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E 420 (Sorbit)

Von Marieke Dammann
Aktualisiert am 26. Jan. 2021
E 420 ein Feuchthaltemittel

E 420 ist auch unter dem Namen Sorbit beziehungsweise Sorbitol bekannt und gehört zur Klasse der Füllstoffe, sowie Feuchthalte- und Süßungsmittel.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Sorbit?
  2. Wie schmeckt eigentlich Sorbit?
  3. Wofür wird Sorbit verwendet?
  4. In welchen Lebensmitteln ist Sorbit enthalten?
  5. Warum sollte bei Fruktoseintoleranz auf Sorbit verzichtet werden?

Das aus Glucose hergestellte Sorbit oder auch E 420 ist unter anderem zugelassen für energiereduzierte beziehungsweise zuckerfreie Desserts, Süßwaren und Kaugummi, Saucen, Senf und Nahrungsergänzungsmittel. Aber nicht nur in Lebensmitteln findet es Verwendung.

Was ist Sorbit?

Bei Sorbit handelt es sich um ein geruchsloses, weißes Pulver, welches wasserlösliche Eigenschaften aufweist und zugleich säure- und hitzeunempfindlich ist. Der Zuckeraustauschstoff, welcher eine geringere Kaloriendichte als Zucker hat, ist auch unter den Namen Sorbitol oder Glucitol bekannt. Der Zuckeraustauschstoff Sorbit ist ein so genanntes Zuckeralkohol und zählt zu den Kohlenhydraten, welche der menschliche Stoffwechsel insulinunabhängig verwertet. Das bedeutet: Nach dem Verzehr sorbithaltiger Lebensmittel kommt es nicht wie beim Verzehr zuckerhaltiger Lebensmittel zu enormen Blutzuckerschwankungen. Diese wasserlösliche Verbindung kommt auch natürlicherweise in einigen Lebensmitteln vor, beispielsweise in Aprikosen, Datteln oder Beeren (1)

Neben der Gewinnung von Sorbit mithilfe von Enzymen aus Glukose, kann es auch unter Verwendung gentechnisch veränderter Organismen hergestellt werden. Zudem gibt es für Sorbit keine Höchstmengenbeschränkung – es kann so viel wie notwendig eingesetzt werden.

Wie schmeckt eigentlich Sorbit?

Sorbit zählt zu den Süßungsmitteln und ist insofern süß im Geschmack. Die Süßkraft von Sorbit entspricht etwa zu 60 Prozent der Süße von Haushaltszucker und enthält dabei nur etwa zwei Drittel der Kalorien (2). Auf der Zunge hat Sorbit einen leicht kühlenden Effekt. 

Wofür wird Sorbit verwendet?

Sorbit (E 420) wird nicht nur als Süßungsmittel eingesetzt, sondern es dient auch als Feuchthaltemittel, beispielsweise in Kosmetika, oder verbessert die Textur bestimmter Produkte. 

Der Zuckeraustauschstoff wird Getränken und Lebensmitteln häufig anstelle von herkömmlichem Zucker zugesetzt, um den Kaloriengehalt zu reduzieren. Sorbitol findet außerdem häufig Verwendung in Lebensmittel, die speziell für Diabetiker geeignet sind. Dies liegt daran, dass Sorbit sich im Vergleich zu Produkten mit beispielsweise weißem Zucker nur in geringem Maße auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Auch Nahrungsergänzungsmitteln wird Sorbit oftmals hinzugefügt und dient hier als Trägermaterial für Aromen und Vitamine.

Zuckerfreie Kaugummis oder flüssige Medikamente können ebenfalls Sorbit enthalten, da Zuckeralkohole im Gegensatz zu Haushaltszucker nicht zur Bildung von Karies beitragen (3), da Zuckeraustauschstoffe von den an der Kariesbildung beteiligten Bakterien im Mundraum nicht verwertet werden können.

Ebenso in Abführmitteln kommt Sorbitol zum Einsatz, da es aufgrund seiner hyperosmotischen Eigenschaften gegen Verstopfungen helfen kann. Hierbei wird Wasser aus dem umliegenden Gewebe in den Dickdarm gezogen, was die Darmentleerung unterstützt. Daher gilt auch Vorsicht bei sorbithaltigen Lebensmitteln, denn beim Verzehr größerer Mengen von Sorbit kann es zu Durchfällen, Bauchschmerzen und Blähungen kommen. Aus diesem Grund müssen Lebensmittel mit einem Zuckeraustauschstoffgehalt von mehr als 10 Prozent mit dem Hinweis „kann bei übermäßigen Verzehr abführend wirken“ versehen sein. Manche Menschen sind auch von einer Sorbitintoleranz betroffen. Hier sollte besonders darauf geachtet werden, welche Lebensmittel verzehrt werden, um unerwünschte Nebeneffekte zu vermeiden.

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In welchen Lebensmitteln ist Sorbit enthalten?

Einige Lebensmittel enthalten von Natur aus Sorbit, anderen wiederum wird es künstlich hinzugefügt. In der nachfolgenden Liste finden Sie einige beispielhafte Lebensmittel, in denen Sorbit enthalten ist:

  • Obst: Apfel, Birne, Kirsche, Aprikose, Pfirsich, Dattel, Trockenfrüchte, Marillen, Pflaumen, Rosinen
  • Gemüse: Aubergine, Fenchel, Brokkoli, Rosenkohl, Paprika
  • Getränke: zuckerreduzierte Getränke beziehungsweise sogenannte Light-Getränke, Bier, Wein, Saft aus sorbithaltigem Obst
  • Milchprodukte: Milchprodukte mit Früchten, auch Speiseeis
  • Süße Produkte: Produkte für Diabetiker, Marmeladen und Gelees aus sorbithaltigen Früchten, Schaumzuckerwaren, Kaugummis, gefüllte Schokolade, abgepacktes Süßgebäck
  • Würzmittel und Fette: Apfelessig, Rotweinessig, fertige Salatdressings, Senf, Brühen, Fertigsuppen und -soßen, Würzmischungen und -pasten

Auch in verarbeiteten Fleisch- und Fischwaren (zum Beispiel Wurst oder Paniertem) kann Sorbit enthalten sein.

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Warum sollte bei Fruktoseintoleranz auf Sorbit verzichtet werden?

Fruchtzucker verträgt nicht jeder. Diejenigen, die von einer Fruktoseintoleranz betroffen sind, sollten auf Lebensmittel, die Sorbit enthalten, verzichten. Sorbit steht im Verdacht, die Glukosetransporter zu hemmen. Glukosetransporter, auch GLUT-Transporter genannt, sind Membranproteine, die den Durchtritt von Glukose durch die Zellmembranen ermöglichen und infolgedessen die zelluläre Glukoseaufnahme, also den Glukosetransport, regulieren. Durch den Verzehr von Sorbit kann die bereits eingeschränkte Aufnahme von Fruktose noch weiter verschlechtert werden (4).

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