Zehn Tage zuckerfrei

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 01. Apr. 2021
Zuckerfrei

Ein Leben ohne Zucker – ist das möglich? Ich glaubte ehrlich gesagt nicht daran. Mein Essverhalten würde ich als gesund und ausgewogen beschreiben. Ok, ab und an eine Schokolade oder ein leckeres Stück selbst gemachten Kuchen muss es schon mal sein, aber esse ich sonst viel Zucker? Und gibt es Menschen, die freiwillig darauf verzichten und wenn ja warum?

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Inhaltsverzeichnis

  1. Wie lebt man ohne Zucker?
  2. Die Zucker-Challenge
  3. Wichtige Zuckerfakten
  4. Ziele und Erwartungen

Wie lebt man ohne Zucker?

Ja, es gibt sie tatsächlich! Menschen, die freiwillig auf Zucker verzichten. Zum Beispiel Damon Gameau, australischer Schauspieler und Filmemacher. Er belehrte mich eines besseren in seiner großen Zuckerdokumentation „That Sugar Movie“. Um die Gefahren des Zuckers am eigenen Leib zu verspüren, wagte er ein weltweit erstmaliges Experiment.

60 Tage lang nahm er 40 Teelöffel Zucker (die durchschnittliche Zuckerzufuhr eines Australiers) mit nur als gesund deklarierten Lebensmitteln zu sich. Das Tüpfelchen auf dem i war, dass er bereits seit drei Jahren zuckerfrei lebte. Die Auswirkungen waren schockierend.

Mit derselben täglichen Kalorienzufuhr wie davor nahm er nicht nur diverse Kilogramm zu, sondern bekam eine Fettleber und rutschte aus der Männergruppe mit den besten Blutwerten innerhalb des Experiments in die schlechteste Gruppe.

Ich muss schon sagen, das hat mich sehr beeindruckt. Ist Zucker wirklich so ein Gift? Was tue ich meinem Körper da an. Mein erster Gedanke war, das muss ich auch ausprobieren. Werde ich womöglich fitter? Nehme ich ab? Bin ich weniger gestresst und habe mehr Energie nach der Arbeit noch eine Runde laufen zu gehen?

Die Zucker-Challenge

Vielleicht fragt ihr euch schon, wer hier die ganze Zeit über ein zuckerfreies Leben philosophiert. Das bin ich, Eva, 23 Jahre alt. Gerade arbeite ich als Praktikantin bei EAT SMARTER. Und nein, ich wurde nicht dazu gezwungen. Ich bin einfach nur sehr interessiert am Thema Zucker und bin gespannt, was ich in den zehn Tagen erleben und berichten darf.

Weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, auf meine Plätzchen und Lebkuchen in der Weihnachtszeit zu verzichten, möchte ich meine Challenge, die genau zehn Tage gehen soll, noch vor dem ersten Advent absolvieren.

Meine Mitbewohnerin konnte ich schon zum Mitmachen begeistern. Wie sieht es mit euch aus?

Wollt ihr euch auch noch einmal vor Weihnachten so richtig herausfordern? Der Fairness halber erstmal die Spielregeln:

  • Zehn Tage Verzicht auf zugesetzten Zucker
  • Keine Zuckerersatzstoffe
  • Nicht zu viel Obst zur Kompensation der „eingesparten“ Schokolade (ab und zu ein Stück Pomelo sollte schon drin sein)

Es ist mir bewusst, dass es auch noch einige andere Zuckerarten gibt. Für mich ist es allerdings erst einmal Herausforderung genug, auf zugesetzten Zucker zu verzichten. Trotzdem möchte ich am Ende meines Experiments auch einmal den kompletten Zuckerverzicht erproben.

Ja, eine ganz schöne Herausforderung, wenn ich nur an mein abendliches Stück Schokolade oder mein ausgiebiges Frühstück am Wochenende denke. Aber wenn das andere schaffen, möchte ich das auch und es sind ja auch nur zehn Tage, oder?

Wichtige Zuckerfakten

Bevor es losgeht ein paar wichtige Fakten zu Zucker.

Zucker mit Soda

Was ist zugesetzter Zucker?

Zugesetzter Zucker ist der weiße Kristallzucker, den wir zum Süßen in unserem Tee nehmen oder zum Backen von leckerem Gebäck und Kuchen verwenden. In der Fachsprache nennt man ihn Saccharose. Es handelt sich bei Kristallzucker, um ein sogenanntes Disaccharid (Zweifachzucker), es besteht zu gleichen Teilen aus Glukose und Fruktose.

Kleines Zuckerlexikon

Glukose alias Traubenzucker ist in nahezu jedem Nahrungsmittel enthalten (Brot, Gemüse, Obst, Getreide, Reis) und wird von Körper verbrannt. Daher bekommen wir unsere Energie!

Laktose alias Milchzucker ist ein Zweifachzucker bestehend aus Glukose und Galaktose. Er hat keine starke Süßkraft und wird deshalb gerne als zusätzlicher Zucker in fertigen Süßspeisen versteckt eingesetzt.

