Wissenschaftlich geprüft

Sauerampfer

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 19. Okt. 2020
Sauerampfer – von wegen Unkraut!
Sauerampfer – von wegen Unkraut!

Sauer macht bekanntlich lustig – da kommt der Sauerampfer als wild wachsendes oder auch als angebautes Kraut gerade recht. Er gehört zu den klassischen jungen Grünpflanzen im Frühjahr, die uns leichten Genuss mit gesundheitlichen Pluspunkten verschaffen.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Das sollten Sie über Sauerampfer wissen:
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
  2. Unsere liebsten Sauerampfer-Rezepte
  3. Wie gesund ist eigentlich Sauerampfer?
  4. Einkaufs- und Küchentipps für Sauerampfer
    1. Einkauf
    2. Lagerung
  5. Zubereitungstipps für Sauerampfer
  6. FAQs – die häufigsten Fragen
    1. Kann man Sauerampfer verwechseln?
    2. Wann kann man Sauerampfer ernten?
    3. Wie lässt sich Sauerampfer aufbewahren?

Das sollten Sie über Sauerampfer wissen:

Von wegen Unkraut: In Frankreich gehört der Sauerampfer zu den beliebtesten Zutaten in der Frühlingsküche. Die Franzosen bauen die zu den Knöterichgewächsen zählende krautige Wildpflanze sogar in Gärtnereien an, um ihren Appetit darauf zu stillen.

Auch hierzulande hat Sauerampfer bei vielen einen festen Platz im Garten und kommt auch in vielen Küchen noch zum Einsatz. Zum Beispiel ist er klassischerweise eins der sieben Kräuter in Frankfurter Grüner Sauce

Er schmeckt aber nicht nur lecker, sondern ihm werden auch heilende Wirkungen nachgesagt. So ist er sogar Bestandteil natürlicher Arzneimittel wie Sinupret® gegen Atemwegserkrankungen. 

Herkunft

In Mittel- und Westeuropa kennt man Sauerampfer schon seit vielen Jahrhunderten; vor allem in Großbritannien und Frankreich erfreut er sich großer Beliebtheit.

Saison

Besonders aromatisch und zart sind die Blätter von Sauerampfer vor der Blüte von April bis Mai. Doch Saison hat der Sauerampfer bis in den Sommer.

Geschmack

Das Gewächs macht seinem Namen alle Ehre: Der Geschmack ist deutlich sauer und sehr erfrischend.

Sorten

“Sauerampfer” sagen die meisten synonym für den Wiesen-Sauerampfer. Daneben kommen in der Küche aber auch die Ampfer-Arten Kleiner Sauerampfer und Krauser Sauerampfer zum Einsatz. Etwas milder im Geschmack ist der Blutampfer, der deshalb häufig dem Sauerampfer vorgezogen wird. Zu erkennen ist diese Sorte an den tiefroten Adern, durch die der Blutampfer auch optisch Salate und andere Gerichte aufpeppt.

Unsere liebsten Sauerampfer-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Sauerampfer-Rezepten.

Wie gesund ist eigentlich Sauerampfer?

Junger, frisch gepflückter Sauerampfer enthält rund 117 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm – ungefähr doppelt so viel wie eine Zitrone. Damit ist der Tagesbedarf an Vitamin C schon mit 100 Gramm Sauerampfer gedeckt. 

Mit 5 Milligramm Beta-Carotin in 100 Gramm Sauerampfer ist mit einer solchen Portion ebenfalls bereits die empfohlene Tageszufuhr gedeckt. Beta-Carotin ist eine Vorstufe von Vitamin A und hat eine antioxidative Wirkung(1) 

Beachtlich ist außerdem der Eisengehalt von gut 2 Milligramm pro 100 Gramm. Sauerampfer liefert davon abgesehen noch viele weitere wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. In der Naturheilkunde gelten die frischen Blätter sogar als wirksames Mittel gegen Hauterkrankungen sowie zur Entschlackung beziehungsweise Blutreinigung und Entwässerung.

