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Verletzungen und Co.

Eine Fitnesspause ist kein Drama

Von Oona Mathys
Aktualisiert am 27. Dez. 2018

Verletzt, krank oder gestresst? Meist ist eine Sportpause die einzige Möglichkeit um wieder fit zu werden. Dabei sind Ruhe und Erholung nicht nur für die Regeneration des Körpers entscheidend, auch der Kopf profitiert sehr von einer Fitnessauszeit.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Gönnt euch Ruhe!
  2. Kopftechnisch regenerieren

Wir alle kennen es nur zu gut: Gerade ist man richtig motiviert regelmäßig Sport zu machen, sieht vielleicht die ersten Fortschritte und plant schon begeistert die nächsten Trainingswochen. Und im nächsten Moment macht einem das Leben einen Strich durch die Rechnung.

Eine schlimme Grippe oder eine schmerzhafte Verletzung. Ätsch! 

Die Konsequenz ist meist eine Sportpause, die besonders dann gemein ist, wenn man sich trotz der Wehwehchen eigentlich ganz fit fühlt. Bei harmlosen Erkältungsanzeichen tut Bewegung an der frischen Luft bekanntlich gut und kann das Immunsystem sogar stärken. Ist man jedoch wirklich angeschlagen und fühlt sich dementsprechend, sollte man das Training zurückstellen. So wie ich, denken viele Andere wahrscheinlich auch: "Ich laufe den Schnupfen weg" oder "das Bein tut bei Bewegung bestimmt nicht mehr so weh!" Fehlanzeige. Ich hatte selbst vor circa einem Monat nach dem Schultertraining ein komisches Ziehen im linken Arm. Ich versuchte die Schulter zu lockern, versorgte sie mit Schmerzsalbe und war davon überzeugt, dass der Muskel nur leicht überanstrengt war. Mein Training führte ich in den nächsten Tagen trotz leichter Schmerzen weiter.

Am Morgen darauf kam das böse Erwachen. Ich konnte meinen Arm komplett nicht mehr bewegen und hatte so starke Schmerzen, dass ich meinen Freund bitten musste mir aus dem Bett zu helfen. Er hat selbst langjährige Erfahrung im Kraftsport und kennt die schmerzende Schulter daher nur zu gut. Das Ende vom Lied? Er verordnete mir als mein Coach eine Trainingspause

In diesem Moment ist meine Fitnesswelt kurz zusammengebrochen. Kein Training bedeutete keine Fortschritte. Aber ich wollte doch noch... Ich muss aber... Wann soll ich denn...? Ich war todunglücklich und hatte ein echt schlechtes Gewissen, besonders weil ich gerade dabei war, echte Leistungssteigerungen zu erzielen. Außerdem war ich fest davon überzeugt, dass ich in dieser Zeit meine hart erarbeiteten Muskeln verlieren und stattdessen Unmengen an Wasser einlagern würde. Und jetzt? Ich sage es euch genauso wie mir selbst, wenn ich mal wieder in dieser Situation bin: Es ist okay eine Pause zu machen, denn die Gesundheit steht an erster Stelle. Immer. Wir sollten uns die Zeit nehmen um gesund zu werden, egal wie lange es dauert.

Gönnt euch Ruhe!

fitmelonie im A'weiku Shirt beim Training

Und so musste ich pausieren, keine Chance. Vielleicht geht es einigen von euch gerade genauso so und ihr seid unzufrieden, weil ihr aufgrund einer Grippe oder Verletzung nicht trainieren könnt. Keine Sorge, sich auszuruhen ist weder faul noch schwach, sondern vernünftig und genau das was der Körper braucht. Tut euch den Gefallen und gönnt euch die Ruhe und Erholung! Mit Grippe zum Training zu gehen, macht nicht nur keinen Spaß, es ist selten wirklich effektiv und zudem auch echt gefährlich. Nicht nur, dass man andere Menschen im Fitnessstudio möglicherweise ansteckt, sondern auch, dass man den Infekt im schlimmsten Fall verschleppt und dann mit Medikamenten behandelt werden muss.

Während meiner trainingsfreien Zeit habe ich mich zunächst nicht gut gefühlt. Ich war unausgeglichen, unzufrieden mit mir selbst und wollte nichts lieber als trainieren. Ich war richtig eifersüchtig auf die Menschen in meiner Umgebung, die ohne Probleme ins Fitnessstudio gehen konnten. Kurzu: Ich war unausstehlich. Jedoch habe ich gemerkt, dass mein Körper die Erholung brauchte und so blieb mir nichts anderes übrig, als die Trainingspause auszuhalten. 

Ich habe jetzt das erste Mal seit drei Wochen wieder vorsichtig trainiert und ich bin der Meinung, dass die Ruhe sich ausgezahlt hat. Wider Erwarten habe ich nicht alle Muskeln verloren und bin auch nicht aufgequollen wie ein Schwamm. Mein Körper ist erholt und hat seit Langem wieder richtig Energie. Zudem konnten sich meine Muskelpartien alle komplett regenerieren und ich habe zum ersten Mal wieder einen ordentlichen Muskelkater. Aber nicht nur körperlich hat sich die Entspannung für mich gelohnt. Auch meinem Kopf hat die Trainingspause gut getan.

Kopftechnisch regenerieren

fitmelonie kontrolliert ihre Trainingspläne

Und das meine ich genau so wie ich es schreibe. Immer bestimmte Trainingstermine einzuhalten, Workouts zu planen, nebenbei auch noch die Bachelorarbeit zu schreiben und dabei natürlich immer motiviert zu sein, strengt das Gehirn an. Irgendwann kommt man an den Punkt, da hat man keine Lust mehr zum Training zu gehen, geht nur hin, weil man denkt, dass man muss, sieht keine Fortschritte und ist grundsätzlich unzufrieden mit seiner Leistung. Zudem fühlt man sich körperlich erschöpft und regeneriert sich nach den Trainingseinheiten schlechter.

Diesen Punkt würde ich als Fitness-Burnout beschreiben. Man ist ausgebrannt und fragt sich: Warum mache ich das eigentlich alles? Warum strenge ich mich an, wenn es sowieso nichts bringt?

Kurz bevor ich aufgrund der Entzündung im Schultergelenk eine Fitnesspause einlegen musste, hatte auch ich eine Phase, in der ich mir diese Fragen gestellt und keinen wirklichen Sinn mehr in meinem Training gesehen habe. Wenn es euch auch so geht, kann ich euch nur raten, auch ohne Verletzung oder Grippe, das Training für einen bestimmten Zeitraum auszusetzen. Durch die Ruhe kann man sowohl körperlich als auch kopftechnisch regenerieren und neue Energie fürs Training schöpfen.

Bei mir ist nach der Fitnesspause auch die Vorfreude auf das Workout und die Motivation für den Sport zurückgekehrt. Ich freue mich jetzt auf mein Training und kann nur jedem empfehlen, auf sich selbst zu hören und sich eine Pause zu gönnen, wenn der Körper danach verlangt.

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