Wissenschaftlich geprüft

Hähnchen

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 22. Mai. 2020

Was man über Hähnchen wissen sollte: Tierhaltung, Nährstoffe und Fleischqualität.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Hähnchenbrust
  2. Das sollten Sie über Hähnchen wissen
  3. Unsere liebsten Hähnchen-Rezepte
  4. Wie gesund ist eigentlich Hähnchen?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Hähnchen
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  6. Zubereitungstipps für Hähnchen
  7. FAQs - die häufigsten Fragen
    1. Wie viele Kalorien hat ein Hähnchenschenkel?
  8. Wissen zum Mitnehmen

Infografik zu Hähnchenbrust

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik. 

Hähnchenbrust

Hähnchenbrust...

  • ...ist perfekt für Low-Carb-Fans:
    Genau 0,0 g Kohlenhydrate machen Hähnchenbrustfilet zum idealen Lebensmittel, wenn man abends oder generell Low Carb bevorzugt.
  • ...hilft dem Stoffwechsel:
    Hähnchenbrustfilet enthält beachtliche Mengen Niacin, auch Vitamin B3 genannt. Der Körper braucht es für wichtige Stoffwechselprozesse; unter anderem unterstützt Niacin auch die Bildung von Fettsäuren im Körper.
  • ...macht und hält schlank:
    Magerer und kalorienärmer als Hähnchenbrustfilet ist nur noch Putenbrust. Auch wer Diät macht, kann sich also ohne Reue ruhig größere Portionen gönnen
  • ...festigt Zähne und Knochen:
    Mit gut 200 mg Phosphor pro 100 g gehört Hähnchenbrustfilet zu den Lebensmitteln, die für Festigkeit von Zähnen und Knochen sorgen.
  • ...enthält viel Eiweiß:
    In Hähnchenbrustfilet stecken reichlich wertvolle Proteine, die vom Körper optimal verwertet werden können.
  • ...kann unerwünschte Stoffe enthalten:
    Bei Hähnchenbrustfilet aus der Massentierhaltung kommt es immer wieder vor, dass bei Stichproben Rückstände von Medikamenten entdeckt werden. Auch Salmonellen bringen das Hähnchenfleisch öfter ins Gerede. Wer das alles vermeiden möchte, greift am besten zu Hähnchenbrustfilet aus Bio-Haltung.
  • ...stärkt Gehirn und Nerven:
    Der relativ hohe Gehalt von Vitamin B1 macht Hähnchenbrust besonders wertvoll, denn es sorgt für reibungslos funktionierende Nerven und Neurotransmitter im Gehirn. Mangelzustände kommen bei Vitamin B1 öfter vor; typische Anzeichen sind u.a. Müdigkeit, depressive Verstimmungen und Gedächtnisprobleme.
  • ...unterstützt die Blutbildung:
    Im Gegensatz zu einem weit verbreiteten Irrglauben hat Hähnchenbrust einen durchaus guten Eisenwert zu bieten: 1,5 mg pro 100 g liegen im guten mittleren Bereich und helfen dem Körper bei der Blutbildung.

 

Das sollten Sie über Hähnchen wissen

Beim Duft von gebratenem oder gegrilltem Hähnchen läuft fast jedem das Wasser im Mund zusammen. Auch der Anblick von knusprig brauner Hähnchenhaut lässt höchstens Veggies kalt, und auf die Frage "Brust oder Keule" fällt den meisten die Entscheidung schwer.

Das gilt auch bei den verschiedenen Sorten, bei denen man die Qual der Wahl hat: Das Haushuhn oder Brathähnchen wird 5-6 Wochen vor der Geschlechtsreife geschlachtet und wiegt ungefähr ein Kilogramm. Je nach Größe und Gewicht heißt es dann Poularde (ab 1,2 Kilo) oder Junger Hahn (ab 1,8 Kilo). Die Bezeichnung Jungmasthähnchen gilt für Federvieh, das maximal zehn Wochen alt ist. Das Fleisch ist jeweils hellrosa; bei Poularden und Junghähnen ist der Anteil von magerem Brustfleisch besonders hoch.

