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Wissenschaftlich geprüft

Ernährung bei Akne

Von Kira Tessel
Aktualisiert am 30. Okt. 2019
© Pixabay/ StockSnap
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Kann die Ernährung unser Hautbild beeinflussen? Es ranken sich viele Mythen rund um die Ernährung bei Pickeln und Akne. Hier erfahren Sie, ob Schokolade, Milch oder Zucker wirklich schlecht für die Haut sind und welche Ernährung gegen Pickel helfen kann.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Akne?
  2. Wie entsteht Akne?
  3. Welche Rolle spielt die Ernährung bei Akne?
  4. Zucker und Akne
  5. Milchprodukte und Akne
  6. Vitamin D3 und Akne
  7. Omega-3-Fettsäuren und Akne
  8. Wissen zum Mitnehmen

Akne zählt zu den häufigsten Hautkrankheiten der westlichen Zivilisation. Wer Akne hat, leidet häufig unter Mitessern und entzündeten Pickeln, welche auch Narben hinterlassen können. Die Pickel und Rötungen können an verschiedenen Körperstellen wie Gesicht, Hals, Rücken oder Brust auftreten. Neben genetischen und diversen Umweltfaktoren kann auch die Ernährung die Erkrankung beeinflussen – bei manchen mehr, bei manchen weniger.

Vorweg: Es gibt keine spezielle Akne-Diät, jedoch können einige Nahrungsmittel und Nährstoffe das Hautbild beeinflussen (1)

Was ist Akne?

Akne vulgaris – kurz: Akne ist weltweit die häufigste dermatologische Erkrankung. Rund 70-95 Prozent aller Jugendlichen weisen Akne-Läsionen auf, jedoch kann Akne in verschiedenen Lebensabschnitten auftreten. Das Maximum der Erkrankung tritt zumeist im Alter von 15-18 Jahren auf. Bei vielen Patienten kommt es nach der Pubertät zu einer Rückbildung und Verbesserung des Hautbildes.

Bei manchen Menschen kann sich Akne auch über das 25. Lebensjahr hinausziehen. Die Betroffenen leiden häufig unter Pickeln, schmerzhaften Pusteln, Mitessern, Narbenbildung und fettiger Haut. Die Erkrankung kann bei vielen Patienten auch mit psychischen Belastungen und erhöhtem Leidensdruck einhergehen, insbesondere wenn Therapieversuche bereits fehlgeschlagen haben (2).

Merke!
Akne zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen und tritt in verschiedenen Formen und Lebensabschnitten auf. Es bilden sich vor allem Mitesser, Pickel und schmerzhafte Pusteln im Gesicht, Hals oder Rücken.

Wie entsteht Akne?

Es gibt verschiedene Formen von Akne und ebenso unterschiedliche Therapieansätze. Es heißt, dass unterschiedliche Faktoren bei der Akneentstehung beteiligt sein können. Die Talgdrüsenaktivität, Verhornungen, mikrobielle Ursachen oder Entzündungsreaktionen mit immunologischen Abläufen können hier eine Rolle spielen. Bakterien können Pickel auch begünstigen, da sie sich gut mit dem Talg auf der Haut vermehren und in den verstopften Drüsen Entzündungen fördern können. 

Viele Bakterien gelangen durch einfache Übertragung von den Händen in das Gesicht – Bewegungsabläufe, die manchmal gar nicht so bewusst erscheinen, aber dennoch auch ihren Beitrag zur Pickelentstehung leisten können. Zur Basis einer reinen Haut gehören eine sanfte Hautpflege und das Beachten von grundlegender Hygiene. So sollte man zum Beispiel Handtücher und Kopfkissen regelmäßig wechseln. Zu aggressive Hautpflege kann ebenso kontraproduktiv sein, da sie die Talgproduktion noch mehr anregt. Besser eine milde, pH-neutrale, unparfümierte Reinigung verwenden und die Kosmetik mit Bedacht auswählen. 

Auch genetische, hormonelle und Umwelt-Faktoren können zur Entstehung von Akne beitragen, so die Deutsche Dermatologische Gesellschaft. Androgene, also die männlichen Geschlechtshormone wie Testosteron scheinen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung von Akne zu haben, da sie sowohl Talgrüsenvolumen als auch -produktion beeinflussen. Durch überschüssiges Hornmaterial können die Talgdrüsengänge verstopft werden und unter anderem Mitesser entstehen (2).

