Prof. Dr. Heiner Greten – Experte für Fettstoffwechselstörungen
Wissenschaftlich geprüft

5 Gründe: Darum ist Kresse gesund

Von Lisa Fischer mit Expertenrat von Prof. Dr. Heiner Greten
Aktualisiert am 17. Dez. 2019
© Unsplash/ Devi Puspita Amartha Yahya
© Unsplash/ Devi Puspita Amartha Yahya

Der besondere Geschmack der Kresse verleiht so manchem Butterbrot eine ganz besondere Note. Doch nicht nur geschmacklich punktet das grüne Gewürz – Kresse soll sogar vor Osteoporose schützen. Warum Kresse so gesund ist, erfahren Sie hier.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Inhaltsverzeichnis

  1. Voll mit wichtigen Nährstoffen 
    1. Folsäure
    2. Vitamin K
    3. Kalium
    4. Calciumm
  2. Senkt das Risiko für Grauen Star 
  3. Ist gut fürs Herz
  4. Kann vor Osteoporose schützen
  5. Kann vor verschiedenen Krebsarten schützen
  6. Gut zu wissen
  7. Unsere besten Kresse-Rezepte
  8. Wissen zum Mitnehmen 

Kresse gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und ist je nach Sorte leicht scharf bis senfartig im Geschmack. Bei uns in Deutschland ist sie auf dem Butterbrot sehr beliebt. Trotzdem macht sich das Gewürz auch äußerst gut in Suppen und Eintöpfen. Auch aus ernährungsphysiologischer Sicht hat Kresse so einiges zu bieten: Die grünen Blättchen sind reich an wichtigen Nähr- und Inhaltsstoffen, die für eine gesunde Ernährung unabdingbar sind. 

1. Voll mit wichtigen Nährstoffen 

Warum ist Kresse gesund? Die kleinen grünen Blättchen haben eine Menge wichtiger Nährstoffe zu bieten, die unser Körper für die Funktionserhaltung der Organe benötigt. Außerdem ist Kresse äußerst kalorien- und fettarm und besitzt zudem sehr wenig Kohlenhydrate. Daher ist das Gewürz perfekt für eine Low-Carb-Ernährung geeignet. Auch gegen Heißhunger soll Kresse hilfreich sein. 

In folgender Tabelle erhalten Sie einen Überblick über die Nährwerte von Kresse:

KRESSE FRISCH PRO 100 GRAMM
Kalorien 38
Fett 1,5 g
Eiweiß 4,2 g
Kohlenhydrate 1,8 g davon 1,4 g Zucker
Folsäure 110 µg
Vitamin K (nur in Brunnenkresse) 250 µg
Kalium 550 mg
Calcium 214 mg
Magnesium 40 mg
Eisen 290 mg
Vitamin C 59 mg

Lesen Sie auch: Warenkunde über Kresse mit Infografik

Folsäure

Besonders reichlich enthalten in Kresse ist Folsäure. Mit 110 Mikrogramm pro 100 Gramm übertrumpfen die Blätter im Bereich der pflanzlichen Lebensmittel sogar Erbsen und Tomaten. Das wasserlösliche Vitamin spielt eine wesentliche Rolle bei der Zellteilung sowie beim Wachstum. Daher haben Schwangere auch einen erhöhten Folsäurebedarf. Kresse kann also bei der täglichen Bedarfsdeckung einen großen Beitrag leisten (1).

Lesen Sie auch: Was tun bei Folsäuremangel?

Vitamin K

Ein weiteres wichtiges Vitamin ist mit 250 Mikrogramm pro 100 Gramm in Kresse enthalten, jedoch nur in Brunnenkresse: Vitamin K. Das fettlösliche Vitamin wird in unserem Körper vor allem für die Blutgerinnung benötigt, indem es inaktive Vorstufen von Gerinnungsfaktoren bildet und somit dafür sorgt, dass Blutungen gestoppt werden. Weitere Lebensmittel, in denen Vitamin K zu finden ist, sind beispielsweise Rucola, Feldsalat oder Spinat (2).

