Wissenschaftlich geprüft
Februar 2020, National University of Singapore, Asien u. a.

Mit der Chronodiät gegen Diabetes

Von Cornelia Brammen
Aktualisiert am 10. Dez. 2020
© Unsplash/malvestida
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So wie eine gut eingestellte Uhr perfekt die Zeit zeigt, garantiert ein guter Stoffwechsel Gesundheit. Ist er aus dem Takt, drohen Krankheiten wie Diabetes. Wann wir was essen, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Hilft die Chronodiät?

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Worum ging es bei dieser Studie?

  • Bis 2040, so Hochrechnungen des Internationalen Diabetes-Verbandes, werden weltweit 642 Millionen Menschen an Diabetes Typ 2 erkrankt sein.
  • Mahlzeiten, die asynchron zum Tag-Nacht-Rhythmus eingenommen werden, beeinflussen den Zuckerstoffwechsel sowie die Zelltätigkeit in Leber und Bauchspeicheldrüse negativ.
  • Dazu tragen nicht nur die Mahlzeiten, also die Uhrzeit, zu der wir essen, sondern auch die Komponenten des Essens bei. Der glykämische Index spielt dabei eine wichtige Rolle.
  • Seit Mitte des 20. Jahrhunderts haben sich die Mahlzeiten verschoben. Mehr als ein Drittel der gesamten täglichen Kalorienaufnahme findet nach 18 Uhr statt. Hier könnte ein Zusammenhang mit dem Ansteigen von Diabetes bestehen.
  • Die Chronodiät (Chrononutrition) ist ein Schlüssel zur Prävention von Diabetes Typ 2. Diese noch junge Wissenschaft untersucht die Zusammenhänge zwischen Stoffwechsel-Prozessen im Tagesverlauf.

Wie lautet die zentrale Forschungsfrage?

  • Wie kann eine Chronodiät, also das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu essen, helfen, Diabetes Typ 2 zu verhindern?

Wie viele Probanden nahmen teil?

  • Es handelt sich um eine Literaturstudie von 90 Schlüsselstudien zu den Effekten von Mahlzeiten und ihrer Zusammensetzung auf die glykämische Reaktion im Körper.

Welche Methode wurde angewandt?

  • Art der Methode ist eine klassische Sekundär-Analyse.

Leichte Rezepte zum Abendessen

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

  • Die Zeit, zu der wir essen, hat einen massiven Einfluss auf die Entwicklung von Diabetes Typ 2. Ein High-Carb-Essen am Abend ruft eine starke postprandiale Hykoglykämie – kurz: Fresskoma – hervor. Wird das gleiche Gericht stattdessen zum Frühstück gegessen, bleibt dieser Effekt hingegen aus.
  • Um den Blutzuckerspiegel den ganzen Tag stabil zu halten, was eine effektive Maßnahme gegen das metabolische Syndrom darstellt, macht es Sinn, morgens Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index zu essen.
  • Die Reihenfolge, in der wir essen, ruft unterschiedliche glykämische Reaktionen hervor. Die beste Reihenfolge, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten ist: Gemüse zuerst, dann Fleisch, dann Reis (Kohlenhydrate).

Wer hat die Studie finanziert und durchgeführt?

  • Da es sich um eine reine Literaturstudie handelt, wurde sie ohne Drittmittel durchgeführt.

Wo ist die Original-Studie zu finden?


BEGRIFFE: Was ist/sind eigentlich...?


Wie bewertet EAT SMARTER diese Studie?

  • Es liegt auf der Hand: Dass es nicht wirklich gut ist, sich abends den Bauch mit Nudeln vollzuschlagen, haben sicher viele schon einmal an sich selbst feststellen können. Und je später das Abendessen stattfindet, desto schlechter ist der Schlaf. „Schlank im Schlaf“ war vor einigen Jahren ein Bestseller. Er basiert genau auf dem Zusammenspiel von innerer Uhr und glykämischer Last. Neu an dieser Studie ist das Zusammentragen von validen wissenschaftlichen Aussagen über die enzymatischen und chrono-gesteuerten Mechanismen, die einen Erklärungsansatz für die aktuelle Diabetes-2-Epidemie liefern.
  • Lasst Taten folgen: Die Ergebnisse sind offensichtlich, die negative Entwicklung auch: Immer mehr Kinder sind Diabetes-Typ-2-Patienten. Die Zuckerkrankheit, wie sie früher auch genannt wurde, ist auf eine falsche Ernährung zur falschen Tageszeit zurückzuführen. Aus der Studie müssen Leitfäden schon für Kindergärten entwickelt werden, die verständlich zeigen, wann wir was essen sollten und wann nicht (Chronodiät).

EAT SMARTER-Relevanz-Score
100
Prozent
Der Relevanz-Score geht von 0 bis 100 Prozent und zeigt, wie bedeutend die Studie im Vergleich zu anderen Studien ist. 0 Prozent heißt "unwichtig", 100 Prozent "sehr wichtig".

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