Dinkel

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 06. Mai. 2020

Jahrhunderte lang hatte der Dinkel gegenüber dem Weizen das Nachsehen und war in Vergessenheit geraten. Neuerdings ist Dinkel wieder im Kommen und ist derzeit das beliebteste Brotgetreide.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Interaktive Infografik zu Dinkelmehl
  2. Das sollten Sie über Dinkel wissen
    1. Herkunft
    2. Geschmack
  3. Unsere liebsten Dinkel-Rezepte
  4. Wie gesund ist eigentlich Dinkel?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Dinkel
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  6. Zubereitungstipps für Dinkel

Infografik zu Dinkelmehl

Dinkelmehl...

  • ... hat einen hohen Schalenanteil: Die üblichen Sorten sind Dinkelmehl Type 630, 1050 und Vollkorn. Dabei giltt: Je niedriger die Typenzahl, desto feiner das Mehl - und je höher die Typenzahl, desto gröber. Dinkelmehl enthält grundsätzlich mehr Schalenanteile als das am meisten verwendete Weizenmehl Type 405 oder 550.
  • ... kann die Stimmung aufhellen: Dinkel ist eine gute Quelle für Tryptophan, eine lebensnotwendige Aminosäure, die eine stimmungsaufhellende Wirkung hat. Nehmen wir Tryptophan auf kann es in Serotonin – das Gute-Laune-Hormon, umgewandelt werden.
  • ... bringt viele Nährstoffe: Ein hoher Anteil von Schalenstoffen im Dinkelmehl bedeutet auch, dass es verhältnismäßig viele Nährstoffe zu bieten hat. Besonders üppig ist zum Beispiel mit mindestens 114 Milligramm pro 100 Gramm Magnesium vertreten. Mit diesem Mineralstoff verbessern sich die Nerven- und die Muskelfunktionen.
  • ... kann die Verdauung fördern: Je höher die Typenzahl und damit auch der Schalenanteil, desto mehr Ballaststoffe liefert ein Mehl. Selbst das feinste Dinkelmehl hat daher relativ viele Ballaststoffe, die unsere Verdauung fördern.
  • ... kann Weizenmehl ersetzen: Wer auf Weizenmehl mit Unverträglichkeiten reagiert, kann stattdessen meistens problemlos Dinkelmehl zum Backen und Kochen nehmen. Denn Dinkel ist zwar mit Weizen eng verwandt, wird aber trotzdem von Menschen mit einer Weizenunverträglichkeit in der Regel gut vertragen.
  • ... ist bei Zöliakie tabu: Wer vom Arzt die Diagnose "Zöliakie" bekommen hat, darf generell überhaupt kein Gluten zu sich nehmen und muss darum auf Dinkelmehl definitiv verzichten.
  • ...CO2-Bilanz gut: * Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Dinkelmehl gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.

 

Das sollten Sie über Dinkel wissen

Dass Dinkel vor langer Zeit eins der wichtigsten Nahrungsmittel war, zeigen alte Ortsnamen wie zum Beispiel Dinkelsbühl oder Dinkelhausen. Heute bringt sie kaum noch jemand mit dem Getreide in Verbindung, denn Dinkel war nach der Entdeckung des Weizens beinahe vergessen. Aber eben nur beinahe: Vor allem die anfangs als Spinner verlachten Vollwertkost-Fans haben dazu beigetragen, dass Dinkel seit etwa 20 Jahren ein erst langsames und dann immer rasanteres Comeback hatte. Heute ist Dinkel besonders als Brotgetreide beliebter als Weizen und wird in jeder Form wieder gern gegessen.

Besonders Biolandwirte bauen den Urahn des heutigen Weizens immer häufiger an und Dinkelmehl bekommt man mittlerweile schon in jedem Supermarkt. Im Bioladen oder Reformhaus bekommen Sie außerdem Brot, Gebäck, Bulgur, Grieß, Flocken, Schrot und sogar Getreidekaffee aus Dinkel.

