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Wissenschaftlich geprüft

Die richtige Ernährung während der Stillzeit

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 24. Okt. 2018
Ernährung während der Stillzeit

Wenn das Baby endlich auf der Welt ist, fängt für alle ein neues Leben an. Das ist wunderschön, manchmal aber auch anstrengend – besonders für Mütter, die ihr Kind stillen. Denn das sorgt zwar für viele Momente voller Glück und Innigkeit, aber es kostet auch Kraft: Das Baby braucht jetzt viele Nährstoffe, das es sich bei seiner Mama holt, weshalb die richtige Ernährung in der Stillzeit genauso wichtig wie während der Schwangerschaft.

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Inhaltsverzeichnis

Was in der Stillzeit besonders gut tut
Und was ist mit dem Bauch?
Die 8 besten Lebensmittel & Nährstoffe für stillende Mütter
Die 8 schlechtesten Lebensmittel für stillende Mütter
Wissen zum Mitnehmen

Damit Ihr kleiner Schatz gut gedeihen kann und auch Sie fit bleiben und sich wohl fühlen, ist eine Erhöhung der Energiezufuhr wichtig. Stillende Frauen sollten 500 Kalorien mehr pro Tag einkalkulieren, damit die Energie für Mutter und Kind ausreicht.

Aber natürlich geht es nicht nur um Quantität, sondern auch und vor allem um Qualität. Junk Food mag ausreichend viele Kalorien liefern, genügend Nährstoffe hat es aber nicht zu bieten. Gerade jetzt spielen Nährstoffe aber eine besonders bedeutende Rolle, denn ein Mangel kann zu Müdigkeit führen und sogar zur sogenannten Wochenbettdepression beitragen.

Was in der Stillzeit besonders gut tut

Anders als in der Schwangerschaft brauchen Sie jetzt Ihrem Kind zuliebe auf nichts mehr zu verzichten. Auch Sushi mit rohem Fisch, Carpaccio, Tatar oder Rohmilchkäse können Sie sich wieder schmecken lassen. Einige Lebensmittel gibt es allerdings, die manchen Babys Bauchweh oder andere Probleme machen können, wenn stillende Mütter sie essen. Alles Wichtige dazu lesen Sie in unserer Liste der 8 schlechtesten Lebensmittel.

Aber wenn es Ihrem Kind rundum gut geht und Ihnen auch, dann dürfen Sie jetzt alles essen, worauf Sie Appetit haben und vertragen. Achten Sie dabei aber unbedingt auf eine hohe Nährstoffdichte! Im Klartext: Bringen Sie bevorzugt Lebensmittel auf den Tisch, die möglichst viele Vitamine, Mineralstoffe und andere gesunde Inhaltsstoffe enthalten. Auf jeden Fall eine super Wahl sind:

  • Obst, Gemüse und Kräuter
  • Vollkornprodukte
  • Nüsse und Kerne
  • Fisch
  • Fleisch und Wurst (in Maßen)
  • Milch und Milchprodukte (Joghurt, Quark, Käse etc.)

Damit geht es nicht nur Ihnen besser; die richtige Ernährung in der Stillzeit Ernährung hilft Ihrem Baby dabei, sich gut und gesund zu entwickeln. Ähnlich wie schon in der Schwangerschaft kommt es dabei auf einige Nährstoffe wie z.B. Folsäure und Magnesium besonders an, weil sie hauptsächlich dafür sorgen, dass sich das Gehirn von Säuglingen in den sehr wichtigen ersten sechs Lebensmonaten optimal entwickelt. Vor allem bei diesen Nährstoffen ist der Bedarf in der Stillzeit erhöht. Alles Wichtige darüber finden Sie in unserer Liste der 8 besten Lebensmittel und Nährstoffe.

Merke!

Sie dürfen gerne essen, worauf Sie Appetit haben. Bevorzugen Sie am besten Lebensmittel, die möglichst viele gute Nährstoffe enthalten, damit Ihr Baby sich gut und gesund entwickelt.

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Und was ist mit dem Bauch?

