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Fairtrade-Kaffee: Infos & Tipps

Von Marieke Dammann
Aktualisiert am 28. Jan. 2020
© Unsplash/ Nathan Dumlao
© Unsplash/ Nathan Dumlao

Ein bewusster Konsum und nachhaltiger Genuss lassen sich schnell umsetzen, indem Sie beim Kauf auf bestimmte Siegel achten. Doch was zeichnet Fairtrade-Kaffee eigentlich aus? Erhalten Sie hier grundlegendes Kaffeewissen und erfahren Sie, worin der Unterschied zu konventionellen Kaffeesorten besteht.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Kaffeeanbau
  2. Welthandel mit Kaffee
  3. Nachhaltigkeitsziele im Kaffeesektor
  4. Die wichtigsten Kaffee-Siegel
    1. Kaffee aus ökologischem Anbau: Bio-Siegel
    2. Das Fairtrade-Kaffee-Siegel
    3. Rainforest Alliance
    4. UTZ Certified
    5. 4C-Initiative (Common Code für the Coffee Community)
  5. Für mehr Nachhaltigkeit: Wiederverwendbare Kaffeekapseln
  6. Wissen zum Mitnehmen

Botanisch wird Kaffee als Coffea bezeichnet und zählt zur Pflanzenfamilie der Rötegewächse, von der es etwa 500 Gattungen und über 6.000 Arten gibt. Für die weltweite Produktion sind vor allem Coffea arabica und Coffea canephora von großer Bedeutung, auch als Arabica und Robusta bekannt.

Kaffeeanbau

Da die Kaffeepflanze sehr sensibel ist, wächst sie nur unter bestimmten klimatischen Bedingungen. Ausgeglichene Temperaturen ohne starke Schwankungen, der Schutz vor Sonne und Wind sowie ausreichend Niederschlag und eine gute Bodenbeschaffenheit sind essenziell. Daher ist das Klima in den Ländern rund um den Äquator perfekt für den Kaffeeanbau.

Die Arabica-Pflanze wächst überwiegend in Höhen zwischen 600 und 2.000 Metern bei einer Durchschnittstemperatur von 18 bis 25 Grad Celsius. Hochlandkaffee, der ab einer Höhenlage von 1.000 Metern wächst, gilt als besonders hochwertig. 

Die Kaffeepflanze, von der Robusta-Kaffeebohnen geerntet werden, gedeiht auch in einem Klima mit höheren Temperaturen und wächst bei etwa 26 Grad Celsius besonders gut. Auch eignet sich für diese Bohnensorte ein tieferes Anbaugebiet in einer Höhe von bis zu 900 Metern.  

Die Anteile der Coffea-Arten an der weltweiten Produktion verteilen sich zu etwa 61 Prozent auf Arabica und zu circa 39 Prozent auf Robusta-Bohnen. Diese beiden Sorten machen mit beinahe 99 Prozent den Großteil der Kaffeebohnen aus, lediglich knapp 1 Prozent der Bohnen stammt von den Sorten Coffea Iiberica und Coffea excelsea.

Merke!
Kaffeepflanzen wachsen nur unter bestimmten klimatischen Bedingungen. Die bekanntesten Sorten sind Coffea arabica (Arabica-Kaffee) und Coffea canephora (Robusta-Kaffee).

Welthandel mit Kaffee

Bei Kaffee handelt es sich um eines der bedeutendsten Welthandelsgüter. Rund 25 Millionen Menschen sind weltweit im Kaffeeanbau, der Verarbeitung oder im Kaffeehandel tätig. Ganze 167 Millionen Säcke Rohkaffee werden jährlich durchschnittlich geerntet, wobei Brasilien das weltweit größte Kaffeeanbauland darstellt.

Etwa 70 Prozent des weltweit angebauten Rohkaffees wird exportiert: 2018 wurden zum Beispiel 1,1 Millionen Tonnen nach Deutschland importiert. Diese hohe Zahl ist auch nicht verwunderlich, da Deutschland der weltweit größte Exporteur von Kaffeeprodukten ist (1).

Merke!
Kaffee ist mit rund 167 Millionen geernteten Säcken Rohkaffee eines der bedeutendsten Welthandelsgüter. Deutschland ist zudem der weltweit größte Exporteur von Kaffeeprodukten.

Nachhaltigkeitsziele im Kaffeesektor

Zu den wichtigsten Zielen im Kaffeesektor gehören Klimaschutz, Armutsbekämpfung, menschenwürdige Arbeitsbedingungen sowie wirtschaftliches Wachstum, bewusster Konsum und Qualitätssteigerung. Im Fokus stehen deshalb vor allem die Verbesserung der Situation der Kaffeebauern, der Schutz von Wäldern, Wasser und Böden sowie ein nachhaltiger Kaffeeanbau.

Die Ziele decken sich mit den von der UN aufgesetzten Sustainable Development Goals und gerade große Akteure sind sich der Wichtigkeit des Themas bewusst, vor allem Röster und Händler. Dahingegen sind Produzentenorganisationen, Exporteure und Einzelhändler noch verhältnismäßig wenig involviert, was unter anderem an Sprachbarrieren und einem Mangel an Organisation und Ressourcen liegen kann.

Auch müssen Regierungen und Behörden stärker integriert werden, um rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die sich positiv auf die Kaffeebauern auswirken. Bei den Konsumenten ist das Thema Nachhaltigkeit vor allem in Europa und Nordamerika besonders relevant.

Merke!
Wer nachhaltig produzierten Kaffee konsumiert, unterstützt unter anderem die Armutsbekämpfung in den Herkunftsländern und den Klimaschutz. Doch bisher ist noch nicht die gesamte Wertschöpfungskette nachhaltig.