Apropos Brustfleisch: Eben weil es extrem fettarm ist, sieht es gegart fast schneeweiß aus, kann aber aus demselben Grund schnell etwas trocken geraten. Die Keulen vom Hähnchen gelingen deutlich saftiger: Ihr Fleisch ist rötlich und enthält mehr Fett (übrigens auch mehr Eisen).

Besonderer Beliebtheit erfreut sich übrigens das Maishähnchen beziehungsweise die Maispoularde: Es pickt, wie der Name schon andeutet, reichlich Maiskörner und bekommt dadurch nicht nur eine appetitlich gelbe Farbe, sondern auch einen delikaten Geschmack.

Leider lässt sich bei aller Lust auf das leckere Federvieh nicht leugnen: Beim Hähnchen aus dem Supermarkt oder vom Discounter handelt es sich um Tiere aus Massenhaltung, deren Bedingungen wenig appetitlich und alles andere als artgerecht sind (1). Damit sie möglichst schnell auf ihr Verkaufsgewicht kommen, müssen sich in typischen Mastbetireben selbst bei Bodenhaltung 26 Hühner einen einzigen Quadratmeter als Lebensraum teilen, also etwa so viel wie ein kleines Blatt Paier (DIN A5).

Der fragwürdige Vorteil dieses extrem beengten Daseins: Die Tiere können sich praktisch nicht bewegen; entsprechend wächst die Fett- und Muskelmasse schneller als Knochen und Skelett. Die Folge sind sehr häufig Krankheiten, Fehlbildungen, Knochenbrüche und Verformungen. Damit sie sich dabei nicht gegenseitig in die Quere kommen und verletzen, beschneidet man ihnen Flügel und Schnäbel ohne Betäubung.

Schon etwas besser geht es Hühnern aus Freilandhaltung: Hier teilen sich maximal neun Tiere einen Quadratmeter; jedes hat zusätzlich vier Quadratmeter Auslauffläche zum Picken und Scharren (2).

Unsere liebsten Hähnchen-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Hähnchen-Rezepten.

Wie gesund ist eigentlich Hähnchen?

Für Figurbewusste ist Hähnchen immer eine gute Wahl, denn es hat wenige Kalorien und kaum Fett. Voraussetzung ist allerdings, dass man die sehr fettreiche Haut nicht mit isst! Apropos Fett: Der Anteil an ungesättigten Fettsäuren ist im Fett von Hähnchen erheblich höher als bei Rind und Lamm und sogar noch etwas höher als beim Schweinefett. 

Oft hört man, dass Hähnchen kaum Eisen liefere. Das stimmt übrigens: Mit etwa 1,1 Milligramm (Brust) beziehungsweise 1,8 Milligramm (Keule) dieses für die Blutbildung wichtigen Stoffs liegt das Geflügel zwar nicht vorne, kommt aber auf einen ähnlichen Wert wie mageres Fleisch vom Rind, Kalb oder Schwein auch.

Speziell für Menschen mit einem empfindlichen Magen und Darm auf jeden Fall ein Vorteil: Hähnchen ist leicht verdaulich und gut bekömmlich (wieder: ohne Haut!).

Ansonsten hat Hähnchen einen relativ hohen Anteil an Vitamin A und mehreren B-Vitaminen zu bieten. Weit voraus ist es übrigens den meisten anderen Fleischsorten in Sachen Magnesium: 100 Gramm Hähnchen liefern etwa 37 Milligramm des Mineralstoffs, der für Nerven, Gehirn und Muskeln große Bedeutung hat.

Bei Hähnchen gibt es ein größeres Risiko für den Befall mit schädlichen Keimen. Zwar gehen die Infektionen mit Salmonellen seit einigen Jahren zurück, doch dafür finden die Behörden immer öfter den Durchfallerreger Campylobacter (3).

Im Bericht über die Daten zur Lebensmittelüberwachung (aktueller Stand:  6. Dezember 2018) gab das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bekannt: Bei mehr als der Hälfte (51,8 Prozent) des überprüften Hähnchenfleischs fanden die Kontrolleure Campylobacter (4).

