Knollensellerie

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 26. Nov. 2019

Rund ist gesund - bei Knollensellerie trifft das definitiv und uneingeschränkt zu. Wer ihn nur als Suppengemüse kennt, hat übrigens was verpasst, denn Knollensellerie kann kulinarisch durchaus für angenehme Überraschungen sorgen!

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Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Knollensellerie
  2. Das sollten Sie über Knollensellerie wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
  3. Unsere liebsten Knollensellerie-Rezepte
  4. Wie gesund ist eigentlich Knollensellerie?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Knollensellerie
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  6. Zubereitungstipps für Knollensellerie
  7. Wissen zum Mitnehmen
  8. FAQs – die häufigsten Fragen
    1. Kann ich Knollensellerie einfrieren?
    2. Wie lange muss Knollensellerie kochen?

Infografik zu Knollensellerie

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik.

Infografik Knollensellerie

Knollensellerie...

  • ...tut dem Magen gut: Mit den in Knollensellerie enthaltenen ätherischen Ölen und Bitterstoffen kann man einen gereizten Magen beruhigen, einen Überschuss an Magensäure neutralisieren und leichtere Magenschmerzen lindern.
  • ...wirkt antibakteriell: Ob Bakterien, Viren oder Pilze: Die ätherischen Senföle in Knollensellerie können all diese potenziell krankmachenden Übeltäter nachweislich entschärfen.
  • ...CO2-Bilanz: Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Knollensellerie gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.
  • ...regt die Verdauung an: Dank der vielen Terpene (Bitterstoffe) wirkt Knollensellerie anregend auf das gesamte Verdauungssystem; sie aktivieren die Verdauungssäfte und Enzyme in Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse. Besonders viele Bitterstoffe stecken übrigens in den Blättern!
  • ...hilft bei Blähungen: Wer zu viel Luft im Bauch neigt, kann lästige Blähungen mit Knollensellerie loswerden. Dafür am besten einen Tee zubereiten: Sellerieknolle in kleine Stücke schneiden, mit kaltem Wasser übergießen, kurz aufkochen, abseihen und ungesüßt trinken.
  • ...stärkt Nerven und Gehirn: Seinen einzigartigen Geruch bekommt Sellerie durch die ätherischen Öle, die vor allem in den Blättern der Wunderknolle enthalten sind. Sie wirken beruhigend und regulieren das Nervensystem.
  • ...soll anregend wirken: Seit Jahrhunderten sagt man dem Knollensellerie nach, dass er die Lust auf Liebe wecken soll. Beweisen lässt sich das bisher nicht, Fakt ist aber: Tatsächlich enthält Knollensellerie hormonähnliche Substanzen, die den menschlichen Sexuallockstoffen (Pheromenen) chemisch sehr ähneln.
  • ...verträgt nicht jeder: Nierenkranke sollten Knollensellerie mit Vorsicht und am besten nur in Absprache mit dem Arzt genießen. Das Gleiche gilt für schwangere Frauen.

Das sollten Sie über Knollensellerie wissen

Zugegeben, mit seiner dunklen und runzligen Schale sieht Knollensellerie auch auf den zweiten Blick nicht nach kulinarischem Wonnen aus. Aber das Äußere täuscht wie so oft, denn das kugelrunde und oft schwergewichtige Gemüse hat es in jeder Hinsicht ganz schön in sich.

Das Fleisch von Knollensellerie ist nach dem Schälen überraschend ganz weiß und kann mit seinem Wohlgeschmack alle Zweifler mühelos überzeugen. Besonders begehrt sind bei seinen Fans die ganz jungen Knollen, die nur eine Größe von etwa drei bis sechs Zentimetern und einen zarten Biss haben. Typisch für diesen Jungsellerie ist, dass er immer mit seinem sattgrünen, frischen Laub angeboten wird.

Gut zu wissen: Im Laufe der Zeit hat sich die Züchtung von Knollensellerie mit ganz weißem Fruchtfleisch durchgesetzt – paradox wenn man bedenkt, dass in den gelb gefärbten Stellen die meisten ätherischen Öle stecken.

Herkunft

Ursprünglich stammt Knollensellerie aus dem Mittelmeerraum. Heute baut man ihn aber in ganz Europa und natürlich auch bei uns in Deutschland an. Etwa 95 Prozent des bei uns verkauften Knollenselleries kommen aber aus den Niederlanden.

