Estragon

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 13. Mai. 2020

Für die Franzosen ist der Estragon der König unter den Kräutern und auch in Russland hat er seinen festen Platz in der Küche. Verständlich, denn er hat viele Vorzüge zu bieten und kann den verschiedensten Genüssen zusätzlich das gewisse Etwas bescheren.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Estragon
  2. Das sollten Sie über Estragon wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
    4. Sorten
  3. Unsere liebsten Rezepte mit Estragon
  4. Wie gesund ist eigentlich Estragon?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Estragon
    1. Einkauf
    2. Vorbereitung
  6. Zubereitungstipps für Estragon

Infografik zu Estragon

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik. 

Warenkunde Estragon Infografik

Estragon...

  • …enthält ätherische Öle: Für den herb-pikanten Geschmack und eine beachtliche gesundheitliche Bedeutung sorgen bei Estragon gleich mehrere günstige Inhaltsstoffe. Allen voran spielt das ätherische Estragonöl (Oleum Dracunculi) mit dem Hauptbestandteil Methylchavico eine wichtige Rolle. 
  • …tut dem Bauch gut: Mit seinen ätherischen Ölen regt Estragon die Magensäfte und damit die gesamte Verdauung an. Gleichzeitig beruhigt er eine gereizte Magenschleimhaut und wirkt krampflösend.
  • …hilft bei Schluckauf: Wer häufig Schluckauf hat und das lästig findet, kann versuchen, ihn mit Estragon loszuwerden. Am besten in Form von Tee: 25 Gramm Estragon-Blättchen mit 1 Liter kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, durchs Sieb geben und über den Tag verteilt trinken.
  • …unterstützt das Immunsystem: Mit seinen ebenfalls üppig enthaltenen Bitterstoffen kann Estragon die Abwehrkräfte stärken; besonders, wenn man in den typischen Erkältungszeiten eine Kur mit Tee aus Estragon macht. 
  • …hemmt den Appetit: Bitter- und Gerbstoffe im Estragon wirken wie natürliche Appetitzügler und regen zusätzlich den Stoffwechsel an. Das trägt dazu bei, dass man weniger Lust auf Süßes bekommt und überschüssige Energie schneller verbrennt.
  • …wirkt antiseptisch: Besonders reichlich sind in Estragon unter anderem Gerbstoffe vertreten, die Entzündungen vorbeugen können.
  • ...CO2-Bilanz: Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Estragon gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie zum Beispiel Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.
  • …ist manchmal belastet: * Ob frisch oder getrocknet - die gesundheitlichen Pluspunkte hat Estragon in beiden Formen. Bei getrocknetem Estragon greift man aber am besten zu Bioprodukten. Denn es ist leider nie ganz auszuschließen, dass bei Billig-Estragon Schadstoffe oder giftige Aflatoxine vorkommen. 

Das sollten Sie über Estragon wissen

Wer einen Garten hat, erntet vielleicht seinen Estragon selbst – auf jeden Fall eignet sich das robuste, bis zu 1,20 Meter hoch wachsende Kraut hervorragend zum Anpflanzen in Beet oder Kübel, denn es gedeiht selbst bei eher kühlem Klima gut und trägt von Juli bis Oktober niedliche kleine Blüten. Ansonsten kann man frischen Estragon natürlich zur Saison auch einfach im Supermarkt oder Gemüseladen kaufen. Getrocknet und tiefgefroren gibt es ihn ebenfalls. 

Herkunft

Der wilde Estragon war ursprünglich in Süd- und Ostrussland, der Mongolei und Sibirien zu Hause. In Europa kennt man das Kraut erst seit dem 13. Jahrhundert, als es zunächst im Mittelmeergebiet heimisch wurde. Heute baut man Estragon auch bei uns an; das hier verkaufte Kraut kommt ganz überwiegend aus Deutschland.

Saison

Frischen Estragon kann man schon ab April oder Mai pflücken, Haupterntezeit ist aber die Zeit ab Mitte Juni. Dann hat die Blüte begonnen und der Estragon enthält die höchste Menge an ätherischem Öl.

