Kiwi

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 11. Nov. 2020

Leuchtend grünes Fruchtfleisch und ein frischer-saurer Geschmack – Kiwis machen sich nicht nur optisch und geschmacklich sehr gut in sommerlichen Kuchen und Desserts, die kleinen Früchte haben auch gesundheitlich einiges zu bieten.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Kiwis
  2. Das sollten Sie über die Kiwi wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
  3. Unsere liebsten Kiwi-Rezepte
  4. Wie gesund ist eigentlich Kiwi?
  5. Gesundheitsvorteile von Kiwis
  6. Einkaufs- und Küchentipps für Kiwi
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  7. Zubereitungstipps für Kiwi
  8. FAQs – die häufigsten Fragen
    1. Kann ich die Schale der Kiwi mitessen?
    2. Wieso brennt Kiwi auf der Zunge?
    3. Sind Kiwibeeren das gleiche wie Kiwis?

Infografik zu Kiwis

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik. 

Kiwis...

  • ...helfen bei der Eiweiß-Verdauung:
    Wer eiweißreiche Lebensmittel weniger gut verträgt, weil sie ihm schwer im Magen liegen, der sollte zum Nachtisch Kiwis naschen. Denn im Fruchtfleisch steckt das Enzym Actinidin, das die Verdauung von Eiweiß erleichtern kann.
  • ...wirken sanft entwässernd:
    Vor allem für Frauen mit Flüssigkeits- ansammlungen im Körper (zum Beispiel während der Regel) interessant: Kiwis enthalten kaum Natrium, dafür aber reichlich Kalium - darum helfen sie dabei, den Körper auf sanfte Art zu entwässern.
  • ...machen gute Laune:
    Kiwis enthalten relativ große Mengen der sogenannten Chinasäure, die im Darm zu Tryptophan umgewandelt wird, aus dem im Gehirn der „Glücksstoff“ Serotonin entsteht.
  • ...stärken Knochen und Nerven:
    In Kiwis stecken Mineralstoffe wie vor allem Kupfer, Magnesium und Kalium. 100 Gramm Kiwi decken immerhin rund 10 Prozent des täglichen Bedarfs an diesen drei Mineralien.
  • ...haben viel Vitamin C:
    Schon 1 große Kiwi (100 Gramm) liefert rund 50 Milligramm Vitamin C. Das entspricht beinahe dem durchschnittlichen Tagesbedarf eines Erwachsenen (110 Milligramm).
  • ...können beim Abnehmen helfen:
    Kiwis bestehen zu knapp 85 Prozent aus Wasser, enthalten kaum Fett, relativ viel Fruchtsäure und verhältnismäßig wenig Zucker. Das macht sie trotz des nicht ganz niedrigen Kaloriengehalts zu einem super Schlank-Obst!
  • ...kurbeln die Verdauung an:
    Die kleinen schwarzen Kernchen im grünen Fruchtfleisch von Kiwis enthalten reichlich lösliche Ballaststoffe und können dadurch bei Verdauungs- problemen helfen.
  • ...haben Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten:
    Der an sich positive Effekt der Chinasäure in Kiwis kann sich negativ auswirken, wenn man sogenannte SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) einnimmt: Diese Antidepressive wirken dann anders als geplant. Mediziner raten darum, in solchen Fällen Kiwi nur in kleinen Mengen zu essen oder ganz darauf zu verzichten.
  • ... CO2 Bilanz gut:
    Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Kiwis gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.

Das sollten Sie über die Kiwi wissen

Sie wundern sich, dass es Kiwis oft zum absoluten Dumpingpreis zu kaufen gibt? Wir haben des Rätsels Lösung: Die Pflanzen, an denen die zu den Beerenfrüchten zählenden Leckerbissen wachsen, gedeihen beinahe so üppig und problemlos wie Unkraut und sorgen für überreiche Ernten. Gut für uns!

Ein Glück auch, dass die ersten Exporte aus Neuseeland im Jahr 1952 bei den Briten offenbar gut ankamen – sonst könnten wir heute vielleicht keine Kiwis vernaschen. Wobei es noch mal etliche Jahre dauerte, bis die grünen Exoten auch in Deutschland populär wurden: Erst Mitte der 70-iger tauchten die ersten Kiwis bei uns in dem einen oder anderen Fachgeschäft auf, von den meisten zunächst eher misstrauisch beäugt. Aber nicht lange, denn wie wir wissen, hat die Frucht seitdem eine sensationell steile Karriere hingelegt. Heute können wir Kiwi in jedem Super- und Discountmarkt kaufen und sie sind zum kulinarischen Klassiker geworden.

