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Food-Trends
18. August 2015

Der neue Hype um Brot

Richtig gutes Bot Richtig gutes Bot

Man könnte gegen diese These durchaus einwenden, dass der Bedeutungsverlust des Brotes als wichtiges und hochgeschätztes Nahrungsmittel weniger „religiöse“ Gründe hat, sondern einfach der Tatsache geschuldet ist, dass uns heute auch unzählige andere Nahrungsmittel in ausreichendem Maße und zu vergleichsweise günstigen Preisen zur Verfügung stehen – und wir eben nicht mehr bloß auf Brot angewiesen sind, um ausreichend elementare Nährstoffe aufzunehmen.

Brot: Handwerk ist wieder im Trend

Bei meinen Recherchen zu neuen Food-Trends und zum Wandel unserer Esskultur beobachte ich aber untrügliche Zeichen für einen neuen – spirituell befeuerten – Hype um Brot: Um Brot aus handwerklicher Herstellung, um Brot nach alten Rezepturen unter Verwendung von Sauerteig, sowie um Brot aus seltenen Getreidesorten wie etwa Kamut oder Brot aus Hülsefrüchtemehlen. Vor allem in den Großstädten – von San Francisco bis Wien – eröffnen wieder neue Handwerksbäcker ihre Tore, mit schicken Läden und einer bewusst inszenierten Aura, die von einem neuen „Spirit“ kündet. Brot wird dort nicht einfach als Nahrungsmittel aus Wasser und Mehl, nicht nur als „Tragfläche“ für Wurst und Käse behandelt, sondern – auch aus der Sicht vieler begeisterter Kunden – als kulinarische Offenbarung wahrgenommen.

Es hat zumindest für mich den Anschein, dass die in den Nischen der Backbranche sich ankündigende Renaissance der Brotkultur gleichfalls ein Produkt der auch in den westlichen Gesellschaften wieder wachsenden Sehnsucht nach Spiritualität ist, nach einer engeren Ausrichtung des Lebens an anderen als bloß materiellen und ökonomischen Kriterien.

Brot als Gourmet-Begleiter

In einem exklusiven kalifornischen Restaurant konnte ich erst vor kurzem eine Erfahrung machen, die eine solche These weiter unterstützt: Zum mehrgängigen Menü gab es nicht nur die obligate Weinbegleitung, sondern zum jeweiligen Gang stets auch passende Brote und Gebäcksorten. Wenn Brot so wieder zum Begleiter wird, gewinnt es auch wieder eine neue, über die körperliche Sättigung weit hinausreichende Bedeutung.

Ihre
Hanni Rützler

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Bisherige Kommentare

 
Es geht hier nicht nur ums Brot alleine! Es wurden fast alle Zerealien so gezüchtet, dass sie wesentlich mehr Gluten (als Klebstoff) enthalten und dadurch auf unseren Organismus nicht mehr fördernd wirken. Sie sind dadurch zwar auch leichter zu verarbeiten. Nein sobald ich Zerealien aus meiner Ernährung weglasse und durch reichlich Kartoffeln, Reis und Hülsenfrüchte ersetze ich täglich 30 g an Gewicht verliere. So reichlich dass wirklich ein Sattheitsgefühl aufkommt. Nur dann wird meine Sehnsucht nach einem Stück Brot (Butterbrot, Topfenaufstrich, Käse, keine Wurst) so groß dass ich mir wieder frisches Brot heimbringe. Dann geht es aber sofort Gewichtsmäßig wieder nach oben! Also versuche ich diese Sehnsucht möglichst zu unterdrücken. Was hat man uns mit der Zucht damit angetan, dass ein früher basisches Lebensmittel heute sauer ist. Dafür kann aber eigentlich der Bäcker nichts, sondern die die Saatgut produzieren. Hybride damit man immer wieder für neue Ernte nachkaufen muss. Ich erinnere mich dass wir hin und wieder von einer Bäuerin einen Laib selbstgebackenes Brot verkauft bekamen. Es war aus eigenem Getreide von dem immer wieder eine kleine Menge zurückbehalten wurde, für die neue Aussaat. Das Brot schmeckte auch nach 3 Wochen saftig und gut. Aber das ist 60 Jahre her. Vieles wurde inzwischen besser und leichter, aber nicht Alles.
Bild des Benutzers keramik_atelierwerkstatt
Seit über 30 Jahren backe ich mein eigenes Roggenbrot. Eine Getreidemühle mit Mahlsteinen schenkten mein Mann und ich uns zum ersten Hochzeitstag. Viele verschiedene Brote habe ich ausprobiert bis ich zu meinem derzeitigen Rezept kam. Ich habe es im Laufe der Zeit immer ein wenig verändert. Aber dieses Rezept macht bei vielen Eigenbrötlern in meinem Freundes-, Bekannten- und Nachbarkreis inzwischen die Runde. Es schmeckt wie das Brot meiner Großmutter vom Bauernhof. Ich freue mich immer wieder, dass es so viele Menschen gibt, die das Rezept übernommen haben. Ich mache die Erfahrung, dass es mehr und mehr Eigenbrötler gibt.