Weißkohl

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 20. Mai. 2020

Lassen Sie sich nicht verkohlen: Die Nebenrolle als „Sättigungsbeilage“ hat Weißkohl wirklich nicht verdient, wie Ihnen diese kleine Warenkunde beweisen wird. Wer noch kein Weißkohl-Fan ist, wird bestimmt einer – denn sowohl kulinarisch als auch gesundheitlich hat das Gemüse einiges zu bieten.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Weißkohl
  2. Das sollten Sie über Weißkohl wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
  3. Unsere liebsten Weißkohl-Rezepte
  4. Wie gesund ist eigentlich Weißkohl?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Weißkohl
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  6. Zubereitungstipps für Weißkohl

Infografik zu Weißkohl

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik.

Infografik Weißkohl

Weißkohl...

  • ...CO2-Bilanz:
    Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Weißkohl gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.
  • ...macht rundum fit:
    Wer Weißkohl isst, muss sich um seine Versorgung mit Vitamin C kaum Sorgen machen: Schon 100 Gramm enthalten 47 Milligramm davon – das entspricht knapp der Hälfte der empfohlenen Tagesdosis.
  • ...hält gesund und jung:
    Weißkohl glänzt durch einen hohen Anteil sogenannter Radikalenfänger wie Bioflavonoide, Chlorophyll, Indole und Phenole – alles Stoffe, die nachweislich unsere Zellen vor schädlichen Einflüssen schützen und den Alterungsprozess verzögern können.
  • ...stärkt die Abwehrkräfte:
    Nicht nur Vitamin C bringt wirksame Verstärkung für das Immunsystem, besonders auch der hohe Gehalt an Zink (224 Mikrogramm pro 100 Gramm) trägt dazu bei.
  • ...tut der Verdauung gut:
    Die Ballaststoffe in Weißkohl bringen einen trägen Darm in Schwung und putzen bei ihrem Weg durch den Körper auch gleich größere Mengen an Schadstoffen und Fetten weg.
  • ...schützt vor Geschwüren:
    In Weißkohl, ganz besonders in Saft daraus, stecken große Mengen des Eiweißbausteins Methylmethionin. Studien zeigen, dass er vor Geschwüren in Magen und Darm schützen kann.
  • ...muss frisch sein:
    Weißkohl hält sich bei kühler Lagerung theoretisch wochenlang. Trotzdem empfiehlt sich zügiger Verbrauch, denn je länger er liegt, desto mehr sinkt sein wertvoller Vitamingehalt.
  • ...bekommt nicht jedem:
    * Roher Weißkohl als Salat ist ein Top-Lieferant für Vitamin C und wichtige andere Nährstoffe, aber leider schwer verdaulich. Wer empfindlich ist, kann ihn aber durch Blanchieren in kochendem Salzwasser bekömmlicher machen.

Das sollten Sie über Weißkohl wissen

Gehören Sie auch zu denjenigen, die bei Kohl die Nase rümpfen und ihn als Armeleute-Essen links liegen lassen? Dann verpassen Sie etwas! Denn dieses ebenso deftige wie gesunde Gemüse ist nicht nur äußerst preiswert, es kann – richtig zubereitet – auch richtig köstlich schmecken. Und es versorgt uns speziell im Winter, wenn Vitaminreiches Mangelware ist, mit jeder Menge wertvoller Nährstoffe.

Bei uns gilt Weißkohl als die wichtigste, weil am meisten verkaufte aller sogenannten Kopfkohlarten. Rund 90 Prozent des in Deutschland verputzten Weißkohls kommt aus heimischem Anbau, den kleinen Rest importieren wir aus anderen Anbauländern und -gebieten wie Polen, Russland, Skandinavien, Großbritannien und Asien. Das größte geschlossene Anbaugebiet Europas liegt aber immer noch in Dithmarschen, wo man gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Kiel sogar eigene Qualitätsvorschriften für Weißkohl aufgestellt hat. Geerntet werden Weißkohlköpfe übrigens bis heute meistens noch per Hand. Nur die Verarbeitung in der Lebensmittelindustrie, zum Beispiel zu Sauerkraut, erledigen überwiegend Maschinen.

