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Live Smarter Blog der Techniker Krankenkasse

Wann sind Krampfadern gefährlich?

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 06. Sep. 2018
Medizinische Untersuchung von Besenreisern am Bein

Verdickte, bläuliche Adern sind in erster Linie ein ästhetisches Problem. Doch Krampfadern können auch zu Komplikationen führen. Wann eine Entfernung sinnvoll ist und welche Möglichkeiten für Sie in Betracht kommen, klärt der Live Smarter-Blog.

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Wer denkt, dass Krampfadern sich nur an den Beinen von Großmüttern breitmachen, der irrt: Jeder dritte Erwachsene, so die Schätzung, hat eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Form von Krampfadern. Oftmals lösen die verdickten Venen nur optische, jedoch keine gesundheitlichen Beschwerden aus. Doch in manchen Fällen können Krampfadern auch Komplikationen auslösen. 

Warum bekommt man Krampfadern?

Varizen oder variköse Venen, wie Krampfadern medizinisch genannt werden, finden sich am häufigsten an den Waden oder den Innenseiten der Beine. Eine weniger ausgeprägte Form sind Besenreiser, die auch im Gesicht und anderen Körperbereichen auftreten können.

Verantwortlich für das Auftreten von Krampfadern sind die sogenannten Venenklappen. Sie regulieren wie Ventile den Blutfluss in den Beinvenen, deren Aufgabe es ist, sauerstoffarmes Blut wieder zum Herzen hinaufzubefördern. Wenn die Klappen nicht mehr richtig funktionieren, dann staut sich das Blut in der Vene: Der Druck erhöht sich, die Venenwände werden gedehnt und unter der Haut zeichnet sich eine verdickte, blaue Vene ab.

Manche Menschen haben eine erblich bedingte Neigung zu Krampfadern. Der Grund dafür ist nicht genau bekannt. Frauen haben häufiger Krampfadern als Männer. Viele Frauen entwickeln in der Schwangerschaft Krampfadern, da die hormonell bedingten Veränderungen des Körpergewebes und das zusätzliche Gewicht dazu führen, dass das Blut aus den Beinvenen schlechter abfließen kann. Auch starkes Übergewicht erhöht den Druck in den Beinen und Venen, was besonders bei Frauen die Entstehung von Krampfadern begünstigt.

Diese Beschwerden und Komplikationen können Krampfadern auslösen

Vor allem bei warmem Wetter können sich Krampfadern unangenehm bemerkbar machen: Die Beine schmerzen, fühlen sich schwer an oder jucken. Manchmal verursachen Krampfadern auch nächtliche Wadenkrämpfe, geschwollene Beine oder eine bräunliche Verfärbung oder Verhärtung der Haut im Bereich des unteren Schienbeins.

Eine Krampfader muss übrigens nicht besonders ausgeprägt sein, um derartige Beschwerden auszulösen; auch eher kleine, unauffällige Krampfadern können Probleme machen.

Schnelles Handeln ist geboten bei geröteten, warmen Venen, die brennende Schmerzen verursachen können. Sie sind ein Zeichen für eine Komplikation: eine Venenentzündung mit oder ohne Blutgerinnsel (medizinisch Phlebitis beziehungsweise Thrombophlebitis). Blutungen treten bei Krampfadern zwar selten auf, könnten jedoch gefährlich sein und erfordern deshalb sofortige medizinische Hilfe. Bei Blutungen ist es wichtig, als Erste-Hilfe-Maßnahme das Bein hochzulegen und auf die blutende Stelle Druck auszuüben. Hautveränderungen wie etwa ein Ekzem im Bereich der Krampfadern können bei manchen Menschen erste Anzeichen dafür sein, dass sich ein Geschwür bildet. Auf ein solches Risiko weist auch eine sogenannte Lipodermatosklerose hin, eine eher seltene Krankheit, bei dem die Haut um die Knöchelinnenseite braun, straff, dünner und schmerzempfindlicher wird.

Abgesehen von diesen möglichen Komplikationen sind große, knotig verdickte Adern an den Beinen für viele Frauen ein ästhetischer Albtraum, der das Tragen von Röcken oder den Gang ins Schwimmbad unmöglich macht. Doch zum Glück gibt es einige unkomplizierte Eingriffe, mit denen Krampfadern sogar ambulant entfernt werden können.

Krampfadern entfernen: Diese Möglichkeiten gibt es

Krampfader-Operationen sind mittlerweile ein Standardeingriff in deutschen Kliniken und Praxen. Die Blutversorgung in den Beinen wird durch einen solchen Eingriff nicht beeinträchtigt, da das Blut in die übrigen gesunden Venen umgeleitet wird. Sowohl oberflächliche als auch tiefe Beinvenen können operiert werden. Die häufigsten Operationstechniken sind:

Das Venenstripping:

Hierbei werden oben am Bein (knapp unterhalb der Leiste) und in der Kniekehle oder am Knöchel Schnitte gesetzt. Dann wird die Vene am oberen Schnitt zunächst abgebunden oder abgeklemmt. Anschließend wird durch den unteren Schnitt ein langer Draht in die Vene eingeführt und vorgeschoben. Dann wird am unteren Ende des Drahtes ein knopfähnlicher Aufsatz befestigt und die Vene über den Schnitt in der Leiste komplett herausgezogen.

