen Begriff „folium“ für Blatt ab. Die synthetische hergestellte Form heißt im Übrigen Folsäure, die einige Hersteller ihren Lebensmitteln oder Vitaminpräparaten zusetzen. Natürliche Quellen sind vor allem grüne Gemüse wie Endivie, Feldsalat, Grünkohl, Rosenkohl, Spinat, aber auch Eier, Erdbeeren, Hülsenfrüchte sowie Vollkornprodukte. Besonders Getreidekeime und -kleie bieten viel Folat.
4. Vitamin A
Bekanntermaßen ist Vitamin A gut für die Augen, aber nicht nur: So benötigt der Körper das fettlösliche Vitamin für Wachstum, Immunsystem und Entwicklung von Zellen sowie Geweben. Über die Muttermilch nehmen Säuglinge diesen Mikronährstoff auf. Damit Groß und Klein gut versorgt sind, benötigen Stillende täglich 1.300 Mikrogramm Vitamin A (5).
Extra-Tipp: Mit der richtigen Ernährung in der Stillzeit lässt sich das Tagessoll gut erfüllen. Essen Sie bevorzugt orangefarbenes Obst und rotes oder grünes Gemüse – darin steckt viel Betacarotin, dass der Organismus in Vitamin A umwandeln kann. Top-Quellen sind zum Beispiel Aprikose, Grünkohl, Kaki, Mango, Möhre, Süßkartoffel und Spinat. Gut zu wissen: Fett fördert die Aufnahme des Carotinoids.
5. Vitamin B12
Das wasserlösliche Vitamin, auch Cobalamin genannt, benötigt der Körper für die Zellteilung und hält das Nervengewebe gesund. Es steckt praktisch nur in Tierischem wie Fleisch, Fisch, Eiern und Käse. Mikrobiell hergestellte Lebensmittel wie Kimchi, Sauerkraut oder fermentierte Sojaprodukte enthalten, wenn überhaupt, so geringe Menge und oft in einer für den Organismus nicht verwertbaren Form, dass sie für die Versorgung mit Cobalamin keine Rolle spielen. Damit wird Vitamin B12 zum Knackpunkt für strenge Vegetarierinnen oder Veganerinnen – auch weil der tägliche Bedarf mit 5,5 Mikrogramm in der Stillzeit am höchsten ist (6).
Extra-Tipp: Ernähren Sie sich vegan, ist es ratsam, dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat einzunehmen, damit sich Ihr Kind gesund entwickeln kann. Zusätzlich leistet eine Ernährungsberatung wertvolle Hilfe, denn auch Eiweiß, Vitamin B2, Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen und langkettige Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) können bei einer veganen Ernährung während der Stillzeit zu kurz kommen. Hier finden Sie Adressen und Ansprechpartner:innen.
7. Eiweiß
Wenn Sie stillen, brauchen Sie auch mehr Proteine: Statt 0,8 Gramm Eiweiß, dürfen es jetzt 1,2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht sein (ausgehend vom Normalgewicht). Eine Frau mit einem Gewicht von 60 Kilogramm würde folglich mit 72 Gramm Protein pro Tag sehr gut zurechtkommen (7). Dieser Mehrbedarf lässt spielend durch Eier, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Milch und Milchprodukte decken. Auch Nüsse, Samen und Kerne sind klasse.
Extra-Tipp: Sie brauchen jetzt aber nicht anfangen, fein säuberlich aufzuschreiben, wie viel Sie genau gegessen haben. Wichtig ist, dass es ungefähr hinkommt. Kombinieren Sie außerdem verschiedene Eiweißquellen miteinander. So erhöhen Sie die sogenannte biologische Wertigkeit und der Organismus kann prozentual mehr Eiweiß aus der Nahrung in körpereigenes umwandeln.
Klasse Kombis sind Weizen mit Bohnen, Kartoffeln mit Quark, Eier mit Kartoffeln oder Milchprodukte mit Getreide. Zudem greift der Effekt nicht nur innerhalb einer Mahlzeit, sondern die Proteine einzelner Lebensmittel können sich auch im Laufe des Tages vervollständigen.
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8. Eisen
Eine ausreichende Aufnahme ist in der Stillzeit weniger für Ihr Baby von Bedeutung als für Sie selbst. Denn der Eisengehalt in Muttermilch ist immer gleich, egal, wie viel Sie von dem Spurenelement zu sich nehmen. Ihr Liebling bekommt also auf jeden Fall genug davon, um gut zu gedeihen.
