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Was heißt eigentlich Bio?

Bio oder nicht Bio – diese Frage wird heiß diskutiert. Für die einen sind Bio-Siegel reiner Etikettenschwindel, andere setzen konsequent auf Produkte aus ökologischer Landwirtschaft. Wir haben Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg zu den wichtigsten Fakten rund um „Bio“ befragt.

Bund Möhren

1. Bei welchen Lebensmitteln lohnt es sich, Bio zu kaufen, bei welchen ist es egal?

Das kommt auf die eigenen Essgewohnheiten an. Ich persönlich finde, dass gerade der geschmackliche Vorteil bei Kartoffeln für Bio-Anbau spricht. Auch die konventionelle Tierhaltung halte ich für problematisch, denn die Tiere leiden sehr. Daher würde ich auch bei Fleisch und Milchprodukten sagen, dass das Bio-Label ein guter Weg ist. Es gibt auch Untersuchungen, dass die Unterschiede beispielsweise bei Weißkohl oder Zwiebeln nicht so groß sind. Ich persönlich halte Bio aber immer für lohnenswert.

2. Haben Bio-Lebensmittel mehr Nährstoffe als konventionell angebaute Nahrung?

Es ist nicht eindeutig nachgewiesen, dass Bio-Lebensmittel mehr wertgebende Inhaltsstoffe enthalten als konventionell angebaute Nahrung. Die Studienergebnisse sind sehr unterschiedlich. Bei Bio-Milch wurde zum Beispiel ein höherer Gehalt an gesundheitsfördernden Fettsäuren, wie Omega-3-Fettsäuren oder Linolensäure, nachgewiesen. Außerdem wurde in Studien festgestellt, dass Bio-Lebensmittel deutlich weniger Pestizide, antibiotikaresistente Keime und einen geringeren Anteil des nierenschädigenden Schwermetalls Cadmium enthalten.

3. Dürfen Bio-Äpfel auch gespritzt sein?

Ja, allerdings nicht mit chemisch-synthetischen Pestiziden. Die sind im Bio-Anbau nicht erlaubt. Biobauern versuchen, mit einer bestimmten Sortenwahl, Fruchtfolgen oder naturnaher Bodenbearbeitung die Pflanzen widerstandsfähig zu machen. Auf Höfen, die biologisch wirtschaften, werden Obst und Gemüse hauptsächlich mit bestimmten Pflanzenauszügen gespritzt. Diese Pflanzenstoffe auf naturstofflicher oder mikrobieller Basis sind meistens harmlos. Problematisch sind allerdings einige Kupfermittel beim Apfel-, Wein oder Kartoffelanbau. Da sie sich im Boden anreichern können, gelten strenge Mengenbegrenzungen. Die Wissenschaftler arbeiten an Alternativen.

4. Was ist der Unterschied zwischen Naturkost und Bio-Lebensmitteln?

Die Qualität von Bio-Lebensmittel ist gesetzlich durch die EU-Bio-Verordnung geregelt. Sie schreibt zum Beispiel vor, welche E-Nummern in Lebensmitteln enthalten sein und wie Obst und Gemüse angebaut werden dürfen. Für Naturkost gelten diese Richtlinien nicht, da der Begriff nicht geschützt ist. Naturkost ist mehr ein Oberbegriff für natürliche Ernährung und für unverarbeitete Lebensmittel.

5. Gibt es einen Unterschied zwischen Bio und Öko?

Nein. Wenn „bio“ oder „öko“ auf der Packung steht, muss die EU-Bioverordnung eingehalten werden. Für diese Lebensmittel gelten dann Vorgaben, wie beispielsweise mehr Platz und Grünauslauf für Legehennen, keine Gentechnik, keine chemisch-synthetischen Pestizide oder deutlich weniger Zusatzstoffe wie Farb- oder Süßstoffe in Fertigprodukten. So sind bei konventionellen Produkten circa 320 E-Nummern zugelassen, im Biobereich nur 50.

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Bisherige Kommentare

 
Der Satz "Auch die konventionelle Tierhaltung halte ich für problematisch, denn die Tiere leiden sehr" bedarf einer Erläuterung. Woher hat Frau Schwartau diese Erkenntnis gewonnen, und wie kann sie belegen, dass Tier in ökologisch geführten Betrieben weniger "leiden"? - Ich halte es für bedenklich, wenn Konsumentenberater derartige Platitüden von sich geben, ohne sie wenigstens ansatzweise zu erläutern oder durch Fakten zu untermauern. Auch wurde hier seitens der Reporterin versäumt nachzufragen. So entsteht ideologisch verbrämtes Halbwissen.