Wissenschaftlich geprüft
April 2020, University of Texas at Austin, USA

4-Sekunden-Sprints verbessern die Fettverbrennung

Von Cornelia Brammen
Aktualisiert am 07. Okt. 2020
Photo: © Unsplash/ Dorothea Oldani
Photo: © Unsplash/ Dorothea Oldani

Wir sind eine sitzende Gesellschaft. Wir werden immer dicker. Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes zeigen pandemische Ausmaße. Die Mehrheit der Bevölkerung ist passiv. Dabei wirken schon sportliche Mini-Einheiten positiv auf den Stoffwechsel.

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Worum ging es bei dieser Studie?

  • Hohe Triglyceridwerte im Blut zeigen ein erhöhtes Risiko für eine Diabetes- oder Herzkreislauf-Erkrankugn an. Nach dem Essen steigen die Werte unterschiedlich stark, je nach Zusammensetzung der Mahlzeit. Kritisch wird das für den Körper, wenn dauerhaft diese Menge an Nahrungsfetten im Körperfett als Energiereserve eingelagert wird.
  • Früher hieß es: Nach dem Essen sollst du ruhen oder tausend Schritte tun. Oder beides nacheinander. Das ist im beruflichen Alltag schwer umzusetzen. Dauersitzen und hohe Blutfettwerte aber sind eine sehr ungesunde Kombination.
  • High Intensity Training (HIT) hat in vielen Studien eine starke Wirkung auf den Fettstoffwechsel gezeigt. In der vorliegenden Studie sollte gezeigt werden, dass schon kleinste Einheiten die Blutfettwerte senken.  

Wie lautet die zentrale Forschungsfrage?

  • Können stündliche Sprinteinheiten mit einer Länge von je vier Sekunden die Triglyceridwerte bei Menschen senken, die einer achtstündigen sitzenden Tätigkeit nachgehen?

Wie viele Probanden nahmen teil?

  • Vier Männer und vier Frauen absolvierten jeweils zwei Untersuchungsrunden.

Welche Methode wurde angewandt?

  • Hierbei handelt es sich um eine klinische Studie mit Blutuntersuchung. Die Probanden absolvierten in der ersten Untersuchungsrunde einen Achtstundentag sitzend mit Bürotätigkeiten. In der zweiten Runde unterbrachen sie die sitzende Tätigkeit fünfmal im Abstand von einer Stunde für eine viersekündige Sprinteinheit. Am Morgen nach der Intervention wurden Blutfettwerte, Blutzucker und Insulin gemessen.

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Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

  • Weder Blutzucker noch Insulin wiesen nach der HIT-Intervention gegenüber der rein sitzenden Untersuchungsrunde Unterschiede auf.
  • Deutlich dagegen stieg zum einen die Fettverbrennung an und zum anderen sank die Anreicherung von Blutfett im Fettgewebe um 31 Prozent.
  • Schon kürzeste Bewegungseinheiten senken also das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wer hat die Studie finanziert und durchgeführt?

  • Sports Texas Nutrition Training and Fitness, Inc.

Wo ist die Original-Studie zu finden?


Begriffe: Was ist/sind eigentlich...?


Wie bewertet EAT SMARTER diese Studie?

  • Wiederholen hilft: Dass High Intensity Training (HIT) gute Effekte auf den Fettstoffwechsel zeigt, ist nicht neu. HIT in die Arbeitswelt einzuführen, ist damit ein guter Ansatz. Wobei die Praktikabilität doch begrenzt ist: In wenigen Büros lassen sich wohl in regelmäßigen Abständen Vier-Sekunden-Sprints durchführen.
  • Viele offene Fragen: Acht Probanden sind eine sehr kleine Gruppe. Zwei Untersuchungsrunden sind ein sehr überschaubares Setting. Es wurde nicht näher spezifiziert, was die Probanden gegessen haben. Viele Fragen bleiben offen. Dass Bewegung die Triglyceridwerte senkt, war schon bekannt. Für Sechs-Sekunden-Sprints auch wissenschaftlich belegt. Nun waren die Einheiten zwei Sekunden kürzer.

EAT SMARTER-Relevanz-Score
60
Prozent
Der Relevanz-Score geht von 0 bis 100 Prozent und zeigt, wie bedeutend die Studie im Vergleich zu anderen Studien ist. 0 Prozent heißt "unwichtig", 100 Prozent "sehr wichtig".

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