Ganz ohne Überraschung bleibt die Kiwi-Story aber trotzdem nicht, denn inzwischen existiert mal wieder ein Newcomer, den noch nicht alle kennen: Eine neue Züchtung namens Gold-Kiwi, die durch gelbes statt des leuchtend grünen Fruchtfleischs auffällt. Auch ihre Schale unterscheidet sich von der grünfleischiger Kiwis, denn sie ist glatt statt „haarig“. Was die Inhaltsstoffe angeht, gibt es allerdings bei grünen und gelben Kiwis kaum nennenswerte Unterschiede.

Der Name Kiwi stammt übrigens nicht aus der Botanik: Die Neuseeländer tauften die bis dahin als China-Stachelbeere bekannte Frucht 1959 so nach ihrem eigenen Spitznamen und nach dem auf der Insel heimischen Nationalsymbol, einem kleinen Laufvogel namens Kiwi-Vogel.

Herkunft

Viele meinen, die Kiwi sei in Neuseeland zuhause. Das stimmt aber erst seit relativ kurzer Zeit, denn vor Beginn des letzten Jahrhunderts kannte man sie dort noch gar nicht. Bis um 1900 wuchs die Frucht ausschließlich in China, was ihr den Zweitnamen Chinesische Stachelbeere eintrug. Inzwischen allerdings sind Neuseeland und Italien tatsächlich die Hauptproduzenten.

Saison

Frische Kiwis kann man inzwischen das ganze Jahr über zu ungefähr gleichem Preis kaufen.

Geschmack

Das Fruchtfleisch von grüner Kiwi schmeckt angenehm süß-säuerlich. Gelbe beziehungsweise goldene Kiwis schmecken süßer und leicht nach Mango und Banane.

Unsere liebsten Kiwi-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Kiwi-Rezepten

Wie gesund sind eigentlich Kiwis?

Die Kiwi genießt ihren geradezu sagenhaften Ruf als Lieferantin für Vitamin C zwar nicht ganz zu Recht, denn die ihr häufig angedichteten 300 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm erreicht sie in Wahrheit bei weitem nicht. Mit immerhin 70 Milligramm pro 100 Gramm liegt sie aber trotzdem nicht schlecht im Rennen. Schon eine große Kiwi von 150 Gramm deckt ungefähr unseren gesamten Tagesbedarf von 100 Milligramm Vitamin C.

Ein moderater Kaloriengehalt bei sehr wenig Fett und relativ vielen Ballaststoffen macht Kiwis außerdem äußerst beliebt bei allen, die abnehmen oder auf ihre Figur achten wollen.

Manche Menschen reagieren mit allergischen Magen- und Darmbeschwerden wie Übelkeit und Erbrechen oder Durchfall auf Kiwis. Aber auch wer nach dem Essen von Kiwis Symptome wie Schwellungen an Lippen, Zunge und im Gesicht bemerkt, verzichtet besser auf den Genuss der Frucht. In seltenen, sehr schweren Fällen kann es sogar zu Asthmaanfällen oder Schockzuständen kommen.

Nährwerte von Kiwi pro 100 Gramm (grün | gelb)  
Kalorien

70 | 50

Eiweiß 1 g
Fett 0,6 g
Kohlenhydrate 9,1 g
Ballaststoffe 2 g

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Einkaufs- und Küchentipps für Kiwis

Einkauf

Grüne Kiwi kann man stückweise oder abgepackt zu mehreren Früchten kaufen. Leider fällt die Qualität sehr unterschiedlich aus. Sehr oft sind Kiwis noch sehr hart beim Einkauf. Dann ist Zugreifen Glückssache: Manchmal reift eine Kiwi noch nach und wird dann angenehm weich, häufig bleibt sie aber auch hart und geschmacklos.