Nach der Geburt haben die wenigsten frisch gebackenen Mamas gleich wieder einen straffen Bauch. Es ist völlig normal, dass sich der Bauch nur langsam wieder zurückbildet! Ob Sie den Trend zum „After Baby Body“ mitmachen wollen, ist natürlich Geschmackssache. Sie können die Rückkehr zur „alten Form“ natürlich mit entsprechender Rückbildungsgymnastik oder speziellen Fitnessprogrammen beschleunigen. In diesem Fall aber bitte dran denken: Wenn Sie regelmäßig und intensiv Sport machen, müssen Sie gleichzeitig Ihr Kalorienkonto noch etwas auffüllen, damit Ihr Baby und Sie genügend Power bekommen.

So normal wie der anfangs noch schlaffe Bauch ist es übrigens auch, dass nach der Geburt ein paar Extra-Kilos übrigbleiben. Eine Diät zu starten, wäre jetzt aber fatal, weil Sie dann zu wenig Energie aufnehmen und es außerdem zu einem schädlichen Mangel an wichtigen Nährstoffen kommt. Dazu kommt, dass im Fettgewebe gespeicherte Schadstoffe bei einer Diät in die Muttermilch gelangen und dadurch dem Baby schaden können. Übrigens erledigt sich das Problem in der Regel von selbst, wenn Sie Ihr Baby stillen: Die meisten Mütter nehmen durch die Milchproduktion ganz automatisch langsam, aber sicher ab.

Warten Sie also entspannt ab, was der Zeiger der Waage nach den ersten Monaten der Stillzeit anzeigt. Je nachdem, ob Sie die empfohlenen sechs Monate oder länger stillen, können Sie nach dem Abstillen immer noch die eventuell übrigen überzähligen Kilos gezielt angehen. Bis dahin setzen Sie sich nicht unter unnötigen Stress – genießen Sie lieber die Zeit einer besonderen Verbindung und Zweisamkeit mit Ihrem Baby!

Merke!

Ein schlaffer Bauch und ein paar Extra-Kilos sind nach der Schwangerschaft ganz normal. Fangen Sie aber jetzt nicht mit einer Diät an, denn ein Nährstoffmangel beeinflusst die Muttermilch und kann sich negativ auf Ihr Baby auswirken.

Die 8 besten Lebensmittel & Nährstoffe für stillende Mütter

1. Omega-3-Fettsäuren

Die Aufnahme von möglichst großen Mengen an so genannten Omega-3-Fettsäuren ist für Stillende mindestens genauso wichtig wie auch schon während der Schwangerschaft. Denn über die Muttermilch bekommt Ihr Baby davon eine großzügige Portion ab – und das spielt eine enorm wichtige Rolle für die Entwicklung seines Nervensystems und Gehirns.

Warum das so ist? Ganz einfach: Rund 60 Prozent der Nervenzellen bestehen aus diesen essenziellen Fettsäuren, und bis zu 97 Prozent der Gehirnzellen benötigen sie ebenfalls. Im Klartext heißt das: Omega-3-Fettsäuren sind Voraussetzung für emotionale Stabilität und Intelligenz im Kindes- und Erwachsenenalter.

Extra-Tipp: Damit die optimale Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren klappt, sollten Sie so oft wie möglich Raps- oder Olivenöl verwenden; auch Nussöle enthalten reichlich davon. Nüsse und Kerne sind ebenfalls eine gute Quelle. Besonders viele Omega-3-Fettsäuren liefern außerdem fettreiche Fischsorten wie Lachs, Hering, Thunfisch, Makrele oder Sardinen – sie dürfen gern zweimal pro Woche auf den Tisch kommen.

Merke!

Sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen, denn diese braucht Ihr Baby für die Entwicklung des Nervensystems und Gehirns.

2. Jod

Dieses Spurenelement hat eine ähnliche und genauso große Bedeutung dafür, dass sich Gehirn und Intelligenz Ihres Babys gut entwickeln. Jod fördert die Bildung und die Reifung von Nervenzellen im Gehirn – bekommt ein Säugling davon zu wenig, verzögert sich die Entwicklung, und schlimmstenfalls können sogar dauerhafte Hirnschäden entstehen.