Merke!
Akne kann durch viele Faktoren begünstigt werden und hat meist genetische, hormonelle und mikrobielle Ursachen. Durch vermehrte Talgproduktion und verstopfte Drüsen kann es zu Entzündungsreaktionen kommen, welche Pickel entstehen lassen.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Akne?

Manchmal scheint es, als haben manch Glückliche strahlend reine Haut, obwohl sie täglich zu Lebensmitteln wie Chips, Schokolade und Co. greifen. Es ist bekannt, dass eine gesunde Ernährung, die reich an Nährstoffen ist, zu sichtbaren Verbesserungen der Haut führen kann. Besonders wertvolle Nährstoffe sind Vitamine, Mineralien, Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl und Antioxidantien. Stoffe wie Antioxidantien machen auch in kosmetischen Produkten durchaus Sinn und können einen wertvollen Beitrag zur Hautpflege leisten. Wir beziehen uns in diesem Artikel jedoch nur auf die orale Aufnahme der Nährstoffe durch die Ernährung. 

Ein paar Nahrungsmittel werden in Studien im Zusammenhang mit Akne häufiger untersucht – jedoch meist nicht mit eindeutigem Ergebnis. Die gesamte Ernährung kann Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Hautbild nehmen. Einzelne Lebensmittel pauschal zu verteufeln, ist anscheinend nicht angebracht, da Menschen unterschiedlich auf Lebensmittel reagieren können, wie zum Beispiel auf Milchprodukte. Entzündliche Prozesse können ebenfalls zu Pickel und Akneentstehung beitragen. Hier kann man mit einer ausreichenden Nährstoffzufuhr ansetzen und für eine gesundheitliche Grundlage sorgen (2).

Merke!
Eine nährstoffreiche Ernährung kann das Hautbild beeinflussen, jedoch ist die Datenlage zu dem direkten Zusammenhang zwischen einzelnen Lebensmitteln und Akne bisher nicht eindeutig. Es scheint, als reagieren manche Menschen empfindlicher als andere.

Zucker und Akne

Zucker steht oft als Sündenbock für diverse Krankheiten und Übergewicht im Mittelpunkt. Doch so pauschal kann man den Zucker auch nicht verteufeln. Zucker per se macht weder dick noch krank. Es ist vielmehr die ganze Ernährung, die Einfluss auf unsere Gesundheit nimmt und weniger einzelne Nährstoffe oder Lebensmittel. 

Eine randomisierte Studie wollte auch die glykämische Last und die Rolle bei Akne unter die Lupe nehmen. Ziel war es, festzustellen, ob eine Diät mit niedriger glykämischen Last die Anzahl von Akne-Läsionen bei jungen Männern verbessert. Es kam tatsächlich zu einem positiven Ergebnis – gleichzeitig nahmen die Teilnehmer jedoch auch an Gewicht ab und wiesen folglich eine verbesserte Insulinsensitivität auf. Die Autoren vermuten einen Zusammenhang zwischen diesen Faktoren (5).

Eine andere randomisierte Studie untersuchte den Einfluss der Nahrungszusammensetzung auf Akne und verglich eine Diät mit niedrigem glykämischen Index mit einer konventionellen Ernährung mit hohem GI. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass ernährungsbedingte Lebensstilfaktoren zwar eine Rolle bei der Akneentstehung spielen können, diese aber immer noch nicht eindeutig identifiziert sind. Weitere Studien sind also nötig, die eine Ernährungsumstellung unabhängig vom Gewichtsverlust im Bezug auf das Hautbild und Akne untersuchen (6).

Auch regelmäßiger Konsum von Energy-Drinks, ob mit oder ohne Zucker, kann das Hautbild beeinflussen, da diese meist mit Vitamin B12 oder B6 angereichert sind. Manche Hersteller von Proteinpulvern setzen diese Vitamine bei. Ab einer gewissen Menge reagieren manche Menschen empfindlich und bekommen Anzeichen von unreiner Haut sowie Pickeln. Ein Überschuss an dem wasserlöslichen Vitamin B12 wird häufig mit Hautveränderungen wie Akne assoziiert. Wenn Sie häufig zu Energy-Drinks greifen und an Hautproblemen leiden, wäre es ein Versuch wert diese für eine Zeit wegzulassen (7).