Saison

Die Ernte startet aus dem Unterglasanbau schon im Mai. Von Juli bis in den November erntet man Knollensellerie dann vom Freiland. Weil sich die Knollen aus der späten Ernte gut lagern lassen, bekommt man sie auch in den übrigen Monaten jederzeit.

Geschmack

Die Konsistenz von Knollensellerie kann von schwammartig weich bis sehr fest reichen, je nach Jahreszeit und Größe der Knollen. Knollensellerie schmeckt unverwechselbar würzig und ganz typisch nach den darin enthaltenen ätherischen Ölen.

Unsere liebsten Knollensellerie-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Knollensellerie-Rezepten.

Wie gesund ist eigentlich Knollensellerie?

Der dicke Knollensellerie kann sich als Schlankmacher durchaus sehen lassen, denn seine Kalorien- und Fettwerte liegen absolut im grünen Bereich.

In Sellerie sind verschiedene ätherische Öle enthalten. Eine Art der Öle sind die Phthalide. Diese können die glatte Muskulatur in den Blutgefäßen entspannen. Die Gefäße weiten sich dadurch und ein zu hoher Blutdruck wird gesenkt.

Gesundheitlich von großer Bedeutung ist aber vor allem der Gehalt an ätherischen Ölen, allen voran das Apiin. Sie machen Knollensellerie leicht verdaulich, wirken anregend auf die Verdauung und den Stoffwechsel und sorgen dafür, dass Blähungen weniger Chancen haben. Ein hoher Anteil an Kalium wirkt sanft entwässernd. Die ätherischen Öle, können außerdem die Produktion von Sexualhormonen ankurbeln und somit die Potenz steigern. Knollensellerie verfügt über eine gute Kombination aus unlöslichen Ballaststoffen und einem hohen Wasseranteil. Das beugt Verstopfungen vor und hilft gegen Verdauungsstörungen.

Generell hat Knollensellerie nennenswerte Mengen an Vitamin A, B, C und E zu bieten. Auch der Gehalt an Ballaststoffen macht speziell Knollensellerie zu einem gesunden Genuss. Forscher konnten nachweisen, dass Sellerie dazu beiträgt, den Blutfett- und Blutzuckerspiegel in der Balance zu halten (1). Außerdem wirken die Inhaltsstoffe von Sellerie antioxidativ, schützen also die Körperzellen vor schädigenden freien Radikalen (2).

Bei empfindlichen Menschen können durch den Inhaltsstoff Limonen Hautreizungen entstehen. In angefaulten Teilen des Gemüses stecken vermutlich krebserregende Stoffe. Sellerie aus konventionellem Anbau ist mit 500-1000 Milligramm pro Kilo recht nitratreich, liegt aber im Vergleich zu anderen Gemüsesorten im mittleren Bereich.

Knollensellerie enthält Apigenin. Hierbei handelt es sich um einen hellgelben Pflanzenfarbstoff aus der Gruppe der Flavonoide. Apigenin wirkt entzündungshemmend und verfügt über antioxidative Eigenschaften. Dem Wirkstoff wird nachgesagt, bei Erkrankungen wie Arthritis, Gicht und sogar Krebs eine positive Wirkung zu haben.

Sellerie punktet mit einem hohen Natrium- und Kaliumgehalt. Dank ihm werden der Flüssigkeitsaustausch im Körper reguliert und Wasseransammlungen reduziert. Da Knollensellerie stark harntreibend und entwässernd wirkt, sollten Nierenkranke ihn nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt in größeren Mengen essen. Das Gleiche gilt auch für Schwangere.

Nährwerte von Knollensellerie pro 100 Gramm  
Kalorien 27
Eiweiß 1,5 g
Fett 0,3 g
Kohlenhydrate 2,2 g
Ballaststoffe 4,2 g

Einkaufs- und Küchentipps für Knollensellerie

Einkauf

Im Frühjahr, Sommer und frühen Herbst bekommt man Knollensellerie oft mit seinem Laub, was gleich zwei Vorteile mit sich bringt: Erstens sieht man am Grün, wie frisch die Knolle tatsächlich ist. Zweitens enthalten die Blätter von Knollensellerie besonders viele ätherische Öle und lassen sich toll als dekorative Würze verwenden.

