EAT SMARTER empfiehlt: Bewertungskriterien

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 14. Okt. 2019
© Unsplash/ Joshua Rawson-Harris
© Unsplash/ Joshua Rawson-Harris

Im Supermarkt haben wir oft die Qual der Wahl: Welches Produkt soll ich kaufen? Welches ist wirklich gesund? Die Lebensmittel-Experten von EAT SMARTER geben Entscheidungshilfe – mit ihrer Kompetenz für eine moderne und gesunde Ernährung.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Das sind unsere Bewertungskriterien
    1. Nährstoffzusammensetzung
    2. Qualität der Zutaten
    3. Genusswert
    4. Verpackung
    5. Bonuspunkte
  2. Das wurde bisher getestet

Etwa 150.000 verschiedene Lebensmittel gibt es in deutschen Supermärkten. Und angesichts dieses Überangebots verlieren wir schnell den Überblick, welche wirklich gut, gesund und lecker sind. Gerade, wenn es schnell gehen muss, kaufen wir vor allem nach Gewohnheit. Wer hat schon die Zeit, Zutaten und Nährwerte von etlichen Joghurts, Steak-Saucen und Tiefkühlprodukten zu prüfen? Wir!

Die EAT SMARTER-Experten für gesunde Ernährung werden künftig in jeder Ausgabe Produkte aus unterschiedlichen Kategorien testen, miteinander vergleichen und die besten vorstellen. Dabei bewerten sie die Qualität der Produkte, die Zusammensetzung der Nährstoffe und den Genusswert.

Geprüft werden etwa der Fett-, Salz- oder Zuckergehalt und es wird gecheckt, wie naturbelassen die Lebensmittel sind. Dabei achten unsere Experten nicht nur auf den Gesamtanteil etwa an tierischen oder pflanzlichen Fetten, sondern berücksichtigen bei ihrer Beurteilung auch, welches Fett verwendet wurde: Stammt es aus Olivenöl (sehr empfehlenswert), aus Kürbiskernöl (empfehlenswert) oder aus Palmöl (nicht empfehlenswert)? Ähnliche Kriterien gelten für Kohlenhydrate und den Zuckergehalt. Und natürlich findet auch der Aspekt der Nachhaltigkeit Berücksichtigung.

Wir geben mit unserem Siegel konkrete Empfehlungen und Entscheidungshilfen – damit Sie sich ganz auf Gäste und Genuss konzentrieren können. Ganz nach dem Motto: EAT SMARTER – live smarter!

Das sind unsere Bewertungskriterien

1. Nährstoffzusammensetzung

Geprüft wird der Zuckergehalt und die Qualität der enthaltenen Fette und Kohlenhydrate sowie der Gehalt an Ballaststoffen und Proteinen.

Beim Zucker ist neben der Gesamtzuckermenge (ab 5 g Zucker/Portion wird es kritisch) auch die Zuckerquelle relevant: Zucker aus ganzen Früchten ist empfehlenswert, auch Honig, Ahornsirup, Apfelsüße, Kokosblütenzucker oder Agavendicksaft können – je nach Produkt und Menge – durchaus okay sein. Haushaltszucker und zugesetzter Milchzucker, vor allem aber Glucose-Fructose-Sirup, Invertzuckersirup und Zuckerkulör, werden hingegen ganz klar nicht empfohlen.

Fette verteufelt EAT SMARTER grundsätzlich nicht, denn Fett ist ein wichtiger Nährstoff. Auch die Gesamtmenge der gesättigten Fettsäuren ist kein Bewertungskriterium, da die derzeitige Studienlage diesen Fettsäuren bezüglich der Gesundheit eher einen neutralen Effekt zuschreibt. Vielmehr geht es uns um die Fettqualität. Empfehlenswert sind bei tierischen Fetten vor allem die aus fettem Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering (sie liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren). Auch Butter und Butterschmalz sowie fetthaltige Milchprodukte wie Sahne oder Schmand sind nicht per se ungesund. Nicht empfohlen werden jedoch tierische Fette aus Schweinefleisch oder verarbeiteten Fleischwaren, da diese entzündliche Prozesse im Körper fördern können.

