Rettich

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 20. Nov. 2019

Scharfe Sache, diese Wurzel: schmeckt klasse, hat kein Fett und kaum Kalorien, aber dafür umso mehr wertvolle Inhaltsstoffe. Wenn das kein Grund ist, auch außerhalb der Oktoberfestsaison und diesseits der Alpen öfter mal in den Rettich zu beißen!

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Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Rettich
  2. Das sollten Sie über Rettich wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
  3. Unsere liebsten Rettich-Rezepte
  4. Wie gesund ist eigentlich Rettich?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Rettich
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  6. Zubereitungstipps für Rettich

Infografik zu Rettich

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik. 

Rettich...

  • ...ist ein Schlankfood: Für die Figur ist Rettich perfekt: Fett ist bei ihm Fehlanzeige, die Kalorien fallen kaum ins Gewicht - dafür machen die Ballaststoffe satt und tricksen Heißhungergefühle aus.
  • …fördert die Verdauung: In Rettich stecken reichlich Allyl-, Butyl- sowie Thiocyanatsenföl, die Leber und Galle zur Bildung von Verdauungssäften anregen. Gleichzeitig fördern die Ballaststoffe in Rettich die Verdauung zusätzlich.
  • …macht fit: Mit etwa 29 Milligramm Vitamin C steuern nur 100 Gramm Rettich immerhin knapp ein Drittel zum durchschnittlichen Tagesbedarf bei. Noch mehr Vitamin C steckt in rotem und schwarzem Rettich.
  • …kann bei Diabetes helfen: Forscher untersuchen derzeit, ob und wie sich die im Rettich üppig vorkommenden Senföle bei Diabetes positiv auswirken. Vorläufiger Stand: Scheinbar kann Rettich den Zuckerstoffwechsel günstig beeinflussen und den Insulin-Spiegel stabilisieren.
  • …tut Gelenken gut: Rettich und besonders auch der Saft daraus gelten als wirksames Naturheilmittel bei Gicht und Gelenkrheuma, das schmerzhafte Schübe ausbremsen kann.
  • …hilft bei Husten: Bewährt hat sich Rettich außerdem als gutes Gegenmittel bei Heiserkeit, festsitzendem Husten und Bronchitis. Besonders effektiv ist Rettichsaft mit etwas Honig.
  • …ist klein am besten: Je kleiner der Rettich, desto schärfer - aber auch umso gesünder! Denn darin stecken die meisten wertvollen Senföle und sekundären Pflanzenstoffe.
  • …bekommt nicht jedem: Die gesunden Scharfmacher im Rettich können zu lästigem Aufstoßen nach dem Essen führen. Wer auf Rettich so reagiert, kann den Effekt mildern, indem er den Rettich ganz kurz in wenig Wasser oder Brühe andünstet. 

Das sollten Sie über Rettich wissen

Gelobt sei, was scharf macht – nach dieser Devise kommt Rettich vor allem in asiatischen Ländern gern und oft auf den Tisch. Besonders als kunstvoll zurecht geschnittene Deko ist die Wurzel kaum wegzudenken. Entsprechend hoch ist der Verbrauch: In Japan liegt er bei rund 14 Kilo, in Korea sogar bei über 30 Kilo pro Kopf und Jahr. Bescheiden mutet im Vergleich dazu die Menge an, die hierzulande verspeist wird – um die 250 Gramm sind es nur, statistisch gesehen, obwohl der Rettich vor allem in Bayern als „Radi“ eine wichtige Rolle spielt. Schließlich ist der Name „Bierrettich“ Programm bei den Bajuwaren: „Radi“ in hauchdünne Scheiben oder besser noch spiralförmig aufgeschnitten gehört zur Maß und zur Brotzeit wie Brezel und Weißwurst. Dabei kommt es übrigens nicht nur auf die Schärfe, sondern auch auf die Länge an: Bis zu 1 Meter Länge und bis zu 20 Kilo bringt ein zünftiger Radi auf den Tisch im Brauhaus oder Biergarten!

Die meisten Rettiche von den Feldern der großen deutschen Anbaugebiete in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben mit durchschnittlich 30 Zentimeter Länge etwas bescheidenere Ausmaße. Das gilt nicht nur für weißen Rettich, sondern auch für andere Sorten wie den rosafarbenen, roten, braunen, schwarzen oder violetten Rettich. Bis auf den roten Rettich und den roten Rettich mit weißen Spitzen sieht man diese Sorten außerhalb der süddeutschen Regionen eher selten; sie unterscheiden sich außer in der Farbe ihrer Schale in ihrem Gehalt an scharfen ätherischen Ölen, haben aber alle weißes Fleisch.

Herkunft

Der „Radi“ gilt als ur-bayerisch. Zuhause ist er aber trotzdem ganz woanders, nämlich im alten Ägypten, wo sich die Fronarbeiter beim Bau der Cheopspyramide bereits vor Jahrtausenden mit einem Biss in den Rettich zu stärken pflegten. Später verbreitete sich das Gemüse auch in China und im antiken Griechenland sowie im alten Rom. Die Römer waren es dann, die den Rettich über die Alpen mit nach Deutschland brachten, wo man ihn seit dem 13. Jahrhundert kennt.

