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Advertorial

Earth Overshoot Day 2021

Von Selina Janzen und Lisa Meister
Aktualisiert am 28. Jun. 2021

Am 29. Juli 2021 ist es so soweit: die Menschheit hat die ökologischen Ressourcen der Erde für ein Jahr bereits verbraucht. Damit kommt der Earth Overshoot Day früher als letztes Jahr. Doch was bedeutet das für uns und die Weltkugel?

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der "Earth Overshoot Day"?
  2. Gibt es einen "Overshoot Day" für einzelne Länder?
  3. Warum verbrauchen wir so viel?
  4. Eigenen Fußabdruck berechnen
  5. Was können wir also tun?
  6. +++Der Grüne News Ticker+++
    1. Klima auf dem Vormarsch
    2. Zahlen bitte

Was ist der "Earth Overshoot Day"?

Der Earth Overshoot Day, Welterschöpfungstag, ist der Tag, an dem die Menschheit mehr ökologische Ressourcen binnen eines Jahres verbraucht hat, als die Erde in einem Jahr neu bilden konnte. Demnach haben wir schon Ende Juli Ressourcen verbraucht, die erst in der zweiten Jahreshälfte von der Erde gebildet worden wären. Wir leben demzufolge über unseren Verhältnissen.

Berechnet wird der Welterschöpfungstag in erster Linie durch eine Gegenüberstellung des globalen ökologischen Fußabdrucks der Menschen zu der gesamten Biokapazität der Erde. Mit der Biokapazität ist die Fähigkeit der Erde gemeint, vom Menschen verbrauchte Ressourcen zu regenerieren und Schadstoffe wie Treibhausgase abzubauen. Wenn das Ergebnis auf ein Jahr mit 365 Tagen bezogen wird, entsteht die vereinfachte Formel:

Biokapazität der Erde /  ökologischen Fußabdrucks * 365 Tage (1)

Gibt es einen "Overshoot Day" für einzelne Länder?

Ja, die "Erschöpfungstage" der einzelnen Länder werden ebenfalls mit der Formel, nur auf das Land bezogen, berechnet. Vor allem die reicheren und weiter entwickelten Länder erreichen ein frühes Datum. So sind zum Beispiel Katar (09.02.2021) und Luxemburg (15.02.2021) die ersten Länder, die ihr Limit überschritten haben und zu einem frühen Welterschöpfungstag beitragen.

Die weniger entwickelten und ärmeren Länder wie Ecuador (07.12.) und Indonesien (18.12.) schneiden deutlich besser ab. Auch in Deutschland (05.05.) und der Schweiz (11.05.) war der Tag früher als von der gesamten Welt. 

Warum verbrauchen wir so viel?

Dass der Earth Overshoot Day jedes Jahr ein Stückchen eher kommt, liegt insbesondere an unserer Lebensweise in den Industriestaaten. Wir konsumieren viel, geben der Natur aber wenig zurück. So ist durch uns beispielsweise der CO2-Ausstoß deutlich höher als die Meere absorbieren und die Wälder in Sauerstoff umwandeln können.

Es werden mehr Bäume gerodet als neue nachwachsen können und wir fischen den Bestand der Meere leer. Ebenfalls sind unser hoher Fleischkonsum und die Lebensmittelverschwendung ein Problem. Um diesem Überfluss gerecht zu werden, bräuchten wir Deutschen drei Erden. 

Eigenen Fußabdruck berechnen

Wenn Sie sich das nicht vorstellen können oder einfach nur interessiert sind, können Sie hier Ihren CO2-Fußabdruck berechnen:

Fußabdruck berechnen

Was können wir also tun?

Für die Verschiebung des Tages wirbt das Global Footprint Network mit dem Hashtag #MoveTheDate. Darunter ist es Nutzern von Instagram, Facebook und Co. möglich, kreative Vorschläge zur Reduzierung des eigenen ökologischen Fußabdrucks abzugeben. Für einen ersten Input lohnt es sich, dort nachzuschauen.

Ebenfalls schlägt die Organisation in den Bereichen Städte, Energie, Nahrung, Bevölkerung und Planet selbst Lösungen vor und hat ausgerechnet, um wie weit sich der Tag nach der Etablierung nach hinten verschieben würde. 

Um so viele Tage würde sich dieser Tag verschieben, wenn wir nachhaltiger leben:

  • ganze 12 Tage, wenn wir mehr zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs wären und nur halb so oft Auto fahren würden.
  • 5 bzw. 11 Tage, wenn wir den Fleischkonsum (2) und die Lebensmittelverschwendung halbieren (3).
  • 8 Tage durch eine Aufforstung von 350 Millionen Hektar Wald.

Damit der Earth Overshoot Day zukünftig später im Jahr stattfindet, sind alle gefragt. Denn jede und jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten: Energie sparen, das Auto öfter stehen lassen, klimafreundlich einkaufen, saisonale Lebensmittel und langlebige Produkte aus Recyclingmaterialien kaufen und Abfälle generell vermeiden. Würden beispielsweise allein die Nahrungsmittelabfälle weltweit halbiert, würde der Earth Overshoot Day 11 Tage später stattfinden. Eine Halbierung des CO2-Ausstoßes würde das Datum um gute drei Monate (89 Tage) verschieben (3).

Jedoch tragen nicht nur die "großen" Maßnahmen zur Gesundheit der Erde bei. Achten Sie beispielsweise auch darauf, keine klimaschädlichen Lebensmittel einzukaufen oder überlegen Sie beim nächsten Shoppen, ob das neue Kleidungsstück wirklich gebraucht wird. Denn es sind die kleinen Schritte, die die Erde wieder aufatmen lassen.

+++ Der Grüne News Ticker +++

Hier versorgen wir Sie mit positiven und aktuellen Nachrichten aus den Bereichen Umwelt, Nachhaltigkeit und Innovation. So sind Sie stets gut informiert:

Klima auf dem Vormarsch

Aus dem Ernährungsreport 2021 des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geht hervor, dass die Bedeutung der Themen Klima und Umweltschutz bei den Befragten im Vergleich zum Vorjahr an Bedeutung zugenommen hat. Demnach sind ihnen Angaben, ob ein Produkt umweltfreundlich produziert wurde, auf der Lebensmittelverpackung wichtig. 

Zahlen bitte

Private Haushalte gaben in Deutschland durchschnittlich 62 Euro im Monat für Obst, Gemüse und Kartoffeln aus. Das entsprach einem Anteil von 19 Prozent an den Gesamtausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren. Für Fleisch und Fisch lagen die Ausgaben bei rund 59 Euro, beziehungsweise bei 18 Prozent. Damit war der Anteil der Ausgaben für Grünzeug erstmals höher als der für Fleisch und Fisch.

Noch mehr spannende Infos rund um ein verantwortungsvolles Leben, einen bewussten Umgang mit Ressourcen sowie zu den Themen Nachhaltigkeit, Innovationen und Umwelt finden Sie auf unserem neuen Umwelt-Blog GrünesLicht

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