Kaufen Sie Kiwis also am besten erst nach einer vorsichtigen Fingerprobe: Gibt die Schale bei sanftem Druck leicht nach, hat das Fruchtfleisch die beste Konsistenz und am meisten Aroma. Die noch relativ neue gelbe Kiwi kommt meistens im optimalen Reifezustand in die Läden und kann in aller Regel sofort vernascht werden. Sowohl grüne als auch gelbe Kiwis gibt es mittlerweile übrigens auch aus organischem beziehungsweise biologischem Anbau.

Lagerung

Eine Kiwi im optimalen Reifezustand bleibt bei Zimmertemperatur noch ein bis zwei Tage frisch. Danach wird sie schnell zu weich. Bei unreifen Kiwis kann es allerdings Verbesserung bringen, sie einige Tage liegen zu lassen – am besten zusammen mit Äpfeln. Grüne Kiwis bleiben im Kühlschrank bis zu zwei Wochen frisch, gelbe Kiwis sollten Sie maximal eine Woche im Kühlschrank lagern.

Vorbereitung

Wollen Sie das Fruchtfleisch einfach pur auslöffeln, brauchen Sie die Kiwi nur quer zu halbieren. Wer hingegen Scheiben oder Würfel aus der Kiwi schneiden oder das Fruchtfleisch pürieren möchte, schält sie einfach mit einem Sparschäler und verarbeitet es dann je nach Rezept weiter. In unserem Kochschul-Video sehen Sie, wie leicht das geht.

Aus dem Fruchtfleisch von sehr reifer Kiwi lässt sich ein leckeres Mark machen. Einfach durch die „Flotte Lotte“ passieren oder mit einem Stabmixer beziehungsweise einem Mixer pürieren und als Topping auf Cremes, Obstsalat oder Eis geben.

Wer schon mal Quark oder Joghurt mit Kiwi probiert hat, weiß: Das schmeckt bitter. Zumindest, wenn die Kiwi roh bleibt, denn dann spaltet ein im Fruchtfleisch enthaltenes Enzym das Eiweiß aus Milchprodukten auf. Austricksen lässt sich dieser Effekt auf zwei Arten: Sie können die Kiwi ganz zum Schluss zu Quark und Co. geben und das Ganze sofort vernaschen, dann kann das Enzym gar nicht erst in Aktion treten oder Sie überbrühen die ganze Kiwi kurz mit kochendem Wasser – dabei wird das Enzym zerstört, allerdings geht so auch ein Teil des gesunden Vitamin C verloren.

Zubereitungstipps für Kiwis

Frische Kiwi sieht immer super aus und passt außerdem zu fast allem, was die süße Küche hergibt. Ob als Belag für einen tropischen Obstkuchen, zu einem süßen Quinoa-Auflauf oder ein Kokosgelee: Scheiben aus Kiwi ergeben garantiert was fürs Auge. Milchreis bekommt mit Kiwi ebenso das gewisse Extra wie ein exotisches Müsli oder eine erfrischende Früchte-Bowle. Überhaupt kann man aus Kiwi tolle Drinks zaubern – probieren Sie zum Beispiel mal unseren raffinierten Kiwi-Limetten-Cocktail oder den sanften Birnen-Kiwi-Smoothie!

FAQs – die häufigsten Fragen

Kann ich die Schale der Kiwi mitessen?

Das Verzehren der Kiwi mit Schale ist nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Denn in der Schutzhülle der Kiwi stecken viele wertvolle Ballaststoffe, die sonst verloren gehen würden. Wer die Frucht lieber ungeschält verzehrt, sollte aber auf biologischen Anbau setzen.

Wieso brennt Kiwi auf der Zunge?

Das unangenehme Brennen auf der Zunge nach dem Genuss einer Kiwi kommt von der reichlich enthaltenen Fruchtsäure. Wer darauf sehr sensibel reagiert, sollte den Verzehr von Kiwis einschränken.

Sind Kiwibeeren das gleiche wie Kiwis?

Kiwibeeren werden auch als die kleinen Geschwister der Kiwi bezeichnet. Ihre großen äußerlichen wie geschmacklichen Ähnlichkeiten sind kein Zufall: Um die kleinen Früchte transportfähiger und robuster zu machen, kreuzten Forscher sie mit unserer grünen Kiwi. Heraus kam eine Miniversion des grünen Klassikers, die man mit Schale essen kann und die angenehm mild im Geschmack ist.

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