Studien zeigen: Ein Jodmangel vermindert die Merkfähigkeit und Orientierung auf Neues im Alter von sieben Monaten; im Alter von 13 Monaten bleiben die Kinder in ihrer Entwicklung hinter Kindern mit ausreichender Jodversorgung zurück.

Extra-Tipp: Stillende brauchen sogar noch etwas mehr Jod als Schwangere: Pro Tag müssen es nach Empfehlungen der DGE mindestens 260 μg  sein, damit Mutter und Kind ausreichend von dem Spurenelement bekommen. Jod steckt vor allem in Seefisch. Wenn Sie sich vegetarisch oder vegan ernähren, sollten Sie unbedingt mit Arzt oder Ärztin über die Einnahme von Jodtabletten sprechen.

Hier finden Sie eine kurze Übersicht von Lebensmitteln mit einem hohen Jodgehalt:

 
Lebensmittel (100 g) Jodgehalt in μg (Mikrogramm)
Schellfisch 285
Fischstäbchen 265
Kabeljau 200
Heilbutt, Scholle 61
Makrele (geräuchert) 40
Hering 31
Räucherlachs 28
Möhren 32
Brokkoli 22
Pilze 19

Merke!

Essen Sie ausreichend Jod, denn dieses fördert die Bildung von Nervenzellen im Gehirn Ihres Kindes.

3. Folsäure (Folat)

Genauso wie schon in der Schwangerschaft hat das „Folsäure“ genannte B-Vitamin auch in der Stillzeit eine besonders wichtige Bedeutung für die gesunde Entwicklung Ihres Babys. Zwar ist die Gefahr von Missbildungen nach der Geburt vorbei – aber für ein gesundes Wachstum sowie für die gute Entwicklung des Gehirns spielt Folsäure weiterhin eine große Rolle!

Lesen Sie auch: So wichtig ist Folsäure für Schwangere

Extra-Tipp: Solange Sie Ihr Baby stillen, sollten Sie täglich 450 µg Folsäure zu sich nehmen. Reichlich von diesem B-Vitamin enthalten vor allem grünes Gemüse (Brokkoli, Spinat, Blattsalate, Grünkohl, Rosenkohl, Erbsen), aber auch Hülsenfrüchte (vor allem weiße Bohnen, Sojabohnen und Linsen), Erdnüsse, Weizenkleie und Quinoa. Besonders viel Folsäure steckt außerdem in Weizenkeimen (520 μg /100 g), die Sie leicht selbst ziehen können.

Wenn Sie den Geschmack mögen, ist auch Bierhefe super: Schon 1 Esslöffel davon (10 g) liefert 320 µg Folsäure! Bierhefe können Sie einfach über Suppen, Gemüse, Müsli oder in Soßen streuen.

Merke!

Wie auch in der Schwangerschaft ist Folsäure sehr wichtig für eine gesunde Entwicklung Ihres Kindes. Sie sollten während der Stillzeit 450 µg Folsäure am Tag zu sich nehmen.

4. Vitamin A

Für Wachstum, Immunsystem und die Entwicklung von Zellen und Gewebe Ihres Babys ist in der Stillzeit Vitamin A besonders wichtig. Der Bedarf von Frauen, die stillen, liegt mit täglich 1,5 µg fast doppelt so hoch wie die normalerweise empfohlene Zufuhr.

Extra-Tipp: Mit der richtigen Ernährung lässt sich das Tagessoll für Vitamin A eigentlich gut erfüllen. Essen Sie bevorzugt orangefarbenes Obst und rotes, grünes Gemüse – darin steckt am meisten! Top-Quellen für Vitamin A sind z.B. Melone, Mango, Aprikose, Kaki und Sanddorn; beim Gemüse liefern Spinat, Fenchel, Feldsalat, Rucola, Süßkartoffel, Paprikaschote sowie besonders Möhren und Grünkohl große Mengen.

Merke!

Nehmen Sie während der Stillzeit ausreichend Vitamin A zu sich, welches vor allem in orangefarbenem Obst sowie rotem und grünem Gemüse steckt.