Geschmack

Der Geschmack von Estragon ist zwar nicht jedermanns Sache – er erinnert deutlich an Fenchel und Anis und ist dabei relativ bitter. Wer ihn mag, schätzt aber an Estragon, dass er eine herbe Note setzt und damit für interessante Kontraste sorgt.

Sorten

Man unterscheidet zwei Hauptsorten, die sich nicht zuletzt in ihrer Geschmacksintensität unterscheiden:

Der Russische beziehungsweise Sibirische Estragon hat besonders dicke, robuste Blätter. Er enthält aber weniger Aromastoffe und schmeckt daher weniger typisch.

Kenner bevorzugen den Französischen oder Deutschen Estragon. Er stellt mehr Ansprüche an Boden und Klima, ist aber zarter und sehr viel würziger.

Unsere liebsten Rezepte mit Estragon

Hier gelangen Sie zu allen Estragon-Rezepten

Wie gesund ist eigentlich Estragon?

Für den herb-pikanten Geschmack und eine durchaus beachtliche gesundheitliche Bedeutung sorgen bei Estragon gleich mehrere günstige Inhaltsstoffe. Allen voran spielt das ätherische Estragonöl (Oleum Dracunculi) eine wichtige Rolle, ergänzt durch Bitter- und Gerbstoffe. Dieser Mix machte den Estragon schon im Altertum zu einem beliebten Naturheilmittel, dem man sogar nachsagte, es könne die Pest besiegen helfen. Heute weiß man, dass Estragon mit seinen Inhaltsstoffen auf jeden Fall für Magen und Darm eine gute Wahl ist. Er regt die Magensäfte und damit die Verdauung an, beruhigt gleichzeitig die Magenschleimhaut und wirkt krampflösend sowie harntreibend.

Nährwerte von Estragon (frisch) pro 100 Gramm  
Kalorien 59
Eiweiß 3,4 g
Fett 1,1 g
Kohlenhydrate 6,3 g
Ballaststoffe 5,3 g

Einkaufs- und Küchentipps für Estragon

Einkauf

Bei frischem Estragon genügt es, wenn Sie darauf achten, dass die schmalen Blätter saftig und frisch statt schlapp wirken. Wer getrockneten Estragon kauft, fährt am besten mit Marken- oder noch besser Bioprodukten. Denn es ist leider nie ganz auszuschließen, dass bei Billig-Estragon wie bei anderen Kräutern und Gewürzen auch, Schadstoffe oder giftige Aflatoxine vorkommen.

Vorbereitung

Damit frischer Estragon sein Aroma behält, spült man ihn besser nur kurz ab. Anschließend gut trockenschütteln und die Blättchen abziehen. Je nach Größe und Rezept kann man sie einfach so verwenden oder evtl. auch kleiner schneiden bzw. hacken.

Zubereitungstipps für Estragon

Ob frisch oder getrocknet: Keine echte Sauce Béarnaise kommt ohne Estragon aus – erst dieses Kraut macht aus einer schlichten Sauce Hollandaise den feinen französischen Klassiker! Doch nimmt man ihn nicht nur in Frankreich auch gern für andere helle und dunkle Saucen sowie für Mayonnaise und Eiergerichte.

Andere beliebte Einsatzgebiete für Estragon sind Gerichte mit Fleisch und Geflügel, Fisch und Gemüse. Manche mögen das herbe Kraut auch gern in der Marinade für Sauerbraten, nehmen es als Ersatz für Dill zum Einlegen von Gurken oder legen es in Essig ein, mit dem man eine besonders raffinierte Vinaigrette zaubern kann. In Frankreich ebenfalls ein Klassiker: Kräuterbutter, Kräutermischungen und vor allem Senf mit Estragon. Grundsätzlich gilt: Nicht übertreiben! Zu viel Estragon wirkt schnell sehr dominant und lässt andere Aromen untergehen.

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