Später gibt es Knollensellerie dann nur noch ohne Grün, weil er dann aus Lagerung kommt. Die Frische lässt sich dann nur noch bedingt vor dem Kauf feststellen, aber immerhin gibt es einen Trick: Lässt sich die Schale von Knollensellerie leicht eindrücken, ist von seinem Inneren nicht mehr viel übrig. Also sollten Sie nur bei Knollensellerie mit einer festen Struktur zugreifen.

Lagerung

Bei den Anbauern lagert der Knollensellerie ab dem Spätherbst in kühlen, aber frostfreien Räumen unter feuchtem Sand oder Torf. So hält er sich viele Monate lang. Zu Hause genügt es, Knollensellerie im Kühlschrank aufzuheben. Dort bleibt er zwar keine Monate, aber immerhin bis zu zwei oder drei Wochen gut in Form. Wenn er unangeschnitten ist, bleibt er auch länger frisch.

Vorbereitung

Um an das weiße Fleisch von Knollensellerie zu kommen, schneidet man zuerst den Wurzel- und Blattansatz ab und schält ihn am besten mit einem Sparschäler. Dabei können Sie alle unansehnlichen braunen Stellen mit entfernen. Wie das geht, zeigen wir Ihnen in unserem Kochschul-Video.

Anschließend waschen, abtropfen lassen und je nach Rezept erst vierteln, in Scheiben schneiden oder hobeln und dann in Würfel oder Streifen schneiden. Da Knollensellerie relativ hart ist, empfiehlt sich zum Schneiden ein möglichst großes und schweres Messer.

Anders als Staudensellerie muss Knollensellerie vor dem Verzehr geschält werden. Kommt das weiße, feste Fleisch mit Sauerstoff in Kontakt, beginnt es schnell zu oxidieren und wird braun. Entfernen Sie dann einfach den Anschnitt. Zitronensaft kann den Oxidationsvorgang verlangsamen.

Zubereitungstipps für Knollensellerie

Knollensellerie gehört zu den Klassikern im Suppengrün, aber hat einiges mehr drauf, als "nur" Suppen einen tollen Geschmack zu geben: Man kann ihn solo als Gemüse kochen oder daraus ein Low-Carb-Püree zaubern. 

Nicht nur Vegetarier schätzen die Scheiben von Knollensellerie auch paniert und knusprig ausgebacken als eine Art Schnitzelersatz. Kreative Experimente nimmt Knollensellerie nicht übel, ganz im Gegenteil: Er passt zu fast allem und lässt sich hervorragend mit anderen Gemüsesorten, Fleisch, Fisch und Geflügel kombinieren.

Nur gekocht schmeckt die Knolle? Von wegen! Vor allem klein geschnitten oder gehobelt gibt Knollensellerie Salaten eine würzige Note, wie beispielsweise unserem Apfel-Sellerie-Salat.

Wenn Sie Knollensellerie mit frischem Grün ergattern, werfen Sie es bloß nicht weg! Sie sollten es lieber gründlich waschen, gut trockenschütteln und gehackt oder in feine Streifen geschnitten über Suppen, Salate, Gemüse streuen.

Wissen zum Mitnehmen

Was Knollensellerie so lecker macht, sind die darin reichlich enthaltenen ätherischen Öle. Sie machen das Gemüse außerdem ausgesprochen gesund: Knollensellerie besänftigt einen gereizten Magen und Darm, wirkt antibakteriell, regt die Verdauung an und hat noch weitere positive Wirkungen.

Diese Lebensmittel sind ebenfalls Powerknollen

FAQs – die häufigsten Fragen

Kann ich Knollensellerie einfrieren?

Um Sellerie circa sechs Monate haltbar zu machen, muss er einfach nur geschält, je nach späterem Verwendungszweck in Würfel oder Stifte geschnitten und in einer Dose eingefroren werden.

Wie lange muss Knollensellerie kochen?

Wie bei allen Wurzelgemüsen sollte man darauf achten, dass der Sellerie zwar gar, aber noch nicht weich gekocht ist. In Scheiben geschnitten dauert er etwa 15 Minuten.

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