5. Vitamin C

Reichlich Obst und Gemüse essen ist generell gesund und wichtig – für stillende Mamas gilt das aber erst recht, denn für's Baby brauchen sie genau 25 Prozent mehr Vitamin C als sonst. Die DGE empfiehlt in der Stillzeit mindestens 125 mg pro Tag statt der üblichen 100 mg. Diese Menge ist ziemlich leicht zu erreichen, wenn Sie bestimmte Lebensmittel bevorzugt essen:

 
Lebensmittel (100 g) Vitamin C in mg
Papaya 80
Erdbeeren 62
Kiwi 46
Litchi 39
Paprikaschote 120
Brokkoli 115
Rosenkohl 112
Grünkohl 105
Fenchel 93

Extra-Tipp: Eine Super-Quelle für Vitamin C sind neben Petersilie (159 mg/100 g) und Bärlauch (150 mg/100 g) vor allem Brennesseln – sie bringen es auf satte 300 mg pro 100 g! Auch Orangen, Zitronen, Clementinen und andere Zitrusfrüchte enthalten natürlich reichlich Vitamin C. Hier kommt es aber darauf an, ob Ihr Baby die Fruchtsäure verträgt (s. o.).

Merke!

Obst und Gemüse ist sehr wichtig, denn Sie brauchen 25 Prozent mehr Vitamin C als sonst. Insbesondere Petersilie, Bärlauch und Brennesseln sind gute Vitamin-C-Lieferanten.

6. Magnesium

Dieser Mineralstoff war schon in der Schwangerschaft besonders wichtig, doch auch nach der Geburt bleibt der tägliche Bedarf erhöht. Er steigt sogar noch mal um 80 mg auf 390 mg, denn das Baby braucht Magnesium für die gesunde Entwicklung seiner Knochen und Muskeln.

Mit Samen, Kernen und Nüssen können Sie schon einen guten Teil des Tagesbedarfs an Magnesium decken (eine Liste dazu finden Sie hier). Oft macht aber auch die Einnahme eines speziellen Magnesiumpräparats Sinn – das sollte allerdings immer der Arzt entscheiden!

Extra-Tipp: Die ausreichende Aufnahme von Magnesium ist nicht nur für Ihr Kind ausgesprochen wichtig – Sie selbst profitieren davon natürlich auch. Stillen kann nämlich ganz schön anstrengend sein und Kraft kosten! Wenn Sie genügend Magnesium bekommen, werden Sie sich trotzdem fitter fühlen, weniger müde sein und behalten auch in den für Mamas manchmal stressigen Momenten leichter die Nerven.

Merke!

Nehmen Sie ausreichend Magnesium zu sich, damit sich Ihr Kind gut entwickelt und auch Sie sich fitter und wohler fühlen.

7.  Eiweiß

Wenn Sie stillen, braucht Ihr Körper deutlich mehr Proteine: Der Bedarf liegt dann mit  63 g pro Tag und 15 g höher als bei Frauen im Allgemeinen und 5 Gramm höher als in der Schwangerschaft. Essen Sie also in der Stillzeit bewusst eiweißreich. Fisch und Fleisch liefern besonders viele Proteine, die der Körper leicht verwerten kann.

Extra-Tipp: Sie essen weder Fleisch noch Fisch? Eier sowie Milch und Milchprodukte enthalten ebenfalls reichlich Eiweiß! Das gilt speziell für Käse inklusive Quark und körnigen Frischkäse. Hülsenfrüchte sind eine besonders gute Quelle für pflanzliches Eiweiß, falls Ihr Baby darauf nicht mit Bauchweh reagiert.

Wenn Sie vegan essen, sollten Sie sicherheitshalber mit Arzt oder Ärztin besprechen, wie Sie den erhöhten Eiweißbedarf decken können.

Merke!

Während der Stillzeit brauchen Sie mehr Proteine als sonst. Essen Sie also in dieser Zeit ganz bewusst mehr Eiweiße (Fisch, Fleisch, Milchprodukte), die Ihnen gut tun.

8.  Eisen

Eine ausreichende Aufnahme ist in der Stillzeit weniger für Ihr Baby von Bedeutung als für Sie selbst. Denn der Eisengehalt in Muttermilch ist immer gleich, egal, wie viel Sie von dem Mineralstoff zu sich nehmen. Ihr Kind bekommt also auf jeden Fall genug davon, um gut zu gedeihen.