Umgekehrt heißt das aber auch: Wenn Sie zu wenig Eisen aufnehmen, geht obendrein ein großer Teil davon an Ihr Kind – mit dem Ergebnis, dass Sie sich schlapp und müde fühlen. Aus diesem Grund benötigen Sie jetzt 20 Milligramm Eisen pro Tag. Das sind 5 Gramm mehr, als Frauen üblicherweise empfohlen wird (8).
Lesen Sie hier mehr: Kann Langzeitstillen zu Eisenmangel führen?
Extra-Tipp: Ein ausgezeichneter Spender ist bekanntermaßen rotes Fleisch, aber pflanzliche Quellen wie Amaranth, Haferflocken, Hirse, Linsen, Kürbiskerne sowie Spinat übertreffen das Fleisch sogar. Um Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln gut verwerten zu können, benötigt der Körper allerdings Vitamin C. Würzen Sie Ihre Gerichte zum Beispiel mit reichlich gehackter Petersilie oder einem großzügigen Spritzer Zitronensaft. Auch viele Gemüsesorten wie Paprika oder Kohl sind reich an Vitamin C und unterstützen deshalb die Eisenaufnahme.
Ernährungsplan Stillzeit: Diese Lebensmittel liefern viel Eisen (3):
Lebensmittel (100 g) | Eisengehalt in mg (Milligramm) |
---|---|
Kürbiskerne | 12,5 |
Amaranth | 9 |
Leinsamen | 8,2 |
Quinoa | 8 |
Linsen | 7,5 |
Hirse | 6,9 |
Kichererbsen | 6,1 |
Tofu | 5,3 |
Haferflocken | 5,1 |
Spinat | 4,1 |
Haselnüsse | 3,8 |
Löwenzahn | 3,1 |
Mangold | 2,7 |
Fenchel (Knolle) | 2,7 |
Rind (Hackfleisch) | 2,7 |
Leckere Kochideen für die Stillzeit
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Ernährung Stillzeit: Liste
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Ernährung Stillzeit: Was schadet jetzt?
Welche Lebensmittel blähen beim Stillen oder wovon sollten Sie lieber gänzlich die Finger lassen? Hier erfahren Sie, welche Lebensmittel Sie besser meiden.
1. Alkohol
Wie schon in der Schwangerschaft gilt die Regel: Bier, Likör, Wein und Konsorten stehen ganz oben auf der Liste der verbotenen Lebensmittel in der Stillzeit. Denn bereits geringe Mengen an Alkohol beeinflussen die mütterlichen Hormone und in der Brust wird weniger Milch gebildet. Zudem geht Alkohol in die Muttermilch über und das gestillte Kind schläft leichter und auch kürzer.
Extra-Tipp: Feiern kann man auch ohne Sekt – oder mit alkoholfreiem Schaumwein. Doch wenn Sie in Ausnahmefällen, etwa bei einem besonderen Anlass anstoßen möchten, dann tun Sie dies am besten direkt nach dem Stillen und trinken Sie nicht mehr als ein Glas.
2. Kaffee und Tee
Koffeinhaltige Getränke wie Cola, Energy-Drinks, Kaffee und Mate Tee machen munter – aber nicht nur Sie, sondern auch Ihr Kind, denn das Koffein geht in die Muttermilch über. Der Säugling kann das Wachmachermolekül wesentlich schlechter abbauen, sodass sich die Substanz anhäuft. Das kann zu Unruhe, Bauchschmerzen und Blähungen beim Säugling führen.
Aus diesem Grund sind für Stillende 200 Milligramm Koffein die tägliche Obergrenze (9). Grob lässt sich sagen, dass eine Tasse Filterkaffee (200 Milliliter) um die 90 Milligramm Koffein enthält. Grüner und schwarzer Tee regen ebenfalls an, vorausgesetzt man lässt sie maximal zwei Minuten ziehen. Mit einer Tasse grünen Tee (200 Milliliter) nehmen Sie 30 Milligramm Koffein auf, bei einer Tasse schwarzen Tee (200 Milliliter) sind es 45 Milligramm (10).
