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Italienisches Vegan-Urteil

Brauchen Kinder tierische Produkte?

Von Lina Nagel
Aktualisiert am 27. Dez. 2018

Kinder brauchen Fleisch – das sagt zumindest ein Richter im italienischen Bergamo. Er hat für den zwölfjährigen Sohn einer vegan lebenden Mutter mindestens drei Fleischmahlzeiten pro Woche angeordnet. Doch müssen Kinder wirklich tierische Produkte essen, um gesund zu sein? Das Urteil im Fakten-Check.

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"Der herbeigezogene Ernährungsmediziner ist zum Schluss gekommen, dass die vegane Kost nicht ausgeglichen ist, weil sie zu einer Unterversorgung bestimmter Nährstoffe und Vitamine führt, die für das Wachstum im Kindesalter wichtig sind», begründete der Richter laut der Schweizer Aargauer Zeitung seinen Entscheid. 

Die Eltern des Kindes leben getrennt. Seit die Mutter vor einigen Jahren ihre Ernährung umstellte, kochte sie auch für ihr Kind nur noch ohne tierische Produkte. Der Vater hielt diese Ernährung für bedenklich und zog vor Gericht.

Das italienische Urteil ist ein Präzedenzfall für viele vegetarisch oder vegan lebende Paare oder Alleinerziehende: Wie können und dürfen sie ihr Kind ernähren?

Vegetarisch OK, vegan bitte nicht: Das sagt die Ernährungsexpertin

Zumindest bei Kleinkindern warnen Experten vor einer rein veganen Ernährung. "Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft sollte man Kleinkinder nicht vegan ernähren", sagt Anja Börner, Ökotrophologin aus Hamburg. "Um sich zu entwickeln, brauchen Kinder Vitamin B 12, welches nur tierische Produkte liefern. Vitamin B 12 spielt unter anderem eine tragende Rolle bei der Entwicklung des Nervensystems." Welche Folgen eine Unterversorgung haben kann, habe ihr eine an einem Kinderkrankenhaus tätige Ärztin sehr drastisch beschrieben. "Es kam eine Mutter in die Klinik, die ihr Kind vegan ernährte. Das Kind war total apathisch; man dachte zuerst an Dehydrierung, bis man feststellte, dass das Gehirn dieses Kind aussah wie ein Schweizer Käse. Der Schaden war irreparabel."

Diese Meinung, die auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE teilt, wird in Deutschland heiß diskutiert. Auf Websites wie Tofufamily tauschen sich Eltern aus, die ihre Kinder vegan ernähren. Sie spiegeln die Meinung vieler vegan lebender Eltern wider: Wer auf Ausgewogenheit achte, kritische Nährstoffe supplementiere und sich beraten lassen, könne Kinder auch ganz ohne tierische Produkte gesund großziehen. Die Meinung der DGE sei veraltet.

Was sollen Eltern, die aus Überzeugiung vegan leben, also tun? Anja Börner bringt es auf den Punkt: "Erwachsene können tun und lassen, was sie wollen"; aber wenn es um die Gesundheit ihrer Kinder geht, sollten gesicherte Fakten den Vorrang vor Überzeugungen haben.  

Mich interessiert Ihre Meinung: Würden Sie Ihr Kind vegan ernähren oder tun Sie es bereits? 
Ihre Lina Nagel 

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Bisherige Kommentare

 
Es ist verantwortungslos Kindern tierische Lebensmittel zu geben, da die Tiere mit Antibiotikum behandelt werden. Diese Kinder können Antibiotikumressistenzen entwickeln und in Folge dessen an Keimen sterben. Vitamin B12 kann sublimiert werden. Es gibt für Säuglinge und Kinder entsprechende Sprays, für ältere Kinder Tabletten. Das Argument der Mangelernährung wurde wahrscheinlich von der Fleischindustrie in die Welt posaunt. Gerade Eltern, die sich und ihre Kinder vegan ernähren, achten auf eine gesunde Ernährung. Um diese Kinder muss man sich keine Sorgen machen, sondern um die Kinder, die mit Fleischwurst, Pommes, Gelatine und MC Donalds aufwachsen. Das Leid der Tiere und die veheerenden Auswirkungen der Massentierhaltung auf den Klimawandel wird völlig ausgeblendet. Der Richter müsste einen Tag im Schlachthof zubringen, mal sehen, was er dann sagen würde.

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