Umgekehrt heißt das aber auch: Wenn Sie zu wenig Eisen aufnehmen, geht obendrein ein großer Teil davon an Ihr Kind – mit dem Ergebnis, dass Sie sich schlapp und müde fühlen. Aus diesem Grund empfiehlt die DGE stillenden Müttern pro Tag 20 mg Eisen, das sind 5 g mehr als sonst für Frauen empfohlen.

Kann Langzeitstillen zu Eisenmangel führen? Lesen Sie hier mehr.

Extra-Tipp: Es wird oft gesagt und davon trotzdem nicht wahrer: Ja, Fleisch ist eine gute Quelle für Eisen. Dasselbe gilt aber auch für Fisch, und besonders für Muscheln – beides enthält oft sogar weit mehr Eisen als Fleisch.

Hülsenfrüchte übertrumpfen sogar beim Eisengehalt alle tierischen Quellen (außer Innereien), und selbst einige Gemüsesorten liefern große Mengen. Hier eine Übersicht über vegane Lebensmittel, die besonders viel Eisen enthalten:

 
Lebensmittel (100 g) Eisengehalt in mg
Weizenkleie 16
Kürbiskerne 12,5
Sesamsamen 10
Sojafleisch 11
Amaranth 9
Weizenkeime 8,5
Leinsamen 8,2
Linsen 8
Quinoa  8
Haferkleie 7,8
Pistazienkerne 7,3
Hirse 6,9
Sojabohnen 6,6
Pfifferling 6,5
Weiße Bohnen, Kichererbsen 6,1
Tofu 5,3
Pinienkerne 5,2
Haferflocken 5,1
Mandeln 4,1
Spinat 4,1
Haselnüsse 3,8
Topinambur 3,7
Portulak 3,6
Schwarzwurzel 3,3
Löwenzahn 3,1
Mangold 2,7

Merke!

Eisen ist für Sie als stillende Mutter besonders wichtig. Wenn Sie zu wenig davon aufnehmen und ein großer Teil davon an Ihr Kind geht, fühlen Sie sich schlapp und müde.

Die 8 schlechtesten Lebensmittel für stillende Mütter

1. Alkohol

Wie schon in der Schwangerschaft gilt als Regel: Alkoholische Drinks sind Gift fürs Baby! Auch nur ein Glas kann Schaden anrichten, denn es dauert Stunden, bis der Körper den Alkohol abgebaut hat – und so lange bekommt der Säugling ihn über die Muttermilch ebenfalls ab.

Extra-Tipp: Feiern kann man auch ohne Sekt – oder mit alkoholfreiem Schaumwein. Wenn Sie trotzdem ausnahmsweise aus besonderem Anlass mal anstoßen möchten, dann tun Sie dies am besten direkt nach dem Stillen abends vor der längsten Stillpause des Tages.

Die sicherste Methode: Pumpen Sie vor dem „Gläschen in Ehren“ Milch ab, dann hat Ihr Körper genug Zeit, den Alkohol bis zur übernächsten Stillmahlzeit abzubauen.

Merke!

Mediziner raten stillenden Frauen, völlig auf Alkohol zu verzichten.

2. Kaffee und Tee

Der Cappuccino oder Latte am Morgen muss Ihrem Baby nicht unbedingt schaden; es kann allerdings sein, dass es durch Koffein unruhiger wird. Falls Ihnen auffällt, dass das Kleine vermehrt schreit oder weniger schläft, sollten Sie natürlich auf Kaffee sowie auf schwarzen und grünen Tee verzichten.

In jedem Fall empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stillenden Müttern pro Tag höchstens drei Tassen Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke.

Extra-Tipp: Trinken Sie Koffeinhaltiges nur bis zum Mittagessen, damit der Körper den Stoff bis zur abendlichen Stillmahlzeit abbauen kann und die Nacht ruhig verläuft. Probieren Sie ruhig auch mal entkoffeinierten Kaffee – gute Marken schmecken oft fast wie „echt“. Statt schwarzem Tee können Sie Roibostee trinken, der ziemlich ähnlich schmeckt, aber ganz ohne Koffein auskommt.

