Putenfleisch

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 23. Jun. 2020

Erfahren Sie mehr: Putenfleisch ist fettarm und eiweißreich - die perfekte Mischung für eine leichte Mahlzeit.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Interaktive Infografik zu Putenbrust
  2. Das sollten Sie über Putenfleisch wissen
    1. Saison
    2. Geschmack
  3. Unsere liebsten Rezepte mit Putenfleisch
  4. Wie gesund ist eigentlich Putenfleisch?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Putenfleisch
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  6. Zubereitungstipps für Putenfleisch
  7. Wissen zum Mitnehmen

Interaktive Infografik zu Putenbrust

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann klicken Sie einfach auf den entsprechenden Plus- oder Minuspunkt.

 

Putenbrust...

  • ...hilft dem Stoffwechsel: Putenbrust enthält gut 11 Milligramm Mengen Niacin. Der Körper braucht den auch Vitamin B3 genannten Stoff unter anderem für die Bildung von Fettsäuren im Körper.
  • ...unterstützt die Blutbildung: Ja, es gibt Fleischsorten mit höherem Eisengehalt – trotzdem trägt Putenbrust mit gut 1 Milligramm pro 100 Gramm durchaus auch zur Versorgung mit diesem für die Blutbildung wichtigen Mineralstoff bei.
  • ...enthält viel Eiweiß: Auch in puncto Proteine steht Putenbrust an der Spitze: Kein anderes Fleisch enthält so viel davon wie sie. Da Eiweiß gut sättigt und außerdem die Muskeln „füttert“, ist auch das ein Grund, Putenbrust als Schlank-Lebensmittel einzusetzen.
  • ...ist ideal für Low-Carb-Fans: Wer abnehmen will oder viel Sport treibt, hat einen weiteren guten Grund, öfter Putenbrust zu genießen: Sie enthält überhaupt keine Kohlenhydrate und eignet sich darum optimal für eine Low-Carb-Diät.
  • ...stärkt Zähne und Knochen: Dank einer Kombi aus 13 Milligramm Calcium und 200 Milligramm Phosphor zählt Putenbrust zu den Lebensmitteln, die Zähne und Knochen festigen helfen.
  • ...ist super vielseitig: Aus Putenbrust lassen sich unzählige Gerichte zaubern - sie schmeckt als Schnitzel gebraten oder gegrillt, als Geschnetzeltes, als mageres Gulasch oder im Mixer zerkleinert als Basis für Frikadellen. Größere Stücke ergeben einen kalorienarmen Braten, den man dann auch als Aufschnitt verwerten kann. Mit Kräutern und Gewürzen lässt sich Putenbrust immer wieder anders zubereiten, zum Beispiel asiatisch oder mediterran.
  • ...macht schlank: Putenbrust ist nicht nur das magerste Geflügelfleisch, sondern das fettärmste Fleisch überhaupt. Das macht sie zur perfekten Wahl für alle, die abnehmen oder ihr Gewicht halten möchten.
  • ...wird leicht trocken: Da Putenbrust fast gar kein Fett enthält, ist sie zwar figurfreundlich, wird aber beim Braten auch leicht trocken und zäh. So kann man dies vermeiden: Nur kurz scharf anbraten, dann die Hitze reduzieren und bei kleiner Hitze ganz langsam durchbraten. Je nach Dicke dauert das etwa 20 - 30 Minuten. Dabei das Fleisch ab und zu wenden, damit es von beiden Seiten gleichmäßig bräunt.

Das sollten Sie über Putenfleisch wissen

Noch vor rund 175 Jahren und eine ganze Weile danach kannte man hierzulande Putenfleisch nur in Form von ganzen Tieren. Im berühmtesten und wichtigsten Kochbuch des 19. Jahrhunderts, dem Praktischen Kochbuch von Henriette Davidis kommt kein einziges Rezept für Schnitzel, Steak oder andere Gerichte aus Putenfleisch vor, dafür umso mehr Anleitungen, ganze Puter zu füllen und zuzubereiten (1).

