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Die Getränkeprüferin
19. Februar 2016

Ein Hoch auf den Schraubverschluss

Von Nicole Oschwald

Haben Sie es mitbekommen? Am 31. Januar war der Welttag des Flaschenschraubverschlusses. So kurios das klingen mag – dieser Gedenktag hat tatsächlich seine Berechtigung. Er erinnert an einen Alltagsgegenstand, den zwar viele Millionen Verbraucher täglich in den Händen halten, aber dennoch kaum beachten. Für uns, im Labor von SGS Institut Fresenius, ist der Schraubverschluss ein wichtiger Aspekt, wenn wir die Sicherheit und Qualität einer Getränkeverpackung beurteilen.

Ein Hoch auf den Schraubverschluss Ein Hoch auf den Schraubverschluss
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Der Schraubverschluss – ein Allrounder

Der Schraubverschluss ist eine praktische Erfindung. Anders als etwa mit einem Kronkorken können damit Flaschen luftdicht verschlossen und jederzeit wieder geöffnet werden. In Österreich bekommen bereits 80 Prozent der heimischen Weinflaschen statt eines Korkens einen Schraubverschluss aufgesetzt. Und auch immer mehr andere Getränke werden mittlerweile damit ausgestattet.

Knapp 40 Jahre nach seiner Erfindung werden aktuell in Europa pro Jahr mehr als 200 Milliarden Verschlüsse aus Kunststoff verkauft. Ein Trend, den Verbraucher zum Beispiel daran erkennen, dass es inzwischen sogar Getränkekartons mit Schraubverschlüssen gibt. Unabhängig davon, womit eine Flasche verschlossen wird – die Entscheidung muss von einem Hersteller wohl überlegt sein. Denn der Deckel muss das Getränk zuverlässig vor äußeren Einwirkungen schützen.

Verschiedene Flaschen mit Schraubverschlüssen

Haltbarkeit und Eigenschaften

So hat er großen Einfluss darauf, wie lange ein Lebensmittel genieß- und haltbar bleibt. Gleichzeitig darf der Verschluss ein Lebensmittel nicht negativ beeinflussen. Rechtlich gesehen darf eine Lebensmittelverpackung nach den Anforderungen der geltenden EG-Bedarfsgegenstände-Rahmenverordnung Nr. 1935/2004 keine Bestandteile auf das Getränk in Mengen abgeben, die die menschliche Gesundheit gefährden, eine unvertretbare Veränderung der Zusammensetzung oder eine Beeinträchtigung der organoleptischen Eigenschaften des Lebensmittels herbeiführen könnten.

Das heißt, ein Getränk darf beispielsweise weder ungewollt nach Kunststoff schmecken, noch dürfen Schadstoffe nachweisbar sein. Bestimmte Verpackungsmaterialien können dahin gehend problematisch sein. Dies zeigt sich beispielsweise an der Diskussion um Weichmacher in Plastikflaschen oder etwaige Bisphenol A-Belastungen in den Beschichtungen von Schraubdeckeln.

Flaschenverschluss Plastik

Material und Verpackung

Wir vom unabhängigen Prüfinstitut SGS prüfen daher häufig im Auftrag von Herstellern, ob sich bestimmte Materialen für den Kontakt mit Lebensmitteln eignen. So muss beispielsweise bei einem Getränk, das mit unserem Qualitätssiegel ausgezeichnet werden soll, immer auch die Verpackung strenge Tests durchlaufen. Die Laboruntersuchungen sind dabei zum Teil umfangreich.

Bei Migrationsanalysen wird zum Beispiel gemäß den Anforderungen der europäischen Kunststoffverordnung Nr. 10/2011 der Kontakt zwischen Verpackungsmaterial und Lebensmittel über einen gewissen Zeitraum bei einer bestimmten Temperatur in einer spezifischen Testflüssigkeit simuliert. Diese kann anschließend mit hochsensiblen Messgeräten chemisch-analytisch auf einzelne Substanzen untersucht werden oder über die Bestimmung des Globalmigrats einen Eindruck über die Inertheit beziehungsweise Beständigkeit des Kunststoffes vermitteln. Dabei sollten keine unerwünschten Substanzen nachweisbar sein und rechtlich festgelegt Höchstmengen eingehalten werden.

Darüber hinaus prüfen wir die Farblässigkeit, analysieren Fehlaromen und bestimmen mit physikalischen Methoden die Dichte oder Verbundfestigkeit von Kunststoffen. Insgesamt muss so ein Flaschenschraubverschluss also einen ziemlichen Testmarathon durchlaufen, bevor er Ihr Getränk schützen darf. Sie müssen aber kein Mitleid mit ihm haben. Das muss so ein Verschluss aushalten. Vielleicht betrachten Sie den Deckel Ihrer Mineralwasserflasche aber nun mit etwas anderen Augen.


Über den Autor dieses Beitrags

Matti Lenius ist beim Prüfinstitut SGS für Verpackungsmaterialien im Lebensmittelkontakt zuständig. Der staatlich geprüfte Diplom-Lebensmittelchemiker berät Kunden aus der Nahrungsmittelindustrie, begutachtet die eingesetzten Verpackungsmaterialien und koordiniert die Laboruntersuchungen. Mehr über die Dienstleistungen der SGS erfahren Sie auf www.sgsgroup.de und www.sgs-institut-fresenius.de.

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