Reismilch

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 26. Jun. 2020

Nicht nur bei Veganern ist Reismilch im Kommen - kein Wunder, denn sie ähnelt in Aussehen und Geschmack am ehesten der gewohnten Milch. Bei den Inhaltsstoffen gibt es aber einige Unterschiede. Welche das sind und was es dabei zu beachten gibt, verrät unsere Warenkunde.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Reismilch
  2. Das sollten Sie über Reismilch wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
  3. Unsere liebsten Reismilch-Rezepte
  4. Wie gesund ist eigentlich Reismilch?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Reismilch
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  6. Zubereitungstipps
  7. Wissen zum Mitnehmen
  8. FAQs – die häufigsten Fragen
    1. Wie macht man Reismilch selber?
    2. Kann ich Reismilch bei einer Glutenunverträglichkeit trinken?

Infografik zu Reismilch

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik. 

Infografik Reismilch

Reismilch...

  • ...kann die Knochen stärken: Je nach Hersteller und Marke bekommt man Reismilch auch mit Calcium-Zusatz. Der Gehalt an diesem Mineralstoff liegt dann bei durchschnittlich 120 Milligramm pro 100 Milliliter – das entspricht in etwa dem der gleichen Menge Vollmilch und unterstützt die Gesundheit und Stabilität unserer Knochen.
  • ...tut bei Reizdarm gut: Menschen mit einem Reizdarmsyndrom oder unklaren Verdauungsbeschwerden dürfen Reismilch bedenkenlos zu sich nehmen. Sie ist frei von sogenannten Fodmaps (Reizstoffen) und daher besonders gut bekömmlich.
  • ...besitzt eine natürliche Süße: Reismilch hat von Natur aus eine leichte Süße und eignet sich sehr gut für die Zubereitung von Desserts, Milchreis, Pfannkuchen und Frühstücksporridge geeignet. Bei den Süßungsmitteln kann man dann sparen!
  • ...enthält keine Laktose: Wer auf Milchzucker (Laktose) mit Beschwerden reagiert, kann Reismilch problemlos trinken. Da sie auf rein pflanzlicher Basis produziert wird, steckt darin auch keine Laktose.
  • ...ist vollkommen vegan Für alle, die keinerlei tierische Produkte zu sich nehmen möchten, ist Reismilch eine gute Alternative. Da man sie aus Vollkornreis, Wasser und Pflanzenöl herstellt, ist sie garantiert zu 100 Prozent vegan.
  • ...bringt keine Proteine: Gegenüber der herkömmlichen Kuhmilch hat Reismilch einen entscheidenden Minuspunkt – sie enthält praktisch kein Eiweiß. Das ist allerdings bei einer ansonsten proteinreichen Ernährung kein Problem; die meisten nehmen ausreichend Eiweiß zu sich.
  • ...besser in Maßen trinken: Wegen der Belastung mit Arsen sollten aber auch Erwachsene nicht ausschließlich Reismilch als Alternative zu Kuhmilch trinken, sondern am besten öfter zwischen den verschiedenen Milchalternativen wechseln.
  • ...CO2-Bilanz: Mit einem Emissionswert von über 260 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Reismilch schlecht. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.
  • ...ist nichts für Kids: Kinder – und besonders Babys! – sollten keine Reismilch trinken. Untersuchungen haben nämlich ergeben, dass die Drinks unabhängig von Marke und Herkunft gewisse Mengen des giftigen Arsens enthalten können. Das gilt leider auch für Bio-Reismilch.

Das sollten Sie über Reismilch wissen

Gleich mal das Wichtigste vorweg: Reismilch heißt eigentlich Reisdrink, denn laut Gesetzgebung darf "Milch" nur heißen, was von Kuh, Schaf oder Ziege stammt. Weil aber so ziemlich jeder den Reisdrink als Reismilch bezeichnet, bleiben wir trotzdem bei diesem Begriff.

Tatsächlich sieht die ebenfalls weiße Reismilch dem Original auf den ersten Blick ausgesprochen ähnlich. Beim zweiten Blick sieht man allerdings, dass sie irgendwie dünner ist. Das wundert nicht, wenn man weiß, wie Reismilch entsteht: sie wird lediglich aus Reisstärke, Wasser, etwas Pflanzenöl und einer Prise Salz hergestellt. Das bedeutet, sie enthält nur wenig Fett und hauptsächlich Wasser. Es ist also klar, dass sie dünner als Kuhmilch ist.

Für Veganer und alle anderen, die weniger tierische Lebensmittel zu sich nehmen möchten, ist Reismilch auf jeden Fall eine willkommene Alternative. Wenn sie zusätzlich gesüßt wird, erinnert sie auch geschmacklich an das Original.

Herkunft

Der genaue Ursprung der Idee, aus Reis ein milchähnliches Getränk zu machen, ist unbekannt.

Saison

Reismilch kann man jederzeit in gleicher Qualität bekommen.

