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Fußpilz? Juckt mich nicht mehr!

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Männliche Füße in Flip Flops am Rand eines schönen Pools

Es gibt schönere Souvenirs: Aus Hotel, Schwimmbad und Sauna bringt man nicht selten eine Fußpilzinfektion mit nach Hause. Wird er nicht behandelt, kann der Pilz chronisch werden. Doch mit einigen Hygienetricks und schneller Behandlung bleiben Ihre Füße verschont.

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Laufen Sie im Hotelzimmer barfuß? Keine gute Idee: Denn gerade im flauschigen Teppichboden lauert der Fußpilz! Rund 30 Prozent aller Menschen weltweit tragen Pilzerreger mit sich herum. In Schwimmbädern, in der Sauna oder eben im Hotel hinterlassen sie winzig kleine Hautfetzen, in denen der Erreger monatelang weiterleben kann – bis Sie ihn mit Ihren Füßen berühren und sich anstecken.

Wie entsteht Fußpilz?

Fußpilz wird durch spezielle Pilzerreger ausgelöst, die sogenannten Trichophyten. Übertragen werden diese im direkten Kontakt mit den Betroffenen. Doch auch an Schuhen, Strümpfen und Fußbodenflächen verschiedenster Bauart kann man sich anstecken. Selbst bei Trockenheit und außerhalb des lebenden Körpers können die Pilze viele Monate überleben.

Prinzipiell kann jeder Fußpilz bekommen. Doch es gibt einige Risikofaktoren wie familiäre Anfälligkeit, Diabetes, Nervenschädigungen, Geschlecht und schwaches Immunsystem. Auch Fußfehlstellungen können Fußpilz begünstigen, wenn die Fußzehen besonders eng stehen, ebenso das feucht-warme Klima in geschlossenen, nicht atmungsaktiven Schuhen.

Welche Symptome sind typisch für Fußpilz?

Fußpilz macht sich zunächst häufig durch weißliche, erweicht aussehende Hautpartien zwischen den Zehen bemerkbar. Dann folgen weitere Zeichen wie Spannungsgefühl, Juckreiz und Hautrötung des betroffenen Areals. Häufig bilden sich Schuppen und kleine Bläschen. Auch tiefere, schmerzhafte Einrisse können vorkommen.

Tückisch ist die sogenannte Mokassin-Mykose, die sich nur durch trockene, fein schuppige Haut auf Fußsohle und Fußkanten äußert – Symptome, die man nicht automatisch mit Fußpilz in Verbindung bringt. Doch die trockene Schuppung kann später in leicht bis mäßig stark entzündete Haut übergehen. Auch übermäßige Verhornung und Hauteinrisse vor allem an den Fersen sind möglich. Diabetiker erkranken überdurchschnittlich häufig an dieser Fußpilzform. Gerade für sie ist eine möglichst schnelle Behandlung wichtig, weil sich aus dem Fußpilz leicht eine schwerwiegende Entzündung entwickeln kann.

Was passiert, wenn Fußpilz nicht behandelt wird?

Wenn Sie Fußpilz nicht behandeln, wird die Haut an Ihren Füßen immer verletzlicher, und es können sich Wunden bilden – eine willkommene Eintrittspforte für andere Krankheitserreger wie Bakterien. Zum Beispiel kann sich eine Wundrose entwickeln. Dabei handelt es sich um eine Hautentzündung mit flammenförmigen, scharf begrenzten Rötungen, die Schmerzen und sogar Fieber verursachen kann.

Auch unschön und vor allem langwierig ist der Befall der Zehennägel. Eine Nagelpilzinfektion ist langwierig und schwer zu behandeln, nicht selten müssen Fußnägel entfernt werden,

So gehen Sie dem Fußpilz an den Kragen

Bei der Behandlung von Fußpilz geht es darum, die Pilzerreger dauerhaft abzutöten. Dazu kommen örtlich angewandte Medikamente gegen Pilze, sogenannte lokale Antimykotika, zum Einsatz. Je nach Lage, Ausmaß und Ausprägung der Pilzinfektion kommen verschiedene Wirkstoffe in Form von Cremes, Gelen, Pasten, Puder, Sprays oder Tinkturen in Frage.

Eine Behandlung sollte mindestens drei bis vier Wochen dauern. So lange braucht es, bis die Haut die ruhenden Sporen in den obersten Schichten der Hornschicht abgestoßen hat.

Während der Behandlung sollten Sie auf besondere Hygiene achten: Ein separates Handtuch für die Füße verhindert, dass sich die Infektion auf andere Körperregionen ausbreitet. Schuhe sollten Sie mehrmals in wöchentlichem Abstand mit einem pilzwirksamen Desinfektionsspray behandeln. Socken und Handtücher müssen bei mehr als 60 Grad Celsius gewaschen werden. Bei niedrigeren Temperaturen sollte man einen desinfizierenden Waschzusatz in die Waschmaschine geben. Man sollte alle Kleidungsstücke, die mit der pilzbefallenen Haut in Kontakt kommen, desinfizieren. So kann man einer späteren Neuinfektion vorbeugen. Zudem gilt es, Dusche und Badewanne nach Benutzung ausgiebig zu spülen und gegebenenfalls vorsichtig mit Desinfektionslösung zu behandeln.

Wenn die konsequente lokale Behandlung nicht zum Erfolg führt, wenn übermäßig verhornter Fußpilz vorliegt oder Fußnägel und Nagelwurzel befallen sind, kann systemisch behandelt werden: Antimykotika werden dann in Tablettenform eingenommen. Die besten Ergebnisse erreicht man mit einer Kombination aus lokaler und systemischer Therapie.

Wie bei fast jeder Erkrankung existieren auch bei Fußpilz verschiedene Empfehlungen zu alternativen Therapien, zum Beispiel Fußbäder in schwarzem Tee, Behandlung mit Knoblauch oder Teebaumöl. Ein wissenschaftlicher Beleg für deren Wirksamkeit fehlt jedoch noch.

Fußpilz vorbeugen: Gut abtrocknen ist die halbe Miete

Um sich zu entwickeln, braucht Fußpilz ein warmes, feuchtes Klima. Daher sollten Sie Ihre Füße nach dem Baden und Duschen immer sorgfältig abtrocknen – besonders zwischen den Zehen! Auch mit dem Föhn können Sie Ihre Füße trocken pusten.

Beim Schuhkauf sollten Sie auf atmungsaktive, nicht zu enge Schuhe achten, in denen der Fuß nicht übermäßig schwitzt. Offene Schuhe wie Ballerinas tragen Sie am besten mit Füßlingen und/oder legen eine waschbare Sohle hinein. Nach dem Tragen sollten die Schuhe gut ausgelüftet werden, damit die Feuchtigkeit heraus ziehen kann.

Socken sollten nicht nur täglich gewechselt, sondern am besten bei 60 Grad gewaschen werden, ebenso Bettwäsche und Handtücher; so haben Pilzerreger keine Chance.

Badelatschen sind in Schwimmhalle und Sauna Pflicht; in der Sauna vermeiden Sie Kontakt mit dem Holz der Bänke, indem Sie ein großes Saunatuch unterlegen.


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