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Die Getränkeprüferin
29. Oktober 2016

Craft-Spirituosen: Ein gefährliches Hobby

Von Nicole Oschwald

Während Craft-Bier bereits die Getränkemärkte erobert, gibt es einen neuen hochprozentigeren Trend – Craft-Spirituosen. Kleine Destillerien pflegen das traditionelle Handwerk und grenzen sich bewusst von industriell gefertigten Produkten ab. Es entstehen – regional und handgemacht – unzählige Variationen an Kräuterschnäpsen, Obstlern, Weinbränden und Whiskeys. Doch Achtung: Wer das Schnapsbrennen als Hobby betreiben möchte, macht sich in Deutschland ohne Erlaubnis schnell strafbar.

Craft-Spirituosen
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Trend-Schnaps "Craft"

Bei Hochprozentigem lässt sich ein Trend beobachten, der für Lebensmittel schon länger gilt: Der Einkauf wird bewusster. Der Kunde mag es regional und handgemacht. So auch bei Craft-Spirituosen. Mit Omas Rumtopf oder dem Johannisbeerlikör aus dem heimischen Garten hat das allerdings nichts zu tun. „Craft“ steht für „handwerklich produziert“.

Liebhaber dieser neuen Trinkkultur kaufen Destillate und Liköre von regionalen Kleinbrennereien, die in geringen Stückzahlen produzieren. Es geht darum, die Leidenschaft für das alte Handwerk wiederzubeleben und einen Gegenentwurf zum herkömmlichen Getränkeangebot im Supermarkt zu unterstützen. Die exklusive Handarbeit ist nicht ganz billig. So kann eine Flasche Craft-Gin schon einmal 50 Euro kosten.

Wer nun selbst auf den Geschmack kommt und in Heimarbeit eigenen Schnaps brennen will, dem sei dringend davon abgeraten. Schwarzbrennen ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich. Die größte Gefahr dabei ist das gesundheitsschädliche Methanol. Es kann zum Beispiel entstehen, wenn bei der Destillation nicht sauber gearbeitet wird. Und auch das Explosionsrisiko sollte beim Brennen nicht unterschätzt werden. Nicht ohne Grund ist für den Beruf des Destillateurs in Deutschland eine dreijährige Fachausbildung erforderlich.

Schnapsbrennen den Profis überlassen

Destillieren ist eine Kunst, aber vor allem Physik und Chemie. Deshalb investieren professionelle Hersteller viel in regelmäßige Qualitätskontrollen und Laboranalytik. So bestimmen wir bei SGS Institut Fresenius im Auftrag vieler Brennereien zum Beispiel den Methanolgehalt, flüchtige Bestandteile oder die Qualität der eingesetzten Rohstoffe.

Auch prüfen wir viel auf sogenannte unerwünschte Aromastoffe. Diese können über die eingesetzten Kräuter- oder Gewürzauszüge in die Spirituosen gelangen. Für bestimmte Substanzen gelten gesetzliche Höchstmengen, die nicht überschritten werden dürfen. Das müssen Hersteller im Blick haben.

Des Weiteren ist eine Aromatisierung bestimmter geschützter Spirituosenkategorien durch Zusatz von Aromen nicht erlaubt. So prüft SGS, ob zum Beispiel das angenehme Vanillearoma eines holzfassgelagerten Rums tatsächlich aus dem Fass kommt oder aber unerlaubterweise durch den Zusatz des Aromastoffs Vanillin. Angehenden Kleinbrennern sei geraten, sich über die in Deutschland geltenden Vorschriften zu informieren.

So ist die Herstellung von Branntwein unter anderem durch das Branntweinmonopolgesetz (BranntwMonoG) in Verbindung mit der Brennereiordnung (BO) geregelt. Auch mit der Abschaffung des Branntweinmonopols Ende 2017 bleibt die Genehmigungspflicht bestehen. Zugleich sollten Craft-Betriebe auch an die Produktsicherheit denken, bevor sie auf den neuen Spirituosen-Trend aufspringen.

Über die Autorin dieses Beitrags

Nicole Oschwald ist staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin und Leiterin der Kundenbetreuung am Freiburger Standort von SGS Institut Fresenius. Das dortige Labor ist Kompetenzzentrum für die Analyse von alkoholhaltigen und alkoholfreien Getränken, Fleisch- und Wurstwaren und Tierarzneimittelrückständen. Eine weitere Spezialität des Standorts ist die Aromaanalyse, die für die Getränke- und Lebensmittelindustrie eine große Rolle spielt. Mehr über die Dienstleistungen der SGS erfahren Sie auf www.sgsgroup.de und www.sgs-institut-fresenius.de.

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