Bei pflanzlichen Fetten sind Oliven-, Kokos-, Lein-, Hanf- und Weizenkeimöl die Spitzenreiter und aufgrund absolut empfehlenswert. Auch Kürbiskern-, Avocado-, Sesam-, Raps- und Nussöl gehören zu den gut bewerteten Fetten. Soja- und Palmöl, Backmargarine und gehärtete oder teilgehärtete Fette hingegen werden nicht empfohlen. Die Bewertung der verschiedenen Speisefette wurde anhand der Fettsäurezusammensetzung, laut aktueller Studien mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit sowie ökologischer Gesichtspunkte (insbesondere beim Palmöl) von Ernährungswissenschaftlern vorgenommen.

Bei den Kohlenhydraten zählt die Nährstoffquelle. Kohlenhydrate aus Quinoa, Amaranth, Buchweizen und Hirse sind absolut zu empfehlen, auch die aus Vollkornprodukten (vor allem Vollkorndinkel, -roggen und -reis sowie Hafer) können ein wichtiger Teil einer bewussten Ernährung sein. Helles Weizenmehl, Stärke (etwa aus Kartoffeln, Weizen oder Mais) sowie minderwertige Zucker wirken sich hingegen negativ auf die Bewertung aus. Der Grund für diese Bewertung liegt in der unterschiedlichen Blutzuckerwirkung der verschiedenen Kohlenhydrate – schnellt dieser nämlich in die Höhe und fällt dann rasch wieder ab, sind Heißhunger, Snackattacken und daraus resultierende Fetteinlagerungen quasi vorprogrammiert.

Bei den Ballaststoffen und Proteinen gilt: je mehr, desto besser! Unter drei Gramm Ballaststoffe pro Portion sind zu wenig, zwischen drei und fünf Gramm sind gut – und alles ab fünf Gramm pro Portion ist besonders empfehlenswert. Beim Eiweiß sind Werte ab zehn Gramm pro Portion sehr gut, zwischen fünf und zehn Gramm ist der Gehalt gut, unter fünf Gramm pro Portion zu niedrig. Sowohl Proteine als auch Ballaststoffe sind super Sattmacher und außerdem wichtig für eine funktionierende Verdauung und einen reibungslosen Stoffwechsel. 

2. Qualität der Zutaten

Grundsätzlich gilt: Je weniger ein Produkt verarbeitet ist, je natürlicher es also ist, desto besser. Das Gleiche gilt für die Menge der Zutaten – auch hier ist weniger mehr. Zusätzlich legen die Experten von EAT SMARTER ein besonderes Augenmerk auf die Zusatzstoffe. Negativ fließen in die Bewertung Farb- und Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Säuerungs - und Verdickungsmittel, Süßstoffe sowie sonstige Zusatzstoffe mit ein. Auch dem allgemeinen Gesundheitswert schenken die Experten natürlich besondere Beachtung: Wie hoch ist der Obst- oder Gemüseanteil und damit auch der Gehalt von Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen?

3. Genusswert

Jedes Produkt durchläuft eine Blindverkostung in seiner jeweiligen Produktsparte durch mehrere Tester. Sie bewerten primär den Geschmack des Produktes – natürlich ohne weitere Informationen über die Inhaltsstoffe, die Marke und das Produkt zu haben. Ebenfalls relevant für die Punktevergabe sind der Geruch, das Mundgefühl und das Aussehen des Produkts. Denn das Auge isst ja bekanntlich mit.

4. Verpackung

Bei der Verpackung liegt das Augenmerk auf der Optik, der Praktikabilität, der Haltbarkeit und zusätzlich auf dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Darüber hinaus kann die Nachhaltigkeit der Verpackung für Sonderpunkte (siehe 5.) sorgen – etwa, wenn ein Produkt in einer Glasflasche verkauft wird, alle anderen Konkurrenzprodukte in der Bewertung aber in Plastikflaschen.  

5. Bonuspunkte

Zusatzpunkte gibt es für Regionalität, Saisonalität und Umweltbewusstsein. So fließen Label, Siegel (wie Bio- und Nachhaltigkeitssiegel) und die detaillierte Kennzeichnung der Produkte und ihrer Inhaltsstoffe gegebenenfalls in die Bewertung mit ein. Auch die Nachhaltigkeit der Verpackung kann positiv mit einfließen, ebenso die Verwendung regionaler Zutaten oder die Unterstützung sozialer Projekte und das Abführen von Spendengeldern.

Das wurde bisher getestet

Grillsaucen und Dips: Ausgabe 4/2019 
Müslis und Cerealien: Ausgabe 5/2019  

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Vorschau: In unserer Weihnachtsausgabe testen wir Nussmischungen und Riegel.

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