Merke!
Zucker per se lässt sich nicht als Ursache von Akne darstellen. Die gesamte Ernährung hat größeren Einfluss auf unsere Gesundheit als ein einzelner Nährstoff. Hinsichtlich des Einflusses des GI und Insulin sind weitere Untersuchungen notwendig.

Milchprodukte und Akne

Akne wurde in der Vergangenheit hinsichtlich der Ernährung am häufigsten mit Milchprodukten in Verbindung gebracht. Akne kann durch übermäßige Insulinsekretion/ Insulinausstöße verschlimmert werden (1).

Wachstumsfaktoren und Hormone können Akne verursachen. Dazu zählen die Androgene, die männlichen Geschlechtshormone wie Testosteron bzw. alles, was auf unsere Insulinrezeptoren wirkt und die Androgensignalisierung verstärkt. 

Eine größer angesetzte Metaanalyse untersuchte eben diesen Zusammenhang von Milchkonsum und Akne. Zusammenfassend schien es, als würde der Konsum von Produkten wie Milch, Joghurt, Käse und Co. mit einem höheren Aknerisiko in Verbindung stehen. Milchprotein scheint Akne stärker zu fördern als vergleichbare Proteinquellen wie Fleisch oder pflanzliche Produkte. Doch auch hier rufen die Autoren zur vorsichtigen Interpretation auf, da auch innerhalb der betrachteten Studien viele Unterschiede in der Vorgehensweise stattfanden (9).

Da Milch unabhängig von der Wirkung auf das Hautbild durchaus gesundheitliche Vorteile liefert, kann man nicht pauschal von dem Verzehr bei Akne abraten. Milchprodukte sind nach wie vor eine gute Quelle essenzieller Nährstoffe und sind eine der Hauptquellen für Protein und Calcium, die wesentlichen Einfluss auf Knochengesundheit und Muskulatur haben (10).  

Bei manchen könnte schon Laktase Abhilfe schaffen, um Milchzucker besser zu verdauen. Wie sieht es eigentlich mit Schokolade aus? Wenn Sie empfindlich auf Milchprodukte reagieren, kann auch eine Vollmilchschokolade ihren Beitrag zu Pickeln leisten. Dies ist jedoch nicht bei jedem so. Sie könnten auch probieren auf dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil, ohne Milchpulver, umzusteigen.

Merke!
Milch und Milchprodukte stehen schon länger im leichten Verdacht, auch Einfluss auf die Akneenstehung zu haben. Endgültige Beweise gibt es bisher nicht, da Hautprobleme oft individuelle Ursachen haben.

Vitamin D3 und Akne

Vitamin D ist streng genommen kein Vitamin in dem Sinne, sondern wirkt als Hormon. Es spielt eine wesentliche Rolle im Immunsystem und in verschiedenen Stoffwechselprozessen des Körpers. Der Großteil der Bevölkerung ist nur unzureichend versorgt – ein Mangel an Vitamin D wird mit verschiedenen Hautkrankheiten assoziiert, wie Neurodermitis oder Psoriasis. Akne gehört zu den entzündlichen Hautkrankheiten, ob es dabei einen Zusammenhang mit Vitamin D gibt, ist noch jedoch noch nicht klar (11)

Eine Studie untersuchte den Vitamin-D-Spiegel von jeweils 80 Menschen mit und ohne Akne. Sie stellten fest, dass ein Vitamin-D-Mangel bei Akne-Patienten sehr viel häufiger war, als bei "gesunden" Personen. In einer anschließenden Studie wurde bei einer kleinen Personengruppe getestet, ob eine Supplementation mit Vitamin D zu einer Verbesserung der entzündlichen Akne führte. Tatsächlich konnte eine positive Auswirkung beobachtet werden. Weitere Forschung ist dennoch nötig, aber diese Ergebnisse sind durchaus interessant und vielversprechend (11)

Es gibt keine Akne-Diät oder eine konkrete Ernährung gegen Pickel, jedoch können einzelne Nährstoffe scheinbar dazu beitragen, das Hautbild zu verbessern. Bei Vitamin D3 handelt es sich um kein Medikament oder Anti-Akne-Mittel, jedoch um einen wichtigen Nährstoff, der zu unserer Gesundheit beitragen kann und eine Wirkung auf unseren Körper sowie das Immunsystem haben kann. Entzündungsprozesse, die zur Pickelentstehung und Akne beitragen, können so teilweise reguliert werden. Neben den äußeren Einflüssen auf unsere Haut können Stress und Ernährung für erhöhte Entzündungsprozesse sorgen, daher ist eine grundlegende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen nicht zu vernachlässigen.

