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Warum Antibiotika häufig überflüssig sind

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 06. Mär. 2019
Medikamente

30 Prozent aller Antibiotika in Deutschland werden unnötig, zu lang oder falsch eingesetzt – zum Beispiel bei Erkältungen. So entwickeln sich immer mehr resistente Keime, gegen die kaum noch Arzneimittel helfen. Im Live Smarter Blog erfahren Sie, wie Sie verantwortungsvoll mit Antibiotika umgehen.

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Zur Kurzfassung ►

Wie wirken Antibiotika?

Ob bei Blasenentzündungen, nach einer Operation oder bei einem Infekt, jeder von uns hat schon einmal Antibiotika verschrieben bekommen. Zu Recht gelten Antibiotika als Meilenstein in der Medizin: Erst mit der Entdeckung dieser Wirkstoffgruppe konnten lebensbedrohende Infektionen wie Blutvergiftung oder Lungenentzündung bekämpft werden. Doch durch falschen und zu häufigen Einsatz drohen viele Antibiotika unwirksam zu werden.

Entdeckt wurden Antibiotika im Jahr 1928 von dem schottischen Wissenschaftler Alexander Fleming in Form des Penicillins.

Antibiotika sind Substanzen, die das Wachstum von Bakterien hemmen. Sie blockieren in Bakterien lebenswichtige Stoffwechselwege oder die Synthese von Makromolekülen. Bei Antibiotika handelt es sich um natürliche Stoffwechselprodukte von Bodenmikroorganismen, Bakterien und Pilzen (1). Kommerziell zur Therapie werden sie seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts produziert. Neben diesen Antibiotika im engeren Sinn werden auch synthetisch hergestellte Chemotherapeutika als Antibiotika bezeichnet (2).

MERKE !

Antibiotika kommen in der Natur schon seit Millionen Jahren vor. Es handelt sich dabei um Substanzen, die das Wachstum von Bakterien hemmen, indem sie in deren Stoffwechselvorgänge eingreifen. Entdeckt wurde das erste Antibiotikum Penicillin im Jahr 1928. 

Warum werden Antibiotika so oft falsch eingesetzt?

Antibiotika sind hoch wirksam gegen Bakterien. Völlig wirkungslos sind sie jedoch gegen Infekte, die durch Viren ausgelöst werden! Dennoch steigt jeden Winter die Zahl der Antibiotika-Verschreibungen deutlich an: Jeder Fünfte (20,5 Prozent), der erkältungsbedingt ein bis drei Tage krankgeschrieben ist, bekommt Antibiotika verschrieben. Das geht aus dem TK-Gesundheitsreport 2015 hervor (3).

Dabei werden nahezu 90 Prozent aller Erkältungen mit den typischen Symptomen wie Schnupfen, Husten und Halsschmerzen durch Viren hervorgerufen. Oftmals ist es nicht der behandelnde Arzt, der auf ein Antibiotikum besteht, sondern der Patient selbst.

Dieses blinde Vertrauen auf Antibiotika ist jedoch fatal, denn durch die unnötige Einnahme wird das Risiko erhöht, dass gegen Antibiotika unempfindliche Bakterien häufiger auftreten und die verfügbaren Medikamente nicht mehr wirken.

MERKE !

Antibiotika helfen bei bakteriellen Infekten, sind jedoch gegen Viren völlig wirkungslos. Dennoch bekommt jeder fünfte Deutsche, der erkältungsbedingt krankgeschrieben ist, ein Antibiotikum verschrieben – oft zu Unrecht. 

Antiobiotika-Resistenz schreitet fort

Bakterien, die gegen bestimmte Antibiotika Resistenzen erworben haben, werden durch eine Behandlung nicht mehr gehemmt oder abgetötet. Sie können sich ungehindert vermehren und ihre Resistenz-Gene auch auf andere Bakterien übertragen. So breiten sich Resistenzen aus. Nehmen Bakterien verschiedene Resistenz-Gene auf, können sie auch mehreren Antibiotika widerstehen; dann spricht man von multiresistenten Erregern. Diese sind besonders gefürchtet, da gegen sie viele Antibiotika nicht mehr wirken. Gerade bei Mensch mit geschwächten Abwehrkräften können multiresistente Erreger sehr gefährlich sein.

Als einen weiteren Grund, warum Resistenzen immer häufiger vorkommen, nennen Experten auch den Einsatz von Breitbandantibiotika (4). Diese Antibiotika wirken gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Bakterien. Oftmals wäre jedoch eine gezielte Antibiotikatherapie sinnvoller.

MERKE !

Immer mehr Bakterien entwickeln Resistenzen. Das heißt, gegen sie wirken immer weniger Antibiotika. EIn Grund für die immer weiter reichende Antibiotika-Resistenz ist die falsche und überflüssige Einnahme von Antibiotika.   

Dr. Johannes erklärt: So schützen Sie sich vor multiresistenten Keimen

Mehr zum Thema lesen Sie auch auf der Themen-Seite der Techniker Krankenkasse.

So setzen Sie Antibiotika sinnvoll ein

Zumindest auf dem gegenwärtigen Stand der Medizin können Ärzte bei vielen Erkrankungen wie Lungenentzündung oder schweren Blaseninfekten nicht auf die bakterientötende Wirkung von Antibiotika verzichten. Damit Antibiotika auch in Zukunft noch wirksam sind, müssen wir alle etwas tun!

Dazu gehört aus Sicht des Patienten vor allem, sich nicht blind Antibiotika verschreiben zu lassen und den Arzt nicht unter Druck zu setzen, welche zu verordnen.

"Wann ein Patient ein Antibiotikum benötigt, kann nur ein Arzt entscheiden, der den Patienten untersucht hat und seine Konstitution und Krankengeschichte kennt", betont Petra Rudnick, Allgemeinärztin im TK-Ärztezentrum.

"Breitbandantibiotika sollten, wenn das Laborergebnis noch nicht feststeht, nur in einer Akutphase eingesetzt werden", so Rudnick: "Sobald der Erreger bekannt ist, sollte so schnell wie möglich auf die gezielte Antibiotikatherapie umgestellt werden. Das erhöht den Behandlungserfolg und reduziert unerwünschte Nebenwirkungen."

MERKE !

Der Arzt sollte entscheiden, ob Sie ein Antibiotikum benötigen oder nicht. Vor dem EInsatz von Breitbandantibiotika sollten die Untersuchungsergebnisse abgewartet werden.  

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