Im Vergleich zu Weizen kostet Dinkel ein paar Cents mehr, denn seine Körner werden von einem Spelz umschlossen, der sich nur durch ein aufwendiges Spezialverfahren entfernen lässt. Dieser Spelz schützt das Dinkelkorn vor schädlichen Stoffen und macht es darum besonders wertvoll.

Herkunft

Dinkel ist ein Nachfahre des Urgetreides Emmer, das die Alemannen im Südwesten Mitteleuropas anbauten.

Geschmack

Dinkel ähnelt geschmacklich dem Weizen, besticht aber zusätzlich durch eine besonders feine und leicht nussige Note.

Unsere liebsten Dinkel-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Dinkel-Rezepten.

Wie gesund ist eigentlich Dinkel?

Schon Hildegard von Bingen lobte den Dinkel im Mittelalter als ausgesprochen gesundes Getreide und empfahl ihn unter anderem zur Unterstützung der Verdauung und des Immunsystems.

Bei den Inhaltsstoffen ähnelt Dinkel seinem Nachfolger, dem Weizen – allerdings punktet Dinkel mit einem deutlich höheren Eiweißgehalt. Auch bei Niacin (einem Vitamin aus der B-Gruppe) und den Mineralstoffen Magnesium, Zink und Eisen kann Dinkel den Weizen überrunden. Die Struktur von Dinkel ist außerdem etwas lockerer als die von Weizen und anderem Getreide, das macht ihn für Empfindliche leichter verdaulich.

Interessant für alle, die auf Weizen allergisch beziehungsweise mit Unverträglichkeiten reagieren: Dinkel wird von vielen ohne Beschwerden vertragen und kann eine brauchbare Alternative zu Weizen sein.

Nährwerte von Dinkel pro 100 Gramm  
Kalorien 333
Eiweiß 13,3 g
Fett 2,6 g
Kohlenhydrate 64 g
Ballaststoffe 8 g

Einkaufs- und Küchentipps für Dinkel

Einkauf

Dinkel bekommt man als ganzes Korn oder zerkleinert als Schrot, Grütze, Flocken, Grieß und natürlich auch als Mehl.

Lagerung

Dinkel hält sich bei dunkler, kühler Lagerung etwa ein Jahr. Dinkelmehl ist ebenfalls gut haltbar, wenn Sie es vor Luft und Licht geschützt aufbewahren.

Vorbereitung

Wenn Sie Dinkel kochen möchten, geben Sie die Körner in ein Sieb, spülen sie gründlich ab und kochen sie mit der doppelten Menge Flüssigkeit (Wasser oder Gemüsebrühe) erst 10 Minuten bei starker Hitze und lassen sie dann bei kleiner Hitze zugedeckt 30-40 Minuten ausquellen.

Zubereitungstipps für Dinkel

In der Küche können Sie Dinkel mindestens genauso vielseitig verwenden wie Weizen. Dinkelkörner aus Bioladen oder Reformhaus schmecken gekocht toll als Beilage. Gekochter Dinkel bereichert aber auch Salate, Suppe und Eintöpfe oder reichert Gemüsegerichte an.

Dinkelschrot oder Flocken aus Dinkel können Sie für Müslis, süße und pikante Grützen und zum Backen verwenden. Apropos Backen: Dinkelmehl können Sie überall dort einsetzen, wo man sonst Weizenmehl nimmt. Sie bekommen es übrigens nicht nur als Vollkornmehl, sondern auch fein ausgemahlen – perfekt für Plätzchen, Kekse, Kuchen und Torten nach herkömmlichen Rezepten! Sogar der super feine Biskuitteig gelingt mit Dinkelmehl.

Dinkel hat sich aus gutem Grund zum beliebtesten Brotbackmehl gemausert: Mit seinem hohen Gehalt an Klebereiweiß (Gluten) macht es den Teig schön locker und sein nussiger Geschmack gibt außerdem Brot und Brötchen das gewisse Etwas.

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