Wissenschaftlich geprüft

Süßstoff

Von Nadine Schmidt und EAT SMARTER
Aktualisiert am 22. Jul. 2020
© Unsplash/Halacious
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Meist in kleinen Tabletten oder als klare Flüssigkeit zu erwerben, stehen Süßstoffe stets in der Diskussion: Können sie den herkömmlichen Zucker ersetzen oder nicht? Erfahren Sie hier mehr über Süßstoff.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Das sollten Sie über Süßstoff wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
    4. Sorten
  2. Wie gesund ist eigentlich Süßstoff?
  3. Einkaufs- und Küchentipps für Süßstoff
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  4. Zubereitungstipps für Süßstoff
  5. FAQs – die häufigsten Fragen
    1. Ist Süßstoff ungesund?
    2. Wie viel Süßstoff pro Tag ist in Ordnung?
    3. Was sind Zuckeralkohole?

Das sollten Sie über Süßstoff wissen

Süßstoff findet seine Verwendung als Ersatz für den klassischen Zucker. Bei den Süßungsmitteln wird zwischen Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen unterschieden,(1) die jedoch beide unter dem gleichen Oberbegriff zusammengefasst werden (2). Dabei sollte stets beachtet werden, dass Süßstoffe um ein Vielfaches süßer sind als Zucker und somit ein sparsamer Einsatz empfehlenswert ist (3)​​​​​​​. Bei Zuckeraustauschstoffen handelt es sich um Zuckeralkohole wie Sorbit, Isomalt, Xylit oder Erythrit. Diese besitzen nur etwa die Hälfte der Süßkraft von klassischem Zucker und können bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. 

Süße ohne Kalorien bieten synthetischer Süßstoff wie zum Beispiel Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Neohesperidin, Saccharin, Thaumatin und Sucralose. Neue Sorten wie beispielsweise das reinsüß schmeckende Neotam werden wohl in naher Zukunft auf den Markt kommen. Alle diese chemischen Verbindungen schmecken vielfach süßer als Zucker, und sie sind ganz oder fast kalorienfrei.

Süßstoff gehört zu den am gründlichsten untersuchten "neuen Lebensmitteln". Fachleute im In- und Ausland haben ihre Unbedenklichkeit – trotz der immer wiederkehrenden Behauptung, er sei schädlich – ausdrücklich bestätigt. Für Diabetiker, denen Haushaltszucker weitgehend verboten ist, ist Süßstoff besonders günstig, denn viele Zuckerkranke sind übergewichtig und müssen kalorienarm essen. 

Wer seinen Heißhunger auf Süßes allein mit Süßstoff stillen möchte, wird enttäuscht. Das Verlangen lässt sich nämlich mit dem zuckerähnlichen Geschmack auf der Zunge allein nicht befriedigen. Es kommt bei dem schier unwiderstehlichen Appetit auf Süßes ein Bedürfnis des Körpers nach energiereichen Kohlenhydraten hinzu, das ein kalorienfreies Süßungsmittel nicht befriedigen kann. Für eine kleine Gruppe ist der an sich sehr günstige Süßstoff Aspartam gefährlich. Die Aminosäure Phenylalanin, ein Bestandteil des Süßstoffs und vieler eiweißreicher Lebensmittel, wird von Menschen mit der angeborenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie nicht vertragen. Ein Hinweis darauf steht auf jeder Aspartam-Packung und auf allen damit gesüßten Lebensmitteln. 

Herkunft

Süßstoffe werden synthetisch in Laboren hergestellt.

Saison

Da Süßstoffe chemisch hergestellt werden, sind sie nicht saisonabhängig und jederzeit erhältlich.

Geschmack

Süßstoffe sind um ein Vielfaches süßer als Zucker. Sie weisen eine etwa 10-13000 Mal höhere Süßkraft als Zucker auf, weswegen lediglich eine geringe Menge benötigt wird (4). Außerdem sind die Süßstoffe geschmacksneutral, weswegen sie sich sehr gut eignen, um  den Geschmack von raffiniertem Zucker zu ersetzen.

Sorten

Die gängigsten chemischen Süßstoffe sind Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Neohesperidin, Saccharin, Thaumatin, Sucralose und Neotam. Inzwischen werden zudem auch andere Süßungsmittel wie beispielsweise Birkenzucker, Kokosblütenzucker oder Zuckeraustauschstoffe verwendet, um auf herkömmlichen Zucker und Süßstoffe zu verzichten (5).

Wie gesund ist eigentlich Süßstoff?

