Schneidebrett: Holz, Kunststoff oder Glas?

Von Leonie Busse
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Schneidebrett Ratgeber

Schnipp, schnapp – in jeder deutschen Küche kommt wohl täglich ein Schneidebrett zum Einsatz. Doch die ewige Frage, welches Material am besten ist, können viele nicht klar beantworten. EAT SMARTER erklärt, worauf es bei der Auswahl des Schneidebretts ankommt und ob Glas, Holz oder Kunststoff besser ist.

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Schneidebrett: Welches Material ist am besten?

In jeder Küche finden sie sich, klein, groß, rund, eckig: die Schneidebretter. Schon bei der Haltbarkeit ist das Material wichtig – ein Schneidebrett aus Glas sollte nicht herunterfallen, dafür sieht das Scheidebrett aus Kunststoff schnell etwas abgenutzt aus. 

Nicht nur, wenn ein altes Schneidebrett ausgetauscht werden soll, auch, um das Sortiment zu erweitern, kann man sich neue und unterschiedliche Schneidebretter kaufen. Doch genau dann steht man vor der Frage: welches? Holz, Kunststoff oder Glas? Jedes Material hat seine Vorteile.

Die nächste Hürde beim Bretterkauf ist das Messer: Nicht jedes Schneidebrett ist für alle Messer geeignet. Wir verraten Ihnen, welches Schneidebrett wofür am besten geeignet ist und welches Material am hygienischsten ist.

Schneidebrett aus Holz

Das klassische Schneidebrett aus Holz – viele halten es für unhygienisch. Doch diese Sorgen sind unberechtigt, so tauchen die Holzbretter auch wieder in den offiziellen Empfehlungen der Lebensmittelbehörden auf.

Das Brett aus Holz zeigt seine Narben: Mit der Zeit werden sich hier Linien und Unebenheiten abbilden – auch Verfärbungen können hier auftreten. Und wie sieht es mit Lebensmittelresten aus? Tatsächlich kann ein Schnitt dafür sorgen, dass auch Reste des Nahrungsmittels im Brett haften bleiben. So können dort dann auch Bakterien entstehen – der Grund, weshalb Holzbretter für unhygienisch gehalten wurden.

Tatsächlich zeigten Studien jedoch das Gegenteil: Holzbretter sind sogar hygienischer als Plastikbretter. Das liegt daran, dass die Bakterien zwar leichter in offenporiges Material wie Holz eindringen können, die Bedingungen dort für sie jedoch nicht so gut sind – das heißt, sie sterben nach und nach ab. 

Im Vergleich zu Plastikbrettern hat das Alter des Holzbrettes keine Auswirkung auf den Bakteriengehalt – bei Plastikbrettern sind jedoch bei mehr Kerben auch mehr Bakterien zu finden.

Geht Ihre Tendenz also zu einem Holzbrett? Dann hier noch ein paar kleine Tipps: Hartes Holz ist natürlich langlebiger beziehungsweise bekommt nicht so schnell Furchen. Ist das Brett aus einem ganzen Holzstück geformt, so hält es auch länger. Gute Holzarten sind zum Beispiel Buche, Bambus, Olivenholz oder Eiche. Ist das Brett sehr abgenutzt, kann es geschliffen werden und muss nicht direkt entsorgt werden.

Schneidebrett aus Holz kaufen

Schneidebrett aus Kunststoff

Ein großer Kritikpunkt gegenüber Kunststoffbrettern ist die ökologische Auswirkung: Im Gegensatz zu Holz ist Kunststoff eben ein künstliches Material und wird unter Zuhilfenahme von Erdöl hergestellt. Da es kein natürliches Produkt ist, landet es später im Sondermüll und zersetzt sich nicht. Ist das Brett zu abgenutzt, sollte ein neues her!

Wem dies nicht wichtig ist, der kann auch zum Kunststoffbrett greifen. Hygienisch ist es auch unbedenklich, schneidet allerdings etwas schlechter ab als das Holzbrett. Denn es sammeln sich hier Bakterien an und je abgenutzter es wird, desto mehr Bakterien können sich dort anlagern. Eine einfache Reinigung von Hand ist hier meist nicht ausreichend, das Kunststoffbrett sollte in den Geschirrspüler gegeben werden.

Jetzt ist das Kunststoffbrett für Sie also raus? Nicht unbedingt, denn es hat auch einen Vorteil, den das Holzbrett nicht hat: An dem Schneidebrett aus Kunststoff bleiben weniger Gerüche und Verfärbungen hängen. Wem also ein möglichst unbeflecktes Brett wichtig ist, der sollte dann eher zum Kunststoffbrett greifen.

Schneidebrett aus Kunststoff kaufen

Schneidebrett aus Glas

Der strahlende Sieger hierbei sind jedoch die Schneidebretter aus Glas. Sie kriegen die Krone in puncto "Hygiene" aufgesetzt. Das liegt daran, dass die Oberfläche des Glasbretts sehr hart ist und nicht von einer Messerklinge beschädigt wird – so finden die Bakterien keine Kerben, in denen sie sich einnisten können.

Auch in der Kategorie Reinigung überzeugt das Schneidebrett aus Glas: Es kann von Hand oder in der Spülmaschine gereinigt werden, es bleiben keine Gerüche oder unschöne Verfärbungen zurück. Doch natürlich ist auch das Glasbrett nicht perfekt: Messer mögen es nämlich nicht so gern.

Glas ist härter als eine Klinge und so können die Messer stumpf werden oder müssen häufig nachgeschliffen werden. Dies sollte man bedenken, wenn man sich ein Glasbrett zulegt – denn die Lebensdauer der Küchenmesser verkürzt sich dadurch.

Schneidebrett aus Glas kaufen

Schneidebrett-Hygiene

Eine gute Taktik ist auch, verschiedene Schneidebretter für unterschiedliche Lebensmittel und Messer zu verwenden. Gerade für Fleisch und Fisch sollten andere Schneidebretter verwendet werden als etwa für Gemüse und Milchprodukte. Hierfür gibt es bereits vorgefertigte , unterschiedliche Farben und Größen eignen aber natürlich auch als Unterscheidungskennzeichen.

Nach dem Verwenden sollten Bretter möglichst schnell und heiß abgewaschen werden: Der Geschirrhaufen sollte also nicht zu lange in der Spüle oder im Geschirrspüler warten. Dann haben die Bakterien nämlich genug Zeit, sich einzunisten.

Alle Tipps im schnellen Video

Küchenmesser Ratgeber ▶︎

Küchenhygiene-Tipps ▶︎

(lebu)


 

 
Wie sieht es denn mit Schneidebrettern aus Holzfasern (Epicurean) aus, die ja sogar in die Spühlmaschine dürfen?
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Hallo Nanashikun, laut Hersteller sind diese Bretter auch alle antibakteriell und keimresistent. Da diese Art von Holzbrett aber noch nicht so verbreitet ist, gibt es auch noch nicht vergleichbar viele Untersuchungen dazu wie zum herkömmlichen Schneidebrett. Liebe Grüße, dein EAT SMARTER-Team
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