EAT SMARTER Abnehmkurs | Für kurze Zeit im Sommerangebot! Unser Onlinekurs für 69 Euro anstatt 99 Euro.
mehr
Die Getränkeprüferin

Werden Getränke in der Sonne schlecht?

Von Nicole Oschwald
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Frau trinkt

Der Sommer ist da. Ob am Strand, im Camping-Urlaub oder beim Segeltörn – wenn die Temperaturen steigen, gehören Getränke ins Gepäck. Praktisch fürs Reisen sind Flaschen aus Kunststoff. Das Material ist leicht, unzerbrechlich und damit ideal für unterwegs. Doch Getränke in PET-Flaschen gehören nicht in die pralle Sonne oder ins aufgeheizte Auto. SGS Institut Fresenius erklärt, warum die geschmackliche Qualität durch die Hitze leiden kann.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Der Strandtag ist vorbei, die sandigen Handtücher und die Badekleidung sind im Kofferraum verstaut. Jetzt einen Schluck Mineralwasser! Doch die PET-Flasche lag mehrere Stunden auf dem Beifahrersitz, direkt in der Sonne. Das Wasser aus der Kunststoffflasche schmeckt fruchtig-süß. Ist das Mineralwasser in der Sonne schlecht geworden?

Verantwortlich für einen solchen fruchtigen Fehlgeschmack ist meist der chemische Stoff Acetaldehyd. Dieser kommt natürlicherweise in Obst und Gemüse vor. Teilweise wird er in der Lebensmittelproduktion bewusst als Geschmacksstoff eingesetzt, zum Beispiel bei bestimmten Kaugummisorten.

Acetaldehyd entsteht aber auch als chemisches Nebenprodukt bei der Herstellung und Lagerung von PET-Flaschen. Begünstigt durch hohe Temperaturen und UV-Strahlung kann Acetaldehyd in geringen Mengen von einer Kunststoffflasche in ein Getränk übergehen.

Wie schlimm ist Wasser mit Fehlgeschmack?

Acetaldehyd kann durch seinen fruchtartigen Geschmack schon in sehr kleinen Mengen geschmeckt und gerochen werden – besonders auffällig ist das bei einem geschmackssensiblen Produkt wie Mineralwasser. Wenn die Nase und der Gaumen Alarm schlagen, sollte das Getränk zwar vorsorglich entsorgt werden. Doch in der Regel besteht kein ernster Grund zur Sorge.

Nach dem europäischen Gesetz für Verpackungen dürfen aus Kunststoffen höchstens sechs Milligramm Acetaldehyd auf einen Liter Wasser übergehen. Bei diesem Gehalt schließt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gesundheitliche Beeinträchtigungen aus.

In Wasser kann der Mensch den für Acetaldehyd charakteristischen Geschmack aber schon in weniger als einem Hundertstel dieser Menge wahrnehmen. Und eine deutliche sensorische Beeinträchtigung verbietet die Lebensmittelgesetzgebung zum Schutze der Verbraucher.

Leitungswasser aus dem Hahn

Wenn Kunststoffflaschen Stress bekommen

Die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie tut einiges dafür, damit Kunststoffverpackungen den Geschmack von Getränken nicht beeinträchtigen. Entscheidend sind etwa die Wahl des richtigen Rohmaterials und die Produktion sicherer PET-Flaschen. So können Kunststoffflaschen zum Beispiel mit einer glasartigen Innenbeschichtung versehen werden oder Materialien zum Einsatz kommen, die Acetaldehyd im PET binden.

Und auch die Prüflabore von SGS Institut Fresenius leisten ihren Anteil für sichere Lebensmittelverpackungen. In unseren Laboren führen wir sogenannte Stress- und Lagertests durch. Das bedeutet, dass wir unterschiedliche Getränkeflaschen aus Kunststoff mehrere Tage hohen Temperaturen oder UV-Strahlung aussetzen.

So simulieren wir im Labor die Bedingungen, die zum Beispiel auf eine Wasserflasche in der prallen Sonne wirken. Danach untersuchen wir das Mineralwasser auf Acetaldehyd und andere Substanzen und können Herstellern sagen, welches PET-Material am besten als Verpackung geeignet ist.


Über den Autor dieses Beitrags Sebastian Rau ist über das Wasser zum SGS Institut Fresenius gekommen. Als Geologe und Hydrogeologe beschäftigt er sich seit vielen Jahren eingehend mit der Entstehung und den Eigenschaften von natürlichem Mineralwasser. Sein Wasserwissen nutzte er bereits als Quellen- und Qualitätsmanager bei einem namhaften Mineralbrunnen in Deutschland und nun als Mineralwasser-Experte bei der SGS in Taunusstein. Sebastian Rau leitet ein Team von 20 Sachverständigen, das tagtäglich deutsche Brunnen und Hersteller mit Analysen und Kontrollen bei der Qualitätssicherung von Mineral- und Heilwässern unterstützt. Mehr darüber erfahren Sie auf www.sgsgroup.de und www.sgs-institut-fresenius.de.

Schreiben Sie einen Kommentar