Saison

Die Erntezeit für Rettich ist je nach Sorte unterschiedlich: Von Mai bis Juli sind rosafarbene und weiße, zarte Mairettiche zu haben, ab Juli bis September folgen weiße Sommer- und Herbstrettiche. In der übrigen Jahreszeit bekommt man weiße und rote Rettiche nur aus dem Glashaus. Ab Oktober haben Rettichsorten mit brauner, violetter oder schwarzer Schale Hochsaison, die man bis Februar/März bekommt.

Geschmack

Je nach Sorte und Jahreszeit gibt der hohe Gehalt an Senfölen dem Rettich einen typischen, pikanten bis brennend scharfen und sehr würzigen Geschmack.

Unsere liebsten Rettich-Rezepte

Hier finden Sie alle unsere Rettich-Rezepte

Wie gesund ist eigentlich Rettich?

Wohl dem, der Rettich mag! Das Wurzelgemüse verdankt seine Schärfe nämlich drei reichlich enthaltenen Senfölen, die nachweislich eine heilsame Wirkung auf Leber, Galle und Verdauung haben. Rettich galt außerdem schon vor Jahrhunderten als wirksam bei Gicht, Rheuma und sogar Husten und Heiserkeit.

Weitere Pluspunkte der scharfen Wurzel sind ein erfreulich niedriger Fett- und Kaloriengehalt, die Rettich zu einer ausgesprochen schlanken Knabberei machen. Mit 29 Milligramm pro 100 Gramm gehört Rettich zwar nicht gerade zu den Spitzenlieferanten für Vitamin C; trotzdem trägt eine Portion von 200 Gramm immerhin mehr als die Hälfte zu unserem Tagesbedarf bei.

Nährwerte von Rettich pro 100 Gramm  
Kalorien 14
Eiweiß    1 g
Fett 0,2 g
Kohlenhydrate 1,9 g
Ballaststoffe 2,5 g

Einkaufs- und Küchentipps für Rettich

Einkauf

Einen guten, frischen Rettich erkennen Sie an geradem Wuchs, glatter und unbeschädigter Schale und festem Fleisch. Auch das an jungem Rettich noch vorhandene Laub verrät den Zustand des Gemüses: Ist es welk, schlapp und gelb statt saftig grün, hat der Rettich seine besten Zeiten hinter sich.

Lagerung

 Topfrischer Rettich hält sich im Gemüsefach des Kühlschranks problemlos bis zu zehn Tage. Entfernen Sie aber eventuell vorhandenes Laub vorher und wickeln Sie den Rettich in ein feuchtes Tuch; er bleibt so länger knackig.

Vorbereitung

Einen Rettich können Sie wie jedes Wurzelgemüse vorbereiten: Einfach waschen, trockentupfen und mit einem Sparschäler von der Schale befreien. Anschließend je nach Rezept in dünne Scheiben schneiden oder hobeln bzw. raspeln.

Zubereitungstipps für Rettich

Ob in Spiralenform, in Scheiben, Stiften, geraspelt oder gerieben: Traditionell isst man Rettich vor allem roh, denn nur so kommt sein Aroma richtig zur Geltung. Beim Kochen verliert Rettich fast seine gesamte Schärfe. Wenn Sie es trotzdem mal ausprobieren möchten: Knapp gedünstetes Rettichgemüse schmeckt gut als Beilage zu kurz gebratenem Fleisch, zu Fisch oder zu Kartoffeln - einfach Rettich putzen, in dünne Scheiben oder Stifte schneiden und 3-4 Minuten in sehr wenig Salzwasser mit Butter garen – fertig. Ansonsten kann man den „Radi“ einfach so knabbern oder ihn in Scheiben beziehungsweise geraspelt mit Essig und Öl als Salat anmachen. Fein geraspelt unter Quark gerührt schmeckt er auch super auf Brot oder zu Pellkartoffeln.

Die scharfe Wurzel kann aber auch ganz anders als treu-deutsch, zum Beispiel asiatisch. Probieren Sie Rettich doch mal in Form von scharfen Rettichröllchen, in der Füllung von Thai-Frühlingsrollen, mit Thunfischtatar in Sushi-Tüten oder in einem raffinierten japanischen Nudelsalat. Auch selbst gemachte Powerdrinks wie unser Kartoffel-Möhren-Cocktail oder ein super kalorienarmer Kohlrabi-Drink bekommen mit Rettich richtig Pep.

EAT SMARTER-Empfehlung: Um die Schärfe von Rettich etwas zu mildern, bestreuen Sie ihn am besten großzügig mit Salz und lassen ihn etwa fünf Minuten im Wasser ziehen. Danach mit Küchenpapier gründlich abtupfen und weiter verwenden – das Salz entzieht dem Rettich bei dieser Prozedur nicht nur Flüssigkeit, sondern auch die Senföle, die für das Brennen im Hals sorgen. Interessant für alle mit empfindlichem Magen: Gleichzeitig wird der Rettich durch das Einsalzen auch weicher und besser bekömmlich.

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