Fruktose alias Fruchtzucker ist ein Einfachzucker und kam früher nur selten in natürlicher Form vor, zum Beispiel in Baumobst, Weintrauben, Wurzeln und Honig. Heute ist er allgegenwärtig in Obst, Obstsäften, Smoothies und nahezu in allen "gesunden" Naschereien.

Maltose alias Malzucker besteht aus zwei Glukosemolekülen und ist in einem beliebten deutschen Nationalgetränk enthalten: BIER!

Stevia, ein alternatives Süßungsmittel aus Brasilien. Es hat eine bis zu 450-fach höhere Süßkraft als Zucker. In Europa gibt es eine festgesetzte Maximalmenge, die in Lebensmitteln nicht überschritten werden darf. In der beliebten Cola Life (grünes Design) ist der maximal erlaubte Steviawert enthalten. Jetzt ratet mal, was die zusätzliche Süße bringt! Das leckere weiße Gold. Also wieder nichts anderes als ein Werbegag. Lebendig mit der natürlichen Süßkraft von Stevia und natürlich noch ZUCKER!

Zucker und Stevia

Kalorien gleich Kalorien?

1 Gramm Zucker hat 4 Kilokalorien, also weniger als Fett (9 Kilokalorien) und Alkohol (7 Kilokalorien).

Eine Sache, die mich beim australischen Zuckerprojekt wirklich schockiert hat: Damon nahm dieselbe Kalorienmenge zu sich wie davor in seiner zuckerfreien Zeit. Das bestätigt meine These, dass Kalorien zählen wirklich keinen Sinn macht und wir uns besser wirklich auf die Inhaltsstoffe unserer Lebensmittel konzentrieren sollten.

Die Droge Zucker

Interessant fand ich auch noch, dass Zucker die gleichen Belohnungszentren anspricht wie Kokain und Nikotin. Also handelt es sich bei dem weißen Lebensmittel um eine billige Droge, der wir fast alle verfallen sind. Bei genauerer Überlegung ist das womöglich der Grund für mein Verlangen nach Schokolade am Abend.

Weltweiter Zuckerverbrauch

Dank des australischen Zuckerhelden wusste ich, dass ein durchschnittlicher Australier 40 Teelöffel (1 Teelöffel = 4 Gramm) Zucker pro Tag zu sich nimmt. Das sind umgerechnet circa 160 Gramm Zucker pro Tag. Aber wie sieht es in Deutschland aus?

Die Frage konnte ich mir schnell beantworten. Deutschland liegt mit 133 Gramm Zucker auf einem der vorderen Ränge. Die USA sind, wie von mir erwartet, der Spitzenreiter mit 166 Gramm Zucker pro Kopf täglich.

Hier gehts zum Überblick über den weltweiten Zuckerverbrauch!

Und was sagt die Weltgesundheitsorganisation? Die WHO-Empfehlung liegt bei maximal 25 Gramm am Tag, das entspricht sechs Teelöffeln und fünf Prozent der täglichen Zufuhr (Zucker zugesetzt). Bei Betrachtung der Grafik erfüllen das nur einige Länder in Zentralafrika (die leiden auch unter Hunger!) und China.

Ziele und Erwartungen

Ich möchte alle meine Mahlzeiten möglichst selbst zubereiten und bewusst und nicht so schnell essen (kleiner Tick von mir). Ich habe außerdem die Hoffnung, dass meine Stimmung am Mittag besser ist als sonst und ich mehr Energie habe.  

Aber wie sieht es mit anderen Dingen aus: Nehme ich womöglich ab? Verändert sich mein Geschmack? Reagiere ich nach dem Projekt mehr auf süße Sachen wie zuvor? Ich weiß, es sind nur zehn Tage, aber nach Angaben der Zuckerfreigötter, sollte ich schon eine erhebliche Verbesserung in allen Bereichen spüren.

Wie bereits mehrfach erwähnt, möchte ich euch motivieren bei der „Zehn Tage zuckerfrei Challenge“ mitzumachen. Für alle Facebook-User habe ich ein Event erstellt, bei dem ihr gerne „teilnehmen“ klicken dürft.

Hier geht es zum Facebook-Event!

Auf dieser Plattform werde ich genauer von meinem Zuckerexperiment berichten und die Chance haben, mich mit euch auszutauschen. Außerdem gibt es Rezepttipps und weitere Zuckerfakten! Ich würde mich freuen, wenn ihr mich auf meiner zuckerfreien Reise begleitet.

Meine Rezepte und natürlich auch eine Menge der Infos, die ich mit euch teilen werde, habe ich von unserer EAT SMARTER-Seite, aber auch aus einigen Fachbüchern.

Meine "Henkersmahlzeit" war übrigens eine große Portion Käsespätzle mit einer Cola und zum Nachtisch ein paar leckere selbst gemachte Nussecken. Alleine mit der Cola hab ich die von der WHO angemessene tägliche Zuckermenge überschritten.

Ich bin gespannt auf die nächsten zehn Tage und freue mich, euch über meine Erfahrungen berichten zu können!

Eure Eva


 

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