Kefir

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 30. Apr. 2020

Köstlicher Import aus den russischen Steppen: Dort hat Kefir lange Tradition, bei uns trinkt man ihn aber auch schon seit ca. 130 Jahren. Was macht das Sauermilchgetränk so lecker und gesund?

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Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Kefir
  2. Das sollten Sie über Kefir wissen
    1. Herkunft 
    2. Saison
    3. Geschmack
  3. Unsere liebsten Kefir-Rezepte
  4. Wie gesund ist eigentlich Kefir?
  5. Gesundheitsvorteile von Kefir
  6. Einkaufs- und Küchentipps für Kefir
    1. Einkauf
    2. Lagerung
  7. Zubereitungstipps für Kefir

Infografik zu Kefir

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik.

Kefir...

  • ...stärkt die Abwehrkräfte: Die speziell in Kefir enthaltenen Milchsäure-Bakterien haben aber nicht nur für den Darm und die Verdauung einen wohltuenden Effekt. Studien konnten nachweisen, dass sie zudem antientzündlich wirken und das Immunsystem stärken.
  • ...entlastet das Kalorienkonto: Kefir ohne Zucker- und andere Zusätze gehört zu den besonders „schlanken“ Lebensmitteln. Wer es lieber fruchtig und süß mag, kann Kefir aber ruhig mit einer kleinen Portion klein geschnittenen, frischen Früchten wie zuckerarmes Beerenobst aufpeppen.
  • ...kann heilsam wirken: Die zum Säuern verwendeten Milchsäure-Bakterien produzieren sogenannte probiotische Bakterien können darüber hinaus krank machende Keime in Magen und Darm unschädlich machen. Kefir kann also zum Beispiel bei Magenschmerzen und Durchfall zur Heilung beitragen.
  • ...ist Balsam für den Bauch: Was den Kefir so angenehm säuerlich macht, sind spezielle Milchsäure-Bakterien (Lactobacillus brevis und Lactobacillus kefiri), die zu den Probiotika zählen. Im Klartext: Sie fördern eine gesunde Darmflora und schützen die Schleimhäute in Magen und Darm.
  • ...ist bekömmlicher als Milch: Die in Kefir enthaltenen Milchsäure-Bakterien bauen Milchzucker (Laktose) zu einem großen Anteil in Milchsäure um. Deswegen vertragen auch Menschen mit einer Laktose-Intoleranz in der Regel Kefir gut.
  • ...stärkt Knochen und Zähne: Mit etwa 120 Milligramm Calcium plus 92 Milligramm Phosphor pro 100 Gramm bietet Kefir eine gute Portion der beiden Mineralstoffe, die für gute Zähne und starke Knochen besonders wichtig sind. Außerdem trägt noch das in Kefir enthaltene Vitamin K zur Stärkung bei.
  • ...punktet mit Proteinen: Wie andere Milchprodukte trägt auch Kefir mit etwa 3,3 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm durchaus nennenswerte Mengen zum täglichen Bedarf bei.
  • ...am besten selber machen: Kefir ist also rundum gesund. Allerdings: Die beim Fermentieren mit bestimmten Hefepilz-Kulturen üppig entstehenden probiotischen Milchsäure-Bakterien sind in vielen fertig gekauften Produkten kaum noch nachweisbar. Wer Kefir mag, sollte ihn darum besser selbst herstellen.

Das sollten Sie über Kefir wissen

Sein leichtes Prickeln hat dem Kefir früher den Zweitnamen „Milchchampagner“ eingebracht. Tatsächlich enthält das schäumende Sauermilchgetränk oft Spuren von Alkohol, allerdings nicht genug, um sich damit einen Schwips anzutrinken: Die Menge liegt bei 0,1-0,6 Vol.-Prozent. Zur Bildung von Alkohol kommt es durch die besondere Herstellung von Kefir: Man setzt dafür der Milch einen Kefirpilz oder sogenannte Kefirknöllchen zu. Sie lassen den Milchzucker vergären, zersetzen das schwer verdauliche Kasein und bewirken die Bildung von Kohlen- und Milchsäure sowie geringen Alkoholmengen.