Die Mode, Putenfleisch auch zerteilt anzubieten, kam im Grunde erst nach dem Zweiten Weltkrieg aus den USA zu uns. Seitdem hat es langsam, aber stetig an Beliebtheit gewonnen. Nicht weiter verwunderlich, denn Putenfleisch ist preiswert, schmeckt den meisten gut und lässt sich einfach zubereiten.

Diese Beliebtheit hat allerdings auch Schattenseiten, denn durch die hohe Nachfrage entstand auch für Puten Massentierhaltung (2). Zwar gibt es bei der Aufzucht keine Käfige, da konventionelle deutsche Mäster die Tiere in Herden von mehreren Tausend in Ställen halten. Die Puten können sich dort relativ frei bewegen, trotzdem sind die Verhältnisse sehr beengt. Nur wenige Mäster (ganze 0,3 Prozent) sorgen zusätzlich für Auslauf.

Bei Bio-Haltung leben Puten zwar insgesamt artgerechter im Freiland, dafür leiden die genetisch auf Leistung gezüchteten Tiere in Bio-Betrieben öfter unter Eiweißmangel, weil Ökofutter oft zu wenige Proteine enthält. Tierschützer plädieren daher dafür, sowohl für eine bessere Fleischqualität als auch für eine artgerechtere Aufzucht wieder mehr robuste alte Putenrassen zu halten – bislang allerdings mit wenig Erfolg.

Erfreulicherweise gibt es aber mittlerweile einige Betriebe und Verbände, die sich um eine artgerechte Haltung von Puten ernsthaft Gedanken machen und Veränderungen vornehmen (3), (4), (5).

Saison

Putenfleisch gibt es jederzeit frisch oder tiefgekühlt.

Geschmack

Das weiße Brustfleisch schmeckt sehr mild, dunkles Putenfleisch aus den Keulen hat einen wesentlich kräftigeren Geschmack.

Unsere liebsten Rezepte mit Putenfleisch

Hier gelangen Sie zu allen Putenfleisch-Rezepten.

Wie gesund ist eigentlich Putenfleisch?

Dass Putenfleisch wenige Kalorien enthält, stimmt. Das gilt vor allem für Brustfleisch. Das dunklere Putenfleisch aus der Keule enthält fast vier Mal so viel Fett, liegt mit 3,6 Gramm aber immer noch im grünen Bereich.

Ganz so eiweißreich wie viele meinen, ist Putenfleisch zwar nur bedingt. Richtig ist das bei Putenbrust, aber beim Fleisch aus der Keule gilt, dass anderes Fleisch und Geflügel deutlich mehr Proteine liefert. Aber Putenfleisch enthält wichtige Eiweißbausteine (Aminosäuren) wie Arginin, Histidin und Methionin, die für Muskeln und Zellen eine wichtige Rolle spielen. Besonders Kinder, die noch wachsen, profitieren davon.

Außerdem stecken in Putenfleisch reichlich B-Vitamine, darunter auch B12, das nur in tierischen Lebensmitteln enthalten ist.

Fleischexperten schätzen, dass rund ein Drittel aller Putenbrüste den Fehler aufweisen, der typisch für PSE-Fleisch ist und es unnatürlich hell, weich und feucht macht. Etwa der gleiche Anteil zeigt beim dunkleren Putenfleisch aus den Keulen den Fleischfehler DFD (dark, firm, dry). Diese Stücke sind viel zu trocken, zu fest und zu dunkel. Problematisch sehen Experten bei Putenfleisch auch den möglichen Befall mit Salmonellen. Da Putenfleisch sehr anfällig ist, sollte es gut gekühlt und schnell verbraucht werden. Durchgaren ist bei Putenfleisch Pflicht, denn nur so können vorhandene Keime abgetötet werden.