Kalium

Auch Kalium ist in äußerst großen Mengen in Kresse zu finden. Sage und schreibe 550 Milligramm sind in 100 Gramm enthalten, wodurch sich das Gewürz zu einem der kaliumreichsten Lebensmittel auszeichnet. Der Mineralstoff ist äußerst wichtig bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen sowie zur Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Haushalts (3).

Calcium

Doch dem nicht genug: Calcium ist ebenfalls in einem hohen Anteil in Kresse enthalten und liegt mit 214 Milligramm pro 100 Gramm weitaus vor Quark. Der Mineralstoff ist lebensnotwendig für den Aufbau unserer Knochen und Zähne. Die leicht scharfen Blättchen können also äußerst hilfreich sein, den täglichen Calciumbedarf zu decken. Ein weiterer Punkt, der erklärt, warum Kresse gesund ist (4).

Auch Magnesium und Eisen sind in kleineren Mengen sowie Vitamin C in größeren Mengen in Kresse enthalten.

Merke!
Kresse strotzt nur so vor wichtigen Nährstoffen wie Folsäure, Calcium oder Kalium, welche für die Zellteilung, den Aufbau von Knochen und Zähnen sowie für den Säure-Basenhaushalt eine große Rolle spielen.

2. Senkt das Risiko für Grauen Star 

Die Augen spielen eine äußerst wichtige Rolle für unser tägliches Leben. Erkrankungen rund um dieses Organ können daher sehr stark einschränken. Mit dem regelmäßigen Verzehr von Kresse kann das Risiko von Grauem Star reduziert werden. Verantwortlich hierfür ist der hohe Vitamin-C-Gehalt.

Die Aufnahme des wasserlöslichen Vitamins steht in direktem Zusammenhang mit der Risikominimierung von Grauem Star, weshalb Forscher eine erhöhte Vitamin-C Zufuhr für die Prävention dieser Augenerkrankung empfehlen. Diese kann beispielsweise in Form von Präparaten oder in natürlicher Weise erfolgen (5).

Merke!
Der hohe Vitamin-C-Gehalt macht Kresse gesund und kann nachgewiesen das Risiko von Grauem Star reduzieren.

3. Ist gut fürs Herz

Warum noch ist Kresse gesund? Wenn Sie etwas Gutes für Ihr Herz tun möchten, so können Sie durch den Verzehr von Kresse hierzu einen guten Beitrag leisten. Die grünen Blättchen sind sogenannte Kreuzblütler, welche oftmals bereits wissenschaftlich untersucht wurden. So konnte in einer weiteren Studie der Zusammenhang zwischen dieser Art von Pflanzen und kardiovaskulären (das Herz betreffend) Erkrankungen festgestellt werden. Der Verzehr von speziell grünblättrigen Sorten, so auch Kresse, hat bei den Probanden eine Risikoreduktion von Herzerkrankungen um 15,8 Prozent bewirkt (6).

Außerdem besitzt Kresse einen hohen Anteil an Beta-Carotin (Kresse 2190 Mikrogramm pro 100 Gramm, Brunnenkresse mehr als die doppelte Menge). Die Substanz gehört zu den Carotinoiden und somit zur Familie der sekundären Pflanzenstoffe. In diesem Zusammenhang konnte sowohl eine antientzündliche Wirkung von Beta-Carotin sowie dessen positive Wirkung auf kardiovaskuläre Erkrankungen belegt werden (7).

Merke!
Kresse gehört zur Familie der Kreuzblütler, die nachgewiesen das Risiko von Herzerkrankungen senken können. Außerdem haben enthaltene Carotinoide eine positive Wirkung auf kardiovaskuläre Erkrankungen.

Im nachfolgenden Video erklärt Prof. Dr. Heiner Greten wesentliche Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen: 

4. Kann vor Osteoporose schützen

Diese Aussage ist überwiegend der Brunnenkresse zuzuschreiben, da vor allem Vitamin K das Risiko einer Osteoporose verringern kann. Im Rahmen einer Studie konnten die Forscher eine eindeutige Korrelation zwischen der Aufnahme von Vitamin K und einer verbesserten Qualität der Knochen nachweisen.