Geschmack

Reismilch schmeckt weitgehend neutral bis leicht süßlich. Der süßliche Geschmack entsteht durch die Fermentation, bei der Stärke aus dem Reis in Zucker umgewandelt wird. Dieser Vorgang wird auch Vermaischen genannt.

Unsere liebsten Reismilch-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Reismilch-Rezepten.

Wie gesund ist eigentlich Reismilch?

Gesundheitliche Pluspunkte bietet Reismilch durchaus. Sie enthält weniger Kalorien als Kuhmilch und eignet sich speziell für Menschen mit Unverträglichkeiten ausgesprochen gut. Sie enthält weder Milchzucker (Laktose), noch sogenannte Fodmaps, also darmreizende Stoffe oder Gluten.

Allerdings fehlen ihr auch Inhaltsstoffe, die Kuhmilch zu einem gesunden Getränk machen. Reismilch enthält praktisch keine Proteine. Auch Calcium, der knochenstärkende Mineralstoff, fehlt normalerweise. Viele Hersteller setzen extra Calcium zu, sodass man seinen Bedarf auch mit Reismilch zu einem Teil decken kann. Und wer ansonsten eiweißreich isst, braucht sich um einen Proteinmangel keine Gedanken zu machen, wenn er Reismilch bevorzugt.

Leider kann Reismilch – wie Reis selbst – aber auch Arsen enthalten, unter Umständen sogar ziemlich viel. Untersuchungen der Food and Drug Administration (die US-amerikanische Behörde für Lebensmittelüberwachung) ergaben, dass in Reismilch bis zu 46 Mikrogramm des toxischen Stoffs enthalten sind. Das entspricht beinahe dem Fünffachen der für Trinkwasser zulässigen Menge (1).

Wer statt Milch generell pflanzliche Milchalternativen bevorzugt, sollte darum nicht ausschließlich Reismilch verwenden, sondern auch andere Pflanzenmilch wie Hafer-, Mandel-, Soja- und Haselnuss- sowie Kokosdrink mit einplanen.

Wegen der Belastung mit Arsen und den weitgehend fehlenden Nährstoffe wie Eiweiß und Calcium ist Reismilch für Kinder keine Alternative und sie sollten Reismilch nur im Ausnahmefall bekommen. Völlig ungeeignet ist Reismilch für Säuglinge und Babys.

Nährwerte von Reismilch pro 100 Milliliter  
Kalorien  
Eiweiß  
Fett  
Kohlenhydrate  
Ballaststoffe  

Einkaufs- und Küchentipps für Reismilch

Einkauf

Ob ungesüßt oder gesüßt, mit Calcium-Zusatz oder ohne: Reismilch kommt meistens aus Bio-Herstellung und ist mittlerweile sogar in Drogeriemärkten zu finden. Die größte Auswahl hat man im Bio-Laden, sodass man sich durch verschiedene Marken probieren kann, bis man seinen Favoriten gefunden hat.

Lagerung

Da Reismilch grundsätzlich durch Erhitzung haltbar gemacht wird, kann man sie in der ungeöffneten Packung auch ohne Kühlung lange aufbewahren. Ist sie einmal angebrochen, gehört aber auch Reismilch in den Kühlschrank und hält sich dort etwa eine Woche.

Vorbereitung

Bei Reismilch gibt es nichts Besonderes vorzubereiten, man sollte sie vor dem Öffnen aber einmal kräftig schütteln.

Zubereitungstipps

Auch wenn ihr Name streng genommen nicht korrekt ist, er trifft den Einsatzbereich für Reismilch ziemlich gut, denn man kann damit praktisch alles zubereiten, wofür man sonst Kuhmilch verwendet.

Reismilch ist also gut geeignet, um damit Süßspeisen wie Pudding, Milchreis und Cremes zuzubereiten. Sie ersetzt "echte" Milch aber ebenso beim Backen, im Pfannkuchenteig oder bei Kakao und anderen Getränken.

Wissen zum Mitnehmen

Für Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten kann Reismilch ebenso eine Alternative sein wie für Veganer. Sie enthält keine Laktose, kein Gluten, kein Soja und kein Milcheiweiß. Da Reismilch aber mit Arsen belastet sein kann, sollte man sie nicht ausschließlich trinken, sondern häufiger mit anderen pflanzlichen Milchalternativen abwechseln.

FAQs – die häufigsten Fragen

Wie macht man Reismilch selber?

Für eine selbst gemachte und sehr gesunde Variante wird 1 Teil gekochter Reis mit 2,5 Teilen Wasser und 2-3 Datteln in einem Mixer fein püriert. Ist der Mixer nicht sehr leistungsstark, kann der Reisdrink anschließend noch durch ein Nussmilchtuch gefiltert werden. Dieser Reisdrink ist sogar gesünder als solcher, den Sie im Supermarkt finden: Da der Reis nicht weiter behandelt wird, bleiben mehr Nährstoffe erhalten. Der selbst gemachte Drink hält sich etwa vier Tage im Kühlschrank.

Kann ich Reismilch bei einer Glutenunverträglichkeit trinken?

Da Reis kein Gluten enthält, können auch Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie Reismilch bedenkenlos verzehren.

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