Merke!

Durch Koffein kann Ihr Kind unruhig werden und vermehrt schreien. Dann sollten Sie auf Kaffee, schwarzen und grünen Tee verzichten. Die DGE empfiehlt nicht mehr als drei Tassen koffeinhaltiger Getränke zu sich zunehmen.

3.  Scharfe Gewürze

Chili, Ingwer, Cayennepfeffer – bei diesen und anderen Gewürzen geht die Schärfe zum Teil auch in die Muttermilch über. Das muss nicht unbedingt schaden, kann aber  bei Säuglingen einen wunden Po verursachen. Beobachten Sie darum, wie Ihr Baby darauf reagiert, wenn Sie scharfe Mahlzeiten gegessen haben: Bleibt alles wie bisher, ist die Schärfe kein Problem – stellen Sie dagegen beim Wickeln fest, dass Ihr Kind im Windelbereich starke Rötungen hat, reduzieren Sie Scharfes am besten.

Extra-Tipp: Falls Ihr Baby empfindlich auf scharfe Gewürze reagiert, hilft der schon bei Alkohol genannte Trick: Essen Sie solche Gerichte ausschließlich abends und pumpen Sie vorher genügend Milch für die nächste Stillmahlzeit ab.

Merke!

Scharfe Gewürze können (müssen aber nicht) bei Säuglingen einen wunden Po verursachen. Sollte dies der Fall sein, vermeiden Sie scharfes Essen.

4. Knoblauch und Zwiebeln

An den typischen Geschmack von Zwiebeln und Knoblauch sind Babys gewöhnt, wenn ihre Mutter beides schon während der Schwangerschaft häufig gegessen hat. Trotzdem kann es sein, dass gestillte Säuglinge die blähenden Stoffe aus Knoblauch und Co. weniger gut vertragen und davon Blähungen bekommen.

Extra-Tipp: Wenn Ihr Kind trotz trockener Windel auffallend viel weint, nachdem Sie Zwiebeln und Knoblauch gegessen haben, hat es höchstwahrscheinlich Bauchweh davon. Verzichten Sie dann für ein, zwei Tage darauf und beobachten Sie, ob das Kleine sich dadurch beruhigt. Falls ja, lassen Sie die „Übeltäter“ erst mal ganz weg.

Merke!

Bei Zwiebeln und Knoblauch kann es sein, dass Ihr Kind davon Blähungen bekommt. Versuchen Sie dies während der Stillzeit zu berücksichtigen.

5. Kohl und Hülsenfrüchte

Hier gilt Ähnliches wie bei Zwiebeln – manche Babys kommen super damit klar, wenn ihre stillende Mama Kohl und Hülsenfrüchte isst, andere reagieren darauf mit Blähungen, Bauchweh und Weinen.

Extra-Tipp: Falls Ihr Kind offensichtlich Probleme bekommt, nachdem Sie Blähendes wie Kohl, Linsen und Bohnen gegessen haben, können Sie es zunächst mit einer altbewährten Methode probieren: Nehmen Sie dreimal täglich 1 Teelöffel Kümmelkörner zu sich (z.B. in Joghurt). Die darin reichlich enthaltenen ätherischen Öle bewirken, dass sich Krämpfe in Babys Bauch lösen.

Merke!

Es könnte sein, dass Ihr Kind Kohl und Hülsenfrüchte nicht verträgt und mit Blähungen, Bauchweh und Weinen darauf reagiert. Passen Sie Ihre Ernährung dementsprechend an.

6.  Säurereiches Obst

Orangen, Zitronen, Mandarinen, aber auch Himbeeren und etliche andere Früchte enthalten überdurchschnittlich viele Fruchtsäuren. Das ist an sich gesund, kann aber für gestillte Babys zum Problem werden. Denn wie andere Stoffe gelangen auch Säuren in die Muttermilch und können dann bei empfindlichen Säuglingen zu Reizungen und wunden Stellen am Po führen.

Extra-Tipp: Sollte Ihr Baby häufig wund sein, überdenken Sie Ihre Vorlieben bei Obst: Essen Sie viele Zitrusfrüchte, trinken Sie gern frisch gepresste Säfte? Dann lieber mal ein paar Tage drauf verzichten – geht es dem Kleinen danach besser, ist die Ursache klar.

