Respeggt: Eier ohne Kükenschreddern ab sofort bei Rewe und Penny

Von Lara Schümann
Aktualisiert am 06. Mär. 2019
Foto: Rewe Group
Foto: Rewe Group

Mithilfe der Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und SELEGGT ist es der Rewe Group jetzt gelungen, eine marktreife Methode zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei vorzustellen, die das Kükenschreddern in Deutschland beenden soll. Ab jetzt gibt es respeggt-Eier zu kaufen!

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Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner und SELEGGT-Geschäftsführer Dr. Ludger Breloh sowie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der REWE Group Jan Kunath stellten am 8. November 2018 in Berlin die marktreife Methode zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei vor. Das SELEGGT-Verfahren ist ein riesen Erfolg im Kampf gegen die Kükentötung. Was es genau mit den sogenannten respeggt-Eiern auf sich hat, erfahren Sie hier (1).

Verbraucher erwarten mehr Engagement beim Thema Tierschutz

Pro Jahr werden allein in Deutschland 45 Millionen männliche Küken geschreddert ­– ihre Aufzucht sei unwirtschaftlich, da männliche Küken beim Mästen nicht genug Fleisch ansetzen.

Aus diesem Grund fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bereits seit Jahren und mit insgesamt rund fünf Millionen Euro Verfahren zur Geschlechtsbestimmung der Küken direkt im Brut-Ei. Ziel des Verfahrens ist es, dass männliche Küken nicht ausgebrütet und direkt nach dem Schlupf getötet werden. Dank des SELEGGT-Verfahrens könne in naher Zukunft auf das Kükenschreddern verzichtet werden.

Immer mehr Menschen sprechen sich gegen Tiertötung und Massentierhaltung aus – große Handelsketten versuchen nun auf die Verbraucher zu reagieren, übernehmen Verantwortung und eine wichtige Vorreiterrolle.

respeggt-Eier ab sofort zu kaufen

Ab sofort können Kunden in 223 Rewe- und Penny-Märkten (vorerst nur in Berlin) die ersten respeggt-Freiland-Eier kaufen. Die respeggt-Eier „ohne Kükentöten“ tragen ein Siegel auf der Verpackung und jedes einzelne Ei ist mit einem „respeggt“-Stempel gekennzeichnet. Bis Ende 2019 sollen diese Eier in allen deutschen Rewe-Supermärkten und in den konzerneigenen Penny-Filialen zum Verkauf angeboten werden (2).

Respeggt-Eier

Dabei ist die Preiserhöhung der Eier für die Verbraucher kaum spürbar. Das 6er-Pack respeggt-Eier solle demnach nur 10 Cent mehr kosten als eine Freilandhaltung-Packung mit derselben Größe.

Sowohl der zuständige Rewe-Manager als auch der SELEGGT-Geschäftführer sprechen sich dafür aus, Kükenschreddern in Deutschland komplett abschaffen zu wollen. Um dies zu ermöglichen, möchten sie das Verfahren, sobald es ausgereift ist, der gesamten Branche kostenneutral als Dienstleistung zur Verfügung stellen.

Damit ist Deutschland Auftaktgeber einer Methode, die das Kükentöten in Brütereien beenden kann. Ab 2020 soll ersten Brütereien das patentrechtlich geschützte Verfahren zur Nutzung angeboten werden. Ob dieses dann auch verpflichtend für Brütereien wird oder nur auf freiwilliger Basis genutzt werden kann, ist bis dato noch unklar und wird in Zukunft wohl noch für Diskussion sorgen. 

Seleggt-Verfahren: So wird das Geschlecht im Brut-Ei bestimmt

Das Verfahren basiert auf der endokrinologischen Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei. Dabei wird das neun Tage gebrütete Ei zuerst auf Befruchtung kontrolliert. Ist es befruchtet, wird mithilfe von Lasern ein nadelspitzen-winziges Loch in der Brutschale erzeugt und eine kleine Menge Allantoisflüssigkeit entnommen.

Dieses Verfahren hat für das Brut-Ei keinerlei negative Auswirkungen, da das Innere dabei nicht berührt wird. Durch die Allantoisflüssigkeit kann das Geschlecht der Küken bestimmt werden. Die Bestimmungsgenauigkeit läge bei diesem Verfahren bei etwa 98 Prozent.

Die männlichen Brut-Eier werden zu einem hochwertigen Futtermittel verabeitet, und die weiblichen kommen zurück in den Brutschrank. Das kleine Loch, das entstanden ist, schließt sich selber wieder. Am 21. Bruttag schlüpfen die weiblichen Küken. 

Hier erfahren Sie mehr über das SELEGGT-Verfahren!

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