Merke!
Vitamin D ist kein Wundermittel gegen Akne, jedoch scheint es, als könne eine ausreichende Versorgung positive Effekte bei Akne-Patienten haben.

Omega-3-Fettsäuren und Akne

Können essenzielle Omega-3-Fettsäuren tatsächlich ein Gamechanger in Sachen Hautbild sein? Omega-3-Fettsäuren scheinen einen vergleichsweise größeren Effekt auf das Hautbild nehmen zu können. Dies scheint auch plausibel, da Pickel und Akne unter anderem auf entzündlichen Prozessen beruhen. Omega-3-Fettsäuren können diese Entzündungsreaktionen im Körper drücken, wodurch bestimmte Prozesse, wie Pickel besser abklingen können. 

Auch wie bei Vitamin D handelt es sich bei Omega-3-Fettsäuren um kein Anti-Akne-Mittel, sondern lediglich um Nährstoffe, die zur gesundheitlichen Grundlage gehören. Die Basis durch die Ernährung kann schon einen erheblichen Einfluss auf das Gesamtbild haben und darf nicht unterschätzt werden. Ein gesunder Körper ist oft resistenter und spiegelt auch ein gesundes Äußeres wieder, so auch im Hautbild. 

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft verweist darauf, dass Völker mit einer traditionellen Ernährungsweise einen höheren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren durch die Nahrung aufnehmen. Bei einem Wechsel ihrer Gegewohnheiten zu einer westlichen Ernährungsweise konnte häufiger Akne beobachtet werden. Unsere moderne westliche Ernährung ist überwiegend reich an pro-inflammatorischen Fettsäuren wie Omega-6, bei einem schlechten Verhältnis zu Omega-3-Fettsäuren von ca. 20:1 – im Gegensatz zu einem ursprünglichen Verhältnis von 1:1 (2).

Merke!
Omega-3-Fettsäuren können zu einem besseren Hautbild beitragen, da sie Entzündungsreaktionen, die zur Pickelentstehung beitragen, regulieren können.

Wissen zum Mitnehmen

Insgesamt scheint die Rolle der Ernährung bei Akne teilweise noch strittig zu sein. Hinsichtlich der Milch gibt es Hinweise, dass Menschen individuell auf Milchprodukte mit einem verschlechterten Hautbild reagieren können. Bei Lebensmittel, wie Zucker, mit einem hohen glykämischen Index ist die Datenlage noch nicht eindeutig. Essenzielle Omega-3-Fettsäuren können tatsächlich einen positiven Effekt bei entzündlichen Akne-Formen haben. Da eine erhöhte Omega-3-Zufuhr auch für die allgemeine Gesundheit jedem empfohlen werden kann, lohnt es sich, dies auszuprobieren. Vitamin D3 und Omega 3 können bei manchen Menschen schon eine positive Wirkung auf das Hautbild haben – sind aber keine Anti-Akne-Mittel. 

Wenn man sich die Praxis anguckt, wird man feststellen, dass jeder Mensch auf unterschiedliche Dinge reagieren kann und nicht alles gleich gut verträgt. Mehrere Faktoren können unser Hautbild bestimmen: Hormone, Stress, Erkrankungen, Unverträglichkeiten und Co. Unreine Haut kann auch mal nur phasenweise auftreten und manchmal reagieren wir temporär empfindlicher auf bestimmte Lebensmittel. Natürlich kann man individuell ausprobieren, auf welche Lebensmittel man mit schlechterer Haut reagiert, doch zu voreilig sollte man nicht sein und das Hautbild lieber langfristig beobachten. Wer unter starker Akne leidet und auch mit der Ernährung keine Besserung erzielt, sollte im Zweifelsfall immer einen Hautarzt um Rat fragen.

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