Herkunft

Ja, stimmt, die Amerikaner nennen uns gerne „Krauts“ – trotzdem stimmt es nicht, dass Weißkohl eine deutsche Erfindung ist: Tatsächlich stammt er nämlich, wie alle Kohlarten, ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und war schon im alten Rom beliebt.

Saison

Weißkohl gilt zwar als eins der typischsten Wintergemüse und wird auch bevorzugt in der kalten Jahreszeit zubereitet. Tatsächlich wächst das Gemüse aber schon ab April auf unseren Feldern und ist dann je nach Sorte ganzjährig zu haben.

Geschmack

Die darin enthaltenen schwefelhaltigen ätherischen Öle sorgen für das deftige und typische Kohlaroma von Weißkohl, das durch eine ganz leichte Süße abgerundet wird.

Unsere liebsten Weißkohl-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Weißkohl-Rezepten.

Wie gesund ist eigentlich Weißkohl?

Der hellgrüne Dickkopf hat es in sich: Schon 200 Gramm Weißkohl davon enthalten mit 94 Milligramm fast unser gesamtes Tagessoll an Vitamin C. Damit nicht genug: On Top gibt es pro Portion auch bis zu 400 Prozent der von Ernährungs-Experten empfohlenen Tagesdosis an Vitamin K darin, außerdem reichlich Selen, Magnesium und herzschützendes Kalium.

Auch sein Gehalt an Ballaststoffen spricht für Weißkohl, denn dadurch hält er nicht nur lange satt, sondern bringt auch eine müde Verdauung auf Trab. Zusätzlich glänzt Weißkohl durch sogenannte Radikalenfänger wie Bioflavonoide, Chlorophyll, Indole und Phenole. Dabei handelt es sich um Stoffe, die nachweislich unsere Zellen schützen und den Alterungsprozess verzögern können.

Nährwerte von Weißkohl pro 100 Gramm  
Kalorien 24 g
Eiweiß 1,2 g
Fett 0,2 g
Kohlenhydrate 4,2 g
Ballaststoffe 3 g

Einkaufs- und Küchentipps für Weißkohl

Einkauf

Bei Weißkohl kommt es besonders auf die Außenblätter an. Sind sie schön fest und brechen beim Biegen, stimmt die Frische. Wer Weißkohl ohne Außenblätter kauft, sollte darauf achten, dass er keine Flecken oder Löcher hat, sondern gleichmäßig gefärbt ist und leicht glänzt.

Lagerung

Richtig gelagert hält sich frisch geernteter Weißkohl im Ganzen bis zu zwei Monate. Am besten lagern Sie ihn im kühlen Keller, aber zur Not tut es natürlich auch das Gemüsefach des Kühlschranks. Auch angeschnittener Weißkohl bleibt dort etwa 3 Wochen knackig, wenn man ihn in ein feuchtes Tuch wickelt.

Vorbereitung

Entfernen Sie zuerst die dicken äußeren und nicht mehr ganz frischen Blätter. Anschließend den Weißkohl halbieren oder vierteln, abspülen, abtropfen lassen und mit einem schweren Messer den dicken Strunk und die dicken Blattrippen herausschneiden. Jetzt lässt sich der Weißkohl gut in Streifen schneiden – ganz dünn für Salate, ein wenig dicker zum Garen. Besonders schnell und einfach geht das Schnippeln natürlich mit einer Aufschnitt- oder Küchenmaschine.

Zubereitungstipps für Weißkohl

Auch wenn es früher so üblich war – stundenlanges Kochen und Schmoren tun weder den darin enthaltenen Vitaminen noch dem Geschmack wirklich gut. Halten Sie darum die Garzeit grundsätzlich so knapp wie möglich.

Weißkohl ist die Basis für so beliebte Klassiker aus Omas Küche wie Kohlrouladen, herzhafte Eintöpfe, deftigen Weißkohlsalat oder knusprigen Kraut-Flammkuchen. Aber auch andere Länder haben leckere Ideen für den hellen Kopf zu bieten: Wir empfehlen zum Beispiel wärmstens eine französisch-raffinierte Kohlsuppe,  das kräftige Irish Stew mit Lammfleisch, ein scharfes Weißkohl-Curry mit Erdnüssen oder den köstlichen russischen Borschtsch.

Schreiben Sie einen Kommentar