Zwetschgen

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 19. Mai. 2020

Unter der violetten Haut steckt bei Zwetschgen ein besonders leckeres Fruchtfleisch, mit dem sich perfekt backen und kochen lässt. Was das Steinobst sonst noch zu bieten hat, verrät die EAT SMARTER Warenkunde.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Zwetschgen
  2. Das sollten Sie über Zwetschgen wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
  3. Unsere liebsten Zwetschgen-Rezepte
  4. Wie gesund sind eigentlich Zwetschgen?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Zwetschgen
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  6. Zubereitungstipps für Zwetschgen

Infografik zu Zwetschgen

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik.

Infografik Zwetschgen

Zwetschgen...

  • ...entwässern auf sanfte Art: Mit einem Kalium-Gehalt von knapp 180 Milligramm pro 100 Gramm tragen Zwetschgen dazu bei, den Flüssigkeitshaushalt im Körper in der Balance zu halten und überschüssiges Wasser schneller auszuscheiden.
  • ...stärken die Nerven: Zwetschgen punkten mit einem hohen Gehalt an diversen B-Vitaminen, die für das Nervensystem und übrigens auch für den Stoffwechsel günstig sind.
  • ...sind gut bekömmlich: Richtig reife Zwetschgen enthalten kaum Säure und sind sehr süß. Das macht sie besonders gut verträglich für einen empfindlichen Magen.
  • ...CO2-Bilanz: Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Zwetschgen gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.
  • ...bieten gesunde Ballaststoffe: Zwetschgen sind reich an Zellulose und Pektin. Diese unverdaulichen Nahrungsfasern regen die Verdauung an und helfen dem Körper, Abfall- und Giftstoffe abzutransportieren.
  • ...schützen die Zellen: Wie alle blauen und roten Früchte sind auch Zwetschgen besonders reich an Flavonoiden. Diese pflanzlichen Farbstoffe wirken als Antioxidanzien, die sich wie ein Schutzmantel um die Körperzellen legen und sie vor krank machenden freien Radikalen schützen.
  • ...tun Haut und Augen gut: Mit 65 Mikrogramm Vitamin A pro 100 Gramm gehören Zwetschgen zwar nicht zu den Top-Lieferanten. Trotzdem tragen sie dazu bei, dass die Haut gesund und schön bleibt, und stärken auch die Sehkraft.
  • ...verträgt nicht jeder: Reife Zwetschgen haben einen sehr hohen Fruchtzuckergehalt. Wer eine Fructoseintoleranz hat, verzichtet darum besser darauf.

 

Das sollten Sie über Zwetschgen wissen

Wenn es um Zwetschgen (auch Zwetschen oder Zwetschken genannt) geht, herrscht bei den meisten Verwirrung: Ist das nicht dasselbe wie Pflaumen? Ja und nein, müsste die korrekte Antwort lauten: Beide sind botanisch zwar sehr eng verwandt, gehören aber trotzdem jeweils einer eigenen Steinfruchtart an. Es gibt allerdings auch Kreuzungen aus Pflaume und Zwetschge, bei denen sogar Fachleute ins Grübeln kommen, weil sie sich mit ihrer ovalen Form und der violetten Farbe zum Verwechseln ähnlich sehen und kaum ein er Art zuzuordnen sind. Die alte Regel lautet zwar: Pflaumen erkennt man an ihrer länglichen „Naht“, während Zwetschgen eine komplett glatte Haut haben – doch bei den Kreuzungen stimmt eben auch diese Regel nur bedingt.

Am einfachsten ist die Unterscheidung bei den großen Sorten: Was eher länglich aussieht, ist eindeutig eine Zwetschge. Auch die Farbe der Haut kann Auskunft über die wahre Identität geben: Hellrot, rot, gelb oder grün leuchtet sie nämlich nur bei Pflaumen, Zwetschgen dagegen haben immer eine violette Farbe.