Die wichtigsten Kaffee-Siegel

Bei all den unterschiedlichen Siegeln mit verschiedenen Bedeutungen kann man schnell den Überblick verlieren. Deshalb haben wir hier die wichtigsten und gängigsten Siegel zusammengestellt und erklären, was es zum Beispiel mit dem Bio-Siegel auf Kaffeeverpackungen und Fairtrade-Kaffee auf sich hat. 

Kaffee aus ökologischem Anbau: Bio-Siegel

Bei dem Bio-Siegel handelt es sich um das am weitesten verbreitetste Siegel. Bei Kaffee, welcher das sechseckige Siegel trägt, kann man sich sicher sein, dass 95 Prozent des Kaffees aus biologischem Anbau stammt. Die Farmen werden demnach nach der EG-Öko-Verordnung bewirtschaftet, sodass unter anderem synthetische Spritzmittel tabu sind (2).

Das Fairtrade-Kaffee-Siegel

Das Fairtrade/Transfair-Siegel steht für faire Löhne für die Kaffeebauern in der Dritten Welt. Dies sollte garantieren, dass die Bauern mindestens 1,25 US-Dollar pro Pfund Arabica-Kaffeebohnen erhalten. Außerdem werden Ernteerträge vorfinanziert. Es sollen insbesondere Kleinbauern gefördert werden, um unabhängig und selbstverwaltend wirtschaften zu können.

Des Weiteren gewährleistet Fairtrade eine Sozialprämie, welche an die Verkaufsmenge der Bauern gekoppelt ist, wodurch soziale Projekte im Umfeld der Bauern finanziert werden. Mittlerweile stammt zudem etwa 60 Prozent des fair gehandelten Kaffees aus biologischem Anbau.

Lesen Sie auch: 10 faire Kaffeesorten

Rainforest Alliance

Bei der Rainforest Alliance handelt es sich um eine Naturschutzorganisation aus den USA, dessen Symbol ein Frosch ist. Die Organisation setzt sich vor allem für den Erhalt von Ökosystemen, wie zum Beispiel den Regenwald, ein. Kaffeesorten, die dieses Siegel abbilden, garantieren keine fairen Mindestlöhne für die Kaffeebauern, allerdings sollen die Kaffeebauern dazu befähigt sein, eigenständig Preisverhandlungen zu führen.

UTZ Certified

Bei dem UTZ-Siegel stehen das Endprodukt und die verschiedenen Produktionsschritte im Mittelpunkt. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Transparenz entlang der gesamten Lieferkette gelegt und ebenso auf die Schaffung eines Marktes für verantwortungsvoll hergestellte Produkte – und das sowohl bei größeren Bauernvereinigungen und Plantagen als auch bei kleineren Verbänden (3)

4C-Initiative (Common Code für the Coffee Community)

Die Auszeichnung mit 4C wurde von der Branche und Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit entwickelt und sollte die Basisstandards für einen nachhaltigen Kaffeeanbau garantieren. Ein Siegel gibt es allerdings nicht und selten sind die Verpackungen damit ausgezeichnet. Eine Liste der Mitglieder ist allerdings im Internet zu finden.

Merke!
Es gibt verschiedene Siegel auf Kaffeeverpackungen. Zu den gängigsten gehören das Bio- und das Fairtrade-Siegel. Jedes Siegel steht für unterschiedliche Anforderungen und Mindeststandards.

Für mehr Nachhaltigkeit: Wiederverwendbare Kaffeekapseln

Kaffeekapseln liegen im Trend: Die kleinen, bunten Kapsel aus Aluminium bieten eine praktische Portionsgröße und sehen dabei noch farbenfroh aus. Doch aufgrund des Verpackungsmaterials sowie der einmaligen Benutzbarkeit sind sie leider sehr umweltschädlich.

In Deutschland werden durch Kaffeekapseln jährlich circa 5.000 Tonnen Müll produziert (4). Zudem ist der Kapselkaffee umgerechnet mit 38 Cent pro Tasse im Vergleich zu einer Tasse Fairtrade-Kaffee in Bio-Qualität mit 10 bis 12 Cent weitaus teurer.

Auch interessantCoffee to go: Geht das auch nachhaltig?

Wer nicht auf Kaffeekapseln verzichten möchte, kann wiederverwendbare Kaffeekapseln nutzen. Diese eignen sich auch prima, um sie mit Bio- und Fairtrade-Kaffee zu befüllen. Einziges Manko: Bei vielen Kaffeekapselmaschinen verfällt die Garantie, wenn fremde Produkte verwendet werden und es dadurch zu einem Schaden kommt.okay 

Es gibt wiederverwendbaren Kaffeekapseln aus reinem Edelstahl, mit Gummi- und Metalldeckel, Silikonringen oder auch aus Plastik.

Merke!
Für den nachhaltigen Kaffeegenuss eignen sich für Kaffeekapselmaschinen wiederverwendbare Kaffeekapseln aus langlebigem Material. So lässt sich der Fairtrade-Kaffee mit gutem Gewissen genießen.

Wissen zum Mitnehmen

Deutschland gehört zu den größten Kaffeeexporteuren weltweit. Doch um das Klima zu schützen, ist nachhaltiger Kaffee, faire Arbeitsbedingungen und -löhne in der gesamten Wertschöpfungskette unabdingbar.

Auch beim eigenen Kaffeekonsum können einige Maßnahmen der Umwelt zugutekommen. Zum Beispiel können Fans von Kaffeekapselmaschinen auf wiederverwendbare Kaffeekapseln setzen, um Verpackungsmüll zu sparen. Wer hier auf Nachhaltigkeit und langlebige Materialien setzt, kann dem hohen Müllaufkommen entgegenwirken. Außerdem lohnenswert: Für unterwegs einen Coffee-to-go-Becher parat zu haben. 

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