Nährwerte von Hähnchen pro 100 Gramm  
Kalorien 102
Eiweiß 23,5 g
Fett 0,7 g
Kohlenhydrate 0 g
Ballaststoffe 0 g

Einkaufs- und Küchentipps für Hähnchen

Einkauf

Hähnchen bekommt man teilweise schon für sehr wenig Geld, das gilt speziell für TK-Ware. Man muss sich allerdings klarmachen, dass Dumpingpreise nur möglich sind, wenn das Hähnchen aus Massenhaltung kommt. Wer das ablehnt, muss etwas mehr ausgeben; bei Bio-Hähnchen sogar erheblich mehr. Dafür kann man hier davon ausgehen, dass die Tierhaltung wenigstens einigermaßen artgerecht erfolgt.

Frisches Hähnchen muss neutral riechen, die Haut muss trocken beziehungsweise nur sehr leicht feucht wirken.

Lagerung

Gefrorenes Hähnchen hält sich in der Tiefkühltruhe viele Monate. Frisches Hähnchen gehört in den Kühlschrank, und zwar in die kälteste Zone (das ist in der Regel das Fach über der Gemüseschublade).

Wie lange es sich dort hält, kommt drauf an: Verpackt gekauftes frisches Hähnchen muss vor Ablauf des aufgedruckten Datums zubereitet werden; unverpacktes Hähnchenfleisch sollte man innerhalb von ein bis zwei Tagen verbrauchen.

Vorbereitung

Weil auf Geflügelfleisch reichlich schädliche Keime, wie vor allem Salmonellen sitzen können, kommt es beim Vor- und Zubereiten sehr auf strikte Hygiene an. Besonders bei tiefgefrorenem Hähnchenfleisch ist das Einhalten folgender Regeln Pflicht: Das Auftauwasser wegschütten und keinesfalls mit anderen Lebensmitteln oder mit Küchengeräten in Kontakt bringen, sonst besteht Ansteckungsgefahr. Das aufgetaute Geflügel innen und außen gut abspülen, anschließend mit Küchenpapier trocken tupfen und würzen.

Frisch gekauftes Hähnchen zur Sicherheit ebenfalls abspülen und trocken tupfen. Außerdem waschen Sie besser vorsichtshalber alle benutzten Küchengeräte, die Spüle und die Hände gründlich bevor Sie andere Lebensmittel berühren.

Benutzen Sie bei der Vorbereitung keine Holzbretter oder Geräte, in die sich die Keime einnisten könnten; am besten eignet sich ein großer Teller aus Porzellan oder Steingut, den man anschließend in der Spülmaschine bei mindestens 70 Grad spülen kann.

Beim Vor- und Zubereiten eventuell austretenden Fleischsaft mit Küchenpapier wegwischen – wer dafür den Spüllappen nimmt, riskiert eine Bakterienschwemme.

Zubereitungstipps für Hähnchen

Das Wichtigste gleich vorab: Ob Brust, Keule, Flügel oder ganzes Hähnchen – es muss immer ganz durchgegart werden! Denn nur dadurch lassen sich eventuell vorhandene schädliche Keime verlässlich eliminieren. Wer unsicher ist, ob sein Hähnchen schon durch ist, piekst am besten mit einem langen Spieß hinein. Ist der austretende Fleischsaft völlig klar, ist das Fleisch fertig. Hat der Saft dagegen eine rosa oder rötliche Farbe muss es weiter gegart werden.

Das durchgegarte Fleisch von der Brust des Hähnchens sieht auch im Kern weiß aus; es darf nicht rosa aussehen. Die Keule wiederum ist dann gar, wenn das Fleisch sich beige bis hellgrau färbt und die Sehnen fast schwarz aussehen.

Und noch etwas gibt es unbedingt zu beachten: Wenn Sie zu Hähnchen Salat beziehungsweise Rohkost essen möchten, bitte unbedingt getrennte Arbeitsbretter und Messer dafür verwenden!

FAQs - die häufigsten Fragen

Wie viele Kalorien hat ein Hähnchenschenkel?

100 Gramm Hähnchenschenkel hat mit Haut 173 Kilokalorien. Ein Hähnchenschenkel wiegt durchschnittlich 125 Gramm und hat somit 216 Kilokalorien. 

Wissen zum Mitnehmen

Hähnchen kann man kalorienarm genießen und sich dabei mit Eiweiß, Eisen und anderen wichtigen Nährstoffen versorgen. Sehr wichtig ist bei Hähnchen aber eine gute Küchenhygiene.

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten
Schreiben Sie einen Kommentar