Merke!

Früchte mit zu viel Fruchtsäure können zu Reizungen und wunden Stellen am Po Ihres Kindes führen.

Lesen Sie auch: Die 16 zuckerärmsten Obstsorten im Ranking

7. Innereien

Sie essen gern mal Leber? Das ist, anders als während der Schwangerschaft, in der Stillzeit kein allzu großes Problem mehr. Vorausgesetzt, Innereien kommen wirklich nur ab und zu auf den Tisch, schaden sie dem Baby nicht. Denken Sie aber daran: In Innereien sammeln sich teilweise sehr große Mengen von Schadstoffen an, stillende Mütter sollten darum maximal einmal im Monat und kleine Mengen davon essen.

Extra-Tipp: Mediziner und Ernährungsexperten raten stillenden Müttern ausdrücklich von Innereien ab, die von Wildtieren stammt, denn darin stecken ganz besonders viele Schadstoffe. Ebenfalls nicht empfehlenswert: Herz und Nieren von Schlachttieren.

Merke!

Wegen der Schadstoffe sollten Sie während der Stillzeit im besten Fall keine Innereien von Wildtieren verzehren. 

8. Nahrungsergänzungsmittel

Wenn Sie abwechslungsreich essen, regelmäßig Obst und Gemüse genießen und sich insgesamt nach unserer Liste der 8 besten Lebensmittel richten, dann sind Sie und Ihr Baby wahrscheinlich optimal mit Nährstoffen versorgt.

Es kann aber immer mal vorkommen, dass bestimmte Stoffe doch nicht ganz ausreichen. Vor allem für Vegetarierinnen und Veganerinnen kann in der Stillzeit speziell die Zufuhr von genügend Eisen oder Vitamin B12 ein Problem sein. Trotzdem sollten stillende Mütter keinesfalls auf eigene Faust Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, denn dabei könnte fürs Baby mehr Schaden als Nutzen entstehen!

Extra-Tipp: Besprechen Sie eventuelle Versorgungslücken unbedingt mit dem Frauen- und auch dem Kinderarzt. Lassen Sie Ihr Blut darauf testen, ob und welche Nährstoffe fehlen, und nehmen Sie Nahrungsergänzungsmittel zur besseren Versorgung nur auf Rat der Ärzte sowie ausschließlich in der von ihnen empfohlenen Dosis.

Merke!

Ausreichend mit Vitamin B12 versorgt zu sein, ist ebenso sehr wichtig für Sie. Vor allem Vegetarier und Veganer sollten den Wert von Ihrem Arzt überprüfen  lassen, um bei einem Mangel entgegenwirken zu können.

Wissen zum Mitnehmen

Ihr Neugeborenes braucht jetzt viele Nährstoffe, um gut zu gedeihen, weswegen eine richtige Ernährung in der Stillzeit sehr von Bedeutung ist. Stillende Frauen sollten 500 Kalorien mehr am Tag einkallkulieren und vor allem Lebensmittel zu sich nehmen, die alle wichtigen Nährstoffe liefern.

Gute Nachrichten: Sie müssen jetzt nicht mehr auf rohen Fisch, Rohmilchkäse & Co. verzichten und können essen worauf Sie Lust haben, allerdings gibt es bestimmte Lebensmittel, die ihrem Baby Bauchweh bereiten können und deshalb besser gemieden werden sollten. Hier sollten Sie die Symptome Ihres Babys genau beobachten, um nachvollziehen zu können, welche Lebensmitteln Ihrem Neugeboren Probleme bereiten und welche nicht. 

EAT SMARTER hat hier für Sie zusammengefasst, welche Lebensmittel Sie eher meiden sollten. Genauso wie wir auch die 8 besten Lebensmittel in der Stillzeit für Sie in einer Liste zusammengetragen haben. Vor allem Omega-3-Fettsäuren, Jod, Folsäure, Vitamin A und C, Magnesium, Eiweiß und Eisen sollten im besten Fall in den Lebensmitteln vorhanden sein, die täglich auf Ihrem Speiseplan stehen.

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten

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