Die Gärung geht übrigens auch nach dem Abfüllen von Kefir in Becher weiter. Daher kommt es, dass sich die Deckel von geschlossenen Behältern mit Kefir manchmal stark nach außen wölben. Das ist weder schädlich noch ein Zeichen von mangelnder Frische, sondern nur von einem natürlichen Reifeprozess! Mittlerweile gibt es aber hauptsächlich „milde“ Varianten von Kefir, bei denen die Gärung von vorneherein eher gebremst abläuft und die keinen nachweisbaren Alkohol mehr enthalten. Relativ neu ist auch Kefir, der aus fettarmer Milch statt Vollmilch hergestellt wird und daher weniger Kalorien enthält als die ursprüngliche Variante.

Herkunft 

Wie lange es Kefir schon gibt, ist schwer zu sagen. Fest steht, dass er ursprünglich aus dem Kaukasus und Sibirien stammt. Dort verwendete man ganz früher allerdings Stutenmilch zur Herstellung. Richtig beliebt wurde Kefir in Russland um 1880 und fand schon etwa 5 Jahre später auch hierzulande Freunde.

Saison

Kefir können Sie das ganze Jahr über bekommen.

Geschmack

Kefir schmeckt sehr säuerlich, pikant und erfrischend. Seine Konsistenz ist dickflüssig bis flüssig.

Unsere liebsten Kefir-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Kefir-Rezepten. 

Wie gesund ist eigentlich Kefir?

Wer den Geschmack von Kefir mag, darf sich freuen. Kefir gehört zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt. Da er lebende Milchsäurebakterien enthält, gilt er zu Recht als ausgesprochen günstig für einen empfindlichen oder gestressten Magen und vor allem für den Darm. Die Milchsäurebakterien sorgen dafür, dass die Darmflora im Gleichgewicht bleibt, was unter anderem für eine gute Verdauung und ein intaktes Immunsystem wichtig ist. Weil die Milchsäurebakterien außerdem einen Teil des Milchzuckers abbauen, kann Kefir bei nur leichter Laktoseunverträglichkeit eine gute Alternative sein. Ganz verschwindet der Milchzucker allerdings nicht. Wer an einer starken Laktoseintoleranz leidet, verträgt leider auch Kefir in der Regel nicht.

Nährwerte von Kefir aus Vollmilch pro 100 g  
Kalorien 61
Eiweiß 3,3 g
Fett 3,5 g
Kohlenhydrate 4 g
Ballaststoffe 0 g

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Einkaufs- und Küchentipps für Kefir

Einkauf

Beim Kauf von Kefir gibt es neben dem Haltbarkeitsdatum eigentlich nur eins zu beachten: Wenn Sie auf Kalorien achten, kaufen Sie am besten die milde Version aus fettarmer Milch mit 1,5 Prozent.

Lagerung

Wie für alle Milchprodukte gilt auch bei Kefir: Kühle Lagerung verlängert die Haltbarkeit.

Zubereitungstipps für Kefir

Gut gekühlt, im Sommer eventuell mit Eiswürfeln im Glas, gilt purer Kefir zu Recht als extrem erfrischendes Getränk. Sie können mit Kefir aber auch toll mixen und daraus leckere, kalorienarme Drinks wie zum Beispiel süße oder auch pikante Smoothies zaubern. Außerdem lassen sich mit Kefir raffinierte Desserts wie unsere exotische Kokos-Kefir-Creme, eine geeiste Kefirsuppe oder ein edles Nektarinengelee auf Kefircreme zubereiten. Mancher mag Kefir auch gerne statt Milch oder Joghurt zum Müsli.

Sie können Kefir übrigens auch ganz einfach selber machen. 

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