Ein weiteres typisches Kennzeichen von Zwetschgen: Ihr Stein lässt sich im Gegensatz zu dem der Pflaume ganz leicht aus dem gelben und sehr saftigen Fruchtfleisch lösen. Nicht zuletzt das macht sie so beliebt als Kuchenbelag, denn mit Zwetschgen spart man eine ganze Menge Arbeit und Zeit. Außerdem behalten sie auch bei Ofenhitze gut ihre längliche Form und zerfallen nicht.

Speziell in Tirol hat die Zwetschge übrigens auch lange Tradition als Basis für einen aromatischen Obstbrand, den man als Zwetschgenwasser kennt und liebt.

Herkunft

Zwetschgen sind seit Jahrhunderten in ganz Europa, Westasien, Nordamerika sowie Nord- und Südafrika heimisch. Bei uns kommen die meisten Zwetschgen aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern. Besonders berühmt sind die Zwetschgen aus dem badischen Bühl, die man oft als „Blaue Königin“ bezeichnet.

Saison

Zwetschgen gibt es ab Ende Juli bis weit in den Oktober hinein zu kaufen.

Geschmack

Reife Zwetschgen schmecken angenehm süß und aromatisch, mit ganz leicht säuerlicher Note.

Unsere liebsten Zwetschgen-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Zwetschgen-Rezepten.

Wie gesund sind eigentlich Zwetschgen?

Zwetschgen überzeugen mit einem hohen Gehalt an diversen B-Vitaminen, die auf Stoffwechsel und Nervensystem günstig wirken. Hinzu kommen reichlich Provitamin A (wichtig für Sehkraft und gesunde Haut) plus nennenswerte Mengen an Mineralstoffen und Spurenelementen wie Zink, Kupfer, Calcium und Bor.

Obwohl reife Zwetschgen süß schmecken, können auch Figurbewusste sie guten Gewissens naschen, denn der Fettgehalt liegt beinahe bei null. In Maßen sollten allerdings Diabetiker bei Zwetschgen zugreifen, denn das leckere Steinobst enthält relativ viele Kohlenhydrate bzw. fast eine Broteinheit pro 100 Gramm!

Nährwerte von Zwetschgen pro 100 g  
Kalorien 49
Eiweiß 0,6 g
Fett 0,2 g
Kohlenhydrate 10 g
Ballaststoffe 1,6 g

Einkaufs- und Küchentipps für Zwetschgen

Einkauf

Eine pralle Haut ohne Flecken und Runzeln gilt bei Zwetschgen zu Recht als Zeichen für Frische. Die typische dünne wachsartige Schicht auf der Haut von Zwetschgen ist übrigens kein Qualitätsmangel – im Gegenteil: Dieser „Reif“ schützt die Früchte vor dem Austrocknen und verlängert ihre Haltbarkeit. Trotzdem sollten Sie ihn vor dem Essen lieber abwaschen, weil sich darin Schadstoffe anreichern können.

Lagerung

Frische Zwetschgen können Sie bis zu einer Woche im Gemüsefach des Kühlschranks lagern. Nach dem Waschen und Entsteinen lassen sie sich aber auch prima einfrieren und halten dann etwa 12 Monate. 

Vorbereitung

Zwetschgen sind pflegeleicht – einfach unter fließendem Wasser abspülen und dann gut abtropfen lassen. Zum Entsteinen schneiden Sie die Zwetschgen mit einem scharfen Messer einmal längs durch, sodass man sie öffnen kann, und lösen dann den Stein mit den Fingern heraus.

Zubereitungstipps für Zwetschgen

Reife Zwetschgen schmecken als Kompott, Kuchenbelag, Marmelade, Mus sowie in Obstsalat oder auch als Füllung für Mehlspeisen wie Quark- oder Kartoffelknödel. 

Für viele eher überraschend, aber eine Entdeckung wert: Noch nicht zu reife Zwetschgen passen mit ihrem säuerlich-fruchtigen Geschmack auch prima zu pikanten Gerichten wie Chutneys, gebratenem und gegrilltem Fleisch, Wild oder Geflügel.

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