Das Vitamin führt zu einem verbesserten Spiegel eines bestimmten Proteins, das eine große Rolle beim Stoffwechsel unserer Knochen spielt. Die Entstehung von Osteoporose kann dadurch reduziert werden. Auch das Risiko von Wirbelsäulenfrakturen soll durch die Aufnahme von Vitamin K verringert werden. 

Eine Behandlung mit Vitamin K soll zusätzlich die Arterien von Osteoporose Patienten vor Gefäßverkalkung schützen. Vor allem bei chronischen Nierenerkrankungen kann diese Eigenschaft nützlich sein (8).

Es lohnt sich also, auch Brunnenkresse in den Speiseplan mit aufzunehmen, da es zu den Lebensmitteln mit dem meisten Vitamin-K-Gehalt zählt. Doch auch die enthaltenen Mineralstoffe Calcium, Magnesium und Kalium (auch in „normaler“ Kresse enthalten) stärken die Knochen. Was genau also Kresse gesund macht, zeigt dieser Punkt deutlich. 

Merke!
Durch den hohen Gehalt an Vitamin K in Brunnenkresse kann das Risiko von Osteoporose sowie Wirbelsäulenfrakturen reduziert werden.

5. Kann vor verschiedenen Krebsarten schützen

So wie viele andere pflanzliche Lebensmittel, wie beispielsweise Auberginen oder Cranberries senkt auch Kresse das Risiko verschiedener Krebserkrankungen. Kresse gehört wie bereits erwähnt zur Familie der Kreuzblütler, welche nachgewiesen einen positiven Einfluss auf die Krebsvorsorge verschiedener Organe haben (9).

In mehreren Studien wurde untersucht, dass Isothiocyanate den Zelltod von Tumor- bzw. Krebszellen auslösen und somit eine präventive Wirkung besitzen (10). Diese Beobachtung machten Wissenschaftler auch speziell bei Lungen- und Prostatakrebs (11), (12). Ein weiterer wichtiger Grund, warum Kresse gesund ist. 

Isothiocyanate sind eine Untergruppe der Glucosinolate und gehören zur Spezies der sekundären Pflanzenstoffe. Diese Substanzen geben den Lebensmitteln ihren leicht scharfen Geschmack und sind beispielsweise auch in Rettich, Kohl, Senf und Radieschen enthalten (13).

Merke!
Kresse enthält sogenannte Isothiocyanate, die nachgewiesen den Zelltod von verschiedenen Krebszellen auslösen und somit das Risiko von Lungen-, oder Prostatakrebs senken.

Gut zu wissen

Kresse wird auch in der Ayurveda (Heilmethode aus Indien) eingesetzt und soll eine positive Wirkung bei Muskelschmerzen, Durchfall und sexueller Unlust erzielen. Auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion sollen die grünen Blättchen helfen. 

Ebenfalls wird Kresse oftmals zur Entgiftung des Körpers eingesetzt. Die harntreibende Wirkung der Pflanze soll dafür sorgen, dass Giftstoffe aus dem Körper geschleust werden. Enthaltene Senföle können Viren, Bakterien und Pilze abtöten. So kann Kresse auch bei Erkältungen helfen.

Hier gibt es leckere Kresse-Rezepte: 

Wissen zum Mitnehmen 

Kresse strotzt nur so vor Nährstoffen und enthält große Mengen an Folsäure, Calcium, Kalium sowie Vitamin C. Brunnenkresse (ausschließlich) besitzt zudem einen sehr hohen Anteil an Vitamin K, welches für die Blutgerinnung wichtig ist. 

Außerdem kann Kresse das Risiko von Grauem Star, Herzerkrankungen, Osteoporose und verschiedenen Krebsarten wie Lungen- oder Prostatakrebs senken. Ein regelmäßiger Verzehr der leicht scharfen Blättchen ist quasi eine Wohltat für unseren Körper und macht deutlich, warum Kresse gesund ist. 

Kresse ist zudem äußerst kalorien- fett- und kohlenhydratarm und eignet sich ideal für die Low-Carb-Ernährung.

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten
Schreiben Sie einen Kommentar