Das Kraut verdankt seinen typischen sauren Geschmack dem relativ hohen Gehalt an Oxalsäure und ist daher mit Vorsicht zu genießen. Wer Probleme mit den Nieren hat oder an Gicht leidet, gönnt sich Sauerampfer am besten nur selten und kombiniert ihn nach Möglichkeit mit Milchprodukten wie Sahne oder Käse – sie neutralisieren die Säure etwas. Für kleine Kinder ist das Kraut ungeeignet.

Hier finden Sie die Nährwerte von 100 Gramm Sauerampfer im Überblick:

Nährwerte von Sauerampfer pro 100 Gramm  
Kalorien 26
Eiweiß 3,2 g
Fett 0,4 g
Kohlenhydrate 1,2 g
Ballaststoffe 2,0 g

Einkaufs- und Küchentipps für Sauerampfer

Einkauf

Man bekommt Sauerampfer aus kultivierter Zucht beim gut sortierten Obst- und Gemüsehändler oder auf dem Wochenmarkt, kann ihn aber im Frühjahr auch selbst sammeln. Zu erkennen ist die auf feuchten Wiesen wachsende, bis zu einen Meter hohe Pflanze an den bodennahen, rosettenförmig austreibenden Blättern, aus denen lange, blattlose Stängel mit kleinen roten Blüten herauswachsen. Wichtig beim Sammeln: Pflücken Sie nicht an vielbefahrenen Straßen und nehmen Sie nur Sauerampfer mit makellosen Blättern. Rostbraune Löcher in den Blättern sind ein Hinweis auf hohen Gehalt an Oxalsäure, die Magenempfindliche und Nieren- oder Gichtkranke weniger gut vertragen; außerdem schmecken sie eher zäh statt zart.

Achten Sie auch beim Kauf von Sauerampfer auf makellose, saftig wirkende Blätter in hellem Grün.

Lagerung

Verwenden Sie Sauerampfer so bald wie möglich, denn langes Lagern tut ihm nicht gut. Getrocknet werden kann das Kraut nicht und auch zum Einfrieren ist Sauerampfer nicht gut geeignet. Eingelegt in Öl kann es aber über mehrere Wochen haltbar gemacht werden.

Vorbereitung

Die Vorbereitung von Sauerampfer ist kinderleicht: Einfach abspülen, trockenschütteln sowie eventuell in der Salatschleuder trockenschleudern. Anschließend harte Stiele abzupfen und die Blätter je nach Rezept zerzupfen, in feine Streifen schneiden oder hacken.

Zubereitungstipps für Sauerampfer

Klassische Einsatzgebiete für das Frühjahrskraut sind Cremesuppe und die Frankfurter Grüne Sauce mit Sauerampfer. Aber auch andere Saucen wie zum Beispiel eine vegetarische Gemüsesauce zu Pasta sowie Salate, Dips, Quark oder Kräuterbutter bekommen mit Sauerampfer eine besondere Note. Mancher mag Sauerampfer auch gern als Spinatersatz oder gart einfach beides zusammen als Beilage zu Fisch oder Eierspeisen wie Omelett und Rührei.

Aufgrund des sauren Geschmacks ist das Gewächs auf jeden Fall ein sehr guter Ersatz für Zitrone oder Essig in Gerichten.

FAQs – die häufigsten Fragen

Kann man Sauerampfer verwechseln?

Ja, optisch ähneln die Blätter dem giftigen Aronstab. Sauerampfer erkennt man insbesondere daran, dass die unteren Enden der Blätter spitz zulaufen, während die des Aronstabs etwas abgerundet sind. Wer sich ganz sicher sein will, kann auf die Blüte warten. Denn nur Sauerampfer bekommt die typischen, hohen Stängel mit rispenförmig angeordneten Blüten.

Wann kann man Sauerampfer ernten?

Wilden Sauerampfer findet man hierzulande zwischen März und Juli auf vielen Wiesen und am Wegesrand. Wenn die Blätter einen Durchmesser von etwa 10 Centimeter haben, können sie geerntet werden.

Wie lässt sich Sauerampfer aufbewahren?

Da er sein Aroma verlieren würde, eignet sich Sauerampfer nicht zum Trocknen. Am besten bewahrt man das Kraut im Tiefkühlfach auf oder legt es in Öl ein. 

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