Extra-Tipp: Cola und Energy-Drinks sind grundsätzlich ungeeignet – hier geht es nicht nur um die Koffeinmenge, sondern auch um den Zuckergehalt. Probieren Sie ruhig auch mal entkoffeinierten Kaffee. Gute Marken schmecken oft fast wie „echt“. Statt schwarzem Tee können Sie Rooibos Tee trinken, der ziemlich ähnlich schmeckt, aber ganz ohne Koffein auskommt.
3. Chili, Hülsenfrüchte und Orangen
Sie essen gerne Linsensuppe oder Rotkohl? Der Ratschlag, auf blähende Lebensmittel in der Ernährung während der Stillzeit zu verzichten, ist wissenschaftlich nicht belegt. Sofern Sie solche Lebensmittel gut vertragen, tut es Ihr Kind auch. Ebenso ist es ein Ammenmärchen, dass Kohlensäure aus dem Mineralwasser in die Muttermilch gelangt und beim Säugling Blähungen hervorruft. Wenn Sie also gerne Sprudelwasser trinken, spricht nichts dagegen.
Wenn Sie Knoblauch oder Spargel lieben, müssen Sie sich ebenfalls nicht sorgen. Es ist richtig, dass ein kleiner Teil der Aromastoffe in die Muttermilch übergeht – wenn Sie aber schon während der Schwangerschaft dafür eine Schwäche hatten, kennt Ihr Nachwuchs die Geschmacksstoffe bereits aus dem Fruchtwasser und erkennt sie in der Milch wieder. Sollte der Spross trotzdem das Trinken verweigern, ist das kein Grund zur Sorge. Denn nach ein paar Stunden ist der spezielle Geschmack wieder verflogen.
Prinzipiell können Sie auch während der Stillzeit Orangensaft, feurige Currys oder Zitrusfrüchte genießen. Probieren Sie aber sicherheitshalber kleine Mengen aus und beobachten Sie, wie Ihr Kind darauf reagiert. Viele Babys vertragen Fruchtsäuren und scharfe Gewürze wunderbar, doch in Einzelfällen bekommen sie davon einen wunden Po. Bei einem Verdacht können Sie etwa Chili, Grapefruit, Kiwi und Orangensaft für ein paar Tage vom Speisezettel streichen. Hilft es: prima. Ändert sich nichts, liegt es offensichtlich nicht an diesen Lebensmitteln – und Sie können wieder zugreifen (11).
Wissen zum Mitnehmen
Mit Ausnahme von Alkohol, müssen Sie nach der Geburt Ihrem Kind zuliebe auf nichts mehr verzichten. Jetzt können Sie essen, worauf Sie Appetit haben und was Ihnen gut bekommt. Achten Sie jedoch auf eine hohe Nährstoffdichte, damit Sie fit bleiben und sich Ihr Baby gut entwickeln kann. Da die Milchbildung zusätzliche Energie verbraucht, sollten Sie täglich 500 Kilokalorien mehr einplanen.
Setzen Sie für Ihre Ernährung beim Stillen auf eine abwechslungsreiche Mischung aus reichlich Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Milch sowie Milchprodukten, gelegentlich einem Stück Fleisch sowie wöchentlich ein bis zwei Portionen Fisch – gerne fette Seefische wie Lachs, Hering und Makrele. Mit diesen Lebensmitteln nehmen Sie jede Menge Omega-3-Fettsäuren (insbesondere DHA), Jod, Folat, Vitamin A, Vitamin B12, Eiweiß sowie Eisen auf. Jedoch gelingt es mitunter nicht, den erhöhten Bedarf, etwa an DHA, Jod und Vitamin B12 zu decken. Hier ist eine gezielte Supplementation sinnvoll.
Häufig werden Hülsenfrüchte und Kohlgemüse als verbotene Lebensmittel in der Stillzeit genannt. Jedoch müssen Sie keineswegs vorsorglich darauf verzichten, denn es fehlen wissenschaftliche Belege, dass sie beim Säugling Blähungen hervorrufen. Auch bereiten scharfe Gewürze oder Zitrusfrüchte nur in Einzelfällen Probleme. Sollten Sie also beim Wickeln feststellen, dass Ihr Kind einen wunden Po hat, können Sie probeweise auf Zitrusfrüchte oder scharfes Essen beim Stillen verzichten.