STUDIENSCHAU

AOK-Studie zeigt: Bewegungsmangel in deutschen Familien

Von Sina Brenneker
Aktualisiert am 27. Dez. 2018

In unserer Studienschau stellen wir Ihnen regelmäßig einen interessanten Fakt zum Thema Ernährung, Gesundheit, Abnehmen oder Fitness vor. Heute beschäftigen wir uns mit der aktuellen Familienstudie der AOK, die die Zusammenhänge zwischen Übergewicht, Bewegungsmangel und Wohlbefinden darstellt.

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In der repräsentativen Familienstudie 2018 der AOK nahmen insgesamt etwa 5.000 Mütter und Väter teil. Besonders auffällig ist, dass verschiedene Belastungsfaktoren Einfluss auf die körperliche Aktivität haben, welches wiederum Beschwerden bei Kindern auslöst und Übergewicht beeinflusst.

Hohe Belastungen im Alltag

Mit 40 Prozent bedeutet der tägliche Zeitstress für Eltern die höchste Belastung, gefolgt von finanziellen und psychischen (jeweils 27 Prozent) sowie partnerschaftlichen Belastungen (20 Prozent), welches Gründe für einen Bewegungsmangel sind. 12 Prozent gaben an, dass diese Belastungen zu Schwierigkeiten bei der Arbeit oder anderen alltäglichen Aufgaben führen. Alleinerziehende bestätigten dies sogar zu 18 Prozent.

Für ein Drittel ist körperliche Aktivität im Alltag irrelevant

Während es nur 28 Prozent der Eltern gelingt, regelmäßig Sport und Fitness zu treiben, nimmt auch die gemeinsame Bewegung mit dem Kind ab, je älter dieses ist. Auch das Umfeld ist ausschlaggebend für die Bewegung: je mehr sichere und nutzerfreundliche Fahrradwege beispielsweise in Wohnungsnähe zu finden sind, desto mehr werden diese auch von den Familien gemeinsam genutzt.

Übergewicht und Adipositas weit verbreitet

Aus der Studie geht ebenfalls hervor, dass über die Hälfte der Eltern übergewichtig oder adipös sind. Mütter fallen zu 50 Prozent in diesen Bereich, bei Vätern sind es sogar 72 Prozent. Dies hat Einfluss auf die gemeinsame Bewegung. Für normalgewichtige Eltern gehört körperliche Aktivität in der Freizeit zu 75 Prozent dazu, während es für übergewichtige Eltern nur 63 Prozent und für adipöse Eltern lediglich 57 Prozent sind.

Bewegungsmangel bei deutschen Kindern: Problem Mediennutzung?

Nur 10 Prozent der Kinder gehen einer moderaten Bewegung entsprechend der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation nach. Unter anderem kann dies die negative Folge des erhöhten Medienkonsums sein. Während die Webseite kindergesundheit.de eine Mediennutzung von 30 Minuten für Kinder bis 6 Jahren empfiehlt, sieht es in der Realität häufig anders aus. Am Wochenende wird diese Zeit von 84 Prozent Kindern überschritten, 7-10-jährige überschreiten zu 79 Prozent die Empfehlung von täglichen 60 Minuten.

Je mehr Bewegung, desto weniger Beschwerden bei Kindern

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass in Familien, die sich viel bewegen, Kinder tendenziell weniger Beschwerden aufweisen, als in Familien, die sich weniger bewegen. Häufig auftretende Beschwerden bei Kindern, die nur wenig körperlich aktiv sind, sind beispielsweise Schlafprobleme (23 Prozent) und schlechte Laune (48 Prozent).

Bringen Sie mehr Schwung in den Alltag!

Um Übergewicht und weitere Beschwerden zu vermeiden sowie dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken, spricht die Professorin für Gesundheitspsychologie von der Universität Mannheim, Jutta Mata, folgende Empfehlungen für Familien aus:

  • Jede Bewegungsmöglichkeit im Alltag sollte genutzt werden. Dazu gehören Wege bestenfalls zu Fuß oder mit dem Fahrrad gemeinsam mit den Kindern zurückzulegen.
  • Für ausreichend körperliche Aktivitäten für die Kinder sorgen.
  • Insbesondere bei kleinen Kindern und für alleinerziehende Personen ist es ratsam, sich eine Unterstützung zu suchen, um sich zeitlich zu entlasten (1).

Zur Studie ►

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