Nährwerte von Putenfleisch pro 100 Gramm (ohne Haut)  
Kalorien 40
Eiweiß 5 g
Fett 2,2 g
Kohlenhydrate 0 g
Ballaststoffe 0 g

Einkaufs- und Küchentipps für Putenfleisch

Einkauf

Achten Sie bei Putenfleisch auf die Kennzeichnung D/D/D. Sie gilt nur für Puten, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und auch hiergeschlachtet wurden. Damit stellen Sie weitgehend sicher, dass die vergleichsweise strengen deutschen Vorschriften bei Aufzucht, Transport und Schlachtung eingehalten wurden.

Bio-Puten liefern wegen ihres langsameren Wachstums und der Haltung im Freien bessere Fleischqualitäten. Fleischfehler wie PSE oder DFD sind aber auch hier nicht ganz ausgeschlossen.

Lagerung

Putenfleisch ist besonders empfindlich und verdirbt sehr schnell. Lagern Sie es deshalb grundsätzlich im kältesten Fach des Kühlschranks und bereiten Sie es nach Möglichkeit immer am Tag des Einkaufs zu. Das gilt speziell im Sommer, wenn es sehr warm ist.

Vorbereitung

Falls Sie tiefgekühltes Putenfleisch verwenden, lassen Sie es immer langsam im Kühlschrank auftauen. Schütten Sie die Auftauflüssigkeit weg, spülen Sie das Fleisch kurz ab und tupfen es dann mit Küchenpapier trocken.

Auch frisch gekauftes Putenfleisch sollten Sie zur Sicherheit immer abspülen und trockentupfen.

Ganz wichtig ist, besonders dann, wenn Sie viel Rohkost essen: Benutzen Sie grundsätzlich ein Küchenbrett ausschließlich für Putenfleisch und anderes Fleisch und Geflügel und reservieren Sie ein zweites nur für das Gemüse. Spülen Sie speziell das Küchenbrett für Putenfleisch immer gut mit heißem Wasser und Spülmittel und benutzen Sie nie dasselbe Messer für Fleisch und Gemüse, ohne es zwischendurch sehr gründlich abzuwaschen.

Zubereitungstipps für Putenfleisch

Ob Brust oder Keule: Putenfleisch lässt sich hervorragend grillen und braten. Dunkles Putenfleisch aus den Keulen eignet sich außerdem perfekt zum Schmoren, da es mehr Fett enthält und nicht so schnell trocken wird wie Putenbrust.

Garen Sie Putenfleisch grundsätzlich ganz durch, um eventuell vorhandene Bakterien unschädlich zu machen. Keine Angst vor trockenem Schnitzel oder Braten: Auch das ganz magere Putenbrustfilet wird super zart, wenn Sie es zuerst scharf anbraten und dann bei kleiner Hitze langsam fertig garen.

Wer Wert auf einen möglichst hohen Eiweißgehalt legt, kombiniert Putenfleisch am besten mit eiweißreichen Hülsenfrüchten oder Pilzen. So bekommt der Körper ein ganzes Paket aus tierischem und pflanzlichem Eiweiß. Diese Kombi kann er ganz besonders gut verwerten. Ebenfalls gut, um die Protein-Bilanz nach oben zu treiben, ist pikanter Dip aus Joghurt oder Quark, den Sie zu dem Fleisch servieren.

Wissen zum Mitnehmen

Putenfleisch bringt Abwechslung auf den Tisch und liefert wichtige Nährstoffe wie Eiweiß, B-Vitamine und Mineralstoffe. Dabei kann es zusätzlich durch einen niedrigen Kaloriengehalt und Vielseitigkeit punkten. Tierschützer kritisieren aber die überwiegend übliche Form der Haltung von Puten, die nur bei Bio-Betrieben einigermaßen artgerecht erfolgt.

Bild des Benutzers Ralf Ost
in vielen Supermärkten gibt es inzwischen Truthahn-Fleisch in Dosen. Ideal für Salate oder Nudel oder Reispfannen. Und man hat kein Gesundheitsrisiko Nicht frisch, aber eine Alternative für schnelle Küche... Beigeschmack: man weiss nicht wirklich, woher die Tiere kommen, bzw, wie sie gehalten wurden.
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