Die Phlebektomie

Bei einer Phlebektomie werden mehrere, wenige Millimeter kleine Schnitte entlang der betroffenen Vene gesetzt. Durch diese kleinen Schnitte wird die Vene dann zunächst mit einem kleinen Häkchen so weit wie möglich hervorgezogen, durchtrennt und in mehreren Teilen entfernt. Dieses Verfahren wird vor allem bei kleineren Venen eingesetzt – etwa den Seitenästen größerer Venen. Durch das Verfahren soll verhindert werden, dass sich Narben bilden, wie sie bei größeren Einschnitten entstehen.

Normalerweise können Sie das Krankenhaus am Tag der Operation schon wieder verlassen. Wenn Sie ansonsten gesund sind und nur ein Bein operiert wird, kann der Eingriff sogar ambulant durchgeführt werden. Bis man wieder den gewohnten Tätigkeiten nachgehen kann, die Schwellungen zurückgehen und die Narben verheilt sind, dauert es aber eine Zeit.

Alternative Verfahren zum Entfernen von Krampfadern

Verschiedene Verfahren bieten eine Alternative zur herkömmlichen Entfernung der Krampfadern. Hierzu gehören:

Die Radiofrequenzablation:

Hierbei werden die Venen mithilfe von Wärme versiegelt, die durch elektromagnetische Wellen (Radiowellen) erzeugt wird. Dazu wird durch einen Hautschnitt eine dünne sogenannte Radiofrequenzsonde in die Vene eingeführt. In der Sonde befindet sich ein Katheter, der Wärme ausstrahlt und die Vene solange erhitzt, bis sie versiegelt ist.

Die endovenöse Lasertherapie:

Bei dieser Behandlung wird die Vene ebenfalls von innen durch Wärme versiegelt. Der Ablauf ähnelt dem bei der Radiofrequenzablation. Allerdings werden statt Radiowellen Laserstrahlen verwendet, um die Wärme zu erzeugen.

Das Trivex-Verfahren:

Beim Trivex-Verfahren wird ein winziges rotierendes Messer ins Innere der Vene eingeführt, um sie zu zerschneiden und das Gewebe anschließend abzusaugen. Dabei wird die Vene von außen durch die Haut beleuchtet und so für die Chirurgin oder den Chirurgen sichtbar gemacht.

Bisherige Studien deuten darauf hin, dass die Ergebnisse einer Radiofrequenzablation oder einer endovenösen Lasertherapie mit der einer Operation vergleichbar sind. Auch diese Behandlungen können Nebenwirkungen haben, beispielsweise Schmerzen, blaue Flecken und Narben. Komplikationen wie Nervenschäden oder Infektionen treten jedoch seltener auf als bei einer herkömmlichen Operation. Zum direkten Vergleich dieser beiden Verfahren gibt es bislang kaum Forschung. Das Trivex-Verfahren ist noch relativ neu und bislang nicht so gut erprobt wie die anderen Operationstechniken.

Wie Sie Beschwerden lindern

Oft lässt der Schmerz nach, wenn man sich hinsetzt und die Beine hochlegt. Langes Stehen in unveränderter Position, da sind sich viele Menschen einig, ist Gift für Krampfadern und verstärkt mögliche Beschwerden durch Krampfadern. Auch längeres unbewegliches Sitzen mit überkreuzten Beinen kann die Arbeit der Venen erschweren. Daher sollten Sie sich, wenn Sie unter Krampfadern leiden, möglichst oft bewegen und nicht lange in einer Position verharren


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Bisherige Kommentare

 
Krampfadern kann man auch durch Einnahme von Vitalstoffen bekämpfen! Vorallem das Vitamin P (OPC) leistet da hervoragende Arbeit! Bestes Beispiel ist meine Mutter (84), Sie musste früher schon operiert werden, seit 2011 nimmt Sie regelmäsig Vitalstoffe ein und mit der Zeit verblassten die Krampfadern und die Verdickungen gingen zurück! Keine OP mehr notwendig und keine Schmerzen mehr, was so ein kleiner Schluck Vitalsaft ausmachen!
 
Hallo Herr Heizmann, mich ineressiert, welchen Vitalsaft Ihre Mutter zu sich genommen hat. Freue mich auf Ihre Antwort und bedanke mich. Mit freundlichen Grüßen Claudia Ahrens

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