Die gesundheitlichen Eigenschaften von Süßstoffen sind umstritten, da sie vorrangig als ungesund gelten. Diese Annahme kommt daher, da Süßstoffe dem Gehirn signalisieren, es würde Energie bekommen. Da dies nicht geschieht, verlangt das Gehirn daraufhin mehr Nahrung und es kann zu Heißhungerattacken kommen. Hinzu kommt, dass Süßstoffe weiterhin erforscht werden und dadurch einige Ergebnisse noch ausstehen.

Nährwerte von Süßstoff pro 100 Gramm (6):

Nährwerte von Tamarinde pro 100 Gramm  
Kalorien 250
Kohlenhydrate 0
Proteine 0
Fett 0
Ballaststoffe 0

Einkaufs- und Küchentipps für Süßstoff

Einkauf

Inzwischen ist Süßstoff in nahezu jedem Supermarkt und in vielen Drogerien erhältlich. Angeboten werden Süßstoffe vor allem in Tablettenform oder als klare Flüssigkeit. Auch online sind sie erhältlich.

Lagerung

Süßstoff lässt sich etwa drei Jahre bei Zimmertemperatur lagern.

Vorbereitung

Da Süßstoffe in Tablettenform oder flüssig erhältlich sind, sind sie sofort einsatzbereit und können je nach Belieben oder Rezept verwendet werden. Eine Vorbereitung ist daher nicht notwendig.

Zubereitungstipps für Süßstoff

Beim Einsatz von Süßstoffen sollten Sie beachten, wie intensiv der jeweilige Süßstoff ist, da es ansonsten schnell zu süß werden kann. Es gilt wie immer die Regel: In Maßen genießen! Ebenfalls sollte beachtet werden, dass Süßstoffen bestimmte Eigenschaften fehlen, wie beispielsweise die konservierende Wirkung von Zucker.

Wenn Sie gern kalorienarm und trotzdem süß essen wollen, kombinieren Sie am besten stärkehaltige und ballaststoffreiche Lebensmittel mit Süßstoff. Beispiel: Ein ungezuckertes Müsli aus Flocken und Trockenfrüchten, mit Süßstoff gesüßt, stellt die Zunge zufrieden und den Körper auch, denn die Stärke aus den Getreideflocken wird nach und nach in Zucker zerlegt und geht langsam und kontinuierlich ins Blut über. So bleibt Ihr Süßhunger für längere Zeit gestillt. Eine andere Möglichkeit, mit Süßstoff Kalorien zu sparen: Schmecken Sie Süßspeisen zuerst mit Süßstoff ab und geben Sie bei Bedarf noch etwas Zucker hinzu. So kommen Zunge und Körper gleichermaßen auf ihre Kosten. Beim Süßen von Getränken ist die kalorienfreie Süße unproblematisch, solange die Mengen nicht zu groß geraten. Faustregel: Verwenden Sie nie mehr als 20 Süßstoff-Tabletten pro Tag.

FAQs – die häufigsten Fragen

Ist Süßstoff ungesund?

Süßstoffe und deren Inhaltsstoffe sind umstritten, da einige Süßstoffe als krebserregend gelten. Die chemischen Alternativen zu raffiniertem Zucker werden derzeit noch erforscht (7).

Wie viel Süßstoff pro Tag ist in Ordnung?

Süßstoffe sollten immer sparsam eingesetzt werden. Bei einer ausgewogenen, gesunden Ernährung ist ein sparsamer Einsatz von Süßungsmitteln kein Problem. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat zu den verschiedenen Süßstoffen Werte ermittelt, in denen die unbedenkliche Tagesmenge zu den unterschiedlichen Süßstoffen festgelegt wurde. Hier gelangen Sie zu der entsprechenden Tabelle.

Was sind Zuckeralkohole?

Bei Zuckeralkoholen handelt es sich um Kohlenhydrate, die anders verstoffwechselt werden als normaler Zucker. Sie wirken sich dabei nur sehr gering auf den Blutzuckerspiegel aus. Diese können bei übermäßigem Verzehr Verdauungsproblemen verursachen, da sie nicht vollständig vom Dünndarm verarbeitet werden und somit unverändert in den Dickdarm gelangen, was zu Durchfall führen kann (8).

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten
 
Toller Bericht,Aussagekräftig u.informativ l.g. Martin
 
Merkwürdigerweise gibt es aber auch Wissenschaftler, die Bedenken z.B. bezgl. Aspartam äußern. Dieser soll in höheren Dosen krebserregend sein. Allerdings werden solche Stimmen wohl nicht gern gehört. Und so lange die Wissenschaftler, die behaupten Aspartam sei völlig unbedenklich, bei Coca-Cola auf der Gehaltsliste stehen oder in anderer Form mit Nahrungsmittelkonzernen in Zusammenhang gebracht werden können, sind solche Aussagen als bedenklich zu betrachten.
 
Hallo, was ist mit Stevia als Zuckerersatz? Gruß,Heike
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