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Zuchtlachse in Chile ausgebrochen: Ökosystem bedroht

Von Sina Brenneker
Aktualisiert am 06. Sep. 2018

Fluch oder Segen? Am 8. Juli gelang durch ein heftiges Gewitter etwa 690.000 Lachsen die Flucht aus einer Zuchtfarm des norwegischen Konzerns Marine Harvest. Chile ist nach Norwegen der zweitgrößte Exporteur von Zuchtlachsen. Mit welchen Konsequenzen muss nun gerechnet werden?

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Während des Unwetters wurden die Netze auf der Zuchtfarm so weit beschädigt, dass die Lachse ungehindert in die Weiten des Meeres eintauchen konnten. Bis heute handelt es sich hierbei um die größte Flucht von Zuchtlachsen, die in Chile bekannt ist.

Massenflucht bedroht das Ökosystem

Naturschützer*innen sind besorgt. Die Zuchtlachse sind in den chilenischen Gewässern nicht heimisch und breiten sich orientierungslos aus. Wie sich die Situation entwickeln wird, ist nur schlecht vorhersehbar. Greenpeace vermutet, dass die heimische Artenvielfalt gestört, wenn nicht sogar komplett vernichtet werden könnte.

Um das Ausmaß der Massenflucht zu verdeutlichen, beschreibt eine Greenpeace-Schützerin die Flucht wie folgt: „Wir vergleichen es damit, als würden 140 Millionen Mäuse in der Hauptstadt Santiago de Chile freigelassen werden".

Die Gefahr von Antibiotika

Die Fische werden auf der Farm mit Kraftfuttermitteln und tonnenweise Antibiotika gefüttert. Die eingesetzte Menge Antibiotika in den nun freien Zuchtlachsen soll einer Menge entsprechen, die in Norwegen sonst nur innerhalb von vier Jahren eingesetzt wird.

Wenn die Lachse nun beispielsweise von Pinguinen oder Seelöwen gefressen werden und diese die Antibiotika dadurch aufnehmen, kann es bei den Tieren zu Atembeschwerden und Allergien kommen. Und auch Menschen könnte dieses Szenario dann betreffen.

Ein Segen für Einheimische?

In einem Video der Tagesschau äußert sich aber auch ein positiv gestimmter Chilene: „Das ist ein Geschenk Gottes, ein Segen für die Menschen hier“. Die Fischer verkaufen derzeit die Zuchtlachse zu Spottpreisen und die Einheimischen freuen sich.

Normalerweise kommt der Zuchtlachs aber erst in Verarbeitungsbetriebe, wo die Antibiotikareste herausgefiltert werden sollen. Anschließend werden die für den Export bestimmten Fische weiterverkauft. Nun ist es wahrscheinlich, dass sich durch den direkten Verzehr Resistenzen in der Bevölkerung ausbreiten.

Maßnahmen der Umweltaufsichtsbehörde

Um zu verhindern, dass die ausgebrochenen Zuchtlachse in die Süßwassergewässer in Chile gelangen, wurden von der Behörde einige Maßnahmen verhängt. Egal ob tot oder lebendig, es müsse alles daran gesetzt werden, damit die Tiere eingefangen werden.

Marine Harvest muss sich um die Entsorgung der toten Lachse kümmern und Sicherheitskonzepte für ihre Anlagen vorlegen, um Ausbrüche künftig zu vermeiden. Außerdem drohen ihm hohe Geldstrafen und möglicherweise wird ihnen sogar die Genehmigung für Zuchtanlagen entzogen.

Fisch-Alternativen

Immer wieder wird empfohlen, Fisch in den Speiseplan zu integrieren. Achten Sie beim Kauf auf das Bio- und MSC-Siegel, um zu verhindern, dass Chemikalien auf Ihren Teller kommen. Außerdem unterstützen Sie so eine nachhaltige Wirtschaftsweise.

Insbesondere der hohe Omega-3-Fettsäuren-Anteil im Fisch gilt als besonders gesund. Doch warum ist das so? Und gibt es heimische Alternativen? In dem folgenden Artikel finden Sie mehr zu diesem Thema:

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Auch Rapsöl zählt zu den Omega-3-Fettsäure-Lieferanten. In unserem Kochbuch finden Sie vielfältige Gerichte rund um das gesunde Öl.

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